Das Husarenregiment 
Franz Salvator, Erzherzog, Oberst (1898)
Nr 15.

Errichtung:

Laut Konvention vom 9.9.1701 durch den Markgrafen Christian Ernst von Brandenburg - Bayreuth für den kaiserlichen Dienst als Dragoner-Regiment aufgestellt (4 Kompanien aus alter bayreuthischer Mannschaft formiert, die übrigen 8 gegen Empfang des Werbegeldes in Böhmen geworben)
 

1731 die 1727 errichtete Auctions-Kompanie an de Ligne (Nr. 14) , Jörger und Vehlen abgegeben
1760 in ein Chevauxlegerrs-Regiment umgewandelt, 1763 jedoch wieder in ein Dragoner-Regiment
1768 die Grenadierkompanie an das neu aufgestellte 1. Carabinier-Regiment (Dragoner Nr.3) abgegeben, dagegen eine Eskadron des aufgelösten Cürassier-Regiments de Ville inkorporiert
1769 erhielt das Reg. in der ganzen Kavallerie die Nr.39
1775 wurde eine Division des aufgelösten Dragoner-Regiments Liechtenstein übernommen
1798 erhielt das Reg. als Dragoner-Regiment (leichtes) die Nr. 7
1802 als Dragoner-Regiment die Nr. 5 erhalten und eine Division des aufgelösten Dragoner-Regiments Modena Nr. 5 übernommen
1860 wurde das Reg. ein Cürassier-Regiment und erhielt als solches die Nr. 10, unter Beibehaltung dieser Nummer wurde es 1867 wieder in ein Dragoner-Regiment umgewandelt
1873 als Dragoner-Regiment aufgelöst und in ein Husarenregiment unter Beibehaltung des Namen, jedoch unter der Nr. 15 in Ungarn neu formiert.

Ergänzungen:

ab 1781 aus Böhmen, 1807-60 aus Ober-und Nieder-Österreich, 1853 aus dem Bezirk des IF Reg.Nr.14, 1857-60 aus jenem des IF Nr. 4 und 49, von 1860 aus Süd-Steiermark, Krain und Küstenlande, Bezirke von Nr. 47, 17 und 22. Von 1873 nach Umwandlung in ein Husarenregiment aus Grosswardein, Deberczin, Munkács, 1883-1889 Szatmár, Munkács, Marmaros-Sziget, seit 1889 aus dem Bezirk des 6. Korps - Kaschau
 

Friedensgarnisonen:

1711 Fünfkirchen, 1713-16 Oedenburg, 1718 Trentschin, 1720 Wien, 1733 Pilsen, 1736 in der Bacska, 1740 Temesvár, 1741 Bánffy-hunyad, 1744 Debreczin, 1748 Cremona, 1750 Czegléd, 1751 Gömör, 1752 Arad, 1753 Nagy-Enyed, 1755-56 Lugos, 1762 Ossegg, 1764 Oberndorf, 1766 Kaaden, 1772 Brüx, 1777-78 Pardubitz,

1779 Saaz, 1787-88 Wien, 1790 Mikulibce-Zolkiew, 1791-92 Báth, 1798-99 Voder-Österreich, 1801-05 Horodenka, 1806 Groß-Kanizsa, 1807 Wien, 1805-09 Keszthely, 1810 Pécsvár, 1812-13 Maria-Theresiopel, 1814 Verona, 1815 Ehrstein (Elsass), 1817 Benfelden, 1819 Gorss-Kanizsa, 1820-21 Verona, 1821 Lodi-Vincenza, 1822 Gross-Kanizsa, 1828 Pécsvár, 1829 Kanizsa, 1831 Cremona dann Padua; 1834 Vincenza, 1835 Padua, 1844 Mailand, 1848 Lodi, 1849 Brescia dann Postelberg, 1850 Münchengrätz, 1851 Podiebrad, 1852 Brandeis, 1853 Krönau (Mähren), 1854 Monasterzyska, 1855 Podiebrad, 1860 Fünfkirchen, 1865 Debreczin, 1866 Keszthely, 1871 Marburg, 1878 Keszthely, 1882 Debreczin, 1893 Gross-Wardein, 1897 Wien
 

Regimentsinhaber:
 

1701 Christian Ernst Markgraf Brandenburg-Bayreuth, FM
1712 Georg Wilhelm Markgraf Brandenburg-Bayreuth, G.d.C., FM
1727 Victor Gr. Philippi, GFWM, G.d.C
1740 Ludwig Gr. Balayra, FML, G.d.C.
1753 August Gr. Porporatti, GFWM, FML
1757 Carl Friedrich Pfalzgraf Zweibrücken-Birkenfeld, G.d.C., FM
1760 Carl August Pfalzgraf Zweibrücken-Birkenfeld, Oberst
1781 Christian Prinz zu Waldeck, Oberst, G.d.C. 
1898-1801 unbesetzt
1801 Maxmilian Joseph, König von Bayern
1817 Carl Ludwig August, Kronprinz von Bayern
1825 derselbe als Ludwig I. von Bayern
1868 Edmund Fürst zu Schwarzenberg, FM
1873-97 Moriz, Gr. Pálffy ab Erdöd. FML
1898 Franz Salvator, Erzherzog, Oberst

Zweite Inhaber:
 

1814-15 Friedrich Fürst zu Hohenlohe-Ingelfingen, FML.
1815-49 Ignaz Frhr. v. Lederer, FML, FM
1849-68 Edmund Fürst zu Schwarzenberg, FML, FM
1848-54 Christian Frhr. v. Appel, FML, G.d.C.
1854-61 Carl Frhr. v. Lederer, FML

Regimentskommandanten:
 

1701 Johann Albrecht Gr. v.Ranow, Obrist
1707 Johann de Wendt, Obrist
1710 Johann Frhr. v. Schilling, Obristlieutenant-Obrist
1714 Johann Joseph Frhr. v. Freiberg, Obristlieutenant-Obrist
1717 Victor Gr. Philippi, Obrist
1723 Johann Pfefferkorn v. Ottobach, Obristlieutenant-Obrist
1735 Caesar Joseph Frhr. v. Lentuluis, Obrist
1740 Johann Gr. Solar, Obrist
1742 Carl Claudius Gr. O´Donell, Obrist
1746 Heinrich v. Hedviger, Obrist
1754 Carl Gr. Caramelli de Castiglione-Fallet, Obrist
1758 Wolfgang v. Thümel, Oberst
1759 Friedrich August Prinz Nassau-Usingen, Oberst
1764 Joseph Gr. Kinsky, Oberst
1765 Franz Gr. Taafe, Oberst
1771 Christian August Prinz Waldeck, Oberstlieutenant-Oberst
1781 derselbe als Oberst-Inhaber
1783 Joseph Frhr. v. Montgelas, Oberstlieutenant-Oberst
1789 Friedrich Carl Prinz Hohenlohe-Ingelfingen, Oberst
1795 Alexander Prinz Württemberg, Oberst
1797 Johann v. Motzen, Oberst
1797 Franz Weissmann v. Weissenstein, Oberst
1800 Ferdinand Frhr. v. Wintzingerode, Oberst
1802 Johann Nepomuk Frhr. v. Hager zu Altensteig, Oberst
1808 Emerich v. Bésán, Oberst
1812 Friedrich Wilhelm Gr. Schlotheim, Oberst
1816 Wilhelm Frhr. v. Mengen, Oberst
1827 Carl Gr. Auersperg, Oberst
1833 Carl Frhr. v. Scharffenstein-Pfeil, Oberst
1839 Georg v. Schönhals, Oberst (Erzherzog Ernst 2. Oberst)
1846 Joseph v. Russ, Oberst
1849 Ferdinand Frhr. v. Langenau, Oberst (schwer verwundet, übernahm das Kommando nicht)
1849 Theophil Gr. Coudenhove, Oberstlieutenant (interim)
1850 Erwin Gr. Neipperg, Oberst
1854 Carl Fürst zu Solms_Braunfels,-Oberst
1859 Albert Frhr. v. Bülow, Oberst
1893 Heinrich Fontaine v. Felsenbrunn, Oberst
1860 Heinrich Esquire Isaacson, Oberst
1867 Rudolph Frhr. Wagner v. Wehrborn, Oberst
1873 Alois Pokorny, Oberstlieutenant-Oberst
1879 Michael v. Hertlein, Oberst
1885 Marcus v. Czerlien, Oberst
1890 Vincenz Ballács, Oberstlieutenant-Oberst
1893 Alfred Edler v. Remiz, Oberst
1898 Edgar Zuna, Oberstlieutenant
1898 Richard Ritter Henike v. Temsburg, Oberstlieutenant-Oberst

Feldzüge:
 

1702 rückte das Reg. nach Deutschland, nahm an der Belagerung von Landau und dem Gefecht bei Friedlingen teil
1703 Gefecht bei Munderkingen, später unter General Heister in Nord-Tirol, zog über den Brenner nach Trient, später wieder in Tirol bei der Belagerung von Kufstein
1704 in Ungarn, bei den Gefechten bei Stuhlweissenburg, Léva, Koronczó und in der Schlacht bei Tyrnau. Für diese Aktionen erhielt das Reg. die Erlaubnis, erbeutete Pauken zu führen und sich dieser auf Märschen bedienen zu dürfen
1705 in Gefechten bei Sárvár, Bibersburg, in der Schlacht bei Sibó, dann nach Siebenbürgen
1706 Gefecht bei Alsó-Szilvás, dann rückte es nach Ober-Ungarn
1707 im Korps Pálffy an der niederösterreichischen Grenze, ohne Aktion
1708 in der Schlacht bei Trentschin gegen die Kurutzen, später im Bakonyer Wald
1709 3 Kompanien in Gefechten bei Mindszent und Blockaden von Simontornya und Veszprim (Einnahmen)
1710 vor Neuhäusel, später am rechten Donauufer in Gefechten gegen die Rebellen bei Nagy-Vásony, Weppendorf, Karakó, Redics und Marczal
1711 4 Kompanien bei der Belagerung von Kaschau
1716 Gefechte bei Carlowitz, Schlacht bei Peterwardein, Belagerung von Temesvár
1717 Belagerung und Schlacht bei Belgrad
1734 in der Armee von Prinz Eugen am Rhein, später im Korps Petrasch im Schwarzwald
1735 im Mosel-Korps, eine Abteilung bei Schmidtberg (Clausen) in Aktion
1737 in der Hauptarmee in Serbien in kleineren Aktionen
1738 Gefechte bei Kornia und Mehadia
1739 in den Schlachten von Grocka und Pancsova erlitt das Reg. erhebliche Verluste
1744 von Siebenbürgen nach Bayern, später nach Böhmen, im Gefecht bei Beraun
1745 in der Ober-Pfalz, 2 Eskadronen in Gefechten bei Amberg und Pfaffenhofen
1746 nach Italien gerückt, focht es bei Piacenzza und Rottofreno
1747 bei Buffalora, ohne Aktion
1756 in Böhmen, ohne Aktion
1757 im Treffen bei Reichenberg, Jungbunzlau und in den Schlachten bei Prag, Kolin, Breslau und Leuthen
1758 im Korps Loudon, zeichnete sich das Reg. bei Domstadtl, Holitz und Hochkirch aus
1759 bei der Reichs-Armee, ohne Aktion
1760 im Treffen bei Strehla gegen eine große Übermacht standhaft gehalten aber mit hohen Verlusten
1761 in Sachsen, ohne Aktion
1762 bei Gefechten bei Döbeln, Wilsdruf, Dippoldswalde
1778-79 in Böhmen. ohne Aktion
1788 in Kroatien bei Belagerung von Dubica und Novi
1789 Belagerung von Belgrad
1793 am Ober-Rhein, Abteilungen in Gefechten bei Rheinzabern, Landau, Killstett, Hördt, Bettenhofen und der Einnahme der Weissenburger Linien
1794 in den Gefechten bei Schifferstadt, Schwengenheim, Kaiserslautern, Frankenthal. Eine Eskadron (aus Mainz) sich bei der Wiedererroberung der Zahlbacher Schanzen hervorgetan
1795 2 Divisionen im Gefecht bei Bacharach
1796 Gefechte bei Malsch, Cannstatt, dann im Korps Latour bei Friedberg, an der Isar und Schliengen
1797 am Rhein, ohne Aktion
1799 bei der Hauptarmee focht das Reg. bei Neuhaus, später im Korps Hotze bei der Einnahme des Luciensteiges, focht dann bei Winterthur und Zürich. Das Reg. blieb dann in der Schweiz auf Vorpostendienst, dann beim Rückzug im Gefecht bei Lichtensteg
1800 Abteilungen an der Grenze in Voralberg und Tirol in Gefechten bei Nesselwang, Reutte, Schongau, später zu Hauptarmee, im Gefecht bei Nieder-Heidenstein, beim Rückzug nach der Schlacht bei Hohenlinden focht das Reg. bei Salzburg und Schwanenstadt
1805 in Deutschland, focht eine Division bei Ulm, schlug sich dann zum Korps Erzherzog Ferdinands durch und focht bei Eschenau und Stecken. Zwei Divisionen gerieten bei Ulm bzw. Bopfingen in Gefangenschaft
1809  bei der Armee Erzherzogs Johann in Italien focht das Reg. Bei Sacile, später in Ungarn bei Raab
1813 in Inner-Österreich, ohne Aktion
1814 in der Schlacht am Mincio, bei der Kommandant Graf Schlotheim schwer verwundet wurde
1815 in Süd-Frankreich, ohne Aktion, später als Besatzungstruppe im Elsass
1821 beim Feldzug nach Neapel, ohne Aktion
1848 in der Lombardei bei Unterdrückung von Aufständen eingesetzt. Später eine Division bei der Schlacht von Sta. Lucia, eine Division stand in Mantua. Nach der Schlacht bei Custozza bei der Verfolgung des Feindes
1849 im Reservekorps, ohne Aktion
1859 ohne Aktion
1866 4 Eskadronen in der Nordarmee fochten bei Königgrätz

Adjustierung des Regimentes Nr. 15
     

 
Kopfbedeckung
Tuchsack
Pelz
Dolman
Aufschläge
Hose
Knöpfe/ Oliven
1738
Hut
-
---
Rock blau
rot
?
?
1757
Hut
-
---
Rock blau
ponceaurot
blau
gelb
1765
Hut
-
---
Rock rot
papageigrün
?
gelb
1767
Hut
-
---
Rock weiß
dunkelgrün
weiß
weiß
1798
Hut
-
---
Rock dunkelgrün
schwefel-gelb
weiß
weiß
1802
Hut
-
---
Rock weiß
dunkelblau
weiß
weiß
1860
Hut
-
Kürass
Rock weiß
dunkelblau
?
gelb
1867
Hut
-
--
Rock licht-blau
schwelfel-gelb
?
gelb
1873
Tschako aschgrau
.-
dunkelblau
Attila dunkelblau
 
krapprot
gelb

Als Dragoner-Regiment hatte es "deutsche" Uniform. Erst ab 1873 trug es als Husarenregiment Pelz und Attila.
 
 
 

 Dragoner 1767
 Husaren 1873

Quellen:

  • Obstlt. Alphons Frhr. v. Wrede, Geschichte der K.u.K. Wehrmacht von 1618 bis Ende des XIX Jh. Wien, 1898-1905. 
  • György Ságvári, Das Buch der Husaren, Magyar Könyvklub Verlag, Budapest 1999.
 
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