Nationalismus im österreichischen Berufs-Offizierkorps in der Zeit von 1848/49 bis 1914(1)

1. Einleitung

Der Zeitraum von 1848/49 bis 1914 war auch in Österreich die Zeit der Entwicklung vom Kapitalismus der freien Konkurrenz hin zum Imperialismus, einer Entwicklung der Bourgeoisie zur Führungsschicht des Bürgertums, die sich durch Bildung, aber ganz besonders durch Besitz auszeichnete und über letzteren beharrlich zur politischen Macht strebte.

Dieser hier mit einem Satz gekennzeichnete gesellschaftliche Prozeß des Wandels ist die herausragende Erscheinung der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts und des Anfangs des 20. Jahrhunderts in Europa. Doch lief diese Entwicklung in den einzelnen Ländern zu unterschiedlichen Zeiten und mit abweichender Intensität ab. In England, gefolgt von Frankreich, begann dieser Prozeß zuerst, lief dafür in Deutschland nach 1870/71 besonders intensiv ab und erfaßte die Länder Süd- und Osteuropas nur in einigen Regionen.

Mit der Entstehung der Industrie ging ein gewaltiger sozialer Wandel (2) einher, der in den Zentren der Industrialisierung wesentlich einschneidender wirkte und fast alle Bereiche der Gesellschaft erfaßte, weit umfassender als fernab davon, in ost- und südeuropäischen Regionen, in denen sich die Industrie nur in wenigen Zentren entwickelte.

Auch die Politische Kultur (3) wurde vom sozialen Wandel in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts erfaßt. Die bürgerliche Ideologie verlangte nach neuen politischen Organisationsformen, Vereine entstanden, Parteien, Parlamente. Ein Ausdruck des Wandels der Politischen Kultur ist der eng an die Entstehung der Bourgeoisie und der industriellen Ballungszentren gebundene Nationalismus. Getragen von der Bourgeoisie und vor allem vom Kleinbürgertum entstand der Nationalismus aus dem Nationalbewußtsein des aufstrebenden Bürgertums im Kampf um den Nationalstaat. Als ein bedeutenden Impuls dafür erwiesen sich in Mitteleuropa die Französische Revolution und die Befreiungskriege gegen Napoleon 1808-1815. Nach längerer Restaurationsphase waren die Revolutionen von 1848/49 vom Gedanken der nationalen Einigung und des Nationalstaates geprägt, nicht zuletzt auch in Ungarn.

Der Nationalismus hat in dieser Ausprägung, also mit dem Ziel des Nationalstaates, eine durchaus positive Rolle gespielt. Nach den nationalstaatlichen Einigungen vor allem in Deutschland und Italien wandelte sich der Inhalt des Nationalismus, beinhaltete nun immer mehr u. a. die Abgrenzung und Glorifizierung der eigenen Nation und führte schließlich bis zum Haß gegen andere Nationen. Diese Entwicklung war im Interesse der Bourgeoisie, die nach der Sicherung des eigenen nationalen Marktes nun den Nationalismus benutzte, ihr aggressives Streben gegen andere Völker, auf der Suche nach neuen Märkten, zu legitimieren. Einen Höhepunkt des Nationalismus in dieser aggressiven Ausprägung bildete der Erste Weltkrieg, der besonders von den entwickelten imperialistischen Industriestaaten Europas über Jahrzehnte hin vorbereitet worden war.

Der Nationalismus selbst entwickelte sich in den einzelnen Ländern zu unterschiedlichen Zeiten, mit anderer Intensität und auch anderen Inhalten. Immer jedoch war er wesentlich von der Entwicklung der Bourgeoisie abhängig.

In der Habsburgermonarchie, die aus einer Vielzahl von Völkern bestand, kann man nicht von einem "österreichischen Nationalismus" sprechen. Hier entwickelte sich seit 1848/49 der Nationalismus in einzelnen Völkern, insbesondere bei den Ungarn, die die Bildung eines ungarischen Nationalstaates bereits anstrebten. Wenn dies auch nicht erreicht wurde, konnte Ungarn doch spätestens seit dem Ausgleich von 1867, die Schwäche des Staates nach der Niederlage von Königgrätz nutzend, eine bedeutende Eigenständigkeit erreichen. Die Auseinandersetzungen der beiden Reichshälften, der Österreichischen und der Ungarischen, die bis 1914 mit steigender Intensität geführt wurden, waren sicher eines der gewichtigsten innenpolitischen Probleme der Habsburgermonarchie.

Am Ende des 19. Jahrhunderts standen auch die nationalen Interessen der anderen Völker stetig zur Debatte. So forderten z. B. die im industriell entwickelten Böhmen lebenden Tschechen eine starke Autonomie, den Kroaten war hingegen die Abgrenzung gegen die Ungarn von besonderer Bedeutung. Die Bildung eigener Nationalstaaten stand bei den meisten Völkern der Habsburgermonarchie vor 1914 jedoch noch nicht auf der Tagesordnung.(4)

Trotzdem wurde für das ausgehende 19. Jahrhundert in der politischen Diskussion und Realität der Nationalismus der einzelnen Völker der Habsburgermonarchie immer ausgeprägter. Kaum eine politische Entscheidung konnte davon losgelöst gefällt werden.

Ein besonderer Streitpunkt dabei war immer das Heer, ob es um das Budget, die Organisation oder die Wehrpflicht ging. Das Berufs-Offizierkorps, als Führungselite des Heeres, war nicht selten Ziel politischer Angriffe. Trotzdem blieb es vor 1914 weitgehend "unpolitisch" und dem Nationalismus gegenüber unempfindlich .

2. Das Offizierkorps

2.1 Zur Geschichte der k.u.k. Armee

Im 19. Jahrhundert hatte die habsburgische Armee, im Vergleich zum 17. und vor allem 18. Jahrhundert, im europäischen Rahmen an Bedeutung verloren. Zwar war sie auf Grund ihrer zahlenmäßigen Stärke noch immer ein gewichtiger Faktor, doch schon in den Napoleonischen Kriegen zeigte sich, daß sie der französischen Armee allein nicht gewachsen war. Dies bewiesen die schweren Niederlagen gegen Frankreich 1859, gegen Preußen 1866 und schließlich der Zusammenbruch im 1. Weltkrieg.

Die Revolution von 1848/49 war die größte innere Auseinandersetzung, vor die sich die österreichische Armee je gestellt sah. Sie führte dazu, daß selbst Bataillone gleicher Regimenter gegeneinander kämpften. Außerdem entstanden die national-ungarische Truppen (Honvéd), die ebenfalls Berufsoffiziere einstellten. So fochten Berufs-Offiziere in beiden Lagern, in welchem, entschied oft der Zufall, z. B. die Regimentszugehörigkeit. Die Einzelheiten und Folgen der Revolution können hier nicht behandelt werden. Erwähnt sei nur, daß nach der Revolution der Wunsch nach Reformen in der Armee stieg. Allerdings sollten bis 1859 keine wesentlichen Reformen erfolgen.

Erst die schweren Niederlagen 1859 gegen die Franzosen und 1866 gegen die Preußen machten Reformen unumgänglich. Dazu war jedoch vorrangig die Einigung mit Ungarn nötig, die mit dem Ausgleich von 1867 auch so leidlich zustande kam.

Danach war das Reich in zwei Hälften geteilt und existierte fortan als sogenannte Doppelmonarchie. Als gemeinsame Ministerien blieben nur das Außen-, Finanz- und Kriegsministerium gesamtmonarchisch. Allerdings gab es neben dem Kriegsministerium, das für die k.u.k.(5) Armee und Marine zuständig war, eigene Ministerien für die anderen Teile der "gesamten bewaffneten Macht", nämlich für die k.k. Landwehr und die k.u. Landwehr (6) (Honvéd).

Ein wichtiges Ergebnis der Reformen war die Einführung der allgemeinen Wehrpflicht (7) 1868. 80 % dieser Rekruten sollten nun der k.u.k. Armee und Marine und je 10 % der österreichischen und ungarischen Landwehr überwiesen werden. Die aktive Dienstzeit wurde auf 3 Jahre festgelegt.

Tabelle 1: Nationalitäten in Österreich-Ungarn und in der k.u.k. Armee 1910 (8)
 

  Bevölkerung allgemein Mannschaften aktiv und in der Reserve  
Nationalität Absolutzahl (in 1000) Prozent Nationalität Absolutzahl Prozent
Deutsche 12007 24,3   375015 25,2
Magyaren 10056 19,6   344210 23,5
Tschechen, Mährer, Slowaken 8410 16,3   245046 16,5
Polen 4968 9,7   118168 7,9
Ruthenen 3998 7,8   113931 7,6
Serben und Kroaten 4381 8,5   134019 9,0
Slowenen 1256 2,4   36361 2,4
Rumänen 3224 6,3   103814 7,0
Italiener 786 1,5   19510 1,3
andere 2314 4,5 Bulgaren 358 -
insgesamt 51390 100,00   1490459 100,00

Bei der Rekrutierung für die Armee wurde auf nationale und religiöse Zugehörigkeit keine Rücksicht genommen. Die Nationalitäten waren nahezu entsprechend ihres Anteils an der Bevölkerung vertreten. Das gleiche galt im wesentlichen auch für die verschiedenen Religionen. Die Tabellen 1 und 2 sollen dies für die Jahre 1910/11 verdeutlichen.

Eine Besonderheit der österreichischen Armee waren die häufigen Wechsel in der Dislokation. Die Regimenter wurden sehr häufig zu anderen Standorten verlegt. Dabei galt diese häufige Verlegung nur den "Linienbataillonen", also den ersten beiden, während das dritte Bataillon quasi als Reservebataillon mit dem Hauptquartier des Regiments im eigentlichen Werbebezirk blieb. So konnte sich einerseits kein traditionelles Verhältnis einzelner Regimenter (9) zu bestimmten Orten und deren Bevölkerung bilden (wie z. B. in Preußen) und andererseits dienten die Soldaten der ersten beiden Bataillone nicht selten am anderen Ende der Monarchie. Dem lag wohl die Überlegung zu Grunde, daß die Soldaten sich nicht zu sehr der Bevölkerung verbunden fühlen sollten, um im Notfall ein zuverlässiges Instrument gegen die Bevölkerung zu sein.

Tabelle 2: Konfessionelle Verteilung in Österreich-Ungarn und in der k.u.k. Armee 1911 (in Prozent)(10)
 

Religionsgemeinschaft  Bevölkerung allgemein Mannschaften  Reserveoffiziere Berufsoffiziere
römisch-katholisch  65,9 66,2 68,2 86,0
griechisch- u. 
armenisch-katholisch (unierte)
10,6 10,9 1,2 1,0
evangelisch Augsburger Konfession 3,5 4,3 8,6 7,8
evangelisch Helvetische Konfession 5,4 5,5 3,0 1,8
Unitarier ? 0,2 0,1 0,1
andere Christen  ? - 0,1 -
Israeliten (11) 4,4 3,0 17,0 0,6
Mohammedaner  1,2 0,8 - -
konfessionslos  ? - 0,1 -

Ein besonderes Problem in der Armee bildete die Vielsprachigkeit. Die Kommandosprache war zwar deutsch, doch konnte man sich so noch längst nicht mit der Mannschaft verständigen. In der Armee waren nur 31 Einheiten (Regimenter oder selbständigen Bataillone) überwiegend als deutschsprachig anzusehen. Vorrangig eine Sprache wurde in 142 Einheiten, zwei Sprachen in 162, drei in 24 und in einigen Einheiten sogar vier Sprachen gesprochen.(12) Die Schwierigkeiten, die sich aus dieser Vielfalt ergaben, lassen sich leicht vorstellen, doch wurden sie durch das Offizierkorps schließlich gemeistert.

2.2 Das Offizierkorps

Ganz bewußt beschränkt sich die vorliegende Arbeit auf das Berufs-Offizierkorps. Neben den Berufs-Offizieren des Heeres gab es natürlich auch noch die Offiziere der Marine, in der die Verhältnisse zwar spezifisch etwas andere waren, der Anteil der Nationalitäten, die am Meer lebten war höher, aber insgesamt waren auch in ihr alle Völker vertreten. (Siehe Anlage 2) Außerdem gab es die Offiziere der Landwehr. Sie rekrutierten sich zum Teil natürlich auch aus dorthin versetzten Berufsoffizieren. Jedoch war der Geist speziell in der Honvéd wesentlich nationaler.

Dies ist aber bei der Geschichte und geographischen Bestimmtheit der ungarischen Landwehr erklärlich. In Friedenszeiten sollte die Landwehr jedoch nur eine zweite Linie bilden und hatte damit längst nicht die Bedeutung der k.u.k. Armee. Sie war nicht gesamtmonarchisch, sondern regional beschränkt und bestand ursprünglich nur aus Infanterie und Kavallerie. Dies gilt auch für die österreichische Landwehr.(13)

Zahlenmäßig bedeutend war schließlich das Reserve-Offizierkorps, aus dem das Offizierkorps des 1. Weltkrieges werden sollte, nachdem die Berufs-Offiziere in den ersten Kriegsmonaten verblutet waren. Die Reserve-Offiziere mußten sich zwar auch dem strengen Ehrenkodex der Berufs-Offiziere unterwerfen, lebten aber in der zivilen Welt. Sie waren daher den Modernisierungsprozessen und politischen Bewegungen direkt und täglich ausgesetzt, durchaus politisch aktiv und national eingestellt. Bis 1914 spielten auch sie, trotz ihrer zahlenmäßigen Stärke eine untergeordnete Rolle.

Während sich die Mannschaften annähernd gleich dem Verhältnis von Nationalität zur Bevölkerung rekrutierten, war dies bei den Offizieren nicht der Fall. Der unterschiedlich starke Anteil der einzelnen Nationen im Berufs-Offizierkorps spiegelte die "Unterschiede in der Klassenstruktur, dem Reichtum, der Ausbildung, der Loyalität zum Herrscherhaus und der militärischen Tradition jeder Nationalität"(14) wieder.

Nach seinen eigenen Untersuchungen meldet Deák jedoch Zweifel darüber an, daß die Deutschen die absolute Mehrheit der Offiziere stellten. Auch für die Beförderung galt lediglich eine gewisse Bevorzugung der Magyaren, sonst gab es keine Anzeichen, daß diese abhängig von Nationalität oder Religion war. Viel wichtiger für die Beförderung waren die Erziehung und absolvierten Fortbildungskurse.

Tabelle 3: Ethnische Verteilung der Berufsoffiziere in der k.u.k. Armee im Jahre 1900 (in Prozent)(15)
 

Nationalität  Militär-Statistisches Jahrbuch 1900  Stichprobe Deák Zöglinge der Militärschulen
Deutsche 80,0 55,0 36,9
Magyaren 7,6 9,1 22,1
Tschechen 5,3 8,1 -
Slowaken 0,1 0,4 -
Polen 2,3 3,3 -
Ruthenen 0,2 0,4 -
Slowenen 0,6 0,8 -
Kroaten 2,8 2,1 -
Serben - 1,6 -
Slawen insgesamt 11,3 16,7 38,3
Rumänen 0,6 1,6 0,5
Itraliener (16) 0,5 0,2 1,9
andere (Ausländer) - 0,2 0,3
Gemischte Nationalität - 16,2 -
unbestimmt - 1,2 -

2.3 Adel im Offizierkorps

Von Interesse ist die Betrachtung des Anteils des Adels im Offizierkorps. Dabei ist die Unterscheidung in Hoch- bzw. Altadel und neuem Adel nicht unwesentlich. 1821 wurde nämlich durch Franz I. geregelt, daß jedem Offizier nach dreißigjähriger tadelloser Dienstzeit das Adelspatent zustand. Nach 1868 galt dies nur noch für im Krieg gediente Offiziere, die anderen erwarben den Anspruch erst nach vierzig Jahren. Eine weitere Möglichkeit, geadelt zu werden, ergab sich durch Verdienst, so war z. B. an die Verleihung des Maria-Theresien-Ordens der Adelstitel gebunden. Leider gibt es keine Studie, die sich speziell mit diesem Thema beschäftigt.

Einzelne Arbeiten lassen aber einen Einblick zu. Deák faßt sie wiederum zusammen.(17) Dabei lassen sich drei wesentliche Feststellungen treffen:

1. Durch eine hohe Zahl von Nobilitierungen verschiebt sich das Verhältnis von altem und neuem Adel zugunsten des letzteren. Daß einerseits die Söhne dieser geadelten Offiziere oft wiederum in den Militärdienst traten und andererseits der alte oder Hochadel den Militärdienst immer weniger attraktiv fand und sich ihm entzog, verstärkte die Verhältnisänderung.(18)

2. Der Adel, besonders der alte oder Hochadel, bevorzugte bestimmte Teile des Heeres, nämlich die Kavallerie. Der hohe Anteil des Adel bei der Generalität und beim Generalstab, läßt sich mit längeren Dienstzeiten sowie größeren Verdiensten und den daraus resultierenden Nobilitierungen begründen. 3. Die Nobilitierung war weder an Religion noch an Nationalität gebunden. Nachzuweisen sind Standeserhöhungen von Offizieren aller Nationalitäten und Religionen, einschließlich der Juden.(19)

3. Der Werdegang zum Offizier in der k.u.k. Armee

3.1 Überblick über das Militär-Bildungs- und Erziehungswesen in Österreich

Möglichkeiten, Offizier zu werden, gab es mehrere. Die häufigste Variante vor 1867 war der Weg über den Eintritt in ein Regiment, als Soldat oder Kadett. Hier diente er sich hoch oder wartete auf eine freie Leutnantsstelle. Eine andere Möglichkeit ging über die Schulkompanien, in denen eigentlich Unteroffiziere ausgebildet wurden, die besten von ihnen konnten jedoch Offizier werden. Ein weiterer Weg, der meist von Offizierssöhnen beschritten wurde, beinhaltete die Absolvierung einer Militärakademie und endete mit dem Eintritt in ein Regiment als Leutnant 2. Klasse. Die Ausbildungsmethoden waren dort eher vorsintflutlich und erinnern an das Leben in einem Kloster. Der Unterricht wurde größtenteils von Piaristen-Patres durchgeführt, jeden Tag wurde eine Messe gefeiert und die Unterricht betrug 35 bis 38 Stunden pro Woche. Dazu herrschte allzeit eiserne Disziplin.

Nach der Revolution von 1848/49 wurden die ersten Forderungen nach einer Reform im Militärerziehungswesen laut. Doch blieben die Veränderungen zu gering. Erst nach den Niederlagen von 1859 und 1866 erfolgten 1867/68 nun auch hier Reformen. Mit der Einteilung des Heeres in seine 3 Bestandteile(20), erhielten diese jeweils ihre eigenen Schulen. Von nun an war die Absolvierung einer Militärschule(21) Voraussetzung, um Berufs-Offizier zu werden.(22)

1874 erfolgte die letzte Reform des Militärbildungswesens vor 1914. Danach gab es folgende Möglichkeiten, um Offizier zu werden: Der häufigste Weg ging über den Eintritt als Kadett in eine Kadettenschule und danach mit Versetzung als Kadett-Offizier-Stellvertreter(23) in ein Regiment und endete mit der Ernennung zum Leutnant nach 1 bis 2 Jahren. Dieser Weg war für die Truppenoffiziere gedacht, die relativ selten über das Hauptmannspatent hinauskamen. Der zweite Weg führte über die Militärakademie. Hierzu gingen die Zöglinge in der Regel über die Militärunter- und Militäroberrealschule. Glaise von Horstenau beschreibt diese seine Laufbahn sehr anschaulich. Es bestand aber auch die Möglichkeit, nach zivilem Realschul- bzw. Gymnasialbesuch an die Militärakademie zu kommen. Nach dreijähriger Ausbildung endete die Militärakademie mit der Ausmusterung(24) als Leutnant in ein Regiment. Dieser Weg war für die Offizierselite gedacht. Ihn ging nur ca. jeder achte Infanterie-, jedoch etwa jeder zweite Kavallerie-Offizier.(25)

Nach einigen Jahren aktivem Dienst gab es dann die Möglichkeit in die Kriegsschule einzutreten und sich zum Dienst im Generalstab zu qualifizieren. Mit der Absolvierung der Kriegsschule stiegen die Karrieremöglichkeiten in der Armee ganz erheblich.

Nach dieser groben Skizzierung des Militärbildungswesens in Österreich vor 1914 soll nun, einerseits über die Betrachtung der Möglichkeit Offizier zu werden und andererseits dem Inhalt der Ausbildung und dem Klima an den Schulen, untersucht werden, ob es dort Einschränkungen für verschiedene Nationalitäten oder gar Nationalismus gab. Schließlich waren diese Jahre für fast alle der späteren Offiziere prägend.

3.2 Die Zulassung zu den Militärschulen

Eingehend versucht Deàk die Sozialstruktur der Zöglinge der Militärschulen zu untersuchen. Leider verweist er zu den Kadettenschulen auf keine Zahlen. Es gibt jedoch auch keine Hinweise auf Ausgrenzung bestimmter Nationalitäten oder Religionen. Deák bemerkt lediglich, daß nie genügend Schüler an den Kadettenschulen vorhanden waren.

Auch über die Absolventen der Militärunter- und Militäroberrealschulen gibt es kaum Zahlenmaterial bei Deàk. Immerhin weist er darauf hin, daß 1899 neun Söhne von Generalen oder Admiralen Absolventen der Militäroberrealschule in Mährisch-Weißkirchen waren. Die Erinnerungen Glaises von Horstenau geben auch nur darüber Aufschluß, daß selbst mittellose Schüler diesen Weg nehmen konnten.

Sehr ausführlich hingegen ist die Situation an der Militärakademie dargestellt.(26) Für die Zeit vor 1848 schreibt Deák bereits, daß zwar Beziehungen nutzten, ansonsten aber keine Zulassungseinschränkungen galten.(27)

Zwei Stichproben über die Herkunft der Absolventen ergeben folgendes Bild:
1. Militärakademie-Jahrgang 1874 95 Absolventen, davon 71 Offizierssöhne, ein Sohn eines Militärbeamten und 13 Söhne von Zivilbeamten. Dazu 4 Söhne von Gutsbesitzern, 3 von Akademikern und je 1 Sohn eines Rentiers, eines protestantischen Geistlichen und eines Bauern. 28 von ihnen waren adlig.(28)

2. Im Ausmusterungsjahrgang 1913 (Militärakademie-Jahrgang 1910?) ergibt sich bereits ein grundsätzlich anderes Bild. Von den 133 Absolventen waren 50 Offizierssöhne, 6 Söhne von Unteroffizieren, 11 Söhne von Militärbeamten. Dazu 32 Söhne von Zivilbeamten. Die weiteren Berufe der Väter waren: 5 Gutsbesitzer, 1 Rentier, 1 Fabrikdirektor, 1 Hotelbesitzer, 1 Großhandelskaufmann, 9 Selbständige bzw. Akademiker, 4 Händler, 4 Handelsangestellte, 4 Handwerker, 2 Bauern und 1 Portier. Adlig waren 32 Absolventen.(29)

Zwei wesentliche Feststellungen ergeben diese beiden Stichproben. 1. Die Mehrzahl der Absolventen waren Söhne von Staatsdienern, besonders aus der Armee. Dies, so denke ich, galt auch für die anderen Militärschulen. 2. Bis 1914 gelang es immer mehr Absolventen auch anderer sozialer Bereiche die Militärakademie zu beziehen. Somit machten die Modernisierungsprozesse in der Gesellschaft keineswegs vor den Mauern der Militärakademie halt.

Deák versuchte außerdem die regionale Herkunft, Nationalität und Religion der Absolventen des Jahrganges 1912/13 zu ermitteln. (S. Anlage 4.) Daraus ergibt sich, daß zumindest alle wesentlichen Nationalitäten und Religionen vertreten waren und, abgesehen von einer Überrepräsentation der Ungarn, auch annähernd entsprechend ihres Anteils an der Gesamtbevölkerung.

Dabei ist zu beachten, daß die Erhebungsmethoden nicht eindeutig nachzuvollziehen sind. So wurde, um die Nationalität zu erfahren, mitunter nach der Muttersprache gefragt und oft die am häufigsten benutzte Sprache genannt, von der dann auf die Nationalität geschlossen wurde. Die Juden aus Galizien gaben oft deutsch an, um sich von den Polen abzugrenzen. Überhaupt ist die Methode der Erhebungen ein großes Problem, auf das jedoch nur hingewiesen sei. Hier reicht die Feststellung, daß es keine Beschränkungen für die Aufnahme zur Militärakademie gegeben hat.

Deák schreibt zusammenfassend: "Die Militärschulen der k.u.k. Armee kümmerten sich weiterhin in keiner Weise um den sozialen, ethnischen und religiösen Hintergrund ihrer Zöglinge (eine Ausnahme bildeten die Erzherzöge), und ich stieß bei all meinen Forschungsarbeiten auf keine einzige Klage über die innerschulische Diskriminierung."(30)

3.3 Das Klima in den Militärschulen

Leider kann an dieser Stelle nicht auf Lehrpläne, Alltag oder andere Probleme der Militärschulen eingegangen werden. Dieser Abschnitt soll sich darauf beschränken, den Umgang der Zöglinge bzw. Absolventen untereinander und der Lehrkräfte zu ihnen in Hinsicht auf ihre Nationalität zu untersuchen.

In allen mir vorliegenden Arbeiten gibt es keine Hinweise darauf, daß die Zöglinge der Militärschulen oder Absolventen der Militärakademien vom Lehrkörper nach Nationalität oder Religion unterschiedlich behandelt wurden. Die Lehrer selbst, zum Teil Offiziere, zum Teil Zivilisten, kamen aus den verschiedenen Nationen der Monarchie. Glaise von Horstenau verweist besonders auf viele Tschechen unter seinen Lehrern. Er schreibt z. B. über seinen ersten Klassenvorstand in der Militärunterrealschule St. Pölten, Jägerhauptmann v. Srom: "ein Tscheche, der jedoch den damals [1893] bereits fühlbar werdenden nationalistischen Kurs seines Volkes entschieden ablehnte."(31)

Auch im Umgang untereinander gibt es keine Hinweise darauf, daß die Zöglinge und Absolventen außer den normalen persönlichen Sympathien und Antipathien ihre Nationalität oder Religion thematisierten. Hingegen ist bei Glaise von Horstenau darüber zu lesen, daß es zwar Repressionen unter den Jahrgängen gab, übrigens eine Art der Disziplinierung, die in allen Armeen, ja sogar auf zivilen Eliteschulen auftrat, ansonsten aber eine starke Verbundenheit sowohl im Klassenverband, als auch im Schulverband vorhanden war. Glaise schreibt, sich an seine Zeit in der Militäroberrealsschule erinnernd: "Das soziale Bild der aus vier Unterrealschulen, d. h. aus dem ganzen Reich, herbeigeholten Zöglinge des Jahrganges war noch wesentlich bunter als in St. Pölten.(32) Dabei trat auch die nationale Mannigfaltigkeit stärker hervor. Die Söhne aller Völker vertrugen sich gut, nur die Magyaren fielen durch ihr Selbstbewußtsein aus dem allgemeinen Bild heraus."(33) Über den dauernden Konflikt zwischen den Magyaren und den restlichen Nationen schreibt Glaise öfter. Dies war aber wohl weniger ein Nationalitätenkonflikt im eigentlichen Sinne, als vielmehr die Fortsetzung der Auseinandersetzung um die Rolle Ungarns im Reich. Wenn die Bestrebungen zur Selbständigkeit der Ungarn besonders stark waren, so nicht deshalb, weil innerhalb der Habsburgermonarchie die "nationale Unterdrückung" der Ungarn besonders stark war, dies war eher gegenteilig der Fall. Jedenfalls reagierten die Militärschüler auf die ungarische Lieder singenden Magyaren, indem sie ihrerseits tschechische sangen.(34)

Über seine Zeit an der Militärakademie schreibt Glaise: "Die enge Kameradschaft umfing vor allem die Klasse. Da wußte jeder alles von jedem, und es gab nur äußerst selten Unfrieden. Noch mehr als in Weißkirchen (35) waren unter uns vierzig Söhne aller elf österreichischen Nationen vertreten. Selbst Italiener und Rumänen fehlten nicht. Eine gewisse Ausnahmestellung nahmen - wie auch draußen im Leben - wieder die Magyaren ein... Trotzdem sollte mein bester Freund und Kamerad in der Klasse ein Ungar sein..."(36) Glaise schreibt selbst von sich, daß er zu dieser Zeit "schwarzgelb bis in die Knochen und dynastisch bis zum Exzeß" war, also österreichisch-dynastisch mehr als deutsch.

Deák schreibt schließlich: "Auf der Jagt nach guten Noten, die für die Zulassung zum gewünschten Regiment oder zur elitären Jägertruppe ausschlaggebend waren, hatten die Zöglinge kaum oder nur ein sehr geringes Interesse an nationalen oder religiösen Fragen, Bürgerpflichten und sozialer oder politischer Kultur."(37)

Eine gewisse Sonderrolle spielten, wie auch Glaise immer wieder empfindet, die Ungarn. Immerhin gelang es ihnen 1904 sogar durchzusetzen, daß ungarisch an der Militärakademie Wiener Neustadt zum Pflichtfach wurde. Die Ausbildungs- und Umgangssprache an allen Schulen blieb aber deutsch. Auch weist Deák nach, daß die Zahl der ungarischen Militärzöglinge beträchtlich wuchs. Waren es 1880/81 noch 19,4 % aller Zöglinge bei einer Bevölkerung von 36,2 %, so waren es 1912/13 schon 21,9 % bei einem Bevölkerungsanteil von 18 %.

Somit läßt sich zusammenfassend sagen: Die zukünftigen Offiziere der Habsburgermonarchie durchliefen eine Schule, die sie an die Vielfalt der Monarchie bezüglich ihrer Nationalitäten und Religionen heranführte, die Toleranz und Kameradschaft untereinander sowie die Liebe zum Kaiserhaus und zur Habsburgermonarchie als Ganzes über alles stellen lehrte.

3.4 Die Kriegsschule

Die Kriegsschule wurde 1852 gegründet. Sie hatte die Aufgabe, fähige Offiziere zu Generalstabsoffizieren auszubilden. Jedoch nur wenigen war dies möglich, da jährlich anfangs nur 24, später 50 und seit 1907 nur noch 40 "Frequentanten" aufgenommen wurden. Der Andrang auf die Kriegsschule war gewaltig, bis zu tausend Offiziere bewarben sich jährlich. Vorprüfungen in den Divisionen und Hauptprüfungen in Wien entschieden schließlich über die Zulassung. Während Beziehungen in der Armee schon ab und zu nützlich waren, halfen sie für die Zulassung zur Kriegsschule nicht.

Nach der Ausbildung hatten die Offiziere die Chance, in den Generalstab aufgenommen zu werden. Dies bedeutete nicht nur das höhere Prestige, zu einer Elite des Heeres zu gehören, sondern auch günstigere materielle Bedingungen und schnellere Beförderungschancen. Auch für die Aufnahme in die Kriegsschule waren Nationalität oder Religion kein Kriterium. Wenn auch später keine Juden im Generalstab nachzuweisen sind, so doch auf der Kriegsschule.(38) Die Ungarn hatten sogar das Privileg, daß jährlich acht Honvéd-Offiziere ohne Prüfung zur Kriegsschule zugelassen wurden. Dies sorgte in der Armee für Ärger vor allem bei den nicht zugelassenen Offizieren.

Über die nationale Vielfalt von Lehrern und Frequentanten legt wiederum Glaise von Horstenau beredtes Zeugnis ab. Und wie schon zum Abschluß seiner Militärakademiezeit, nach Bosnien-Herzegowina, absolvierte er während seiner Kriegsschuljahre mehrere Reisen, die ihn so ziemlich durch die ganze Monarchie führten, so daß er sie gründlich kennenlernen konnte. Von großem Interesse sind seine Schilderungen von der Vielfalt und den Befindlichkeiten der verschiedenen Regionen im Verhältnis zur Armee.

4. Alltag und Selbstverständnis der Berufs-Offiziere

Natürlich kann hier nicht umfassend der Alltag der Offiziere dargestellt werden. Jedoch sollen einige Aspekte betrachtet werden, die für das Entstehen oder Nichtentstehen von Nationalismus relevant sein könnten.

Nach der Ausmusterung aus der Militärakademie wurden die jungen Leutnants in die Regimenter versetzt. Welches Regiment es schließlich wurde, entschieden neben den Leistungen an der Schule nicht selten Beziehungen. Die Nationalität des Offiziers oder seine Sprachkenntnisse waren dabei nicht von Interesse. Natürlich wurden gern Regimenter mit hohem Prestige gewählt. Doch viel wichtiger war der Standort des Regiments. Schließlich war es ein Unterschied, in Wien oder in Galizien stationiert zu sein. In Wien konnte man die ganze Fülle des kulturellen Angebots und gesellschaftlichen Lebens genießen, wobei nicht selten Schuldenberge entstanden, die so manchen Offizier zwangen, seinen Abschied zu nehmen. Vor allem konnte man aber auch am jährlichen Hofball teilnehmen, ein Privileg aller Offiziere. Doch was blieb einem in einem Dorf in Galizien? Immerhin gab es einen Offiziersklub und eine Regimentsbibliothek. Doch im Grunde kam für viele Offiziere außerhalb des Dienstes die große Langeweile. Auch der Kontakt zu Bevölkerung war eher gering. In Italien war die Bevölkerung sogar feindlich gesinnt. Die Sprachbarriere kam erschwerend hinzu und machte Kontakte oft von vornherein unmöglich. Zwar war der Offizier verpflichtet, die Sprachen seines Regiments innerhalb von drei Jahren sprechen zu können, doch beschränkten sich die Kenntnisse nicht selten auf das sogenannte "Armeeslawisch". Auch war ja gar nicht gesagt, daß die Sprachen des Regiments die Sprache der Bevölkerung war. Hatte ein einzelner Offizier vielleicht doch den Verkehr mit einer einheimischen Familie aufnehmen können, kam es häufig vor, daß das Regiment verlegt wurde und der Kontakt ging verloren. Die häufigen Verlegungen der Regimenter hatten natürlich eine besondere Wirkung auf die Offiziere. Nicht selten als Söhne von Offizieren schon durch die halbe Monarchie gezogen, lernten sie nun die andere Hälfte kennen. Heimisch wurden sie dabei nirgends. Aber es stärkte ihre Verbundenheit mit der Habsburgermonarchie als Ganzes. Sie fühlten sich dabei keiner Nation besonders verbunden, sondern eben als Österreicher. Ihre eigentliche Heimat war das Regiment.

Nicht zuletzt auch die gesellschaftliche Isolation ließ beim Offizierkorps den Korpsgeist entstehen. Jedoch anders als der etwas arrogante der preußisch-deutschen Offiziere, bestand er in Österreich in der Verbundenheit zu Kaiser und Dynastie. Die besondere Rolle des langlebigen Kaisers Franz Joseph, unter dem schon der Vater und nicht selten der Großvater gedient hatte, mag den Effekt noch verstärkt haben. Dazu der strenge Ehrenkodex, der die eigentlich längst überlebten Duelle erforderte, bis hin zur Anredeform "Du", die untereinander im Offizierkorps gepflegt wurde. Schon in den Befreiungskriegen entstanden, setzte sich das "Du" in Radetzkys Italienarmee und nach den Unruhen von 1848/49, aus denen das Offizierkorps mit dem Bewußtsein, die Monarchie gerettet zu haben, mit gestärktem Selbstverständnis hervorging, endgültig durch.

Das Selbstverständnis der Offiziere beruhte aber auch auf "der Friktion der Zugehörigkeit zu einem besonders vornehmen Stand". Dies hatte z. B. direkte Folgen für den Sold. Die österreichischen Offiziere zählten zu den schlechtbezahltesten Europas. Denn im Gegenzug betrachtete der Kaiser sie als "lehenspflichtige Vasallen".(39) Aus diesem Selbstverständnis akzeptierte der Offizier "seinen Sold fast ebenso widerwillig wie der Staat ihn zahlte." Diese Auffassung mag sich gegen Ende des 19. Jahrhunderts zwar relativiert haben angesichts der miserablen Verhältnisse vor allem der niederen Offiziersdienstgrade, doch haben die Offiziere selbst nie ernstlich an der Tatsache gerührt, sondern sie ertragen. (40)

5. "Schwarzgelb bis in die Knochen und dynastisch bis zum Exzeß"

Obwohl nur an einigen Schwerpunkten untersucht, ergibt sich doch ein recht deutliches Bild des k.u.k. Berufs-Offizierkorps. Es handelte sich bei ihm um eine Elite und wohl die wichtigste Stütze der Habsburgermonarchie. Sie war Garant für den Zusammenhalt dieses Vielvölkerstaates und konnte dies bei einigen Gelegenheiten auch unter Beweis stellen. Dabei war ein direktes militärischen Eingreifen im Innern nur verhältnismäßig selten nötig. Sicher lag dies auch an der an sich faszinierenden Toleranz der Habsburgermonarchie selbst.

Der einzelne Offizier fühlte sich "als letzter Ritter des Reiches" direkt dem Kaiser und der Dynastie verpflichtet. So ergab sich für ihn, der sich selbst oft nicht eindeutig einer Nationalität zuordnen konnte, das Selbstverständnis, Österreicher zu sein. Deshalb wurde den Offizieren von Seiten der nationalen Politiker unverhohlenes Mißtrauen entgegengebracht. "Die ungarischen Politiker warfen ihnen vor, zu sehr pro-deutsch zu sein, die Deutschösterreicher, daß sie zu wenig pro-deutsch waren, und die slawischen Politiker, daß sie pro-deutsch und pro-ungarisch, jedenfalls aber anti-slawisch waren."(41)

Das Berufs-Offizierkorps bildete eine in sich abgeschlossene Schicht. Die Prozesse des sozialen Wandels in der Gesellschaft gingen im wesentlichen an ihm vorbei. Alte Traditionen, z. B. der strenge Ehrenkodex mit seinen Duellen, blieben bestehen. Auch politische und nationale Bewegungen konnten im Offizierkorps nicht Fuß fassen. Die Offiziere, gewohnt, ständig mit allen Nationalitäten und Religionen der Monarchie umzugehen und schließlich auch selbst aus ihnen hervorgegangen, waren dem Nationalismus gegenüber immun, trotz seines gewaltigen Anwachsens vor allem in den Jahren vor dem 1. Weltkrieg. Um so problematischer wurde für die Offiziere die Zeit nach der Niederlage und dem Zusammenbruch der Habsburgermonarchie. Sie hatten teilweise Probleme mit der eigenen nationalen Identität, schlossen sich nicht selten extremen Bewegungen an und wurden in der Masse an den Rand der Gesellschaft gedrückt. Einige wenige konnten in den Armeen der Nachfolgestaaten noch längere Zeit verbleiben, anderen gelang eine politische Karriere. Doch viele endeten tragisch, so wie der oft zitierte Glaise von Horstenau.

Die Armee, mit dem sie führenden Offizierkorps, erfüllte bis 1914 ihre Aufgabe, das Reich nach außen zu schützen und nach innen zusammenzuhalten. Voraussetzung dafür war der supranationale, unpolitische Offizier. Doch war "die 'unpolitische' Haltung der kaiserlichen Offiziere in Wirklichkeit ein dezidiertes politisches Bekenntnis zur Dynastie und der von ihr vertretenden Rechtsauffassung".(42) Dies bestätigt sich, wenn man die Erinnerungen Glaises von Horstenau liest, der wahrlich nicht "unpolitisch" war. Doch sein "Politischsein" beschränkte sich im wesentlichen auf das Beobachten, zumindest bis 1914.

Das letzte Wort soll das wohl bedeutendste militär-publizistische Organ der Habsburgermonarchie, "Danzer's Armee-Zeitung" haben. Wie unvorstellbar wäre das folgende Zitat aus dem Jahre 1900 wohl in einem "Soldatenfreund" oder "Militärwochenblatt" Preußens gewesen! Für die k.u.k. Armee konnte man aber mit Berechtigung schreiben: "In der kaiserlichen Armee existiert kein Nationalitäten-, kein Racenunterschied und keinerlei Glaubensstreit; in Einem Gliede stehen Deutsche, Slaven und Ungarn brüderlich nebeneinander, auf ein und dasselbe Kommando erheben Katholiken und Juden, Griechen, Protestanten und Türken die Hand zum Gebet und zum Schwur der Treue für Kaiser und Vaterland, auf Ein Commando gehen alle vereint dem Tode entgegen, das Blut des Deutschen und des Slaven, des Christen und des Juden fließt auf dem Schlachtfelde in Einem großen Strom zusammen, und die im Kampfe für Kaiser und Reich Gefallenen werden gemeinsam in Eine große Grube gebettet, wo sie ohne Unterschied der Race und der Religion friedlich nebeneinander ruhen, bis sie von dem Einen höchsten Wesen gemeinsam wieder aufgerufen werden zum besseren Leben, in welchem es keine Racenungleichheit, keinen Antisemitismus, keinen Glaubensstreit mehr gibt."(43)

Literaturverzeichnis

Allmayer-Beck, J. Ch., Die k. (u.) k. Armee 1848-1914, München 1981

"Militärischer Alltag um 1896". Zeitgenössische Photographien von A. Huber, Wien 1987

Broucek, Peter, Ein General im Zwielicht. Die Erinnerungen Edmund Glaises von Horstenau, Band 1, Wien 1980.

Deák, Istvan, Der K. (u.) K. Offizier 1848 - 1918. Wien, Köln, Weimar 1991

Die Habsburgermonarchie 1848 - 1918, Band V, Die bewaffnete Macht, Wien 1987

Das k.u.k. Heer 1895. Eine Bildserie von Oskar Brüch kommentiert von Günter Dirrheimer, Wien 1986

Mickel, W., Handlexikon zur Politikwissenschaft, Bonn 1986

Poten, B. v., Geschichte des Militär-Erziehungs- und Bildungswesens in den Landen deutscher Zunge. Band 3: Österreich, Berlin 1893

Schmidl, Erwin A., Juden in der k. (u.) k. Armee 1788 - 1918, Eisenstadt 1989

Wörterbuch der Geschichte, 2 Bände, Berlin 1984

Wrede, A. Frhr. v., Geschichte der k. und k. Wehrmacht. 5 Bände, Wien 1898 - 1905

Anlagen

Anlage 1:

1. Die Bevölkerung der Habsburgermonarchie 1910 (44)
 

Gebiet  Absolutzahl  Prozent
Österreich 28.571.934 55,6
Ungarn 20.886.487 40,6
Bosnien-Herzegowina 1.931.802 3,8
Insgesamt 51.390.223 100,0

2. Die Nationalitäten der Habsburgermonarchie 1910(45)
 

Nationalität Absolutzahl Prozent
Deutsche 12.006.521 23,36
Tschechen 6.442.133 12,54
Slawaken 1.967.970 3,83
Polen 4.976.804 9,68
Ruthenen 3.997.831 7,78
Slowenen 1.255.620 2,44
Serben und Kroaten 4.380.891 8.52
Italiener 768.422 1,50
Rumänen 3.224.147 6,27
Ungarn 10.056.315 19,57
andere  2.313.569 4,51
Insgesamt 51.390.223 100,00

Anlage 2:

Nationalitätenstatistik der Kriegsmarine (in Prozent)(46)
 
 

  Seeoffiziere   Mannschaften  
Nationalität 1885 1910 1885 1910
Deutsche 45,0 51,0 7,9 24,5
Magyaren 14,7 12,9 5,6 12,6
Tschechen 12,3 9,2 4,5 7,1
Polen 4,0 2,8 0,5 1,0
Italiener 9,7 9,8 32,0 18,3
Slowenen 4,0 4,2 4,6 3,6
Kroaten, Serben 10,3 9,8 44,9 29,8

Anlage 3:

1. Adlige und Bürgerliche unter den hochrangigen Generälen der Habsburgerarmee(47)
 

Jahr Hochadel Altadel Neuadel und Bürgerliche Neuadel und Bürgerliche (in Prozent)
1804 14 20 3 8
1847 9 17 2 7
1878 7 3 11 52
1918 4 11 46 75

2. Adlige und Bürgerliche im Berufsoffizierkorps der Habsburger 1896(48)

Titel Anzahl
Fürst, Prinz 37
Graf 257
Markgraf 2
Freiherr/ Baron 495
Ritter 722
Edler von 647
von 1374

3. Verteilung der Offiziere

Anzahl Prozent
Adel 3534 22,6
Bürgerliche 12.346 77,4
Offiziere insgesamt 15.580 100,0

4. Anteil des Adels bei den Waffengattungen im Jahre 1896
 

Waffengattung Prozent
Generalität 72
Kavallerie 58
Generalstab 37
Jäger 24
Pioniere 21
Artillerie 16
Infanterie 14
Sanitätstruppe 6
Traintruppe 6

Anlage 4:

Auszüge aus dem Jahresbericht der k. und k. Theresianischen Militärakademie in Wiener Neustadt, 1912/13 (Wiener Neustadt 1913), S. 75-78.(49)

1. Konfessionelle Verteilung der Militärakademiker
 
 

Konfession Anzahl Prozent
Römisch-katholisch 387 87,0
Griechisch-katholisch 4 0,9
Griechisch-orientalisch 20 4,5
Evangelisch A.K. 23 5,3
Evangelisch H.K. 5 1,1
Mohammedanisch - -
Mosaisch 3 0,7
Konfuzius 2 0,5
Insgesamt 438 100,0

2. Verteilung der Militärakademiker nach dem Heimatland
 

Heimatland Zahl Prozent
Alpenländer (einschließlich Nieder- u. Oberösterreich) 115 26,3
Krain und Adriatisches Küstenland 16 3,7
Böhmen, Mähren und österreichisch Schlesien  136 31,0
Galizien und Bukowina 33 7,5
Länder der heiligen ungarischen Krone 136 31,0
Ausland 2 0,5
Insgesamt 438 100,0

3. Verteilung der Zöglinge nach der Muttersprache
 

Nationalität Zahl Prozent
Deutsche 277 63,2
Tschechoslowaken 28 6,4
Polen 16 3,7
Ruthenen 1 0,2
Südslawen (Serben, Kroaten, Slovenen) 35 8,0
Italiener 5 1,1
Rumänen 3 0,7
Magyaren 71 16,2
Chinesen 2  0,5
Insgesamt 438 100,0

4. Verteilung der Militärakademiker nach ihrer schulischen Vorbildung
 

Besuchte Schulen  Zahl Prozent
Realschulen, Gymnasien, Realgymnasien 144 32,9
Militär-Oberrealschulen 229  52,3
Kadettenschulen 65 14,8
Insgesamt 438 100,0

5. Staatsbürgerschaft der 1912/13 aufgenommenen Militärakademiker
 

Staatsbürgerschaft Zahl Prozent
Österreich 97 64,7
Ungarn 53 35,3
Insgesamt 150 100,0

(1) Die Arbeit ist im Rahmen eines Osteuropa-Seminars an der Humboldt-Universität entstanden und wird hier weitgehend unverändert wiedergegeben.[zurück zum Text]

(2) Hier verstanden im weitesten Sinne, d. h. als Summe qualitativer Entwicklungsprozesse in der Gesellschaft auf ökonomisch-technischem und sozial-kulturellem Gebiet, also als Veränderung des Verhältnisses der Menschen zu ihrer Umwelt und untereinander. Siehe Handlexikon zur Politikwissenschaft, S. 462ff., "Sozialer Wandel". (Verwiesen sei auch auf die Zahlen im Kapitel über die Militärschulen, die leider jedoch nicht den alten und neuen Adel unterscheiden.)[zurück zum Text]

(3) Unter Politischer Kultur soll hier "... die Gesamtheit aller politisch relevanten Meinungen, Einstellungen und Werte der Mitglieder einer konkret abgrenzbaren sozialen und politischen Einheit" verstanden werden. Siehe Handlexikon zur Politikwissenschaft, S. 385ff., "Politische Kultur".[zurück zum Text]

(4) Siehe zur Verteilung der Nationalitäten in der Habsburgermonarchie Anlage 1.[zurück zum Text]

(5) Das "und" zwischen kaiserlich und königlich wurde nach dem Ausgleich von 1867 eingeführt. Es galt für das Heer und die Marine. Die österreichische Landwehr war weiter k. k. (kaiserlich-königlich) und die ungarische Landwehr k.u. (königlich-ungarisch). Das Reichskriegsministerium bekam das "und" erst nach 1890 und verlor 1910 auch das "Reichs". Beides geschah auf Betreiben der Ungarn, denen es wichtig war zu dokumentieren, daß das Reich aus zwei nur durch Abkommen verbundenen Hälften bestand.[zurück zum Text]

(6) In Tradition zur Honvéd von 1848/49 wiederum so genannt.[zurück zum Text]

(7) Bereits seit 1866 gab es Versuche der Einführung, die dann aber speziell am ungarischen Veto scheiterten. Mit dem Wehrgesetz vom 5. Dezember 1868 war sie dann tatsächlich für die ganze Monarchie wirksam. Mit dem gleichen Gesetz wurden die Einjährig Freiwilligen und Reserveoffiziere eingeführt. Ebenfalls durch dieses Gesetz wurde die Aufstellung der beiden Landwehren verfügt. Beide schworen nicht mehr auf den Kaiser, wie das Heer, sondern auf die Gesetze des Vaterlandes.[zurück zum Text]

(8) Deák, S. 216, Quelle: Militärstatistisches Jahrbuch für das Jahr 1910 (Wien 1911), S. 145-146.[zurück zum Text]

(9) Selbst das berühmte Infanterie-Regiment Hoch- und Deutschmeister Nr. 4 hat nach Wrede zwischen 1889/50 und 1906 allein 21 mal die Garnison gewechselt. Das Regiment Kaiser Franz Joseph Nr. 1 wechselte zwischen 1849 und 1906 17 mal und stand in Italien, Böhmen, Schlesien, Wien und Serbien.[zurück zum Text]

(10) Deák, S. 206.[zurück zum Text]

(11) Auf einen speziellen Exkurs über die Rolle der Juden in der österreichischen Armee muß hier verzichtet werden. Ausführlich behandelt E.A. Schmidl in seinem Buch "Juden in der k.(u.)k. Armee 1788 - 1918." das Thema. Er kommt zu dem Ergebnis, daß es für Juden zumal nach 1867 keine Einschränkungen in der Armee gab, dies galt auch für ihre Karriere als Offizier. Gerade in diesem Punkt zeigt sich die besondere Toleranz in der österreichischen Armee, die die erste Armee war, die sich den Juden öffnete. Zusammenfassend schreibt Schmidl (S.69): "Im großen und ganzen aber erwies sich das Offizierskorps dem steigenden Antisemitismus gegenüber immun, der im zivilen Leben zu beobachten war. Die Stellung der Juden war im Heer sicher besser als in vielen Bereichen des Zivillebens. Dies war vor allem auf die besondere Einstellung der multi-nationalen k. u. k. Armee zurückzuführen, die nicht weniger als dreizehn Nationalitäten und zwölf Religionen umfaßte und ein einigendes Band des langsam zerfallenden Reiches darstellte. Obwohl der überwiegende Teil deutscher Nationalität und katholischer Religion, stellten die Offiziere ihre Aufgabe über die nationalistischen Streitereien. Ihre Treue gehörte nicht einer Nation, sondern dem Kaiser und dem Kaiserhaus."[zurück zum Text]

(12) Deák, S. 122.[zurück zum Text]

(13) 1912 erhielten die beiden Landwehren Artillerie und technische Truppen.[zurück zum Text]

(14) Deák, S. 218.[zurück zum Text]

(15) nach Deák, S. 223.[zurück zum Text]

(16) Hier ist auf die verhältnismäßig hohe Zahl Italiener bei der Marine hinzuweisen.[zurück zum Text]

(17) Siehe Anlage 3.[zurück zum Text]

(18) Verwiesen sei auch auf die Zahlen im Kapitel über die Militärschulen, die leider jedoch nicht den alten und neuen Adel unterscheiden.[zurück zum Text]

(19) Konvertierte Juden sind damit nicht gemeint, da sie auch nicht mehr als Juden betrachtet wurden.[zurück zum Text]

(20) Das Heer und die Marine, die k.k. Landwehr und die k.u. Landwehr. Die kroatische Landwehr war nicht selbständig.[zurück zum Text]

(21) Der Begriff ist von mir gewählt und soll im folgenden alle Bildungseinrichtungen mit einem Wort erfassen.[zurück zum Text]

(22) Dies gilt auch für die Einjährig Freiwilligen, die, nachdem sie Reserveoffiziere geworden waren, einen Ergänzungskurses belegen mußten, um dann Berufsoffizier werden zu können.[zurück zum Text]

(23) Seit 1908 als Fähnrich.[zurück zum Text]

(24) Die Bezeichnung Ausmusterung wird in Österreich in anderem Sinne als in Deutschland gebraucht und kann hier mit Versetzung übersetzt werden.[zurück zum Text]

(25) Deák, S. 107.[zurück zum Text]

(26) Die Zahlen beziehen sich hier offensichtlich auf die Militärakademie in Wiener Neustadt, die Infanterie-, Jäger- und Kavallerie-Offiziere ausbildete. Sie ist bereits unter Maria Theresia 1756 gegründet und die berühmteste Militärbildungseinrichtung Österreichs. Für die technischen Truppen war die bereits von Prinz Eugen gegründete Ingenieur-Akademie in Wien zuständig, die sich in eine für Artillerie- und eine für Genie-Offiziere teilte.[zurück zum Text]

(27) Deák, S. 104.[zurück zum Text]

(28) Sie stammten in der Masse aus dem jungen Neu- und Dienstadel.[zurück zum Text]

(29) Deák, S. 108.[zurück zum Text]

(30) Deák, S. 110.[zurück zum Text]

(31) Broucek, S. 94.[zurück zum Text]

(32) Gemeint ist die Militärunterrealschule in St. Pölten.[zurück zum Text]

(33) Broucek, S. 103.[zurück zum Text]

(34) Broucek, S. 104.[zurück zum Text]

(35) Gemeint ist die Militäroberrealschule in Weißkirchen.[zurück zum Text]

(36) Broucek, S. 121.[zurück zum Text]

(37) Deák, S.109.[zurück zum Text]

(38) Schmidl, S. 63, damit sind die konvertierten Juden nicht gemeint.[zurück zum Text]

(39) Deák, S. 154.[zurück zum Text]

(40) Ergänzend dazu folgenden Zitat: "Durch den Officiersgrad hat der Betreffende eine Stellung in der Gesellschaft erhalten, wird er vollgiltiges Mitglied derselben und jeder früherer Unterschied der Geburt ist für ihn jetzt gänzlich geschwunden, denn der Officier genießt die persönlichen Rechte des Edelmanns. Mit ihm als Kamerad in demselben Regiment dienen die Söhne der stolzesten Familien des Landes und selbst Prinzen des kaiserlichen Hauses, dem er den Eid der Treue geschworen." (A.v.Hannenheim, Aus dem Buch vom Offizier; in ÖMZ XXXI. Jg. (1890), zitiert nach Habsburgermonarchie S., 38.)[zurück zum Text]

(41) Deák, S. 154.[zurück zum Text]

(42) Habsburgermonarchie, S. 107.[zurück zum Text]

(43) Schmidl, S. 68, aus Danzer's Armee-Zeitung vom 3. Mai 1900.[zurück zum Text]

(44) Deák, S.24.[zurück zum Text]

(45) Deák, S.25.[zurück zum Text]

(46) Teile der Tabelle Habsburgermonarchie, Bd. 5, S. 745.[zurück zum Text]

(47) Deák, S. 193, Quelle: Preradovich, Führungsschichten in Österreich und Preussen 1804 - 1918, mit einem Ausblick zum Jahre 1945, Wiesbaden 1955. Der Tabelle liegen Stichproben der Generale zu Grunde, daher ist sie nur bedingt brauchbar. Auch das Jahr 1918 ergibt eine Verfälschung, der Stand 1914 wäre sinnvoller gewählt. Trotzdem gibt die Tabelle wohl die Tendenz richtig wieder.[zurück zum Text]

(48) 2. - 4., Deák S., 193f., Nach: Kandelsdorfer, Der Adel im k.u.k. Offizierskorps, Militärische Zeitschrift (1897).[zurück zum Text]

(49) Deák, S. 114-116.[zurück zum Text]


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