Das Husarenregiment 
Arthur, Herzog von Connaught und Strathearn (1893)
Nr 4.

Gegründet laut Patent vom 5.11.1733 durch den Obristen Nicolaus Graf Hávor.
3 Kompanien auf seine eigenen Kosten, die übrigen 7 gegen Erlag des Werbegeldes. Sammelplatz im Zalaer Komitat. Die Werbung verlief sehr schleppend, so daß im Juni 1734 erst 5 Kompanien zur Musterung bereit waren.
Gleichzeitig wurde das HR Splényi (später Emerich, Graf Esterházy, 1768 aufgelöst) gegründet, um die Kavellerie im 1733 ausgebrochenen Polnischen Thronfolgekrieg nach dem Plan von Prinz Eugen zu verstärken.
 

1746 fünf Kompanien des aufgelösten HR Bertolotti inkorporiert.
1748 eine Kompanie von Trips inkorporiert.
1768 eine Eskadron des aufgelösten HR Emerich Esterházy inkorporiert
1769 ab diesem Jahr führte das Regiment in der ganzen Kavallerie die Nr. 34.
1798 wurde die 3. Majorsdivision an das HR Nr. 7 abgegeben. Ab diesem Jahr führte das Regiment als Husarenregiment die Nr. 4.
1849 wurde das Reg. in Folge der politischen Ereignisse in Ungarn in Pardubitz in Böhmen reorganisiert
1860 eine aus der aufzulösenden 4. Division formierte Eskadron an das Freiwilligen-Husarenregiment Nr. 2 abgegeben

 

Ergänzungen:

1781 Fünfkirchen, 1830 Grosswardein-Temesvár, 1853-57 Temesvár, 1857-60 Neusatz, 1860-67 Banat, 1868-75 Neusatz, Zombor, Becskerek, 1883-89 Kecskemét und Theresiopel, ab 1889 Territorial-Bezirk Temesvár.
 

Friedensgarnisonen:

1736 Vigevano, 1739-42 Cremona, 1749 Sáros-Patak, 1750 Debreczen, 1751 Mád-Terebes, 1752 Deés, 1755-56 Déva, 1763 Pavia, 1771-78 Lodi, 1779-88 Esseg, 1790 Horodenka, 1791-93 Zloczów, 1798 Wasserburg, 1801 Janowice, 1803-05 Radom, 1806 Stassów, Mährisch-Ostrau, 1807-09 Konskie, 1810-12 Zolkiow, 1814-15 Rohatyn, 1816 Wien, 1817 Grosswardein, 1818 Deberczen, 1823 Tarnopol, 1843 Gródek, 1847-48 Wien, 1849 Pardubitz, 1854 Botosaní, 1855 Jassy, 1857-59 Gródek, 1861-66 Prossnitz, 1866 Klattau, 1871 Keszthely, 1878 Neu-Gradisca, dann Agram, 1879 Travnik, dann Pozega, 1880 Czegléd, 1887 Maria-Theresiopel, 1895 Gyöngyös.
 

Regimentsinhaber:

1733 Nicolaus, Gr. Hávor, Obrist
1744 Joseph Frhr. Dessewffy, GFWM, FML
1768 Ferdinand Gr. Ujházy, GM
1773 Martin Frhr. v. Graeven, GM - FML
1791 Siegbert, Frhr. Vécsey v. Hajnácskeö, FML
1798 Husaren-Regiment Nr. 4
1803 Friedrich Erbprinz zu. Hessen-Homburg, (1820 Landgraf) FML, G.d.C.
1829 Leopold Frhr. v. Geramb, FML.
1839 Grossfürst Alexander Czesarewitsch
1849 Franz Gr. Schlik zu Bassano und Weisskirchen, G.d.C.
1862 Victor Cseh v. Szent-Kátolna, FML
1867 Leopold Frhr. v. Edelsheim-Gyulai, FML, G.d.C
1893 Arthur, Herzog v. Connaught und Strathearn


Zweite Inhaber:

1839 Leopold, Frhr. v. Geramb, FML
1845-48 Franz Philipp Gr. Lamberg, FML

 
 
Regimentskommandanten:
 
1734 Nicolaus, Gr. Hávor, Obrist
1739 Frhr. v. Bornemisza, Obrist
1741 Johann Frhr. Kászony, Obrist
1744 Ignaz Tallian de Vizek, Obrist-lieutenant Obrist
1751 Caspar Inkey de Palin, Obrist
1758 Carl Wilhelm Nauendorf, Oberst
1758 Johann Georg v. Hintzmann, Oberstlieutenant-Oberst
1768 Ladislaus Frhr. Splényi de Miháldy, Oberst
1773 Johann Gabriel Plettrich de Szent-Király Oberstlieutenant-Oberst
1784 Rudolph v. Otto, Oberstlieutenant-Oberst
1788 Carl Frhr. v. Poutet, Oberst
1790 Joseph v. Spiegelberg, Oberst
1796 Johann Skaritza, Oberst
1798 Paul Gr. Esterházy, Oberst
1800 Carl Johann v. Tevalle, Oberst (interim)
1801 Timotheus v. Kerekes, Oberst
1801 Franz, Gr. Kinsky, Oberst
1804 Johann Frhr. v. Mohr, Oberst
1808 Severin v. Kisielewsky, Oberst
1809 Gustav, Prinz zu Hessen-Homburg, Oberst
1813 Raban Frhr. v. Spiegel, Oberst
1813 Joseph Frhr. Simony Vitézvár, Oberst
1825 Joseph Chevalier Fackh, Oberstlieutenant - Oberst
1830 Wolfgang v. Souvent, Oberst
1840 Jacob v. Parrot, Oberst
1848 Carl Gr. Apponyi, Oberst
1849 Joseph v. Vopaterny, Oberst-lieutenant Oberst
1857 Theodor Frhr. v. Schloissnigg, Oberst
1863 Heinrich v. Gontard, Oberst-lieutenant- Oberst
1867 Gustav Frhr. v. Ottinger, Oberst
1873 Carl Krenosz, Oberstlieutenant-Oberst
1878 Wenzel Benesovszky, Oberst
1882 Georg Georgyevits de Apadia, Oberstlieutenant-Oberst
1887 Ernst Frhr. v. Bourgeois, Oberstlieutenant-Oberst
1889 Arthur Frhr. v. Lederer, Oberstlieutenant-Oberst
1895 Géza v. Szilvinyi, Oberst
1900 Franz Swaty, Oberstlieutenant

Husar 1813

 

Feldzüge:

1734 fünf Kompanien rückten sofort nach Komplettierung nach Italien und nahmen an dem Überfall bei Quistello, der Schlacht bei Guastalla und dem Gefecht bei Revere teil
1735 Gefecht bei Revere und S. Michele, Überfall eines feindl. Lagers bei Sabbionetta
1742 zwei Eskadronen zur Armee in Bayern und im Gefecht bei Meinburg
1743 die 2 Kompanien wieder zurück in Italien, das ganze Reg. in der Schlacht bei Camposanto
1744 den Zug nach Neapel mitgemacht, Überfall auf Velletri
1746 zeichnete sich das Reg. in der Schlacht bei Piacenzza aus und machte dann den Zug in die Provence mit
1747 zur Deckung der Belagerung von Genua eingesetzt, Gefecht bei Campofreddo
1757 in Böhmen, in den Schlachten bei Prag und Bilan, eine Division die Verteidigung von Prag mitgemacht, die anderen bei Kolin, Görlitz, Breslau und Leuthen
1758 anfänglich in Mähren, dann in Gefechten bei Holitz, Mürau, Nachod, Bischofswerda und Hochkirch
1759 im Korps Beck in Gefechten bei Grünberg und Cölln
1760 mit Erfolg am Überfall von Losdorf teilgenommen, Gefecht bei Hohenfriedberg
1761 in Sachsen und Schlesien, ohne größeren Einsatz
1762 im Verband der Reichsarmee in Sachsen fochten Abteilungen bei Pretschendorf und Freiberg
1778 bei der Hauptarmee in Böhmen zeichnete sich das Reg. mit dem Ulanenreg. Nr. 6 im Gefecht bei Libochowitz aus
1788 6 Eskadronen bei der Hauptarmee hielten beim Rückzug von Lazu-Mare nach Fenis die nachrückenden Türken auf und fochten bei Armenis und Uj-Palánka. Die übrigen 4 Eskadronen standen in Kroatien und kämpften bei Dubica und Novi.
1789 8 Eskadronen unter Oberst Poutet in Kroatien bei der Belagerung von Berbir, später 6 Eskadronen bei der Belagerung von Belgrad, der Rest bei Semendria
1790 eine Eskadron auf Streifzug in Serbien
1793 6 Eskadronen rückten an den Rhein, 4 blieben in West-Galizien
1794 nahmen die obigen Eskadronen an Gefechten bei Schifferstadt, Schwengenheim und Eppstein teil und mit Auszeichnung bei Kaiserslautern
1795 Gefechte am Hartberge vor Mainz, Landstuhl und Kaiserslautern
1796 bei der Nieder-Rhein Armee in Gefechten bei Wallhausen-Neukirchen, bei Wetzlar und Burgebrach. Das ganze Regiment bei Sulzbach, Amberg und Würzburg, Abteilungen an den Gefechten bei Aschaffenburg und Gießen
1797 6 Eskadronen an der Lahn, Gefecht bei Cambach (Limburg)
1799 in Deutschland, Gefechte bei Ostrach, Stockach, Schaffhausen. Eine Eskadron zeichnete sich bei der Verteidigung von Wehr aus. Einnahme von Mannheim, Gefechte bei Neckarshausen und Philippsburg
1800 Reihe von kleineren Gefechten in Süddeutschland. Beim Gefecht bei Landshut deckten 4 Eskadronen den Rückzug der Infanterie, später bei Neumarkt, vom Feinde umringt, schlugen sich 2 Eskadronen mit Erfolg durch
1805 im Korps Merveldt am Inn. Als Nachhut bei Amstetten, Krems, Schöngraben,dann in der Schlacht bei Austerlitz, wo sich 2 Eskadronen besonders auszeichneten
1809 erst im 2. Korps in Deutschland in Aktion bei Landshut. Später in Oberösterreich Gefechte bei Gallnenkirchen und Urfahr-Linz. Bei der Hauptarmee in den Gefechten bei Wagram und Znaim
1812 im Auxiliar-Korps Schwarzenberg fochten Abteilungen bei Kartuszkaja-Bereza, Kobrin und Sielo-Welykoje, 2 Eskadronen an der Moskona
1813 in der böhmischen Hauptarmee, bei Dresden wenig engagiert, dann in der Schlacht bei Kulm, einzelne Eskadronen bei Tilisch, und Dolma. Besonders zeichnete sich das Regiment bei der Schlacht von Leipzig aus und bestand nach dem Übergang über den Rhein noch ein Gefecht bei Colmar.
1814 fochten Abteilungen bei Troyes und Moret (Fontainbleau) und bei der Süd-Armee bei Bourg-en-Bresse. In den Kämpfen vor Lyon zeichnete sich das Regiment besonders aus indem es die reißende Rhone durchschwamm und durch sein Erscheinen im Rücken des Feindes große Verwirrung hervorrief
1815  wieder in Frankreich, kleinere Gefechte bei Dannemarie, vor Belfort und andere
1848 bei den Unruhen in Wien zur Unterdrückung derselben verwendet. Später nach Ungarn verlegt, trat das Regiment unter Befehl des dortigen Ministerium und kämpfte gegen die kaiserlichen Truppen
1866 mit 5 Eskadronen bei der Nordarmee focht es bei Königgrätz, bei Rudelsdorf, Schildberg und Dub

Adjustierung des Reg. Nr. 4

 

*)
Kopfbedeckung
Tuchsack
Pelz
Dolman
Aufschläge
Hose
Knöpfe/
Oliven
1757
Kalpak
verschiedene
dunkel-blau
dunkelblau
-
dunkel-blau
weiß
1765
Kalpak
verschiedene
papageigrün
papageigrün
-
papageigrün
weiß
1767
Tschako hellblau
-
papageigrün
papageigrün
weiß
krapprot
weiß
1798
Tschako hellblau
-
papageigrün
papageigrün
-
hellrot
weiß
1825
Tschako lichtblau
-
dunkel-grün
dunkel-grün
-
krapprot
weiß
1849
Tschako scharlachrot
-
lichtblau
Attila in lichtblau
-
lichtblau
gelb
1863
Kutsma
scharlachrot
lichtblau
Attila in lichtblau
-
lichtblau
Oliven in weiß
1868
Kutsma
krapprot.
lichtblau
Attila in lichtblau
-
krapprot
Oliven in weiß
*) Unter dem Inhaber Hávor soll das Regiment rote Pelze getragen haben.
 
1734
1803

 
Links: Uniform des Reg. um 1798 (Inh. Siegbert Frhr. Vécsey),
Mitte und rechts: Uniformen des Reg. 1746 (Inh. Joseph, Frhr. v. Dessewffy).

Quellen:

  • Obstlt. Alphons Frhr. v. Wrede, Geschichte der K.u.K. Wehrmacht von 1618 bis Ende des XIX Jh. Wien, 1898-1905
  • Gustav, Ritter Amon v. Treuenfest, Geschichte des K.u.K Husarenregiments Nr.4, Wien 1903
  • György Ságvári, Das Buch der Husaren, Magyar Könyvklub Verlag, Budapest 1999

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