Das Husarenregiment 
Windisch-Grätz, Joseph Prinz zu, G.d.C. (1887)
Nr 11.

Errichtung:

1762 als siebenbürgisches Székler Grenz-Husarenregiment aufgestellt (8 Eskadr.)
Die Székler sind ein alter Volksstamm, der möglicherweise noch vor der Landnahme durch die Magyaren im Gebiet nördlich Hermannstadt (heute Sibiu, Rumänien) siedelte und dort noch heute lebt.
Wo sie herkamen, ist nicht genau erforscht, es wird angenommen, daß sie aus nord Moldavien kamen. Sie waren immer gute Kämpfer und hatten in der K.u.K Armee als Soldaten einen sehr guten Ruf.
 

1769 erhielt das Reg. in der gesamten Kavallerie die Rang-Nr. 47
1798  erhielt das Reg. unter Belassung seiner Formation und Benennung in der Husarentruppe die Nr. 11
1849 wurde es in Folge der Ereignisse in Ungarn zu Tövis reorganisiert
1851 anlässlich der Auflassung des Militär-Grenz-Institutes im Januar wurde es unter Beibehaltung der Nr. 11 in ein Linien-Husarenregiment umgewandelt.
1860 die aufzulösende 4. Division im Reg. verteilt, eine kleinere Mannschaft an das Freiwlilligen-Husarenregiment Nr.2 abgegeben

Ergänzungen:

Als National-Grenzregiment ergänzte sich dasselbe aus den Székler Distrikten Háromszék, Csik, Aranyos und dem Hunyader Komitat. 1770 wurde das Gebiet durch einige früher zum Walachischen Dragonerregiment gehörende Distrikte vergrößert. 1853 aus dem Banat (Kikinda), 1857-60 auch Temesvár. 1860-67 Szegedin, 1867-73 Szatmár und Nyiregyháza, bis 1883 Losoncz und Gran, 1883-89 Komorn, Gran, Pressburg, Ab da aus dem Bereich des 5 Korps - Pressburg
 

Friedensgarnisonen:

Als siebenbürgisches Székler Grenz-Husarenregiment immer Sepsi-Szent-György, als Linien-Husarenregiment 1851 Gródek, 1852 Zolkiew, 1854-59Tarnopol, 1859 Bruck a. Leitha, 1860 Klagenfurt, 1863 Udine, Podenone, 1866 Vicenza, nach dem Feldzug Brandeis, 1869 Saaz, 1878 Raab, 1884 Wien, 1889 Steinamanger
 

Regimentsinhaber:
 

1762-1851 als siebenbürgisches Székler Grenzhusarenregiment ohne Inhaber
1850 Alexander Prinz (ab 1877 Herzog) von Württemberg, FML, G.d.C.
1885-87 unbesetzt
1887 Joseph Prinz zu Windisch-Grätz, FML, G.d.C.

Regiments Kommandanten:
 

1762 Joseph v. Ernst, Oberstlieutenant
1770 Georg Frhr. Wimpfen, Oberst
1771 Georg v. Gombos, Oberst
1772 Johann v. Baranyay, Oberst
1773 Sigbert Frhr. v. Vécsey, Oberst
1774 Franz v. Rappolt. Oberst
1778 Moriz Benjovszky v. Benjov, Oberst
1779 Johann Frhr. Jellacic de Buzim, Oberst
1783 Gregor v. Knesevich, Oberst
1786 Johann Schulz v. Leichtenthal, Oberst
1793 Georg Gr. Nemes, Oberst
1793 Joseph Borra, Oberstlieutenant-Oberst
1797 Joseph v. Barbaczy, Oberst
1801 Gabriel Geringer v. Oedenburg, Oberst
1808 Martin Frhr. v. Rakovsky, Oberst
1812 Ernst v. Fickweiler, Oberst
1820 Johann Gr. Kálnoky de Koröspatak, Oberst
1830 Ladislaus Gr. Haller v. Hallerkeö, Oberst
1836 Michael Dobsa, Oberst
1844 Michael v. Hegedüs, Oberst
1845 Alexander Sombory v. Magyar-Nagy-Sombor, Oberst
1849 Paul v. Suini, Oberstlieutenant-Oberst
1851 Paul v. Suini, Oberst
1853 Ludwig v. Schiller, Oberstlieutenant-Oberst
1859 August Bujanovics de Agg-Telek, Oberst
1866 Joseph Török v. Erdöd, Oberst
1871 Anton Szveteney de Nagy-Ohay, Obertslieutenant-Oberst
1873 Georg Frhr.,v Scotti, Oberst
1878 Gézy Capdebó de Baraczház, Oberstlieutenant-Oberst
1881 Joseph Hann v. Hannenheim, Oberst
1883 Franz Gr. Wallis, Frhr. auf Carrighmain, Oberst
1886 Wenzel Frhr. Kotz v. Dobrz, Oberstlieutenant-Oberst
1892 Béla v. Barkassy, Oberst
1896 Ernst Frhr. v. Schrenk auf Notzing, Oberst

Feldzüge:
 

1778 zwei Divisionen bei der Hauptarmee in Böhmen, im Gefecht bei Burkersdorf und Überfall auf Dittersbach
1779 im Gefecht bei Braunau
1785 Abteilungen bei der Unterdrückung des Aufstandes der Walachen
1788 drei Divisionen in der Arme des Prinzen Coburg bei Gefechten bei Foksani, Belcestie, Adjud. Die anderen Abteilungen an den Grenz-Pässen verteilt, nahmen an den Gefechten am Vulkan-Pass, Bodzaer-Pass und Bulka-Pass teil
1789 Divisionsweise an den Schlachten bei Foksani, Martinestie und Gefechten bei Valje-Mulieri, Dialu-Hontili, Kimpolung und am Bodzaer-Pass mit Auszeichnung gekämpft
1790 in der Walachei bei der Belagerung von Giurgevo
1793 6 Eskadronen am Ober-Rhein, nahmen an der Einnahme der Lauterburger Linien teil und fochten bei Drusenheim, Wanzenau, Hördt, Weyersheim, Bischweiler u.A.
1794 das Reg. mit Auszeichnung, aber hohen Verlusten in Gefechten bei Schwegenheim, Westheim und Schifferstadt
1795 in Gefechten bei Heidelberg, Handschuhsheim, vor Mannheim, bei Frankenthal und Gross-Fischlingen erfolgreich
1796 hervorragend in Gefechten bei Malsch, Bopfingen,Neresheim, Nürnberg, Würzburg Kircheip und Mutterstadt
1797 Abteilungen am Gefecht bei Wiesbaden
1799 nach dem Frieden von Campoformio in Garnison zu Mies in Böhmen, dann zur Bewachung des Rheins eingeteilt
1800 2 Eskadronen im Gefecht bei Nidda, das Reg. später in der Pfalz, Gefecht bei Bamberg
1805 im Korps Kienmayer im Nachhutgefecht bei St. Pölten, dann bei Austerlitz mit Auszeichnung gefochten
1809 im Korps Erzherz. Ferdinand vor Sandomierz in Aktion
1813 im österreichisch-bayrischen Korps des G.d.C. Gr. Wrede focht das Reg. bei Hanau, dann bei Ste. Croix
1814 Gefechte bei la Rothiere, Troyes, Bar-sur-Aube, Vandeuvre und Arcis-sur-Aube
1815 am Rhein, ohne Aktion
1848 3 Divisionen kämpften auf Befehl des ungarischen Ministerium gegen die kaiserlichen, nur die Division unter Major Suini war den Fahnen treu geblieben 
1849 die Division unter Major Suini kämpfte im Korps Puchner bei Hermannstadt, Stolzenburg, Salzburg, Piski, Mediasch teil, dann am Rückzug in die Walachei, später erneut in der Offensive bei Sepsi-Szent-György und Kászony-Ujfalu
1859 erst Mitte Juni nach Italien, bei Medole postiert
1866 in Italien, 4 Eskadronen mit Auszeichnung in der Schlacht bei Custozza, die fünfte Eskadron als Besatzung in Mantua. Auf dem späteren Rückzug im Gefecht bei Versa

Adjustierung des Reg. Nr. 11


 
Kopfbedeckung
Tuchsack
Pelz
Dolman
Aufschläge
Hose
Knöpfe/ Oliven
1762
Kalpak
rot
dunkel-blau
dunkel blau
rot
rot
weiß
1768
Tschako schwarz
?
dunkel- blau
dunkel- blau
 
dunkel-blau
weiß
1798
Tschako schwarz
 
dunkel blau
dunkel blau
 
dunkel-blau
weiß
1851
Tschako grasgrün
 
dunkel-blau
Attila dunkel-blau
 
dunkel-blau
weiß
1863
Kutsma
grün
dunkel-blau
Attila dunkel-blau
 
dunkel-blau
weiß
1868
Kutsma
grau
dunkel-blau
Attila dunkel-blau
 
krapprot
weiß
1873
Tschako aschgrau
 
dunkel-blau
Attila dunkel-blau
 
krapprot
weiß

 
Unteroffizier, ca. 1762 (mit Kalpak, roter Tuchsack)
Mannschaft ca. 1798 (mit Tschako - schwarz)

Quellen:

  • Obstlt. Alphons Frhr. v. Wrede, Geschichte der K.u.K. Wehrmacht von 1618 bis Ende des XIX Jh. Wien, 1898-1905. 
  • György Ságvári, Das Buch der Husaren, Magyar Könyvklub Verlag, Budapest 1999.
 
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