Böhmisches Dragoner-Regiment  Nr. 6

(1769) Sachsen - Coburg - Saalfeld, Friedrich Josias, Prinz zu, FM

 

 

 

Errichtung und Veränderungen.

 

 

1683 laut Patent vom 15. März mit einem Stamme von 200 Mann des Dragoner Reg. Saurau, je 100 Mann von Schulz, Castell und Kueffstein als Dragonerregiment in Nieder-Österreich aufgestellt. 1691 vom Niederösterreichischen Landschafts-Dragonerregiment 500 Mann zugeteilt.

 

1700

Teile des aufgelösten DR Glöckelsperg inkorporiert

1721

eine Kompanie des aufgelösten Regiments Veterani inkorporiert

1731

Mannschaft der aufgelösten Auctions-Kompanien von Savoyen und Philippi zugeteilt

1740

drei Kompanien des aufgelösten DR Württemberg inkorporiert

1768

die Grenadier-Kompanie an das neu aufgestellte 2. Carabinier-Regiment (später DR Nr.1) abgegeben, dagegen eine Eskadron des aufgelösten Kürassier-Regiments de Ville zugeteilt bekommen

1769

erhielt das Reg. in der ganzen Kavallerie die Rangs-Nr. 37

1775

die Oberstlieutenants-Division des aufgelösten DR Liechtenstein zugeteilt bekommen

1798

erhielt es als Dragoner-Regiment (leichtes) die Nr.6 und gab die 4. Division zur Errichtung des leichten DR Nr. 13 (später Husaren-Reg. Nr. 16) ab.

1801-2

wurde das Reg. aufgelöst, die Oberst-Division zu Rosenberg-Chevauxlegers (später Husaren Reg. Nr. 16), die Oberstlieutenant-Division zu Kaiser-Chevauxlegers (später Ulanen Reg. Nr. 6) die Majors-Division zu Konsky-Chevauxlegers (später Dragoner Reg. Nr. 10) eingeteilt

 

 

Ergänzungen:

 

Bei Zuweisung der ständigen Werbebezirke  1781 wurde das Reg. mit der Ergänzung nach Böhmen gewiesen

 

 

Friedensgarnisonen:

 

1699 Ungarn, 1714-16 Wieselburger Komitat, 1718 Ungarn, 1735-37 Ungarn, 1739-41 Mähren und Schlesien, 1748 im Pester, 1749 im Trentschiner Komitat, 1755-56 Körmend, 1763-78 Böhmen (Klattau - Taus) 1779 Pilsen, 1782-90 Klattau (vorübergehend in den Niederlanden) 1798-99 Hohenmaut, 1802 Pilsen - Klattau

 

 

Regiments - Inhaber

 

1683

Ludwig Graf Herbeville, Obrist, FM

1709

Franz Graf Jörger zu Tollet, Obrist, G.d.C.

1739

Joachim Frhr. v. Römer, GFWM, FML

1741

Philipp Frhr. v. Philibert, GFWM, FML

1753

Emanuel Wenzel Graf Kolowrat - Krakowsky, GFWM, G.d.C.

1769

Friedrich Josias Prinz zu Sachsen-Coburg-Saalfeld, GM, FM

 

 

Regiments Kommandanten:

 

1683

der Inhaber, Obrist Herbeville

1684

Vitelli, Obristlieutenant

1691

Capris delle Ciglie (Schille), Obristlieutenant

1694

Schlechtenthal, Obristlieutenant-.Obrist

1695

Stewphan Graf Steinville, Obristlieutenant

1698

Heinrich de Battée, Obristlieutenant-Obrist

1705

Franz Graf Jörger, Obristlieutenant-Obrist

1708

Frhr. von Metsch, Obrist

1751

Falaize, Obristlieutenant

1709

der Inhaber, Obrist Jörger

1716

Nicolaus Kleinermann, Obristlieutenant-Obrist

1729

Johann Friedrich Prinz Anhalt-Bernburg-Zerbst, Obrist

1736

Brechtl, Obristlieutenant

1738

Philipp, Rheingraf zu Salm, Obrist

1740

Belloute de Watters, Obrist

1750

Ludwig Graf Argenteau, Obrist

1756

Heinrich Frhr. v. Jacquemin, (Schakmin) Obrist

1759

Carl v. Hocke, Obrist

1771

Sigmund Graf Kollonits, Obristlieutenant-Obrist

1784

Carl Belleoute de Watters, Oberst

1789

Johann Lajos, Oberst

1791

Wilhelm Fischer v. Ehrenbach, Oberst

1792

Joseph Maria Prinz Lothringen-Vaudèmont, Oberst

1793

Anton Canisius, Oberst

1796

Andreas Graf Hadik v. Futak, Oberst

1800-02

Franz Ambschel, Oberst

 

 

Feldzüge:

Kürassier - Regiment

1683

beteiligten sich Abteilungen dieses kaum formierten Reg. an den Kämpfen an der Tabor-Brücke bei Wien, Obristlieutenant Vitelli durch Wiedereroberung einer verloren gegangenen Brücke sich ausgezeichnet.

Das Reg. focht später am Bisamberg, in der Entsatzschlacht vor Wien und bei Párkány

1684

Belagerung von Ofen

1685-87

bei der Armee in Innerösterreich (Kroatien) ohne größere Aktion

1688

beim Korps in Siebenbürgen

1690

bei Tohány erlitt es bedeutende Verluste, ebenso später bei Therda, wo es von den Türken überfallen wurde

1691

kämpfte es bei der Hauptarmee bei Szlankamen

1692

bei der Belagerung von Grosswardein

1693

unter Heisster bei Semlin, focht später unter Gen. Hofkirchen bei Gyula (Csatád)

1694

in Siebenbürgen von wo es in den folgenden Jahren  unter Veterani

1695

in der Schlacht bei Lagos u-s-w-. teilgenommen

1697

machte das Reg. den Streifzug gegen Uj-Palánka mit

1698

wieder in Siebenbürgen

1702

auf dem Kriegsschauplatz in Italien, im Gefecht bei S. Vittoria und der Schlacht bei Lazzara

1703-04

der größte Teil des Reg. bei den Truppen in der Lombardei (am Po, später Süd-Tirol), eine Abt. im Gefecht bei Dernice

1705

focht das Reg. unter Prinz Eugen  bei Cassano

1706

im Gefecht bei Pianezza, Schlacht bei Turin

1707

den Feldzug in die Provence mitgemacht (Kämpfe bei Toulon)

1708

in Spanien

1710

die Schlachten bei Almenara, Saragossa und Villaviciosa mitgemacht

1716

in Ungarn, bei der Schlacht bei Peterwardein und der Belagerung von Temesvár

1717

in der Schlacht bei Belgrad

1731

bei der Armee in Italien focht das Reg. bei Parma und Quistello und erlitt in der Schlacht bei Guastalla sehr hohe Verluste, besonders an Offizieren

1735

vorübergehend nach Deutschland gesendet, kam es später wieder nach Italien, ohne Aktion

1737

an den Operationen des Korps Hildburghausen in Kroatien teilgenommen

1738

in der Hauptarmee bei Kornia und Mehadia gefochten

1739

stand das Reg. in Siebenbürgen

1741

in Schlesien stehend, nahm das Reg. an dem von seinem Inhaber ausgeführten Reiterangriff in der Schlacht bei Mollwitz teil

1742

in der Schlacht bei Caslau, dann bei der Belagerung von Prag

1743

stand es in Bayern (die Grenadier-Kompanie bei der Einnahme von Dingolfing verwendet), später rückte es an den Rhein vor

1744

Rückzug nach Böhmen

1745

machte das Reg. die Schlachten bei Hohenfriedberg und Soor mit, dann Gefecht bei Schwarzwald

1756

in der Schlacht bei Lobositz, wo sich die Grenadier-Kompanie besonders auszeichnete

1757

focht es bei Kolin, Breslau und Leuthen

1758

focht es bei Hochkirch

1759

in der Armee Loudon´s die Schlacht bei Kunersdorf mitgemacht

1760

zeichnete es sich unter Oberst Hocke in der Schlacht bei Landshut und Liegnitz besonders aus

1761

in der Hauptarmee, ohne Aktion

1762

in Schlesien im Treffen bei Peilau

1778

bei der Okkupation von Niederbayern verwendet, dann nach Böhmen

1779

in Schlesien, ohne Aktion

1789

Reg. Inhaber Prinz J. zu Sachsen-Coburg für den Sieg bei Foksani mit dem Großkreuz des MTO dekoriert

1791

stand das Reg. im Bistum Lüttich

1792

auf dem Kriegsschauplatz in den Niederlanden, fochten 3 Eskadronen bei Bossut, eine Division bei Florennes, das Reg. mit Auszeichnung bei Jenappes

1793

in der Schlacht bei Aldenhoven, bei Berlaimont und Mauberge und Bassuyan.

1794

stand das Reg. vor Lanrecies, macht die Schlacht bei le Cateau, das Gefecht bei St. Croix und einige kleinere Affären an der Sambre mit. Später in den Gefechten bei Maastricht und Kreuznach

1795

am Rhein, wenig in Aktion

1796

am Niederrhein, focht es bei Wetzlar, Würzburg und Schliengen

1797

nicht in Aktion

1799

bei der Armee in Deutschland, focht das Reg. mit Auszeichnung bei Stockach und kam dann in die Schweiz, wo es die Schlacht bei Zürich mitmachte. Im weiteren Verlauf des Feldzuges nicht mehr in Verwendung

1800

bei den Vortruppen am Niederrhein im Gefecht bei Stockach, dann in der Hauptarmee in der Schlacht bei Engen und in den nachfolgenden Kämpfen an der Iller. Im Dezember focht es bei Hohenlinden

 

 

Adjustierung des Regiments

           

1738: blauer Rock, gelbe Aufschläge

1757: dunkelblauer Rock, ponceaurote Aufschläge, dunkelblaue Hosen,

1765: roter Rock, papageigrüne Egalisierung, weiße Hosen, weiße Knöpfe

1767: weißer Rock, ponceaurote Egalisierung,  weiße Hosen, weiße Knöpfe

1850: weißer l Waffenrock, schwarze Egalisierung, lichtblaue Patalons, gelbe Knöpfe

            Dragoner Regiment Nr. 6

1798: dunkelgrüner Rock, bleichrote Egalisierung, weiße Hose, weiße Knöpfe

 

 

 

Quellen:

  • Obstlt. Alphons Frhr. v. Wrede, Geschichte der K.u.K. Wehrmacht von 1618 bis Ende des XIX. Jahrhunderts.

 

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