3.* Niederösterreichisches Dragoner-Regiment 
                         1873 Albert, König von Sachsen 

* Als Dragoner-Reg. Nr. 3 gab es 1798 - 1801 das spätere Dragonerreg. Nr. 5, von 1802-67 das Dragonerreg. Nr. 11.

Errichtung und Veränderungen.

Am 1.11.1768 aus den Karabinier Kompanien der Kürassierregimenter Toscana (1801 aufgelöst)) Serbelloni, Herzog Albert (aufgelöst), Erzherzog Max (Nr. 8) O´Donell (Nr. 5), Kleinholdt, Podstatzky, Voghera (alle drei aufgelöst), D`Ayasasa (Nr. 6), Stampa, Anspach (aufgelöst) und Berlichingen (Nr. 9), dann aus dem Stabe des aufgelösten Reg. Alt-Modena zu Ungarisch Altenburg als "Erstes Carabinier-Regiment" aufgestellt.
 
 

1769-1798
führte das Reg. in der ganzen Kavallerie die Nummer 5
1798
wurde das Reg. in ein Kürassier-Regiment umgewandelt und erhielt als solches die Nr. 3. Die Chevauxlegers Division wurde an das neu aufgestellte Kürassierreg. (später Dragoner Nr. 12) abgegeben
1802
Die Majors-Division des aufgelösten Kürassierreg. Anspach übernommen
1867
wurde das Reg. unter Beibehaltung seiner Nummer in ein Dragonerregiment umgewandelt

Ergänzungen:

Das Regiment hatte als Karabinierreg. keine selbständige Werbung vorzunehmen, sondern anfänglichst seine Abgänge durch Übernahme älterer Mannschaften der Regimenter Toscana, Erzherzog Max, Kleinholdt, Serbelloni, O´Donell, Podstatzky, Voghera, D`Ayasasa, Berlichingen Stampa und Anspach - Kürassieren zu decken. 

Von 1781 erhielt es seine Ergänzungen aus den gesamten deutschen Werbebezirken mit Ausnahme von Krain, Görz und Gradisca. Zwischen 1798 - 1830 rekrutierte sich das Reg. aus Mähren und Schlesien, seit 1830 aus Niederösterreich und zwar 1853-57 aus dem Werbebezirk Nr. 49, 1857-83 aus den Ergänzungsbezirken der IR Nr. 4 und 49 (Korneuburg und St. Pölten) von 1883-89 aus jenem von Nr. 84 (Wiener - Neustadt). 

Seit 1889 ist das Reg. mit seiner Ergänzung an den Bereich des 2. Korps (Militär-Territorial-Bezirk Wien) gewiesen.
 

Friedensgarnisonen:

1768-78 Ungarisch Altenburg, 1779 Pardubitz, 1782 Ungarisch Hradisch, 1781 Pardubitz, 1790 Sternberg, dann Pardubitz, 1791-93 Oedenburg, 1798-99 Ungarisch Brod, 1801-05 Oedenburg, 1806 Oedenburg, 1807 Pardubitz, 1808-09 Oedenburg, 1810 Oedenburg, dann Wien, 1811-1813, 1814-15,1816 Oedenburg, 1837 Maria-Theresiopel, 1846 Kecskemét, 1849 Maria-Teresiopel, 1850 Kolin, 1851 Wien, 1852 Miskolz, 1851 Tysmienica, dann Großwardein, 1855 Moór, 1859 Wien, 1859-60 Güns, 1862 Wien,1865-66 Stuhl-Weissenburg,1866 Moór, 1871 Wien, 1873 Enns, 1883 Wels, 1888 Stockerau, 1896 Krakau. 
 

Regiments - Inhaber
 

1768
Albert, Herzog zu Sachsen - Teschen, FM (als Karabinier-Reg)
1798
Kürassier - Regiment Nr. 3
1822
Friedrich August Albert, königlicher Prinz und Mitregent von Sachsen
1835
derselbe, als Friedrich August, König von Sachsen
1856
Johann, König von Sachsen
1867
Dragoner Regiment Nr. 3
1873
Albert, König von Sachsen

Zweite Inhaber:

Von 1822-38 Carl, Frhr. Kroyher von Helmfels, FML, G.d.C., 1839-58 Carl, Ritter Gorzkowski von Gorzków, FML, G.d.C., 1858-80 Ludwig Gottfried Nagy de Somlyó, FML (änderte seinen bisher geführten Namen Ludwig von Reschenbach 1864 ab)
 

Regiments Kommandanten:
 

1768
Wolfgang Caspar Frhr. von Zezschwitz, Oberst
1775
Franz Wenzel Graf Desfours, Oberst
1784
Franz Friedrich Graf Hoditz, Oberst
1790
Johann Frhr. von Hildebrandt, Oberst
1791
Friedrich Frhr. von Seckendorf, Oberst
1794
Mathias Karst, Oberst
1795
Hieronymus Frhr, von Vimereatti, Oberst
1798
Christian Frhr. von Wolfskehl, Oberst
1800
Joseph Graf Radetzky von Radetz, Oberst
1805
Carl von Kroyher, Oberst
1809
Ferdinand Kuttalek von Ehrengreif, Oberst
1813
Heinrich Frhr. von Bayerwerk, Oberst
1823
Moritz Graf Clary, Oberst
1829
Anton Franz, Oberst
1834
Joseph Niesner von Gräevenberg, Oberst
1841
Joseph Baltheser von Löwenfeld, Oberst
1848
Moriz Frhr. von Lederer, Oberst
1849
Johann Gaupp, Ritter von Berghausen, Oberst
1854
Rudolph Frhr. von Geuder, Oberst
1859
Franz Frhr. von Sedlnitzky, Oberst
1861
Ludwig Prinz Hohenlohe - Langenburg, Oberst
1863
Adolph Schwarz, Oberst
1868
Alexander Graf Kálnoky de Köröspatak, Oberst
1870
Anton Haizinger, Oberst
1876
Heinrich Ritter von Ambrózy, Oberst
1877
Edmund Edler von Krieghammer, Oberst
1879
Hilbert Frhr. von Löhneisen, Oberstlieutenant - Oberst
1884
Isidor Frhr. von Ripp, Oberst
1887
Rudolph Reinhold, Oberstlieutenant - Oberst
1891
Joseph Freund von Arlhausen, Oberst
1897
Emil Frhr. von Magdeburg, Oberstlieutenant - Oberst

Feldzüge:

Erstes Carabinier Regiment


1778-9
stand das Reg. in der Hauptarmee in Böhmen, ohne Aktion
1793
inklusive der Chevauxlegérs Division in den Niederlanden, zeichnete sich letztere bei Aldenhoven und Neerwinden aus, das Reg. dann vor Maubeuge und Wattignies aus
1794
nahm das Reg. an den Kämpfen vor Landrecies und in der Schlacht bei Fleurus teil, die Chevauxlegérs Division zeichnete sich dann bei Jülich aus
1795
stand das Reg. vor Mainz und nahm an den Gefechten bei Pfrimm und Lampertsheim teil, die Oberstlieutenant-Division zeichnete sich bei Bacharach aus
1796
focht die Chevauxlegérs Division bei Malsch und Bopfingen und zeichnete sich später bei dem Überfall von Kitzingen aus. Die Majors Division focht bei Camberg, das Regiment bei Würzburg, wo es sich besonders auszeichnete
1797
nur die Chevauxlegérs Division in einigen kleinen Gefechten
1799
als Kürassier Regiment: auf dem Kriegsschauplatz in Deutschland im Reservekorps, ohne Einsatz. Die Oberstlieutenant Division später im Gefecht bei Stetten, bei Wiesloch machten 2 Divisionen erfolgreiche Attacken
1800
im Reservekorps, bei Engen und Möskirch nicht eingesetzt. Bei Dellmensingen nach Durchschwimmen der Donau vertreib die Oberst Division die feindliche Kavallerie, bei Gutenzell zeichnete sich die Majors Division aus.  Das Regiment focht mit besonderer Auszeichnung unter Oberst Graf Radetzky bei Hohenlinden und kam noch bei Laufen zum Einsatz
1805
in Deutschland im Korps Werneck zeichnete sich das Reg. bei Wertingen, Jungingen und Langenau aus. Der Katastrophe, von welcher das Korps Werneck bei Trochtelfingen  betroffen wurde, entging das Regiment indem es sich an die aus Ulm ausgebrochenen Abteilungen anschloß, vielfach verfolgt und in stetige Kämpfe verwickelt sich nach Böhmen durchschlug und später an dem Treffen bei Stecken teilnahm 
1809
bei der Hauptarmee in Deutschland rettete Rittmeister Andreas v. Phannhauser in der Schlacht bei Eggmühl durch einen glänzenden Angriff mehrere bereits vom Feinde eroberten Geschütze. In der Schlacht bei Regensburg deckten 2 Eskadronen mit heldenmüthiger Tapferkeit den Rückzug der Infanterie der Nachhut Brigade
1813
nur die Oberst - und Majors Division bei der Hauptarmee in Sachsen, in Dresden nicht im Einsatz, später im Nachhut Gefecht bei Mulda und mit Auszeichnung bei Leipzig (Wachau)
1814
beide Divisionen bei der Süd Armee, nicht in Aktion
1815
bei der Armee in Frankreich, auch ohne in Aktion zu kommen
1848
die Oberst Division im Korps Jellacic nahm am Treffen bei Schwechat teil, dann an der Einnahme von Wien, später nach Ungarn vorgerückt nahm sie am Gefecht bei Kázmér (Parendorf) teil
1849
im Gefecht bei Tetényi und in den Schlachten bei Kápolna, Szolnok, Tapio-Bicske (Erstürmung der Brücke) und Isaszeg. Im Sommerfeldzug bei der Süd Armee vereinigten sich die zwei Divisionen mit den beiden anderen, die bisher im Korps Nagent bei der Einnahme von Essegg mitgewirkt hatten. Das Regiment focht dann mit Auszeichnung bei Káty (Káacs), die Oberst Division bei Ó-Becse. In der Schlacht bei Hegyes deckte die Majors Division als äußerste Nachhut den Rückzug. Das Regiment kam dann noch bei Vilova zur Aktion.
1866
in der 2. Reserve Kavallerie Division der Nordarmee kam das Reg. nicht zum Einsatz, auf dem Rückzug von Königgrätz bestanden einzelne Abteilungen bei Tischnowitz - Cepin auf Vorposten stehend kleinere Gefechte

Adjustierung des Regimentes
Erstes Carabinier Regiment
1768: weißer Rock, pompadourrote Egalisierung, weiße Hosen, gelbe Knöpfe 
Kürassier Regiment Nr. 3
1798: weißer Rock, pompadourrote Egalisierung*, weiße Hosen, gelbe Knöpfe
1850: weißer Waffenrock, dunkelrote Egalisierung, lichtblaue Patalons, gelbe Knöpfe
Dragonerregiment Nr. 3
1863: lichtblauer Waffenrock, dunkelrote Egalisierung, krapprote Stiefelhose, gelbe Knöpfe 


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* F. Funcken gibt an "kräftig rosa"
Offiziers-Kürass und Mannschaftsuniform 1798 (Kürassiere. Albert v. Sachsen - Teschen)

Quellen:

  • Obstlt. Alphons Frhr. v. Wrede, Geschichte der K.u.K. Wehrmacht von 1618 bis Ende des XIX. Jahrhunderts
  • L. und F. Funcken, Historische Uniformen, ORBIS Verlag, 2000
  • Osprey Military, Heft Nr. 271, Reprint 1999
 
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