Husarenregiment Nr. 13
Jazygier und Kumanier Husarenregiment
Wilhelm, Kronprinz des deutschen Reiches und
Kronprinz von Preussen (1900)

Errichtung:

Am 10.09.1859 aus dem während des Feldzuges auf Kriegsdauer errichteten Jazygier und Kumanier Freiwilligen-Husarenregiment, dann aus der Kecskeméter und Arader Freiwilligen-Husaren-Division als "Freiwilligen-Husarenregiment Nr.13" mit dem Stande von 2 Divisionen formiert. Es hatte die Benennung als "Jazygier und Kumanier" beizubehalten.
Die Kumanen, ein Turkvolk mit türkischer Sprache und die Jazygier, überfielen auf ihrer Flucht vor den Tataren bereits in den Jahren 1068-71 Ostungarn. Nachdem sie vom ungarischen König Salomon besiegt wurden und zum christlichen Glauben übergetreten waren, siedelte er sie als Wehrbauern zur Bewachung der Grenzen an.
Der in den Jahren 1272-90 regierende ungarischen König Ladislau IV war kumanischer Abstammung.
Seit Anfang an stellten diese Volksgruppen hervorragende Reiter für die ungarische Armee. Sie waren immer unter den ersten, die dem Aufruf der Palatine zum Heeresdienst folge leisteten.
Vor Allem in den Kriegen Maria Theresias nahmen sie große Belastungen auf sich. Im 1. Schlesischen Krieg rückten wenige Wochen nach dem Aufruf des Palatins Pálffy die Husaren unter der Leitung des Oberstlieutenants Molnár nach Schlesien, wo sie allerdings große Verluste erlitten. Im November waren sie wieder zu hause in ihren Distrikten, aber bereits im Dezember brachen weiter 300 Jazygier und Kumanen in den Krieg auf, nunmehr für die ganze Dauer des Krieges. 1744 rief der Palatin wieder zu den Waffen. Aus den Kumanier-und Jazygier Distrikten kamen 400 Reiter, für die Dauer des Krieges stellten sie jedoch noch weitere 1000 Reiter. Kommandant des Husarenregimentes wurde Oberst Gabriel Haller. Das Regiment wurde Ende 1745 wieder aufgelöst.
Auch am darauffolgenden Siebenjährigen Krieg nahmen die Kumanier teil. Nach dem Versprechen der Kaiserin hatte das Regiment - obwohl es der Insurektion entstammte - während seines Dienstes Anspruch auf gegenüber den regulären Regimentern gleichwertigen Rang, gleiche Vergünstigungen und Bezahlung. Kommandant wurde Oberst Laurenz Orczy, Oberstlieutenant Stephan Török aus dem kumanischen Gebiet. Dieser wurde 1765 auch Regimentsinhaber und behielt diese Stellung bis zur Auflösung des Regimentes 1775.
 

1860 unter Belassung der oben erwähnten Benennung als "Freiwilligen-Husarenregiment Nr. 1" organisiert und durch Einteilung je einer Division aus den HR Nr.5, 8, 9 und 12 auf den Stand von 4 Divisionen kompletiert
1862 in ein reguläres Husarenregiment umgewandelt. Es erhielt als solches unter Beibehaltung des mehrfach erwähnten Namen die Nummer 13. 
Seit 1861 wurde dasselbe auch nach dem Inhaber benannt

Ergänzungen:

1860-67 Ofen, Szegedin, Erlau, Szolnok und Stuhlweisenburg, 1867-73 Kecskemét, Ofen und Erlau, 1874-89, ab da aus dem Bereich des 4. Korps -Budapest.
 

Friedensgarnisonen:

1860 Wels, 1864-66 Padua, 1866 Brezany, 1871 Stuhlweissenburg, 1874 Temesvár, 1886 Budapest, 1893 Kecskemét.
 

Regimentsinhaber
 

1859 Jazygier und Kumanier Freiwilligen-Husarenregiment Nr. 13
1860 Jazygier und Kumanier Freiwilligen-Husarenregiment Nr. 1
1861-85 Friedrich Fürst Liechtenstein, G.d.C.
1862 Jazygier und Kumanier Husarenregiment Nr. 13
1885-95 unbesetzt
1895-96 Theodor Galgóczy de Galántha, FML
1896-99 unbesetzt
1900 Wilhelm, Kronprinz des Deutschen Reiches und Kronprinz von Preussen

Regimentskommandanten:
 

1859 Alexander, Gr. Esterházy de Galántha, Oberst
1860 Johann Zahn, Oberst
1862 Ladislaus Gr. Szápáry, Oberst
1868 Franz Suchodolsky de Suchodol
1871 Rudolph Pfisterer, Oberst
1875 Johann Szivó de Búnya, Oberst
1881 Joseph Szabó de Bárthfa, Oberst
1882 Anton v. Gyömörey, Oberst
1886 Carl Gr. Geldern, Oberstlieutenant
1887 Nicolaus Illyés, Oberstlieutenant-Oberst
1890 Joseph Gaudernak, Oberst
1891 Erzherzog Eugen, Oberst
1893 Franz Bessenyey de Galántha, Oberst
1895 Franz Tschurl, Oberstlieutenant-Oberst
1897 Eduard Feigl, Oberst

Feldzüge:
 

1866 stand das Reg. in Italien, 4 Eskadronen im Verein mit dem 10. Jägerbatallion zur Bewachung des unteren Po und bildeten bei dem späteren Rückmarsch der Süd-Armee die Nachhut. Eine Eskadron in Peschiera und Legnango

 

Adjustierung des Regimentes Nr. 13


 
Kopfbedeckung
Tuchsack
Pelz
Dolman
Aufschläge
Hose
Knöpfe/ Oliven
1859
runder Hut mit weisser Feder
-
dunkel blau
dunkelblau
 
krapprot
weiß
1860
Kutsma aus schwarzem Lammfell mit Hahnenfeder
 
dunkel-blau
dunkelblau
 
dunkel blau
weiß
1863
Kutsma
dunkelblau
dunkel-blau
dunkelblau
 
dunkel blau
weiß
1868
Kutsma
dunkelblau
dunkelblau
dunkelblau
 
krapprot
weiß
1873
Tschako dunkelblau
-
dunkel-blau
dunkelblau
 
krapprot
weiß

 
 
 1859
 1864

Quellen:

  • Obstlt. Alphons Frhr. v. Wrede, Geschichte der K.u.K. Wehrmacht von 1618 bis Ende des XIX Jh. Wien, 1898-1905. 
  • György Ságvári, Das Buch der Husaren, Magyar Könyvklub Verlag, Budapest 1999.
  • B.M. Buchmann, Österreich und das Osmanische Reich, Wien, WUV-Univ.Verl.-1999.
 
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