K. u. K. Husarenregiment Nr.9
Nádasdy auf Fogaras, Franz Leopold Graf, FM
(dieser Name ab 1888 auf immerwährende Zeiten)

Laut Patent vom 10.12.1688 durch GFWM Graf Czobor in der Westslowakei angeworben (1000 Mann). Graf Czobor hatte bereits 1685 ein irreguläres Regiment aufgestellt (Banderia). Laut Patent sollte er zwei Regimenter á 1000 Mann aufstellen, die eigentliche Aufstellung dieses Regimentes wurde dann aber dem Obristen Johann, Graf Pálffy ab Erdöd aufgetragen der auch sein 1. Inhaber wurde. Es war das erste reguläre Husarenregiment des K.u.K. Heeres. Das zweite Regiment, das Graf Czobor behielt, bekam nach seinem Tod 1691 Adam Kollonits. Es wurde 1721 aufgelöst.

1690  ein Teil der überzähligen Mannschaften und Offiziere von Déak-Husaren übernommen.
1700 wurde das Regiment reorganisiert nachdem es ursprünglich zur Auflösuing bestimmt war.
1706 Teile der aufgelösten Reg. Gombos, Czungenberg und Csáky inkorporiert.
1721 wurde das im Stande sehr herabgekommene Regiment mit dem Reg. Joseph Esterházy verschmolzen.
1731 die Auctionskompanie an die Reg. Dessewffy (Nr.3) und Czungenberg (Nr.8) abgegeben.
1748 eine Escadron des Reg. Trips inkorporiert.
1768 eine Escadron von Reg. Emerich Esterházy inkorporiert.
1769 ab da führte das Reg. in der ganzen Kavallerie die Nr.11.
1775 die Oberst-Division des Reg. Wurmser inkorporiert.
1798 die 3. Majors-Division an das neu aufgestellte HR Reg. Nr.5 abgegeben. Das  Regiment erhielt gleichzeitig als Husarenregiment die Nr.9.
1849 wurde das Reg. in Folge der polit. Ereignisse in Ungarn zu Leibnitz in der Steiermark reorganisiert.
1860 eine aus der aufzulösenden 4. Division formierte Escadron an das Freiwilligen-Husarenreg. Nr.1 abgegeben

Ergänzungen:

1781 Veszprém, später Esseg,1853 Ofen, 1857-60 Komorn, Neusohl, Ofen, 1860 Raab und Stuhlweissenburg,1867-74 Gran,1874-89 Komorn und Raab. Ab da im Territorialbezirk Preßburg.

Friedensgarnisonen:

1698 Ungarn, 1714 Kardszag, 1715-17 Szegedin, 1718-20 Serbien, 1721 Sizilien, 1727-34 Neapel, 1735-37 Steinamanger, 1739-41 Warasdin, 1749 Kanizsa, St Gotthard, 1753 Puchów, 1754 Deés, 1755-56 in der Marmaros, 1763 Sáros-Patak, 1765 Komnitat Abauj, 1767 Rosenau, 1772 Rozwadow, 1776-78 Tarnopol, 1779 Wien, 1787-88 Bukowina, 1791-93 Esseg, 1797-99 Pettau, 1801-05 Esseg, 1806 Esseg, 1808-09 Pettau, 1810 Radkersburg, 1811 Groß-Kanizsa, 1812 Hód-Mezsö-Vásárhely, 1813 Ziolkiew, 1814 Mailand, 1815-21 Lodzs, 1821 Neapel, Aversa, 1825 Vincenza, 1829 Ehrenhausen, 1830 Pardubitz, 1845 Wien, 1847 Prossnitz, 1848 Körmend, 1849 Leibnitz, 1850 Gratz, Kundratitz in Böhmen, 1851 Beneschau und Austerlitz, 1854-66 Pardubitz, 1869 St. Georgen, 1870 Raab, 1874 Stuhlweissenburg,1877 Fünfkirchen, 1880 Ruma, 1884 Ödenburg.

Regimentsinhaber:
 
 

1688  Johann Gr. Pálffy ab Erdöd, Obrist, GFWM 1806  Johann Gr. Frimont v. Palota, Fürst von Antrodocco, GM, G.d.C
1700 Ladislaus Frhr. Ebergényi, Obrist, FM 1832 Georg Frhr. v. Wieland, FML
1724 Georg Emerich Gr. Csáky de Keresztegh GFWM, FM 1833 Nicolaus, Kaiser v. Russland
1741 Franz Leopold Gr. Nádasdy auf Fogaras GFWM, FM 1849 Franz Prinz zu Liechtenstein, FML GdC
1783 Johann Nepomuk Gr. Erdödy de Monyorókerek FML G.d.C 1887 Lamoral Prinz v. Thurn & Taxis, FML
1798 ab da HR Nr. 9    

Zweite Inhaber :

1833 - 1849 Georg Frhr. v. Wieland, FML

Regimentskommandanten:
 
 

1688  Johann Gr. Pálffy ab Erdöd, Obrist, GFWM 1801  Constantin v. Ettinghausen, Oberst
1693 Forgách, Obristltn. 1808 Georg Frhr. v. Wrede, Oberst
1694  Caspar Gr. Estrházy, Obristltn.-Obrist 1809 Friedrich v. Bretschneider, Oberst
1700 Ladislaus Frhr. Ebergényi, Obrist, FM 1815 Anton Frhr. v. Callot, Oberst
1704 Johann Ladisalus Frhr. Splényi de Miháldy 1829 Ladislaus Gr. Wrbna v. Freudenthal, Oberst
1706 Eugen Gr. Gyulai, Obrist-Ltn. 1834 Matthias v. Kukleta, Oberst
1707 Georg Emerich Gr. Csáky, Obristltn.-Obrist 1837 Franz Fürst Liechtenstein, Oberst
1723 Franz Frhr. v. Czungenberg, Obrist 1844 Franz Deym und Strittetz, Oberst
1730 Johann Frhr. v. Ghilányi, Obristltn.-Obrist 1849 Georg v. Sauer, Oberst
1735 Emerich Simonyi, Obrist 1854 Carl Zaitsek, Oberst
1735 Gabriel Skerletz, Obristltn. (interim) 1859 Wilhelm Frhr. Baselli v. Süssenberg, Oberst
1739 Franz Gr. Nádasdy, Obrist 1864 Nicolaus Gr. Pejacsevich v. Veröcze, Oberst
1742 Gabriel Skerletz v. Lomnitza, Obrist 1866 Ladislaus v. Smagalski, Oberst
1744 Anton Gr. Széchenyi, Obrist 1866 Nicolaus Gr. Pejasevich v. Veröcze Oberst
1752 Nicolaus Beleznay, Obrist 1869 Lamoral Prinz Thurn & Taxis, Oberst
1755 Phillip Gr. Sinzendorf, Obrist 1876 Alexander Ritter Czveits de Potissje Oberst
1762 Carl Frhr.v. Andrássy, Oberst 1881 Stephan Frhr. Földváry de Földvár, Oberstltn.-Oberst
1768 Martin v. Graeven, Oberst 1887 Georg Fogarassy de Fogaras, Oberstltn.-Oberst
1771 Joseph Frhr. v. Szörényi, Oberstltn.-Oberst 1890 Carl Gr. Auersperg, Oberstltn.-Oberst
1784 Michael Fabri, Oberst 1890 Franz Ferdinand v. Este, Erzherzog Oberst
1788 Ladislaus Frhr. v. Kosztolányi, Oberst 1892 Stephan Szmrecsányi de Szmrecsány, Oberst
1793 Carl Christoph v. Piacsek, Oberst 1894 Otto, Erzherzog, Oberst
1797 Franz Frhr. v. Stephaics, Oberst 1896 Albert Lónyay de Nagy-Lónya et Vásaráros-Namény, Oberst

Feldzüge:

1688 sofort nach Gründung kämpfte das Regiment unter Pálffy in Bosnien gegen die Türken und stand dann am Rhein bis 1698.

Zurück in Ungarn erlitt es große Verluste bei einem Überfall bei Groß-Becskerek.
1702  in Italien eingesetzt, wo es sich mehrfach auszeichnete.
1706 nahm es an der Schlacht bei Turin teil und 
1708 besetzte es den Kirchenstaat.
1713 kam es wieder an den Rhein, ohne in Aktion zu treten.
1716-17 focht das Regiment gegen die Türken bei Peterwardein, Temesvár und Belgrad.
1719 kam es wieder nach Italien, nahm an der Belagerung von Messina teil und blieb dort mit seinem Inhaber Graf Czáky bis 1734.
In den Jahre 1737 bis 39 focht es in Serbien, dem Banat und an der kroatisch-türkischen Grenze.
Im 1. Schlesischen Krieg beteiligt, kämpfte es in Schlesien, dann in Böhmen, nahm an der Belagerung von Prag teil und rückte dann in die Oberpfalz. Kurze Zeit bei der Armee Hrz. v. Lothringen am Rhein, kämpfte es im 2. Schlesischen Krieg bei Halberschwerdt, Reich-Hennersdorf, Hohenfriedberg und Soor, wo es sich besonders auszeichnete.
Nach Kriegsende 1746 in den Niederlanden gegen die Franzosen eingesetzt.
Im Siebenjährigen Krieg in Böhmen und Schlesien, eingesetzt bei Kolín, Görlitz, Breslau und Leuthen, 1759 in der Schlacht bei Kunersdorf, 1762 bei Burkersdorf und Peilau.
1788 wieder auf dem ungarisch-türkischen Kriegsschauplatz im Korps Coburg nahm es an den Gefechten bei Botosani, Larga und Jassy, später bei Mehadia teil. Bei diesen Aktionen zeichneten sich mehrere Offiziere durch Tapferkeit und Umsicht aus wofür sie hohe Orden bekamen.
1789 nahm das Regiment an der Belagerung von Belgrad und Gladova teil.
1793 wieder bei der Armee am Rhein, kleinere Gefechte bei Offenbach, Ottersheim  und Knittelsheim.
1796 wieder am Kriegsschauplatz Italien deckte das Regiment standhaft den Rückzug der Armee bei Castiglione, später bei Tarvis, wofür 2 Offiziere auf Betreiben von Erzherzog Karl den Maria-Theresienorden (MTO) erhielten.
1800 Das Regiment blieb in Italien und Tirol, focht  bei Marengo und Valeggio-Pozzolo.
1805 zeichnete es sich  bei Caldiero aus.
Das Regiment blieb bis 1813 in Italien und nahm noch an einigen anderen Gefechten teil.
Ab 1813 in Inner-Österreich focht es bei Hermagor, St. Georgen und Brunecken.
Eine nach Venezien detachierte Division zeichnete sich besonders bei dem Überfall auf Castelfranco und Cittadella aus, bei Rezzonico schlug sie überlegene Kräfte mehrmals zurück. Zwei Offiziere wurden mit dem MTO dekoriert.
1815 in Italien, später in Frankreich, ohne Gefecht. 1821 machte das Regiment den Feldzug nach Neapel mit.
Während der Revolution 1848/49 kämpfte das Regiment, den Befehlen des ungarischen Ministeriums gehorchend, auf der Seite der Aufständischen.
1864 stand das Regiment in Schleswig wo es bei mehreren Gefechten zum Einsatz kam (einzelne Abteilungen). Später rückte es bis Jütland vor.
Im Östrreichisch-Preussischen Krieg 1866 focht das Regiment Abteilungsweise bei Langenbruck, Jitschin, Königgrätz, Hollabrunn und Ulrichskirchen.
Danach in Friedensgarnisonen abwechselnd in Wien (1867) und Orten im Königreich Ungarn

Adjustierung des Reg. Nr. 9
 

 
Kopfbedeckung
Tuchsack
Pelz
Dolman
Aufschläge
Hose
Knöpfe/
Oliven
1757
Kalpak
rot
dunkel-blau
rot
gelb
dunkel-blau
gelb
1765
Kalpak
dunkelgrün
dunkel-grün
dunkelgrün
-
dunkel-grün
gelb
1767-1771
Tschako schwarz
 -
dunkel-grün
dunkelgrün
carmoisinrot
krapprot
gelb, auch
Schnüre
1798
Tschako schwarz
-
dunkel-grün
dunkelgrün
-
carmisin-rot
gelb
1849
Tschako weiß
-
dunkel-blau
Attila in dunkelblau
-
dunkel-blau
weiß
1863
Kutsma
weiß
dunkel-blau
Attila in dunkelblau
-
dunkel-blau
Oliven in 
weiß
1868
Kutsma
weiß
dunkel-blau
Attila in dunkelblau
-
krapprot
Oliven in 
weiß
1873
Tschako weiß
-
dunkel-blau
Attila in dunkelblau
-
krapprot
Oliven in 
weiß

 
1710 (Ebergényi)
1742 (Nádasdy)

 
1778 (Nádasdy)

Quellen:

  • Obstlt. Alphons Frhr. v. Wrede, Geschichte der K.u.K. Wehrmacht von 1618 bis Ende des XIX Jh. Wien, 1898-1905
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