6.* Mährisches Dragoner-Regiment 
(1889) Albrecht, Prinz von Preussen

* Als Dragoner Reg. Nr. 6 gab es 1798-1801 das 1801 aufgelöste Regiment Coburg, von 1802-1860 das spätere Dragoner Reg. Nr. 12

Errichtung und Veränderungen.

1701 laut Patent vom 5. Mai aus 5 Kompanien des 1629 von Ottavio Piccolomini aufgestelltem späteren Kürassier Reg. Caprara und 5 neu geworbenen, als Kürassier Reg. formiert. 

Laut eines von Kaiser Leopold I. ausgestellten Patents vom Jahre 1656 war anlässlich der Verleihung des erledigten Regiments Piccolomini an Caprara verfügt worden, dass das Regiment für immer "Piccolomoni`sch" genannt werden solle.
 

1721
eine Kompanie des aufgelösten Dragoner Reg. Veterani inkorporiert
1731
Teile der 1727 aufgestellten Auctions-Kompanie an das Reg. Locatelli (1775 aufgelöst) abgegeben
1768
die Karabinier Kompanie an das neu aufgestellte 1. Carabinier - Kürassier - Regiment (Dragoner Nr. 3) abgegeben, dagegen eine Eskadron des aufgelösten Kürassier Reg. Modena übernommen
1769
erhielt das Reg. in der gesamten Kavallerie die Rangs-Nummer 20
1775
die Oberstlieutenant-Div. des aufgelösten Kürassier Reg. Podstatzky inkorporiert
1798
erhielt das Reg. als Kürassier Reg. die Nr. 10
1802
erhielt das Reg. die Nr. 6 und wurde die Oberst-Div. des aufgelösten Kürassier Reg. Zezschwitz übernommen
1867
wurde das Reg. unter Beibehlatung der Nr. 6 in ein Dragoner Regiment umgewandelt

Ergänzungen:

von 1781 bis 1807 erhielt das Reg. seine Rekruten aus Böhmen, später aus Mähren und Schlesien. 

Von 1853 ausschließlich aus Mähren und zwar anfänglich aus Werbebezirk Nr. 3 (Brünn), von 1857 an aus Ergänzungsbezirken Nr. 3, 8, und 54 (Eibenschütz, später Kremsier, Iglau, Olmütz), von 1860-83 nur aus 8 und 54 (Brünn, Olmütz), 1883-89 aus Nr. 8, 81, 93 und 99 (Brünn, Iglau, Schönberg, Znaim). 

Seit 1889 war das Reg. mit der Ergänzung an den Bereich des 2. Korps (Militär-Territorial-Bezirk Wien) gewiesen
 

Friedensgarnisonen:

1711-16 Pressburg, 1718 Siebenbürgen, 1731-33 Raab, Wieselburg, Gran, 1735-42 Lombardie, 1748 Oedenburg, 1750 Honter Komitat, 1752 Zips, 1754-56 Honter Komitat, 1763 Körmend, 1769 St. Gotthard, 1773 Gross-Kanizsa, 1775 Wien, 1776-79 Pécsvár, 1780-88 Gross-Kanizsa, 1789 Fünfkirchen, 1790 Gross-Kanizsa, 1792-93 Wien, 1797 Saaz, 1798-99 Pilsen, 1801 Wien, 1802 Gross-Kanizsa, 1803 Kesthély, 1805 Moór, 1806 Grosswardein, Moór, 1807-09 Gyöngyös, 1810 St. Georgen (Pressburg), 1812-13 Wien, 1814-15 Gaja, 1815 Pécsvár, 1820 Arad, 1825 Debreczin, 1829 Kis-Szeben, 1831 Gross-Tapolcsán, 1840 Sáros-Patak, 1842 Gyöngyös, 1844 Gross-Tapolcsán, 1847 St. Georgen, 1848 Prossnitz, 1849 Kecskemét, 1850 Podiebrad, 1851 Wien, 1852 Grosswardein, 1854 Galizien, dann Debreczin, 1855 Pest, 1856-59 Stuhlweissenburg, 1859 Oedenburg, 1861-66 Raab, 1866 Grosswardein, 1871 Wessely, 1875 Wien, 1876 Brünn, 1879 Klattau, 1880 St. Georgen, 1881 Przemysl, 1886 Brünn, 1897 Enns.
 

Regiments - Inhaber
 

1701
Philipp Prinz zu Hessen Darmstadt, G.d.C. - FM
1737
Franz Frhr. von Miglio (später Graf), GFWM, FML
1745
Friedrich Hannibal Frhr. von Schmerzing, FML, G.d.C.
1762
Joseph Graf d´Ayasasa, FML, G.d.C.
1779
Heinrich Frhr. von Jacquemin (Schackmin), G.d.C.
1793
Carl Mack, Frhr. von Leiberich, FML
1798
Kürassier Regiment Nr. 10
1802
Kürassier Regiment Nr. 6
1807
unbesetzt
1808
Friedrich Frhr. von Gottesheim, FML
1809
Moriz Fürst Liechtenstein , FML
1819
Ludwig Graf Wallmoden - Gimborn, FML, G.d.C.
1862
Alexander Prinz von Hessen und bei Rhein, FML, G.d.C.
1867
Dragoner Regiment Nr. 6
1889
Albrecht, Prinz von Preussen, Regent des Herzogtums Braunschweig

Regiments Kommandanten:
 

1701
Unwerth, Obristlieutenant
1705 
Graf Orsetti, Obristlieutenant-Obrist
1716
Kleiner, Obristlieutenant
1717
Franz Frhr. von Miglio, Obristlieutenant-.Obrist
1734
Graf Payersberg, Obrist
1736
Leopold Prinz zu Hessen - Darmstadt1742
1742
Carl Anton Corrioule, Obrist
1744
Frhr. von Metsch, Obrist
1751
Philipp Anton Graf Grünne, Obrist
1752
Carl Graf Martini, Obrist
1757
Anton Graf Barbiano de Belgiojoso, Oberst
1759
Sigmund Frh. von Gabelkoven, Oberst
1767
August Frhr. von Schmerzing, Oberst
1773
Prokop Graf Wratislaw, Oberst
1782
Carl Heinrich Frhr. von Einsiedel, Oberst
1789
Johann Karwinsky von Karwin, Oberst
1794
Franz Graf Rosenberg - Orsini, Oberst
1796
Joseph Walthür von Waldenau, Oberst
1800
Friedrich Frhr. von Wöllwarth, Oberst
1806
Franz Vicomte Roussel d´Hurbal, Oberst
1809
Carl Frhr. von Flachenfeld, Oberst
1813
Andreas von Laitner, Oberst
1826
Joseph Frhr. von Drosde zu Vischering, Oberst
1832
Joseph von Sardagna, Oberst
1838
Rudolph Graf Schaaffgotsche, Oberst
1846
Joseph von Fejérváry, Oberst
1849
Paul Kral, Oberst
1849
Sigmund Lázár von Ecska, Oberst
1851
Friedrich Frhr. von Boxberg, Oberst
1851
Gustav Frhr. von Lindenfels, Oberst
1852
Erzherzog Rainer (2. Oberst)
1857
Alfred Fürst zu Windisch - Graetz, Oberst
1860
Constantin Graf Thun - Hohenstein, Oberstlieutenant-Oberst
1868
Justin Graf Bolesta - Koziebrodzky, Oberst
1869
Alfred Ritter von Joelson, Oberst
1875
Georg Fricke, Oberst
1879
Adolph Leddihn, Oberst
1885
Gustav Frhr. von Worsebe, Oberstlieutenant-Oberst
1887
Joseph Siebert, Oberst
1892
Joseph Rieger, Oberstlieutenant-Oberst
1898
Erzherzog Franz Salvator, Oberst

Feldzüge:

Kürassier-Regiment


1702
auf dem Kriegsschauplatz in Deutschland bei der Belagerung von Landau
1703
in dem Gefecht bei Munderkingen
1704
machte das Reg. die Schlacht bei Höchstädt mit
1705
gegen die Malcontenten in Ungarn eingesetzt
1706
im Korps Pálffy zumeist bei Oedenburg und an der Niederösterreichischen Grenze verwendet
1707
im Korps Rabutin in Ober-Ungarn rückte es 1708 nach Siebenbürgen
1709
nahm das Reg. an dem Zuge zur Verproviantierung von Grosswardein teil und focht im Treffen bei Királyhágó
1710
stand es in Siebenbürgen
1711
in Ungarn ohne größere Aktion
1716
focht das Reg. in der Schlacht bei Peterwardein und bei der Belagerung von Temesvár
1717
im Korps Martigny am linken Save Ufer stehend, rettete das Reg. in dem Gefecht am 17.7.durch einen glänzenden Angriff die bedrohte Infanterie, in der Schlacht bei Belgrad focht es gleichfalls mit Auszeichnung, hatte aber große Verluste zu beklagen
1734
auf den Kriegsschauplatz nach Italien gerückt, focht das Reg. bei Parma, wo sich die Karabinier Kompanie auszeichnete und bei Guastalla
1735
in Ober Italien, später in Tyrol, ohne Aktion
1739
am Krieg gegen die Türken nicht teilgenommen, verblieb das Reg. in Italien
1742
in der Armee des FM Traun in Italien
1743
in der Schlacht bei Camposanto
1744
beim Zug nach Neapel
1746
kämpfte das Reg. bei Codogno, zeichnete sich bei Piazenza aus und focht noch bei Rottofreno
1747
machte es den Zug in die Provence mit
1757
focht das Reg. in der Schlacht bei Kolin, dann bei Breslau und Leuthen
1758
in der Schlacht bei Hochkirch
1759
zeichnete sich das Reg. im Treffen bei Meissen aus, besonders die Karabinier Kompanie. Das Reg. nahm noch an dem Treffen bei Maxen teil
1760
im Korps Laudon focht es bei Landshut und Liegnitz
1761
bei der Hauptarmee in Sachsen 
1762
bei jener in Schlesien und kam nur bei Peilau ins Gefecht
1778-9
bei der Hauptarmee in Böhmen, ohne Aktion
1788
bei der Hauptarmee im Banat, zeichnete es sich beim Rückzug von Karansebse aus
1789
stand es vor Belgrad
1793
auf den Kriegsschauplatz am Rhein gerückt, nahmen Abteilungen an den Gefechten von Rheinzabern, Landau, der Einnahme der Weissenburger Linien, den Gefechten im Brumpter Wald und anderen teil. Bei Reichshofen (Uttenhofen) zeichnete sich die Oberst Division durch glänzende Attacke aus, endlich säuberte Major Wallthör mit seiner Division den Schweighauser Wald (Gefecht bei Neuweiler)
1794
trotz vielfacher Hin - und Hermärsche in keiner Aktion
1795
stand das Reg. vor Mannheim wo es einen gelungenen Überfall auf Schwetzingen ausführte, in dem Gefecht bei Frankenthal zeichnete sich eine Eskadron aus
1796
in der Armee Erzherzog Carl zersprengte das Reg. in der Schlacht bei Amberg ein aus 3 Batallionen bestehende Karré und focht noch mit Auszeichnung bei Würzburg
1797
am Rhein, ohne Gefecht
1799
Kürassier Reg. Nr. 10 - erneut auf dem Kriegsschauplatz in Deutschland focht das Reg. mit Auszeichnung bei Stockach, später, am Rhein verblieben im Gefecht bei Löchgau
1800
kam das Reg. bei Donauwerth zum Einsatz und nahm später an der Schlacht bei Hohenlinden und einigen Rückzugsgefechten, bei Salzburg, Lambach, Kremmsmünster u.s.w. teil
1805
(ab 1802) Kürassier Reg. Nr. 6 - mit 4 Divisionen auf dem Kriegsschauplatz in Deutschland, zeichnete sich die Majors Div. im Gefecht am Michaelsberg aus, das Reg. schlug sich dann unter Erzherzog Ferdinand nach Böhmen durch, wobei es sich bei Eschenau auszeichnete und kämpfte noch - der großen Verluste wegen in eine Division formiert - bei Stecken
1809
im Reservekorps der Armee in Deutschland focht das Reg. bei Eggmühl und zeichnete sich später in den Schlachten bei Aspern und Wagram durch glänzende, meist zum Schutz der bedrohten Infanterie unternommenen Angriffe aus
1813
in der Donau Armee, später im österreichisch - bayrischen Korps unter G.d.C. Graf Wrede, erlitt das Reg. bei Hanau bedeutende Verluste
1814
in der Hauptarmee im Treffen bei Troyes, in der Schlacht bei Areis-sur-Aube und dem Treffen bei Fère-Champenoise teil, in welchem sich die Oberst Div. auszeichnete. Später bei der Einnahme von Paris, kam aber nicht zur Aktion
1815
bei der Armee am Ober Rhein, ohne Aktion
1848
nahm das Reg. an den Kämpfen anlässlich der Einnahme von Wien teil und focht mit Auszeichnung bei Schwechat. Beim Vorrücken der Ungarn zeichnete sich die Oberst- und Oberstlieutenant Division bei Bábolna und Moór besonders aus
1849
war die Oberstlieutenants 2. Eskadron im Gefecht bei Tetény, das Regiment in den Gefechten bei Szolnok und Abonyi, eine Division bei Czibakháza. Abteilungen des Reg. fochten bei Szolnok, Isaszeg und Czinkota. Später in der Süd Armee des Banus machte das Reg. das Treffen bei Kács, das Gefecht bei Ó-Becse und die Schlacht bei Hegyos mit
1866
mit 4 Eskadronen in der 1. Reserve Kavallerie Division Prinz Holstein in der Nord Armee. Die 3. Eskadron zeichnete sich bei Wysokow - Nachod aus. Das Regiment focht noch bei Königgrätz

Adjustierung des Regimentes
 
Als Kürassierregiment
1738: weißer Rock, rote Aufschläge
1765 (1767): weißer Rock, pompadourrote Egalisierung, weiße Hosen, gelbe Knöpfe
1770: weißer Rock, schwarze Egalisierung, weiße Hosen, gelbe Knöpfe
Kürassier Regiment Nr. 10, von 1802 an Nr. 6

1798: weißer Rock, schwarze Egalisierung, gelbe Knöpfe

1850: weißer l Waffenrock, schwarze Egalisierung, lichtblaue Patalons, gelbe Knöpfe
Dragoner Regiment Nr. 6

1868: lichtblauer Waffenrock, schwarze Egalisierung, krapprote Stiefelhose, gelbe Knöpfe

 links: Karabinier 1760, Reg. Schmerzing, rechts: Offizier 1810 Reg. Prinz Moriz Liechtenstein

Quellen:

  • Obstlt. Alphons Frhr. v. Wrede, Geschichte der K.u.K. Wehrmacht von 1618 bis Ende des XIX. Jahrhunderts
  • L. und F. Funcken, Historische Uniformen, ORBIS Verlag, 2000
  • Osprey Military, Heft Nr. 271, Reprint 1999
 
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