Die Dragoner


Dragonerhelme
links 1836 (Offiziershelm), rechts Modell 1850 (Mannschaft)


Dragoner (Draconen) tauchten in der österreichischen Kavallerie bereits ab dem Jahr 1623 auf. Anfänglich nur in einzelnen Kompanien entweder als selbständig geworben oder als Teil eines Kürassier - bzw. Arkebusier - Regimentes, dort gewöhnlich als Leib-Kompanie. Erst ab dem 2. Generalat Waldsteins wurden auch ganze Dragonerregimenter - allerings mit sehr schwachem Stand (3 - 5 Kompanien) aufgestellt.
Die Dragoner waren ürsprünglich nur eine Art berittener Infanterie, mit Musketen bewaffnet und hauptsächlich zur Führung von Feuergefechten zu Fuß an Punkten, welche durch die Infanterie nich rechtzeitig erreicht werden konnten, eingesetzt.
Die Chargen bei den Dragonern waren deshalb ähnlich wie bei der Infanterie: der Kompaniekommandant hieß nicht Rittmeister sondern Hauptmann, die Kompanien hatten keine Trompeter sondern Tabouren.
Erst später wurden die Dragoner wie Kürassiere auch für den Kampf zu Pferde verwendet, im Unterschied zu den Kürassieren waren sie aber mit leichteren Pferden ausgerüstet.
Nach dem 30-jährigen Krieg hatte die Monarchie 9 Kürassierregimenter und 1 Dragonerregiment stehen.
Erst in den Türkenkriegen 1683 - 1698 wurden 13 neue Dragonerregimenter aufgestellt.
Anfang des 20. Jh. hatte die österreichische Kavallerie 15 Dragonerregimenter.

Die Bewaffnung der Dragoner war ähnlich wie die der Kürassiere, auch sie führten den schweren Pallasch als Hieb-und Stichwaffe, außerdem einen Karabiner, später die Bajonettflinte und ein paar Pistolen. Der Pallasch war in der 2. Hälfte des 17.Jh. 84 bis 92 cm lang und beidseitig geschliffen. Die Länge änderte sich später kaum, ab Mitte des 18. Jh. war die Klinge jedoch nur einseitig geschliffen. Zwischen 1705 und 1740 trugen Offiziere einen - leichteren - Degen. Ab 1827 erhielten die Dragoner den einheitlichen Kavalleriesäbel.

Unter Kaiser Karl VI. erhielt jedes Dragonerregiment eine Grenadierkompanie aus auserlesenen, starken Männern. Sie hatten eine Ausbildung zu Pferde aber auch zu Fuß und waren im Werfen von Granaten geübt.

Während der österreichischen Erbfolgekriege hatte ein Dragonerregiment zumeißt einen Stand von 1.000 Mann die in Friedenszeiten auf 800 reduziert wurden. 

Anfangs (vor Errichtung der ersten regulären Husarenregimenter) galten die Dragoner als "leichte Reiterei". Im 18. Jh. gehörten sie mit den Kürassieren zur "schweren Reiterei" und wurden - im Unterschied zu den Husaren - der "deutschen Reiterei" zugeordnet.
Mitte des 19. Jh. bildeten sie ein Mittelglied zwischen beiden Gattungen (Kürassiere einerseits und Husaren und Chevaux-legers andereseits). Sie waren aber weiterhin mit "deutschen" Sätteln und Reitzeug ausgerüstet.

Viele Dragonerregimenter wurden im Laufe des 18. - 19. Jh. in Chevaux-leger, leichte Dragonerregimenter oder Ulanenregimenter umgewandelt, später oft wieder als Dragoner zurückgesetzt.

Die Adjustierung der Dragoner war ähnlich wie bei den Kürassieren , jedoch ohne den Kürass. Sie änderte sich selbstverständlich im Laufe der Zeit.
Als Kopfbedeckung diente ursprünglich der auch bei der Infanterie verwendete Hut, allerdings mit goldener oder silbener Borte eingefasst. Mitte des 18. Jh. wurde der Hut innen mit einem Eisenkreuz verstärkt. Im 19.Jh. wurde - wie bei den Kürassieren - der Bügelhelm eingeführt, anfangs mit gelb-schwarzer Kammquaste (1859 abgeschafft).
 

Harald Skala

 

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