Böhmisches Dragoner-Regiment 
Nr.14
Windisch-Graetz, Alfred, Fürst zu, FM (1835)
(Das Regiment hat diesen Namen auf immerwährende Zeit zu behalten)





Seit dem Jahr 1757 wurde im Regiment, zum Andenken an die ausgezeichnete Tapferkeit, welches es in der Schlacht bei Kolin mit seiner damals eben neu geworbenen noch ganz jungen, unbärtigen Mannschaft trotz des ausgesprochenen Zweifels des kommandierenden Generals, bewiesen hatte, vom Obersten bis zum Gemeinen kein Schnurrbart getragen.

Das Fortbestehen dieser auszeichnenden Erinnerung wurde von Kaiser Franz Joseph I. am 5. Oktober 1850 allergnädigst genehmigt. 

Anlässlich der im Jahre 1869 dem gesamten k.k. Heere gewährte Bartfreiheit wurde jedoch mit Allerhöchster Entschließung vom 7.12.1869 die Form der vorerwähnten Auszeichnung abgeändert und dem Regiment das Recht erteilt, seiner demselben ausnahmsweise belassenen Estandarte ein besonderes Band mit dem als Devise eingestickten Stadtnamen "Kolin" beifügen zu dürfen.

Mit Handschreiben vom 26.8.1875 bewilligte Kaiser Franz Joseph I. daß das Regiment von seinem früheren, ihm von 1757 bis 1869 zugestandenem Privilegium, keinen Schnurrbart zu tragen, wieder Gebrauch machen dürfe.

Seit dem Jahr 1791 besitzt das Regiment eine große goldene Ehrenmedaille mit Öhr und Band an der Estandarte, mit dem Brustbild Kaiser Leopold II. und mit der Aufschrift: 
"À la fidélité et valeur signalée du regiment de Latour-Dragons, reconnue par l´Empereur et Roy"


links "Gemeiner", rechts Offizier des Dragonerregiments De Ligne
(des späteren DR Nr. 14) z. Zt. der Schlacht bei Kolín 1757



Errichtung und Veränderungen:

1725 laut Patent vom 1.5.1714 aus spanisch-habsburgischen in kaiserliche Dienste übernommenen niederländischen National-Regimentern Westerloo, de Ligne und Holstein-Norburg, als reguläres Dragoner-Regiment formiert.
 

1731 Teile der aufgelösten Auctions-Kompanien der Regimenter Savoyen (Nr. 13), Phillipi (Husaren Nr. 15) und Batthyányi (Dragoner Nr. 10) inkorporiert.
1740 zwei Kompanien des aufgelösten Dragoner-Reg. Württemberg inkorporiert
1758 stellte der Inhaber FML Fürst Löwenstein ein Chevauxlegeres-Reg. á 12 Kompanien auf, welches anfänglich unter dem Namen "Jung Löwenstein" diesem Regiment angegliedert blieb, jedoch 1759 von demselben abgetrennt wurde (nun Ulanen-Reg. Nr. 7)
1760 in ein Chevauxlegeres-Reg. umgewandelt, 1765 jedoch wieder zum Dragoner-Reg. rückübersetzt
1769 die Grenadier-Kompanie in eine ordinäre Eskadron umgewandelt.
1769 erhielt das Reg. in der gesamten Kavallerie die Rangs-Nr. 31
1791 wurde das Reg. abermals zum Chevauxlegeres-Reg. umgewandelt
1798 wurde das Reg. in ein leichtes Dragoner-Reg. mit der Nr. 14 umgewandelt und gab die 2. Majorsdivision zur Errichtung des leichten Dragoner-Reg. Nr. 13 (später Husaren-Reg. Nr. 16) ab.
1802 erneut zu einem Chevauxlegeres-Reg. umgewandelt, erhielt es als solches die Nr. 4, gleichzeitig die Oberstlieutenant-Division des aufgelösten Dragoner-Reg. Kronprinz Nr. 2 eingeteilt.
1851 bei Umwandlung der Chevauxlegeres-Reg. in Ulanen-Reg. wurde das Regiment hiervon ausgenommen und zum Dragoner-Reg. übersetzt, bekam die Nr. 7 und verblieb auf dem Stande von 4 Divisionen
1854 die 4. Division als Stamm an das neu aufgestellt Dragoner-Reg. Nr. 8 abgegeben
1860 bei der Umwandlung der Dragoner- in Kürassier-Reg., verblieb das Regiment (sowie das Reg. Savoyen) als Dragoner-Reg. und nahm die Nr. 2 an.
1867 endlich führte das Reg. die Nr. 14 und war das einzige Kavallerie-Reg. welchem bewilligt wurde, eine Estandarte beizubehalten.

Ergänzungen:

Dieses in den Niederlanden formierte Regiment (Wallonen-Reg.) erhielt auch fernerhin seine Ergänzungen aus dieser Provinz bis zur Abtretung derselben.
1801 (1807) wurde es an Nieder-Österreich überwiesen, seit 1817 rekrutierte es sich aus Böhmen. Von 1853 an speziell aus dem Bezirk Jungbunzlau, von 1857-60 aus Neuhaus, Prag, Pilsen und Theresienstadt, 1860-72 aus Pisek, Prag, Pilsen, Neuhaus, 1873-74 Neuhaus und Pilsen, 1875-83 gleichfalls, 1883-89 zusätzlich aus Budweis. Seit 1889 aus dem Bereich des 8. Korps (Prag).

Friedensgarnisonen:

1725-34 Oudenarde, 1735 Luxemburg, 1737-45 Mons, 1749-56 Gent, 1763 Brüssel, 1766-78 Mons, 1779 Mons, 1787-89 Brüsel, 1791 Tournay, 1798-99 Dittmaning, 1801 Ungarisch-Brod, 1802-05 Gaja, dann Neuhaus, 1807 Gross-Tapolcsán, 1808-09 Gaja dann St. Georgen (Pressburg), 1810 Rakonitz, 1810 Esseg, 1811 Radkersburg, 1812-13 Gross-Kanizsa, 1814-15 Bochnia, 1816 Klattau, 1820-21 Wien, dann Stanghella (Venetien), 1821 Neapel,, Nocera, 1822 Vicenza, 1825 Güns, 1829 Kecskemét, 1830 Ungarisch-Brod, 1831 Wels, 1835 Wien, 1837 Radkersburg, 1847-48 Vicenza, 1849 Dornbirn, Telfs, 1850 Weihers (bei Cassel), 1851 Elmshorn, 1852 Podiebrad, dann Saaz,1854 Jaworów, 1855 Brandeis, 1859-64 Alt-Bunzlau, 1865-66 Alt-Bunzlau, 1866 Wien, 1868 Wessely, 1871 Güns, 1885 Klattau.

Regimentsinhaber:
 
 

1725 Johann Philipp Marquis Westerloo, Graf v. Merode, FM
1732 Ferdinand, Prinz de Ligne, FML, FM
1757 Benedict, Graf Daun, FML
1758 Christian Philipp Fürst Löwenstein-Wertheim, FML, G.d.C.
1759 Joseph, Graf Saint-Ignon, GM, FML
1779 Nicolaus, Graf D´Arberg, GM, FML (resignierte als französischer Untertan in Folge der politischen Verhältnisse auf seine Würden)
1789 Wilhelm, Herzog D´Ursel, GM (resignierte aus gleichen Gründen wie oben)
1790 Maxmilian, Graf Baillet de Latour, FML, G.d.C.
1806 Carl, Frhr. v. Vincent, G.d.C. (von 1826 im Ausland beurlaubt, durch Heinrich Graf Bellegarde, FM vertreten)
1835 Alfred Fürst Windisch-Graetz, FML, FM
1862 Carl, Graf Coudenhove, FML

Regimentskommandanten:
 
 

1725 Carl Wildgraf Daun zu Kyrburg, Obrist
1728 Ludwig Theodor Baron Courriéres et d`Ongnies, Obrist
1735 Ludwig, Graf Brevécque, Obristlieutenant-Obrist
1745 Peter Joseph de Coudrelier, Obrist
1751 Theodor Lefévre, Obrist
1757 Jacob Franz Graf Thiennes, Oberst
1758 Carl, Chevalier de la Marliér Thoricout, Oberst
1760 Carl Alexander Frhr. v. Bietagh, Oberst
1768 Alexander Frhr. v. De Fin, Oberst
1773 Carl Frhr. v. Lilien, Oberst
1777 Leopold Graf Longueval-Buquoi, Oberst
1779 Ludwig Graf Civalart-Happoncourt, Oberst
1789 Nicodem Chevalier de la Bailly, Oberst
1790 Friedrich Frhr. v. Bueren, Oberst
1791 Carl Frhr. v. Pforzheim
1793 Franz v. Roe, Oberst
1797 Ferdinand de Mondet, Oberst
1800 Armand v. Nordmann, Oberst
1804 Ignaz Frhr. v. Lederer, Oberst
1809 Goswin de Fierland, Oberst
1812 Franz Frhr. v. Gallois, Oberst
1817 Carl Frhr. v. Scheibler, Oberst
1823 Joseph Ritter v. Böhm, Oberst
1831 Carl Frhr. v. De Vaulx, Oberst
1837 Carl Pfeifer v. Ehrenstein, Oberst
1845 August Frhr. v. Godart, Oberst
1847 Nicolaus Edler v. Spiegelberg, Oberst
1849 Nicetas Frhr. v. Csollich, Oberst
1853 Wilhelm, Prinz zu Schleswig-Holstein, Oberst
1854 Gustav Göttmann v. Gottesburg, Oberst
1857 Erzherzog Joseph (2. Oberst)
1859 August Graf Bellegarde, Oberst
1866 Ludwig Fürst z Windisch-Graetz, Oberst
1869 Ferdinand Frhr. Tunkl v. Asprung und Hohenstadt, Oberst
1875 Alexander Graf Üxküll-Gyllenband, Oberstlieutenant-Oberst
1880 Alois Prinz zu Liechtenstein, Oberst
1887 Alois Graf Paar, Oberst
1892 Rudolph, Ritter v. Brudermann, Obertslieutenant-Oberst
1897 Oscar Frhr. Weber v. Ebenhof, Oberstlieutenant-Oberst

Feldzüge:
 
 

1734 aus den Niederlanden zur Reichsarmee gerückt, ohne Aktion
1735 im Verband des Mosel-Korps, die Grenadier-Kompanie im Gefecht bei Clausen
1743 im Gefecht bei Dettingen in der pragmatischen Armee
1743 stand es in den Niederlanden, ohne größere Aktion
1745 4 Eskadronen bei der Armee am Rhein (Main), die restlichen in der Schlacht bei Fontenay
1746 zeichnete sich das Reg. im Treffen bei Ramillies aus, bei Rocour nicht in Aktion
1747 in der Schlacht bei Lawfeld
1757 in Böhmen, in der Schlacht bei Kolin unter Oberst Graf Thiennes zeichnete sich das Reg. durch hervorragende Tapferkeit aus, erlitt aber große Verluste. Das Reg. focht noch bei Leuthen
1758 anfänglich in Mähren, dann im Gefecht bei Hochkirch wo es große Verluste hinnehmen mußte und sein Kommandant Graf Thiennes fiel.
1759 im Korps de Ville in Schlesien, wo es bei Zurlau focht, später mit der Hauptarmee im Treffen bei Maxen
1760 (als Chevauxlegeres-Reg.) anfänglich in Schlesien, später zur Hauptarmee gezogen erlitt es am Tag der Schlacht von Torgau, von überlegener feindlicher Kavallerie angegriffen schwere Verluste und mußte sich zum größten Teil ergeben
1761 im Korps Loudon, beteiligte sich 1. Abt. am Gefecht bei Hartmannsdorf
1762 im Korps Brentano nahmen Abteilungen an den Gefechten bei Adelsbach, Dittmannsdorf und Nieder-Peilau teil
1778 (Dragoner-Reg.) bei der Hauptarmee in Böhmen 
1779 ein Detachement bei Olbersdorf gekämpft
1790/91 focht das Reg. mit unerschütterlicher Treue gegen seine eigenen Landsleute in den Gefechten bei Nassogne, Haut-Fay, Grand-Sinsin, l`Ètoile, Ychippe und Andenne. Bei Anseremme zersprengte Oberstlieutenant Pforzheim ein 4000 Mann starkes Insurgenten-Korps, das Reg. focht dann noch bei Cense-d`Ordenne
1792 (Chevauxlegeres-Reg.) Abteilungen in den Gefechten bei Lamain, Glisuelle, Harlebeke, Orchies, Lille, Mons und in der Schlacht von Jemappes, wo die 2. Majors-Division verlorenen Geschütze wiedereroberte. Später deckten zwei Divisionen den Rückzug des Korps Clerfayt hinter die Roer.
1793 focht das Reg. wieder mit Auszeichnung bei Aldenhoven, Neerwinden und Famars, später vor Maubeuge, bei Beaumont, Merbes-le-Chateau, Fauquemont und Condé.
1794 nahmen Abt. an Kämpfen vor Landrecies, Belleghem, Courtray-Ingelmunster und Rousselaer teil. Die 2. Majorsdivision stand anfänglich vor Douay und beteiligte sich dann an der Verteidigung von Valenciennes und wurde infolge der Kapitulation bis zur Auswechslung in die Erblande gesendet. Zwei Divisionen deckten den Rückzug der Armee und standen im Gefecht bei Tongeren
1795 am Nieder-Rhein, später vor Mannheim, dann in Gefechten bei Hachenburg und Frankenthal
1796 bei der Nieder-Rhein Armee (Korps Werneck) in Gefechten bei Sulzbach, Amberg und Würzburg, Giessen, Freilingen und verblieb dann an der Sieg.
1797 im Gefecht bei Kirburg erlitt die Oberstlieutenant-Division große Verluste
1799 (Dragoner-Reg. Nr. 11) bei der Armee in Deutschland in Gefechten bei Ostrach und Stockach, dann in der Schweiz bei Zürich und später vor Mannheim
1800 erlitt das Reg. bei Engen große Verluste, focht bei Möskirch und mit Auszeichnung bei Neuburg. Später bei Ampfing und Salzburg (Viehhausen), bei Schwanenstadt trug es zur Rettung des Artillerieparkes bei.
1805 (Chevauxlegeres-Reg. Nr. 4) zeichnete sich die Oberstlieutenant-Division bei Wertingen aus, das Regiment bei Jungingen. Zwei zur Bedeckung des Artillerieparks detachierten Divisionen schlugen sich nach Böhmen durch, die zwei anderen im Korps Erzherzogs Ferdinand. Wegen des schwachen Standes wurde aus dem Reg. später nur eine Division gebildet, die das Treffen bei Stecken mitmachte
1809 erst im 2. Korps in Deutschland in Aktion bei Dinzling, Schierling, Eggmühl und Regensburg., dann bei Aspern. In der Schlacht bei Wagram zeichnete sich das Reg. durch einige mit Bravour durchgeführte Atacken bei Baumersdorf aus. Eine Division stand im Streifen-Korps, welches einige gelungene Unternehmungen durchführte
1813 das Reg. focht bei Dresden, zwei Eskadronen zeichneten sich auf dem Rückzug als Nachhut aus, es nahm weiter am Überfall auf Freiberg tei, zeichnete sich im Gefecht bei Stössen-Wethau aus und nahm an der Schlacht bei Leipzig teil. Ein Streif-Kommando überfiel Neufchatel und erbeutete bedeutendes Kriegsmaterial.
1814 bei der Blockade von Besancon und bei der Einnahme von Chalons-sur-Saone, weiter bei den Gefechten bei Maison-Blanches, Macon, Lyon und Romans
1815 stand das Reg. vor Schlettstadt, eine Eskadron im Gefecht bei Markolsheim
1821  beim Feldzug nach Neapel, ohne Gefecht
1848 in Italien, abteilungsweise bei Castelnuovo, Santa Guistina und Giotto, später die Expedition nach Modena mitgemacht. Eine Eskadron im Korps Nugent im Gefecht bei Udine, Visnadello und Olmo. Eine Division beim Streifzug gegen die Freischaaren Garibaldis.
1849 2 Divisionen fochten bei Novara, eine bei der Expedition in die Romagna in Gefechten bei Bologna und der Einnahme von Ancona. Zwei Divisionen waren mittlerweile nach Vorarlberg gerückt, wo sich das Reg. im Oktober vereinigte
1864 nahmen Abteilungen am Übergang der Eider, dem Gefecht bei Torfschoppen und an dem Vormarsch nach Jütland teil. Eine Eskadron bei der Besetzung der Westküste von Schleswig (Inseln)
1866 stand das Reg. mit 5 Eskadronen in der 1. leichten Kavallerie-Division, focht ausgezeichnet bei Trautenau, Neu-Rognitz, dann bei Königgrätz, Pardupitz, Chrudim und Znaim.
1878 (Dragoner-Reg. Nr. 14) stand das Reg. an der Save zur Disposition des Armee-Kommandos

 

Adjustierung des Regimentes Nr. 14

1725 weißer Rock, blaue Aufschläge (nicht authentisch)
1732 (1738) grüner Rock, rote Aufschläge
1757 blauer Rock, ponceaurote Aufschläge, blaue Hosen (nicht durchgeführt)
1765 grüner Rock, ponceaurote Egalisierung, weiße Knöpfe
1765 roter Rock, meergrüne Egalisierung, weiße Hosen, gelbe Knöpfe (nicht durchgeführt)
1767 weißer Rock, pompadourrote Egalisierung, weiße Hosen, gelbe Knöpfe
1791 grasgrüner Rock, pompadourrote Egalisierung, gelbe Knöpfe
1798 dunkelgrüner Rock, popmpadourrote Egalisierung, weiße Hosen, gelbe Knöpfe
1802 weißer Rock, dunkelblaue Egalisierung, weiße Hosen, gelbe Knöpfe
1806 dunkelgrüner Rock,und Hosen, dunkelrote Egalisierung, gelbe Knöpfe
1850 dunkelgrüner Waffenrock und Pantalons, dunkelrote Egalisierung, gelbe Knöpfe
1860 unverändert
1868 lichtblauer Waffenrock, krapprote Egalisierung und Stiefelhosen, gelbe Knöpfe
Uniform als Chevauxleger-Regiment Nr. 4 im Jahre 1802

Quellen:

  • Obstlt. Alphons Frhr. v. Wrede, Geschichte der K.u.K. Wehrmacht von 1618 bis Ende des XIX Jh. Wien, 1898-1905.
Übersicht Regimenter
Übersicht Dragoner