Das Husarenregiment 
Wilhelm II. König von Württemberg (1891)
Nr 6.

Nach Ausbruch des Polnischen Thronfolgerkrieges wurde vom Hofkriegsrat der Plan Prinz Eugen von Savoyen zur Aufstellung eines Husarenkorps realisiert. Zu den damals bestehenden 3 Husarenregimentern wurden 1733-34 fünf weitere gegründet:
1733 die Regimenter Graf Hávor (das später HR Nr.4) und Gabriel Splényi, 1734 dann die Regimenter Joseph Pestvármegyey, Johann Ghillányi und Graf Alexander Károlyi (ehemaliger Kurutzen - General).

Errichtet laut Patent vom 13.1.1734 durch den G.d.C. Graf Alexander Károlyi auf eigene Kosten auf den Sammelplätzen Oedenburg und Pressburg (10 Kompanien)
 
1748 eine Kompanie des aufgelösten Regiments Trips inkorporiert
1768 eine Eskadron des aufgelösten Regiments Hadik inkorporiert
1769 ab da führte das Regiment in der Kavallerie die Nr. 16
1775 eine Division des aufgelösten Regiments Török inkorporiert
1798 die 3. Majorsdivision an das neu aufgestellte HR Nr.7 abgegeben. Ab da trägt das Regiment als Husarenregiment die Nr. 6
1849 infolge der politischen Ereignisse in Ungarn wurde das Regiment in Wessely in Mähren reorganisiert
1860 eine aus der 4.Division formierte Eskadron an das Freiwilligen-Husarenregiment Nr. 2 abgegeben


Ergänzungen:

1781 Grosswardein, 1830 Debreczen, 1857-60 aus beiden vorgennanten, 1860-67 Debreczen, Szatmár und Kaschau, 1867-73 Kaschau, Ungvár und Nyiregyháza, 1873-83 Losoncz, Kaschau und Presov, 1883-89 Losoncz und Erlau. Ab 1889 aus dem Bereich des 6. Korps- Kaschau.


Friedensgarnisonen:

1735 im Reich, 1736 Trentschin später Csakonya, 1739-40 Abauj-Torna, 1748 Grosswardein, 1752 Presov, 1754-56 Hermannstadt, 1762 Schlesien, 1763 Zips, 1766 Presov, 1768 Teschen, 1772 Krakau, 1773 Polna, 1774 Bukowina, 1776-78 Czortków, 1779 Dombovár, 1782 Kroatien, 1783 Dombovár, 1784-90 Troppau, 1791-92 in den Niederlanden (Brüssel), 1798-99 Troppau, 1801 Reichstadt, 1802-05 Brandeis, 1806 Klattau, 1807 Nagy-Tapolcsán, 1808-09 Gabel, 1810-12 Rzeszów, 1814-15 Stanislaus, 1815 Altkirchen im Elsass, 1818 Enisheim, 1819 Wien, 1820 Pardubitz, 1830 Debreczen, 1831 St. Pölten, 1832 Wien, 1833 Austerlitz, 1835 Brezany, 1849 Wessely, 1851 Troppau, 1854 Bochnia, 1855 Saaz, 1857 Neudorf (Ungarn), dann Wels, 1859 St. Florian, 1859/60-66 Bochnia, 1866 Klagenfurt, 1871 Gyöngyös, 1877 Stockerau, 1878 Wien, 1880 Agram, 1885 Warasdin, 1886 Temesvár, 1888 Pressburg, 1893 Rzeszów, 1898 Klagenfurt.


Regimentsinhaber:

 
1734 Alexander, Gr. Károlyi de Nagy-Károly, G.d.C.
1738 Franz Gr.Károlyi de Nagy-Károly, Obrist, G.d.C.
1759 Rudolph, Gr. Pálffy, FML
1768 Andreas, Gr. Hadik v. Futak, G.d.C. - FM
1798 Husarenregiment Nr. 6
1791 Ernst, Gr. Blankenstein, FML - G.d.C
1814 Kronprinz Wilhelm, seit
1817 König Wilhelm I. von Württemberg
1864 König Carl I. von Württemberg
1891 König Wilhelm II. von Württemberg


Zweite Inhaber:

1814-16 Ernst, Gr. Blankenstein, G.d.C.
1816-19 unbesetzt
1819-40 Andreas, Gr. Hadik v. Futak, FML - G.d.C
1840-58 Ferdinand, Gr. Serbelloni-Sfondrati, Duca di S.Gabrio, FML - G.d.C
1858-79 Eduard, Frhr. Bersina v. Siegenthal, FML


Regiments-Kommandanten:

1734 Johann; Frhr. v. Baranyay, Obristlieutenant-Obrist
1737 Franz, Gr. Károlyi, Obristlieutenant
1738 Franz, Gr. Forgách, Obrist
1744 Georg, Gr. Szluha v. Iklad, Obrist
1752 Gabriel, Gr. Haller v. Hallerstein, Obrist
1754 Johann Revitzky de Revisney, Obrist
1761 Emerich, Frhr. v Sennyey, Oberst
1772 Georg v. Gombos, Oberst
1775 Johann Terney de Kis-Terenne, Oberst
1784 Joseph Szerelem, Oberst
1789 Carl, Gr. Hadik v. Futak, Oberst
1794 Sigmund, Frhr. v. Szent-Kereszty, Oberst
1797 Anton Vogl, Oberst
1800 Joseph v. Prohaska, Oberst
1805 Ferdinand, Gr. Wartensleben, Oberst
1809 Vincenz v. Gillert, Oberst
1812 Georg, Frh. v. Wieland, Oberst
1819 Friedrich, Fürst Reuss-Köstritz, Oberst
1830 Franz, Gr. Schlik zu Bassano und Weisskirchen, Oberst
1835 Franz, Gr. Haller v. Hallerstein, Oberst
1837 Johann Gr. Brenner, Oberst
1838 Johann, Frhr. Burits de Pournay, Oberst
1846 Alfred, Gr. Paar, Oberst
1849 Franz Pongrácz de Szent-Miklós et Ovár, Oberst
1851 Johann Gr. Hoditz und Wolframitz, Oberst
1858 Joseph, Frhr. Taxis v. Bordoga et Valnigra, Oberst
1866 Ludwig, Frhr. Wattmann de Macleamp-Beaulieu, Oberst
1866 Ladislaus v. Smagalski, Oberst
1872 Stephan Wojnarovits, Oberstlieutenant-Oberst
1876 Alphons v. Kodolitsch, Oberst
1881 Anton Gábor, Oberstlieutenant-Oberst
1884 Emerich Frhr. Mecséry de Tsóor, Oberst
1886 Ludwig Francke de Almás, Oberstlieutenant-Oberst
1888 Joseph Nechwalsky, Oberstlieutenant-Oberst
1894 Victor v. Mouillard, Oberst
1895 Ludwig, Gr. v. Breda, Oberstlieutenant-Oberst


Feldzüge:

1734 sofort nach der Komplettierung an den Kriegsschauplatz am Rhein zeichnete sich das Regiment gleich bei mehreren kleineren Unternehmen aus, Überfall auf Offenburg
1735 bei Streifkorps, im Gefecht bei Schmiedeberg. Gefangennahme der französischen Offiziere Gathau und Pauli.. Eine andere Abt. beim Gefecht bei Nieder-Olm, später in den Verband des Mosel-Korps
1737 Im Korps Hildburghausen focht das Regiment bei Banjaluka
1738 Im Banat an Kämpfen bei Kornia und Mehadia teilgenommen
1739 an der Schlacht bei Grocka teilgenommen
1741 rückte das Regiment nach Schlesien, ein Teil nahm am Gefecht bei Rothschloss teil, dann nach Böhmen
1742 im Gefecht bei Deutsch-Brod, dann bei der Belagerung von Prag
1743 3 Regimenter gerieten bei einem Überfall der Franzosen auf das Winterquartier in Kötzing in Gefangenschaft. Das Regiment trat in den Verband der pragmatischen Armee ein, ohne in Aktion zu treten
1744 in den Niederlanden
1745 beim Feldzug an den Rhein und Main, ohne größere Aktion. Die in den Niederlanden verbliebene Auctionscompagnie nahm an der Schlacht bei Fontenay teil
1746 wieder in den Niederlanden, bei Rocour
1747 an der Schlacht bei Lawfeld teilgenommen
1756 in Böhmen
1757 in Schlesien ohne Aktion, dann bei Gefechten bei Troppau, Littau und in der Hauptarmee in der Schlacht bei Hochkirch


Attacke der Károly-Husaren im Siebenjährigen Krieg
1759 im Korps Harsch nahmen Abteilungen an Gefechten bei Schmiedeberg, Plasdorf und Goldenelse teil
1760 focht das Regiment mit Auszeichnung bei Landshut
1761 bei Schlesisch-Neustadt, von bedeutender Übermacht angegriffen, leistete das Regiment harten Widerstand. Vorpostengefechte bei Grebischau und Jägerndorf
1762 Gefechte bei Neise
1778-79 in Böhmen, Gefecht bei Dauba
1788-90 nicht beteiligt, nur Regimentskommandant Graf Carl Hadik macht als Volontär die Belagerung von Belgrad mit
1792 in den Niederlanden bei der Schlacht von Jemappes und kleineren Aktionen. Danach in Luxemburg eingerückt, Gefechte bei Agneau und Corioule
1793 verschiedene Abteilungen in kleineren Gefechten. In diesem und folgenden Jahren erwarb sich das Regiment beim Feind wegen seiner Leistungen einen gefürchteten Namen. Es focht bei Aldenhoven, Neerwinden, Löwen, bei den Belagerungen von Condé und Valeciennes, bei Poperinghe und Hondschooten, später bei Maubeuge und Bassuyan
1794 Divisionsweise an Kämpfen bei Landrecies, Tournay und Ypern sowie bei Moescroen. Das Regiment deckte dann den Rückzug der Armee.
1795 am Nieder-Rhein, Verfolgung des Feindes nach dem Gefecht bei Höchst, Einnahme der Mainzer Linien, Gefechte bei Kirchheim, Kreuznach Meissenheim und anderen
1796 im Korps Wartensleben in Gefechten bei Herborn, Kircheip, das ganze Regiment bei Amberg, Würzburg, Giessen und Altenkirchen, danach bei Kehl mit Auszeichnung gekämpft
1797 eine Diovision im Gefecht bei Grüningen
1799 am Kriegsschauplatz am Rhein in Kämpfen bei Oberkirch, Ober-Kappeln, Bietigheim und Wiesloch beteiligt
1800 deckte das Regiment nach der Schlacht bei Biberach den Rückzug der Armee. An der Schlacht bei Hohelinden nicht beteiligt, nahm das Regiment an Rückzugsgefechten nach Ober-Österreich teil.
1805 2 Divisionen beim Treffen von Günzburg. Das Regiment dann zum Korps Jelacic eingeteilt, entging es dank seinem klugen Kommandanten durch kühnen Marsch der Kapitulation von Bregenz und schlug sich nach Böhmen durch
1809 im 1. Korps in Deutschland focht das Regiment Bei Amberg-Ursensollen, später mit Auszeichnung bei Wagram und Aspern, dann in den Rückzugsgefechten bei Hollabrunn, Schöngrabern und Znaim
1812 im Auxiliar-Korps Schwarzenberg fochten Abteilungen bei Signiewiczi, Pruszany, Kobrin, Liuboml, Stara-Wizwa und dem Überfall auf Ogorodnicki
1813 in der leichten Division Bubna bei der Hauptarmee in Gefechten bei Gabel, Stolpen und Lohmen, bei Leipzig nur indirekt.
1814 in Süd-Frankreich, Besetzung von Genf, Gefechte bei Bourg-en-Bresse und Poligny. Divisionen bei Macon und der Blockade von Auxonne
1815 am Rhein, beim Treffen von Strassburg
1848 kämpfte das Regiment unter Befehl des ungarischen Ministerium gegen die kaiserlichen Truppen
1859 je 1 Eskadron zur Verstärkung der Festungen Ulm und Rastatt. Das Regiment zog dann nach Italien, gelangte jedoch nicht mehr auf den Kriegsschauplatz
1866 mit 5 Eskadronen bei der Nordarmee, das Regiment focht bei Königgrätz

Adjustierung des Regiment Nr. 6

 
Kopfbedeckung
Tuchsack
Pelz
Dolman
Aufschläge
Hose
Knöpfe/
Oliven
1757
Kalpak
-
dunkel-blau
dunkelblau
dunkel-blau
weiß
1765
Kalpak
-
popadour-rot-blau
pompadour-rot
-
pompadour-rot
weiß
1767
Tschako schwarz
-
licht-blau
licht-blau
carmosinrot
licht-blau
gelb
1798
Tschako schwarz
-
licht - blau
licht-blau
-
licht-blau
gelb
1849
Tschako scharlach-rot
licht-blau
Attila in licht-blau
-
licht-blau
gelb
1863
Kutsma
scharlachrot
licht-blau
Attila licht-blau
-
licht-blau
gelb
1868
Kutsma
aschgrau
licht-blau
Attila licht-blau
-
krapprot
gelb
1873
Tschako aschgrau
-
licht-blau
Attila licht-blau
-
krapprot
gelb

Die Adjustierungen 1757 und 1765 beim Regiment nicht durchgeführt, es trug weiter lichtblaue Farbe.
 
 
um  1780
Offizier um 1840

Quellen:

  • Obstlt. Alphons Frhr. v. Wrede, Geschichte der K.u.K. Wehrmacht von 1618 bis Ende des XIX Jh. Wien, 1898-1905
  • György Ságvári, Das Buch der Husaren, Magyar Könyvklub Verlag, Budapest 1999
 
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