Das Husarenregiment 
Friedrich Wilhelm III., König von Preussen
(Das Regiment hat dessen Namen auf immerwährende Zeit zu führen)
Nr 10.

Errichtung:

Laut Patent vom 8.12.1741 durch den Obristen Beleznay aufgestellt (8 Kompanien, davon 3 aus drei aufgelösten Insurrektions-Husarenregimentern, Obrist Beleznay war früher Inhaber eines der aufgelösten Insurrektions-Regimenter)
 

1748 eine Kompanie des aufgelösten HR Trips inkorporiert
1768 eine Kompanie des aufgelösten HR Hadik inkorporiert
1769 das Reg. führte ab da die Rang-Nummer 35 in der ganzen Kavallerie
1775 eine Division des aufgelösten HR Török inkorporiert
1798 eine Division an das neu aufgestellte HR Nr.7 abgegeben, gleichzeitig erhielt das Reg. als Husarenregiment die Nr.10
1849 wurde das Reg. infolge der politischen Ereignisse in Ungarn, zu Klattau in Böhmen reorganisiert
1860 eine aus der 4. Division formierte Eskadron an das Freiwilligen-Husaren-Regiment Nr. 2 abgegeben

Ergänzungen:

1781 Kaschau, 1809 Kaschau und Presov, 1853-57 Kaschau, 1857-60 Kaschau, Mukacevo, Erlau, 1860-67 Ofen, Szolnok, Erlau, 1867-73 Raab, Stuhlweissenburg, 1883-89 Kaposvár, Fünfkirchen, Stuhlweissenburg, ab da aus dem Bereich des 4. Korps - Budapest
 

Friedensgarnisonen:

1748 Debreczin, 1750 Broos (Siebenbürgen), 1751 Diószeg, 1753 Mezö-Kövesd, 1754-56 Rosenberg, 1763 Deés, 1773 Horodenka, 1775 Suczawa, 1776-78 Sokol, 1779-87 Tarnopol, 1790-92 Tarnopol, 1798-99 Teschen, 1801 Werschetz, 1803-05 Ujpécs, 1806 Saatz, 1807 Ungarisch-Brod, 1808-09 Wien, 1810 Ujpécs, 1811 Veszprim, 1813 Ujpécs, 1814-15 Mailand, 1815 Enisheim (Elsass) 1818 Rosenau, 1829 Sáros-Patak, 1831 Myslenice, 1832 Podgórze, 1833 Tarnów, 1839 Gródek, 1842-48 Tarnopol, 1849 Klattau, 1857 Stockerau, 1858 Floridsdorf, 1859 Lodi, 1859 Klagenfurt, 1860 Sacile, 1862 Udine, 1864 Verona, 1865-66 Wien, 1867 Wels, 1868 Neuhäusel, 1871 Moór, 1876 Tolna, 1878 Maria-Theresiopel, 1887 Fünfkirchen, 1892 Stuhlweissenburg, 1894 Nyiregyháza
 

Regimentsinhaber:
 

1741 Johann v. Beleznay, Obrist, FML
1754 Emerich Frhr. v. Morocz, FML
1759 Joseph Adam Gr. Bethlen, GM
1772 unbesetzt
1773 Vincenz Frhr. v. Barcó, FML, G.d.C.
1797 Johann Frhr. v. Mészáros, FML, G.d.C.
1802 Joseph Frhr. Stipsicz v. Ternova, FML
1814-40 Friedrich Wilhelm III., König von Preussen
1840 Friedrich Wilhelm IV., König von Preussen
1861 Carl Frhr. v. Lederer, FML
1868-73 unbesetzt
1873 Wilhelm I., Deutscher Kaiser und König von Preussen
1888 Friedrich, Deutscher Kaiser und König von Preussen
1888 ab 1888 Inhaber-Stelle unbesetzt

Zweite Inhaber:
 

1814-31 Joseph Frhr. Stipsicz von Ternova, G.d.C.
1831-46 Friedrich Frhr. v Bretschneider, FML
1846-48 Carl Gr. Auersperg, FML
1848-54 Christian Frhr. v. Appel, FML, G.d.C.
1854-61 Carl Frhr. v. Lederer, FML

Regiments Kommandanten:
 

1741 der Inhaber Obrist Beleznay
1744 Andreas Gr. Hadik v. Futak, Obrist
1747 Samuel, Gr. Teleky, Obrist
1706 der Inhaber Obrist J.L. Frhr. Splényi
1752 Joseph v. Czobel, Obrist
1759 Vincenz Frhr. v. Barcó, Oberst
1771 Paul Vrancsics, Oberst-lieutenant-Oberst
1779 Joseph Filo, Oberst
1788 Samuel Kepiro, Oberst
1790 Tobias Quietowsky, Oberst
1793 Michael Frhr. v. Kienmayer, Oberst
1794 Joseph Edler Levachich v. Latischlowitz, Oberst
1796 Johann Gr. Keglevich, Oberst
1798 Johann Gr. Schauroth, Oberst
1798 Daniel Frhr. v Mecséry, Oberst
1800 Andreas v. Schneller, Oberst
1808 Franz Frhr. v. Frelich, Oberst
1809 Anton Gundaker Gr. Starhemberg, Oberst
1811 Maxmilian v. Paumgarten, Oberst
1812 Franz v. Genczy, Oberst
1820 Philipp Edler v. Lang, Oberst
1830 Carl Fürst Liechtenstein, Oberst
1834 Vincenz v. Czvik, Oberst
1839 Michael Graeser, Oberst
1846 Johann Frhr. v. Petrichevich-Horváth, Oberst
1848 Stephan Földváry de Eadem et Bernáthfalva, Oberst
1849 Ludwig Gr. Folliot de Crenneville, Oberst
1852 Demeter v. Karajan, Oberst
1852 Johann Vetter Edler v. Deggenfeld, Oberstlieutenant-Oberst
1856 Leopold Frhr. v. Edelsheim, Oberst
1860 Coloman Gr. Hunyady de Kéthely, Oberst
1866 Alexander Jaeger Edler v. Weideneck, Oberst
1869 Victor Frhr. v. Ramberg, Oberst
1876 Joseph Gabriány, Oberst
1885 August von der Wense, Oberstlieutenant-Oberst
1887 Victor Teinzmann, Oberstlieutenant-Oberst
1893 Heinrich Fontaine v. Felsenbrunn, Oberst
1898 Ernst Weiss v. Vértes, Oberstlieutenant-Oberst

Feldzüge:
 

1741 noch nach Schlesien gerückt, nahm eine Abteilung am Gefecht bei Olberndorf teil
1742 zeichnete sich das Reg. vor Brünn aus, als es den Belagerungsring der Preussen durchbrach und in die Stadt eindrang. später im Winterfeldzug in Mähren und bei der Belagerung von Prag
1743 in Deutschland, ohne Aktion
1744 in den Niederlanden, eine Abteilung in Aktion bei Brügge
1745 in der Armee des FM Traun am Nieder-Rhein zeichnete sich das Reg. unter Gr. Hadik bei Nordheim aus
1746 in den Niederlanden in der Schlacht bei Rocour
1747 in der Schlacht bei Lawfeld
1748 Abteilungen bei der Verteidigung von Maastricht
1756 in Böhmen
1757 vor Prag, später in Schlesien, Streifzug gegen Zittau
1758 in Mähren, später bei der Belagerung von Neisse. Diverse Streifkommandos mit Erfolg absolviert
1759 im Korps Beck zeichnete sich das Reg. bei Grünberg aus
1760 im Korps Loudon beim Überfall auf Cosdorf und den Schlachten bei Landshut und Liegnitz beteiligt
1761 focht das Reg. hervorragend bei Oppeln
1762 wieder in Schlesien, im Treffen bei Peilau (am Fischerberge)
1778 bei der Hauptarmee in Böhmen, das Reg. ritt eine glänzende Attacke auf überlegene feindliche Kavallerie bei Trautenau, eine Division im Gefecht bei Dittersbach
1779 vier Züge bei der Erstürmung von Habelschwerdt, zwei Divisionen beim Angrif auf Ober-Schwedeldorf
1788 in der Armee des Prinzen Coburg, stand das Reg. bei Chotin, kleinere Gefechte bei Poljano, Rukszin, Chotin
1789 eine Division im Gefecht bei Vale-Saka, das Reg. mit Auszeichnung bei Foksani und Martinestie gekämpft
1790 im Treffen bei Giurgevo, 2 Eskadronen bei der Erkundung von Turnul
1793 in den Niederlanden in den Gefechten bei Valenciennes-Saultain, Neuville, Villers-en-Cauchies und Bouvignies, dann bei der Schlacht von Famars wo sich Abteilungen bei der Erstürmung der Schanzen und Eroberung feindlicher Geschütze auszeichneten
1794 Teile des Reg. in den Kampfhandlungen bei Landrecies, bei Rouvroy, Lüttich, Aachen, Henri-Capelle
1795 Abteilungen bei kleineren Gefechten bei Mainz, Meissenheim und Morbach
1796 focht das Reg. bei Ukerath, Amberg, Würzburg, Abteilungen bei Aschaffenburg, Bingen u. A.
1797 im Gefecht bei Hochheim erlitt das Reg. erhebliche Verluste
1799 in Deutschland/Schweiz zeichnete sich das Reg. bei Ostrach-Stockach, Andelfingen und Brunnen aus. Bei Embach rettete es 2 Infanterie Kompanien
1800 in der Schlacht bei Engen, dann in Gefechten bei Möskirch, Biberach, Schwabmünchen, Hohenlinden und Asten.
1805 in Italien, focht es bei Caldiero
1809 7 Eskadronen beim Korps Rosenberg fochten bei Wenig (Landshut) Dinzling und Eggmühl. Die 8. Eskadron als Besatzung von Passau. Später das ganze Reg. im Gefecht bei Aderklau, kämpfte hervorragend in der Schlacht bei Aspern und in den Kämpfen bei Stadtl-Enzersdorf, Esslingen, Wagram. Auf dem Rückzug bestand es mehrere Gefechte bei Mistelbach u. A. 
1813 in Inner-Österreich, kämpften Abteilungen bei Krainburg, dann beim Vormarsch bei Villanova, Monzambano und Caldiero
1814 4 Eskadronen in der Division Sommariva bei Monzambano und den Blockaden von Mantua, Legnago und Venedig
1815 in Süd-Frankreich bei der Einnahme von Macon, dann beim Okkupations-Korps im Elsass
1848 2 Divisionen marschierten aus Galizien nach Ungarn, wo sie den Befehlen des ungar. Ministerium gehorchend gegen die kaiserlichen kämpften. Die beiden in Galizien verbliebenen Divisionen litten stak durch Desertionen
1859 im Korps Schwarzenberg fochten Abteilungen bei la Cava, Torre di Beretti, Valenza, Oöcenengo. In der Schlacht bei Magenta deckte es den Rückzug des Korps und foch später hervorragend bei Solferino
1866 5 Eskadronen bei der Nordarmee, fochten Abteilungen bei Rochlitz, Sichrov, Jitschin, Königgrätz und Mährisch-Budwitz

Adjustierung des Reg. Nr. 10


 
Kopfbedeckung
Tuchsack
Pelz
Dolman
Aufschläge
Hose
Knöpfe/ Oliven
1757
Kalpak
?
dunkel-blau
dunkelblau
 
dunkel-blau
gelb
1765
Kalpak
?
lichtblau
lichtblau
 
lichtblau
gelb
1767
Tschako grün
 
lichtblau
lichtblau
krapprot
lichtblau
gelb
1798
Tschako grasgrün
 
lichtblau
lichblau
 
lichtblau
gelb
1849
Tschako grasgrün
 
lichtblau
lichtblau
 
lichtblau
gelb
1863
Kutsma
grün
lichtblau
Attila lichtblau
 
lichtblau
gelb
1868
Kutsma
lichtblau
lichtblaublau
Attila licht-blau
 
krapprot
gelb
1873
Tschako lichtblau
 
licht-blau
Attila licht-blau
 
krapprot
gelb

Die Adjustierungen 1757 beim Reg. nicht durchgeführt, schon damals trug es die lichtblauen Farben. Bei der Errichtung soll es rote Pelze getragen haben.
 
 
 

HR Beleznay, 1748 , Hose mit rotem Salavari, schwarze Flügelmütze 
Offiziersuniform ca. 1830 mit Verzierung der Hose, "Vitéz-Schlinge",  grüner Tschako
 
Quellen:
  • Obstlt. Alphons Frhr. v. Wrede, Geschichte der K.u.K. Wehrmacht von 1618 bis Ende des XIX Jh. Wien, 1898-1905. 
  • György Ságvári, Das Buch der Husaren, Magyar Könyvklub Verlag, Budapest 1999.
 
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