Galizisches Ulanen - Regiment Nr. 13
(1898) Paar Alois, Graf, FML


Errichtung:

Gemäß Allerhöchstem Befehlsschreiben vom 17. 1. 1860 aus den 4. Divisionen der Ulanenregimenter Nr. 1, 2, 8 und 10 als "Freiwilligen-Ulanen-Regiment" in Stockerau aufgestellt. Die vier Divisionen rückten aus ihren Stationen in Wesseley (Nr.1), Gyöngyös (Nr.2), Raab (Nr.8) und Sárospatak (Nr.10) ab und erreichten Anfang März Stockerau. Der Regimentskommandant, Oberstlieutenant Ludwig Pulz war allen 4 Divisionen eine Marschweite entgegengeritten und begrüßte jede mit einer herzlichen Ansprache.

 
Ergänzungen:

Dieses Regiment rekrutierte sich seit seiner Errichtung aus Galizien und zwar zuerst aus den Bezirken sämtlicher sich aus diesem Kronlande ergänzenden Regimenter, von 1867-73 aus jenen von Nr. 40 und 45 (Rzeszów, Sanok), 1873-75 aus Nr. 40 allein, 1876-83 aus jenen von Nr. 10 und 30 (Stryj, Lemberg), endlich 1883-89 aus Nr. 80 (Zloców). Ab diesem Jahr an den Bereich des 11. Korps (Militär-Territorial- Bezirk Lemberg) gewiesen.

 
Friedensgarnisonen:

1860 Stockerau, 1862 Enns, 1864 Klagenfurt, dann Udine, 1865-66 Verona, 1866 Tarnopol, 1869 Gródek, 1874 Lancut, 1879 Prossnitz, 1883 Göding, 1886 Lemberg, 1888 Zloczów.

Ludwig Graf Trani

 
Regiments-Inhaber:

1860-61 unbesetzt
1861 Trani, Ludwig, Graf, Prinz beider Sizilien
1862 Ulanen Regiment Nr. 13
1886-98 Hermann Graf Nostitz - Rieneck, FML, G.d.C.
1896-98 unbesetzt
1898 Alois, Graf Paar, FML
 

Regiments-Kommandanten:

1860 Ludwig Pulz, Oberst
1866 Maxmilian Ritter v. Rodakowski, Oberst
1871 Franz Suchdolsky de Suchdol, Oberst
1874 Sigmund Ritter Gniewosz v. Olexów, Oberst
1879 Franz Benesch, Oberstlieutenant-Oberst
1892 Nicolaus Cseke de Szt. György, Oberstlieutenant-Oberst
1883 Carl v. Gilsa, Oberst
1885 Egmont Graf zur Lippe-Weissenfels, Oberst
1890 Ferdinand Ochl, Oberstlieutenant-Oberst
1892 Franz Neuhaus, Oberstlieutenant-Oberst
1898 Friedrich Janowski, Oberstlieutenant-Oberst
1894 Oscar Ritter Kiwisch v. Rotterau, Oberstlieutenant - Oberst
1900 Richard Clausnitz, Obertslieutenant - Oberst
 

Feldzüge:

1860 Im Feldzug 1859 hatte die Kavallerie in Italien nicht jene Leistung erbracht, welche man von ihr gewohnt war. Bloß das Husarenregiment Nr. 10, machte darin eine Ausnahme. Dessen Kommandant Oberst Baron Edelsheim hatte die Schwierigkeiten richtig erfasst und sein Regiment vor Beginn der Operationen entsprechend ausgebildet.
Mit der Umarbeitung des Abrichtungs- und Exercierreglements wurde Oberst Edelsheim betraut. Das neue Reglement trat 1862 in Kraft. Zur Erprobung wurde das Ulanenregiment in Stockerau und die freiwilligen Husaren Regimenter Nr. 1 in Wels und 2 in Groß-Enzersdorf zugeteilt. Edelsheim beschäftigte sich vorerst mit den Offizieren, in einer weiteren Winterschule dann alle Lieutenants und Kadetten von Oberlieutenant Köpping geschult.
Die Ausbildung war speziell auf die Verhältnisse in Italien zugeschnitten.
Trainiert wurde die vollkommene Beherrschung des Pferdes, das Reiten im Rudel auch im schwierigen Terrain, Sprünge über Hindernisse, auch abteilungsweise und Schwimmübungen.
1866 Kurz vor Kriegsausbruch befand sich das Reg. in und um Verona. Im April wurde Oberst Pulz zum Kommandanten der neu formierten Reserve-kavalleriebrigade ernannt und Oberstlieutenant Rodakowski übernahm das Regimentskommando.
Ende Mai wurde die 4. Eskadron als Depot-Eskadron ausgeschieden und marschierte nach Klagenfurt. Bereits zum 1.5. wurde die 5. Eskadron zum Truppenkommando nach Tirol (Trient) entsandt. Die restlichen Eskadronen wurden zur Bewachung entlang des Mincio verwendet. Nach dem die Italiener den Mincio überschritten hatten, wurden die Eskadronen nach Verona zurückgezogen, um im Korps Pulz am 24.6. Richtung Villafranca vorzurücken.
Am Schlachttag von Custozza zeichnete sich das Reg. unter Oberst Rodakowski durch mehrere mit besonderer Bravour durchgeführte Attacken gegen feindliche Infanterie-Karées  und Reiterei aus, erlitt aber hierbei empfindliche Verluste.
Auch die in Tirol stehende Eskadron zeichnete sich mehrmals in der Nähe von Riva aus.
Oberst Pulz erhielt den MTO, Oberst Rodakowski den LO, eine Reihe von Offizieren und Mannschaften mit verschiedenen Orden ausgezeichnet.
 

Adjustierung des Reg. Nr. 13

1860: krapprote Tatarka, lichtblaue Ulanka und Stiefelhosen, krapprote Egalisierung, gelbe Knöpfe
1868: aschgraue (1872 dunkelblaue) Tatarka, lichtblaue Ulanka, krapprote Egalisierung und Stiefelhose, gelbe Knöpfe
1876: dunkelblaue Czapka, lichtblaue Ulanka, krapprote Egalisierung und Stiefelhosen, gelbe Knöpfe

 


Ulanen bei der berühmten Attacke in der Schlacht von Custozza 24.6.1866
Oberst Maxmilian, Ritter Rodakowski in der Schlacht bei Custozza - HGM in Wien

Quellen:
  • Obstlt. Alphons Frhr. v. Wrede, Geschichte der K.u.K. Wehrmacht von 1618 bis Ende des XIX. Jahrhunderts
  • C. Pizzighelli, Geschichte des k.u.k. Ulanenregiments Nr. 13, Zloczów, 1910
   


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