1.* Böhmisches Dragoner-Regiment 
(1888) Kaiser Franz
(Das Regiment hat diesen Namen auf immerwährende Zeit zu behalten)
 

*Als Dragoner-Reg. Nr. 1 rangierte von 1798-1802 das spätere Ulanen - Reg. Nr. 6, von 1802-1860 das Dragoner-Reg. Nr. 9, von 1860-1867 das Dragoner - Reg. Nr. 13.
 

Das Regiment besaß eine demselben mit dem Allerhöchsten Befehlsschreiben vom 30. November 1898 verliehene, an einer silbernen Ehrentrompete zu tragenden goldene Inhaber - Jubiläums - Medaille. Diese zeigt auf der Vorderseite das Relief - Portrait des Kaisers in der Inhaber - Uniform, die Inschrift "Kaiser Franz Joseph I." und das Schild des Allerhöchsten Wappen mit der Krone. Die Rückseite enthält die Widmung: "Der Inhaber seinem Dragoner - Regiment Kaiser Franz Nr. 1"

Errichtung und Veränderungen:

1768 mit 1. November aus den Carabinier Kompanien der Kürassier - Regimenter Trautmannsdorf (Dragoner Nr. 7), Caramelli (Nr. 2), de Ville und Carl Pálffy (aufgelöst), dann den Grenadier - Kompanien der Dragoner - Regimenter Savoyen (Nr. 13), Batthyányi (Nr. 10), Liechtenstein und Darmstadt (aufgelöst), Zweibrücken (Husaren Nr. 15), Kolowrat und Jung - Modena (aufgelöst), dann Bettoni (Ulanen Nr. 8), endlich dem Stabe vom aufgelösten Kürassier - Regiment Kleinholt als "Zweites Carabinier - Regiment" in Oedenburg aufgestellt.
 

1769 erhielt es in der ganzen Kavallerie die Rangnummer 15.
1798 wurde das Regiment in ein Kürassier-Reg. umgewandelt und erhielt als solches die Nr. 1. Die Chevauxlegers-Kompanie wurde an das neu errichtete Kürassier-Regiment (Dragoner Nr. 12) abgegeben.
1802 die Oberstlieutenants - Division des aufgelösten Kürassier - Regiments Anspach Nr. 11 zugeteilt bekommen.
1867 wurde das Regiment unter der Beibehaltung der Nr. 1 in ein Dragoner-Regiment umgewandelt.

Ergänzungen:

Das Regiment hatte als Carabinier - Regiment keine selbständige Werbung vorzunehmen, sondern seinen Abgang anfänglich durch Zutransferierung älterer Mannschaften der Regimenter Caramelli, Carl Pálffy, Trautmannsdorf. Savoyen, Batthyányi, Liechtenstein, Darmstadt, Württemberg, Zweibrücken, Jung - Modena und Kolowrat zu decken. Von 1781 erhielt es seine Ergänzungen aus den gesamten deutschen Werbebezirken, mit Ausnahme von Krain, Görz und Gradisen.

Seit 1799 rekrutierte es sich aus Böhmen, von 1853 an speziell aus dem Werbebezirk des IR Nr. 18, von 1857 bis 1860 auch noch aus dem von Nr. 36 (Königgrätz, Jung-Bunzlau). 1860 - 68 noch zusätzlich Nr. 74 (Jitschin), 1883 - 89 aus Nr. 18, 21, und 98 (Königgrätz, Tschaslau, Hohenmaut). Seit 1889 aus dem Bereich des 9. Korps (Josephstadt).
 

Friedensgarnisonen:

1768 Oedenburg, 1771-78 Steinamanger, 1779 Brandeis, 1791 Prag, dann Steinamanger, 1792-93 Wien, 1797-99 Gaja, 1801 Steinamanger, dann Wien, 1803-05 Pécsvár, 1806 Sáros - Patak - Gyöngyös, 1807 - 09 Miskolcz - Sáros - Patak, 1810 - 13 Nagy - Tapolcsán, 1814 - 15 Ungarisch - Brod, 1816 Wels dann Güns, 1818 Wien, 1819-48 Brandeis, 1849 Pest (Soroksár), 1850 Alt - Bunzlau, 1853 Stuhlweissenburg, 1854 Chodorów, dann Nyiregyháza, 1855 Gyöngyöns, 1856 Czegléd, 1859 Kornenburg, 1859 -60 Pressburg (St. Georgen), 1861 Gross - Wardein, 1865 - 66 Gyöngyös, 1866 Fünfkirchen, 1870 Prossnitz, 1871 Pradubitz, 1877 Theresienstadt, 1897 Stanislau.
 

Regimentsinhaber:
 

1768 Michael, Graf Althann, GM, G.d.C. - Carabinier - Regiment Nr. 2
1770 Erzherzog Franz, Erbprinz v. Toskana, seit
1790 Kronprinz Franz , derselbe
1792 Kaiser Franz II.
1798 Kürassier - Regiment Nr. 1
1806 Kaiser Franz (nach Niederlegung der deutschen Kaiserwürde)
1835 Kaiser Ferdinand
1848 Kaiser Franz Joseph
1867 Dragoner - Regiment Nr. 1
1888 seit diesem Jahr führt das Reg. den Namen "Kaiser Franz"

Zweite Inhaber:
 

1774-1801 Moriz Graf Lacy, FM, 
1801 - 02 Wolfgang Frhr. v. Zezschwitz, FML, 
1803 - 1812 Joseph Prinz zu Lothringen, FML, 
1812 - 31 Heinrich Bersina Frhr. v. Siegenthal, FML, G.d.C.,
1832 - 35  Alfred Fürst Windisch-Graetz, GM, FML, 
1835 - 67 Eugen Graf Wratislav v. Mittrowitz - Netolitzky, FML, FM, 
1867 - 76  Emerich Prinz Thurn und Taxis, FML, G.d.C.

Regimentskommandanten:
 

1768 Ferdinand, Graf Tige, Oberst
1773 Moriz Graf Kavanagh, Oberst
1783 Siegfried Frhr. v. Kospóth, Oberst
1790 Rudolf Frhr. v. Kölbel, Oberst
1795 Eugen v. Monroe, Oberst
1797 Conrad Weeber, Oberst
1800 Carl Frhr. v. Favier du Noyer, Oberst
1805 Wilhelm v. Motzen, Oberst
1809 Franz Graf Desfours, Oberst
1813 Carl v. Wibbeking, Oberst
1819 Emanuel Frhr. v. Brotfeld zu Kronenburg, Oberst
1827 Egydius Frhr. v. Taxis, Oberst
1831 Franz Frhr. v. Esch, Oberst
1838 Joseph v. Filo, Oberst
1845 Wilhelm Prinz zu Schwarzburg - Rudolstadt, Oberst
1849 Arthur Graf Segur - Cabannac, Oberst
1850 Felix Frhr. v. Brüsselle, Oberst
1855 Carl Johann v. Nostitz - Drzewiecki, Oberst
1861 Hermann Frhr. v. Ramberg, Oberstlieutenant
1862 Joseph Kraus, Oberst
1863 Guido Villata v. Vilatburg, Oberst
1868 Ludwig Ritter v. Müller, Oberst
1875 Julius Ritter Neumann v. Spallart, Oberst
1880 Alexander v. Szilley, Oberst
1887 Hugo Graf Wurmbrand - Stuppach, Oberst
1892 Carl Weiss v. Weissenbruck, Oberstlieutenant - Oberst
1897 Carl Tersztyánszky v. Nádas, Oberstlieutenant - Oberst

Feldzüge:
 
 
1778 bei der Armee in Böhmen, nur die Chevauxlegers - Division im Gefecht bei Arnau und 1779 bei Wartha.
1788-90 an dem Krieg gegen die Türken nicht teilgenommen, nur Rittmeister Wilhelm Graf Mahony als Ordonanzoffizier des G.d.C. Prinzen Coburg in der Schlacht bei Martinestie ausgezeichnet.
1793 auf dem Kriegsschauplatz am Ober - Rhein standen Abteilungen des Reg. vor Landau und bei der Einnahme der Weissenburger Linien. Die Chevauylegers - Division stand in den Niederlanden und zeichnete sich bei der Einnahme von Huy, bei Tirlemont, Neerwinden, Saultain, Menin und Orchies aus.
1794 nur ein Detachement bei der Schlacht bei Kaiserslautern, die Chevauxlegers - Division kämpfte vor Landrecies und bei Tournay.
1795 zeichnete sich das Reg. bei der Einnahme der feindlichen Verschanzungen vor Mainz aus, eine Division bei Trippstadt.
1796 tat sich das Reg. erneut hervor bei Würzburg, die Chevauxlegers - Division bei Kuppenheim und Neuburg.
1797 nur die Chevauxlegers - Division in einem Gefecht bei Frankfurt a. M.
1799 stand das Reg. vor Mannheim, später Abteilungen im Gefecht bei Knittlingen und Wiesloch.
1800 auf dem Rückzug nach der Schlacht bei Biberach, bei Eichen, schlug das Reg. mehrere Angriffe mit Bravour zurück und focht bei Gutenzell. Nach der Schlacht bei Hohenlinden in der Nachhut eingeteilt, nahm es an dem Gefecht bei Salzburg teil.
1805 aus der Garnison in Wien nach Mähren gerückt nahmen 3 Divisionen an der Schlacht von Austerlitz teil, wo sie sich bei der Deckung des Rückzuges bewährten. Die 3. Division war zur Deckung des kaiserlichen Hoflagers kommandiert.
1809 im 2. Reserve - Korps eingeteilt, nahm das Reg. an dem Treffen bei Eggmühl und den Schlachten bei Aspern, Wagram und Znaim ehrenvoll teil.
1813 zwei Divisionen in der Schlacht bei Dresden, das Reg. bei Liebertwolkowitz und Leipzig im Gefecht.
1814 focht das Reg. bei Troyes, la Ferté und mit besonderem Erfolg bei Fére-Champenoise.
1815 in Frankreich, nicht im Gefecht.
1848 eine Eskadron bei der Unterdrückung der Unruhen in Prag. Die Oberstlieutenant - Division unter FM Windisch-Graetz nahm an der Einnahme von Wien teil.
1849 bis zum Beginn des Sommerfeldzuges in Wien, rückte das Reg. im Juni nach Ungarn wo es mit Auszeichnung bei Szered, Pered, in beiden Schlachten bei Komorn, dann bei Szöreg und Temesvár focht. Von den beiden anderen in Böhmen verbliebenen Divisionen kam eine erst im September zur Zernierung von Komorn.
1866 mit 4 Eskadronen in der Schlacht bei Königgrätz wenig engagiert, ebenso bei Tischnowitz.

 

Adjustierung des Regimentes Nr. 1

1768 als Carabinier - Regiment: weißer Rock, pompadourrote Egalisierung, weiße Hosen und Knöpfe
1798 als Kürassier - Regiment: weißer Rock, pompadourrote Egalisierung, weiße Hosen und Knöpfe
1850 weißer Waffenrock, dunkelrote Egalisierung, lichtblaue Pantalons, weiße Knöpfe
1868 als Dragoner - Regiment: lichtblauer Waffenock, dunkelrote Egalisierung, krapprote Stiefelhosen, weiße Knöpfe
Uniform als Carabinier-Regiment Nr. 2 um 1770

Quellen:

  • Obstlt. Alphons Frhr. v. Wrede, Geschichte der K.u.K. Wehrmacht von 1618 bis Ende des XIX Jh. Wien, 1898-1905.
  • R. von Ottenfeld, Bild "Carabinier in voller Ausrüstung ca. 1770"
 
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