Schlacht bei Maxen 20. 11. 1759
(bekannt als "Finkenfang bei Maxen")
 
FM Daun, dessen Armee in Schlesien operierte, entschloss sich das in seinem Rücken stehende Finck`sche Korps anzugreifen.
GL v. Finck hatte von Friedrich II. die Anweisung: "...kommt was Starkes oder hat der Feind nur eine gute Disposition, so könnt ihr solche passieren lassen..."
 
Am 19.11. brach das Reservekorps O´Donnels und Sincére`s um 7 Uhr Morgens von Rippchen auf und marschierte unter Daun`s persönlicher Führung nach Dipoldiswalde.
Acht Batallione besetzten diesen Punkt, der Rest bezog ein Lager zwischen Oberheßlich und Malter.
Daun wollte die Preussen am anderen Morgen von drei Seiten zugleich, nämlich von Hausdorf, Dohna und Wittgensdorf angreifen. Fink erfuhr durch seine Spione von der drohenden Gefahr und traf Gegenanstalten, um sich bis zur erhofften Ankunft des Königs halten zu können.
Am Morgen des 20.11. marschierten die Österreicher in 4 Kolonnen auf Maxen. Eine Abteilung blieb in Malter stehen, um gegen einen etwaigen preussischen Vorstoß deren Rücken zu decken.
Von Reinhardsgrimma ließ Daun in 2 Treffen aufmarschieren, die Preussen - aus dem Ort vertrieben - zogen sich auf die Höhen hinter Hausdorf.
Österreichische Grenadiere erstiegen die steile und vereiste Anhöhe rechts vom Weg, der von Reinhardsgrimma nach Hausdorf führt, von welcher die preussischen Stellungen gut übersehen werden konnten. Eine Batterie von acht 12-pfündigen Geschützen wurde auf die Anhöhe geführt, welche die Preussen auf den Höhen hinter Hausdorf in die Flanke nahm. Unter ihrem Feuer erstiegen die Grenadiere die von den Preussen besetzten Anhöhen. Diese zogen sich in die Linie bei Maxen zurück. Darauf bepflanzten die Österreicher auch diese Anhöhen mit Kanonen und beschossen die preussischen Stellungen heftig.
Danach rückten die österr. Grenadiere gegen den preussischen linken Flügel vor, erklommen die steilen und glatten Anhöhen und vertrieben zwei preussische Batallione in die Mitte der feindlichen Stellung, drangen in die entstandene Lücke und verjagten die Preussen aus Maxen.
Gen. Brentano kam unterdessen mit seinem Korps in die Flanke und Rücken der Preussischen Stellung. Die Reiterei, die Fink gegen ihn schickte, wurde durch Kanonen- beschuss und eine Flankenattacke der kaiserlichen Reiterei in Unordnung zurückgeworfen.
Daun rückte nun gegen die sich bei Schmorsdorf sammelnden Preussen vor und trieb sie von Anhöhe zu Anhöhe.
Ein nochmaliger Angriff der preuss. Reiterei auf die Grenadiere wurde zurückgewiesen, zwei feindliche Batallione gänzlich zerstreut und ihre Kanonen und Fahnen erobert.
Am Abend sammelte Finck seine zerstreuten Truppen hinter Falkenhain und Ploschwitz.
Er wollte im Schutze der Nacht durch die Engwege über Wesenstein und Burkhardtswalde, jenseits der Müglitz fortziehen. Aber er fand alle Wege besetzt und konnte nirgends durchdringen. Bei Dohna stand der preussische General Wunsch ebenso eingeschlossen wie Fink. Letzterer hatte bereits seine ganze Artillerie verloren, seine Munition verschossen und seine Mannschaft war auf weniger als die Hälfte geschmolzen.
Am anderen Morgen streckte das ganze Finck´sche Korps die Waffen und wurde unter starker Bedeckung nach dem großen Garten in Dresden geführt und von dort in Abteilungen nach Böhmen.
In Gefangenschaft gerieten 13.741 Mann, darunter 9 Generäle, 500 Offiziere, dazu 120 Fahnen und Standarten und die ganze Artillerie.
Die Österreicher verloren 304 Tote und 630 Verwundete. Von den Gefangenen starben später in der Steiermark Tausende an der roten Ruhr.
Der König schrieb Finck: "...es ist ein ganz unerhörtes Exempel, dass ein preussisches
Korps das Gewehr vor dem Feind niederleget..."
 
Friedrich August v. Finck, geb. 1718 in Strelitz war erst in russischen Diensten. 1759 preussischer GL, blieb er nach Maxen bis 1763 in Kriegsgefangenschaft. Zurückgekehrt, wurde er vor ein Kriegsgericht (unter dem Vorsitz v. Zieten`s) gestellt, kassiert und für 1 Jahr nach Spandau gebracht. Nach seiner Freilassung ging er in dänische Dienste als General der Infanterie. Er starb 1766.
 Harald Skala

Quellen:

- G. Dorn - "Die Schlachten Friedrichs des Grossen", Augsburg, 1997
- A. Graf Thürheim, "Carl Joseph Fürst de Ligne", Wien, 1877


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