Das Husarenregiment 
Pálffy ab Erdöd, Andreas, Graf, G.d.C. (1890)
Nr 8.

Errichtung:

Dies ist das zweitälteste K.u.K Husarenregiment. Es bestand über 220 Jahre.
Laut Patent vom 20.2.1696 durch den zum Obristen ernannten Partheigänger Paul Déak auf irregulärem Fuße aufgestellt (1200 Mann). P. Deák (Nesztorovics) de Mihály war vorher in französischen Diensten und hatte bereits in Frankreich ein Husarenregiment aufgestellt. In Frankreich als "Poldeak " bekannt.
 

1698 das gleichfalls irreguläre Regiment Kis-Balás (Miliz-Husaren) inkorporiert, später auf den Fuß regulärer Regimenter gesetzt (800 Mann), die überzählige Mannschaft an die HR Pálffy (später Nr.9) und Kollonits (1721 aufgelöst) abgegeben
1700 Ende des Jahres wurde das Reg. aufgelöst, die Offiziere in die beiden o. erw. Regimenter eingeteilt
1701 Anfang des Jahres erhielt Obrist Déak auf Wunsch Prinz Eugen v. Savoyen den Auftrag 4 Kompanien neu zu werben (ev. alte Mannschaft noch vorhanden?). Anschließend durch Teile der aufgelösten Regimenter Gombos, Czungenberg und Csáky auf den Stand der übrigen Regimenter gebracht
1714 das aufgelöste Regiment Nádasdy, 1721 Teile des neuen Regiments gleichen Namens inkorporiert
1731 Teile der 1727 aufgestellten Auctions-Kompanie an Dessewffy-Husaren (Nr.3) abgegeben
1746 die Hälfte des aufgelösten Reg. Bertolotti, 1748 eine Kompanie von Trips und 1768 eine Eskadron von Hadik inkorporiert
1775 eine Division des aufgelösten Reg. Wurmser zugeteilt
1798 die 3. Majors-Division an das neu aufgestellte HR Nr.5 abgegeben,

gleichzeitig bekam das Reg. als Husarenregiment die Nr.8

1849 im Frühjahr wurde das Reg. in Folge der politischen Ereignisse in Ungarn teilweise reorganisiert, aus der treu gebliebenen Mannschaft 2 Divisionen auf vollem Kriegsfuß formiert, der Rest zur Neuaufstellung der beiden anderen Divisionen verwendet
1860 eine aus der aufzulösenden 4. Division formierte Eskadron an das Freiwilligen-Husarenregiment Nr.1 abgegeben

Ergänzungen:

1781-1832 aus dem Werbebezirk Pressburg, 1853-57 Grosswardein, 1857-60 Pest und Szegedin, 1860-67 Szegedin, 1867-83 Kecskemét, 1883-89 Zombor. Ab da aus dem Bereich des 4. Korps - Budapest.
 

Friedensgarnisonen:

1699 Klausenburg, 1714-16 Hildesheim, 1718 Serbien, 1723 Komitate Gomör und Szabolcz, 1731-33 Lombardei, 1736-40 Mantua, 1748 Veröcze in Slawonien, 1751 Fünfkirchen, 1753 Sillein, 1754-56 Zips, 1763 Gabel, 1773-78 Brandeis, 1779 Gabel, 1748 Gent in den Niederlanden, 1785-88 Tarnów, 1791-92 Troppau, 1797 Steiermark, 1798-99 Rovigo, 1801-05 Tarnopol, 1806 Bochnia dann Krakau, 1807 Troppau, 1808 Nagy-Tapolcsán, dann Wien, 1810-12 Horodenka, 1814-15 Zolków, 1816 Bochnia, dann Szász-Régen, 1817 Rohatyn, 1820 Tarnopol, 1823 Horodenka, 1825 Wien, 1827 Hód-Mezö-Vásárhely, 1828 Alt-Arad, 1831 Himberg b. Wien, 1832 Baden, 1833 Zistersdorf, 1834 Bruck a.d. Leitha, 1835 Troppau, 1836-49 Zolkiew, 1849 Lancút, dann Dornbirn, 1850 Salzburg, 1851 Wels, 1854 Wien, 1855 Gross-Enzersdorf, 1857-59 Klattau, 1864-66 Wels, 1866 Ziolkiew, 1871 Tolna, 1876-77 Czegléd, 1878 Ruma, 1880 Stockerau, 1884 Ruma, 1890 Klagenfurt, 1898 Jarolsau
 

Regimentsinhaber:
 

1696 Paul Déak de Mihály, Obrist, GFWM
1706 Andreas v. Viszlay, Obrist,
1706 Johann Ladislaus Frhr. Splényi de Miháldy, Obrist, FML
1730 Franz Frhr. v. Czungenberg (Tschonka-Beg), Obrist, FML
1735 Emerich Frhr. v. Dessewffy, Obrist, GFWM
1739 Johann Frhr. Baranyay v. Bodorfalva, GFWM,- G.d.C
1766 Carl Frhr. v. Nauendorf, FML
1775 Dagobert Sigmund Gr. Wurmser, FML, FM
1798 Husarenregiment Nr. 8
1799 Friedrich August Gr. Nauendorf, FML
1802 Michael Frhr. v. Kienmayer, FML, G.d.C.
1828 Ferdinand Herzog v. Sachsen-Coburg.Gotha, FML, G.d.C.
1851 Friedrich Wilhelm I. Kurfürst v. Hessen-Kassel
1875 Alexander Frhr. v. Koller, G.d.C. 
1890 Andreas Gr. Pálffy ab Erdöd, FML, G.d.C.

Zweite Inhaber:
 

1852-71 Nicolaus Gr. Lichtenberg-Schneeberg, FML, G.d.C.

Regiments Kommandanten:
 

1696 der Inhaber Obrist P. Déak
1704 Andreas Viszlay, Obrist
1706 derselbe als Obrist - Inhaber
1706 der Inhaber Obrist J.L. Frhr. Splényi
1716 Terlotti, Obrist
1719 Ivana, Obristlieutenant-Obrist
1720 Stephan Frhr. v. Dessewffy, Obrist
1723 Emerich Frhr. v. Dessewfy, Obristlieutenant-Obrist
1734 Franz Gr. Nádasdy, Obrist
1739 Joseph Frhr. Festetics de Tolna, Obrist
1742 Babocsay, Obristlieutenant
1743 Ratkovich, Obristlietenant (interim)
1744 Peter Gr. Szápáry, Obristlieutenent-Obrist
1754 Ferdinand Franz v. Ujházy, Obrist
1758 Franz Stephan v. Pallasty, Oberst (geriet 1761 in Gefangenschaft)
1761 Martin v. Graeven, Oberst
1764 Franz Stephan v. Pallasty, Oberst (nach Rückkehr aus der Gefangenschaft
1771 Joseph Farkas, Oberst
1773 Stephan Magyary v. Németh, Oberst
1777 Ignaz v. Boroczyczky, Oberst
1784 Adam Boros, Oberst
1790 Friedrich Gr. Nauendorf, Oberst
1793 Franz Frhr. v. Wachenheim, Oberst
1795 Johann Gr. Klenau, Oberst
1797 Emanuel Frhr.v. Schustekh, Oberst
1800 Timotheus Kerekes, Oberst
1801 Joseph Tevalle, Oberst
1802 Timotheus Kerekes, Oberst (war zwischenzeitl. bei Vécsey-Husaren Nr.4)
1808 August Frhr. v. Vécsey, Oberst
1809 Franz Gr. Bánffy,, Oberst
1809 Franz Bubna v. Warlich, Oberst
1812 Philipp Frhr. v. Lilien, Oberst
1820 Carl v. Luszensky, Oberst
1827 Vincenz Gr. Estrházy, Oberst
1833 Franz Szerelem, Oberst
1834 Ignaz v. Legeditsch, Oberst
1842 Peter Edler v. Ther, Oberst
1844 Joseph Frhr. v. Barcó, Oberst
1848 Joseph Settele, Ritter v. Blumenburg, Oberst
1850 Felix, Fürst Jablonowski, Oberst
1857 Johann v. Körvér, Oberst
1862 Anton Jankovics de Csalma, Oberst
1864 Ludwig Frhr. Wattmann de Maelcamp, Oberst
1865 Gustav Greiner, Oberst
1870 Johann Drandler, Oberst
1876 Friedrich Binder, Oberst
1878 Alexander Vidós de Kolta, Oberst
1884 Alexander Frhr. v. Rübner, Oberstlieutenant-Oberst
1887 Gustav v. Szakonyi, Oberst
1895 Alexander Alexander, Oberstlieutenant-Oberst
1900 Adolph Felzmann, Oberstlieutenant
1900 Emil Albrecht v. Várkonyi, Oberstlieutenant

Feldzüge:
 

1696 auf dem Kriegsschauplatz in Ungarn focht das Reg. bei Temesvár und Olasch
1697 bei Zenta ohne Einsatz, verfolgte später den Feind
1698 in den Unternehmungen gegen Temesvár und Gross-Becskerek
1701 in Italien im Streifkorps Vaubonne zeichnete sich das Reg. bei Orzinovi und im Überfall auf Soncino aus.
1702 beim Überfall auf Cremona und bei kleineren Aktionen, Streifzug nach Mailand, Gefecht bei Grazia
1703 bei Verona, Ende des Jahres 2 Eskadronen im Korps Starhemberg nach Piemont 
1704-5 in Piemont. Der Inhaber Obrist Déak geriet bei Casale in Gefangenschaft. Die anderen, anfangs sehr schwachen Abteilungen, verblieben am Po, standen 1705 in Süd-Tirol und machten die Gefechte bei Madonna della- Balzola und Bergamo mit. Nach Verstärkung auf 3 Eskadronen die Schlacht bei Casano
1706 das ganze Reg. in der Entsatzschlacht bei Turin
1707 ein Teil den Zug nach Neapel mitgemacht, der Rest in der Provence (Toulon)
1708 bei der "Mosel Armee" in den Niederlanden, bei der Belagerung von Lille. Obrist Splényi erwarb sich in diesen Jahren den Ruf eines umsichtigen Kommandeurs
1709 in der Schlacht bei Malpaquet
1710 bei der Belagerung von Douay und Béthune
1711 bei der Armee am Rhein, ohne Aktion
1712 wieder in den Niederlanden, vor Quesnoy und im Gefecht bei Fampoux, ein Teil im Korps des Gen. Grovestein am Streifzug nach Frankreich teilgenommen
1713 bei der Armee am Rhein
1716 eine Kompanie am Gefecht bei Carlowitz, das Regiment an der Schlacht bei Peterwardein und Belagerung von Temesvár teilgenommen
1717 in der Schlacht um Belgrad, wo bei der Verfolgung des Feindes dem Korps Regeb Paschas empfindliche Verluste beigebracht wurden
1731-32 2 Eskadronen im Hilfskorps auf Korsika, ohne Aktion
1734 in Italien, bei den Gefechten bei Parma, Quistello und Guastalla
1735 Abteilungen in Gefechten bei Quingentole, Marengo, dann bei der Verfolgung des Feindes bis gegen Bologna
1741 zum Korps Khevenhüller, 1742 den Winterfeldzug in Oberöstereich und Bayern mitgemacht, rückte das Reg. später nach Böhmen
1743 wieder in Bayern, bei der Blockade von Straubing, später am Vorrücken an den Rhein beteiligt (Gefecht bei Esslingen)
1744 im Korps Batthyányi in Bayern, dann in Böhmen, Gefecht bei Beraun
1745 in Bayern, später am Main, zeichnete sich das Reg. bei Geisenhausen und Nordheim aus
1746 wieder in Italien, zeichnete sich das Reg. bei Piacenza aus und rückte dann in die Provence
1756 in der Schlacht bei Lobositz
1757 an der Schlacht bei Prag und Kolin beteiligt, nahm das Reg. am legendären Streifzug des Grafen Hadik nach Berlin teil
1758 bei der Reichsarmee, Abteilungen in den Gefechten bei Chemnitz und Torgau
1759 bei Gefechten bei Laun und Asch, 2 Eskadronen bei Sangershausen
1760 verschiedene Offiziere zeichneten sich bei Überfällen auf Zeitz und Zwickau aus. Das Reg. focht bei Strehla und Wittenberg
1765 bestand das Reg. bei Lohmen ein Gefecht gegen einen Teil der preussischen Kavallerie unter General Seydlitz
1778 bei kleineren erfolgreichen Aktionen in Böhmen; Skalitz, Vrchovin, Rückerts (Überfall eines Konvois)
1779 bewährte sich das Reg. bei Habelschwerdt und Ober-Schwedeldorf. Einige Offiziere erhielten hohe Auszeichnungen
1788 bei der Einnahme von Sabac und in den Gefechten bei Bezanja-Damm, Semlin, Deutsch-Boksan u.A. beteiligt
1789 im Korps Waldeck im Banat, bei der Vertreibung der Türken aus Mehadia beteiligt, später bei der Belagerung von Belgrad und der Unternehmung gegen Lesnica. Mehrere Offiziere für ihre Tapferkeit ausgezeichnet und befördert
1790 eine Division in den Niederlanden im Kampf gegen die Malcontenten, 1792 im Gefecht bei Florennes. Der Rest des Reg. stand am Rhein, nahm an der Recognoscierung von Landau teil, am Zug in die Campagne, an der Verteidigung von Pellingen und den Gefechten bei Merzkirchen und Ober-Lenken
1794 stand das ganze Reg. in den Niederlanden und nahm Abteilungsweise an Gefechten bei Charleroi, Fleurus, Ernoux, Lüttich, Trier, Sprimont u.A. teil. 2 Eskadronen später als Besatzung nach Mainz.
1795 Abteilungen an der Einnahme des Hartberges bei Mainz und der Verschanzungen bei Mannheim beteiligt, dann bei den Gefechten bei Pfrimm, Frankenthal und Schwengenheim
1796 nach Italien gerückt, nahmen Abteilungen bei den Aktionen in Brescia, Saló, Desenzano und Peschiera teil. Nach der Niederlage bei Bassano fochten 3 Divisionen im Korps Meszáros bei Cerea, Castellaro und La Favorita, später in Mantua bei der Verteidigung beteiligt. Eine Division im Friaul an den Gefechten bei Fontaniva, Verona und Caldiero
1797 nach der Kapitulation von Mantua rückte das Reg. in die Steiermark. Eine Division focht bei Rivoli und am Tagliamento
1799 wieder in Italien focht das Reg. bei Legnano und Magnano und nahm an der Einschließung von Mantua teil. Später im Korps Klenau im Römischen bei den Eroberungen von Modena, Sarzano und Lorici
1800 bei der Blockade von Genua und in Gefechten bei Casteggio und Marengo. Ende des Jahres am Po fochten Abteilungen bei Finale und Bondeno.
1805 zeichnete sich das Reg. in der Schlacht bei Caldiero aus
1809 im 5. Korps in Deutschland fochten Abteilungen bei Landshut, Kloster Rohr und Riedau. Das Ganze Reg. dann bei Ebelsberg, Aspern, Wagram, Korneuburg und Hollabrunn
1812 3 Divisionen im Korps Schwarzenberg in Gefechten bei Pruzany und Diwin, bei Rudnja und Wiczulki
1813 focht das Reg. bei Dresden, Kninitz-Arbesau, bei Leipzig, Hochheim und der Blockade von Kassel. Eine Eskadron dem Streif-Korps des russischen Generals Thielemann zugeteilt nahm an den Gefechten bei Naumburg und Altenburg teil
1814 bei der Blockade von Besancon, Gefecht bei St. Ferjeux
1815 mit 12 Eskadronen bei der Armee am Rhein in den Gefechten bei Strassburg und Hausbergen
1848 in Garnison in Galizien, gelang es dem Kommandanten Barcó den grössten Teil des Regimentes im kaiserlichen Dienst zu erhalten, so daß das Reg. 1849 zum Abmarsch nach Vorarlberg mit 2 Divisionen auf vollem Kriegsfuß abrücken konnte.
1866 5 Eskadronen in der Nordarmee fochten bei Jitschin, Königgrätz und Saar

Adjustierung des Reg. Nr. 8


 
Kopfbedeckung
Tuchsack
Pelz
Dolman
Aufschläge
Hose
Knöpfe/ Oliven
1757
Kalpak
?
dunkel-blau
dunkelblau
 
dunkel-blau
gelb
1765
Kalpak
?
papagei-grün
papageigrün
 
papagei-grün
gelb
1767
Tschako schwarz
 
papagei-grün
papagei-grün
krapprot
ponceau-rot
gelb
1798
Tschako schwarz
 
papagei-grün
papageigrün
 
hellrot
gelb
1825
Tschako scharlach-rot
 
dunkel-grün
dunkelgrün
 
krapprot
gelb
1849
Tschako scharlachrot
 
dunkel-blau
Attila dunkel-blau
 
dunkel-blau
gelb
1863
Kutsma
scharlachrot
licht-blau
Attila dunkel-blau
 
dunkel-blau
gelb
1868
Kutsma
krapprot
dunkel-blau
Attila dunkel-blau
 
krapprot
gelb
1873
Tschako krapprot
 
dunkel-blau
Attila dunkel-blau
 
krapprot
gelb

Die Adjustierungen 1757 und 1765 beim Reg. nicht durchgeführt, es trug seit Errichtung grüne Pelze und Dolmans sowie rote Hosen.
 
 

1720 
Reg. Inhaber Gr. Splényi
1779
Reg. Inh. Wurmser
unten links eine Überhose, das "rajthüsli" 
1868 
Inh. F. Wilhelm v. Hessen-Kassel

Quellen:

  • Obstlt. Alphons Frhr. v. Wrede, Geschichte der K.u.K. Wehrmacht von 1618 bis Ende des XIX Jh. Wien, 1898-1905. 
  • György Ságvári, Das Buch der Husaren, Magyar Könyvklub Verlag, Budapest 1999.
 
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