Karl Peter Frhr. Ott von Bátorkéz
K. k. Feldmarschall-Lieutenant



Frhr v. Ott wurde 1738 in Gran (Esztregom/HU) geboren. Die Namen der Eltern konnten nicht ermittelt werden.
Nach dem Studium auf der Militärakademie trat er im August 1756 als Fähnrich in das IR Nr. 57 "Andlau" ein. Wahrscheinlich diente er im 2. Bataillon, das damals in Italien stand und erst 1760 nach Schlesien verlegt wurde, nach dem das 1. Bataillon 1759 am Sebastianberg in preussische Gefangenschaft geraten war.
Er nahm dann mit seinem Bataillon an der Schlacht bei Landeshut 23.6.1760 teil, in der sein Bataillon im Detachement Jahnus v. Eberstädt an der linken Flanke stand und an der Schlacht bei Liegnitz 15.8.1760 wo er im Zentrum des 2. Treffens focht. Hier erlitt er eine Wunde am Kopf.
Für seine Leistungen im Siebenjährigen Krieg wurde v. Ott im Rang eines Oberlieutenants zum Husarenregiment "R. Pálffy" Nr. 6 transferiert. In diesem Rang erscheint sein Name erstmals in der Musterliste vom November 1762 aus Frankenhau (bei Freiwaldau = Gozdnica/PL). Auch in der Musterliste aus Rosenau (Roznava/SK) vom Mai 1767 wird er noch mit dieser Charge geführt. In der Liste des Hofgkriegsrates (23-964) vom 28.11.1771 erscheint er jedoch bereits als Rittmeister.
Zwischen 1772 und 1778 muss v. Ott zum Major befördert worden sein, da er in der Musterliste aus Raudnitz (Roudnice n. L./CZ) vom 22.12.1778 bereits mit dieser Charge erwähnt wird.
Während des bayrischen Erbfolgekrieges wurde Major v. Ott 1779 zum Husarenregiment "F. Kálnoky" Nr. 2 transferiert. In seinem neuen Regiment machte er noch den Feldzug in Böhmen mit, ohne jedoch zum Einsatz zu kommen.
Das Regiment wurde im Juli 1779 nach Siebenbürgen verlegt (Mediasch).
Auch die nächsten Jahre blieb sein Regiment in Siebenbürgen, nahm 1784 an der Unterdrückung des Aufstandes in der Walachei teil, worauf Ott zum Obristlieutenant befördert wurde und Obristlieutenant v. Boros (der als Obrist zum HR Nr. 8 wechselte) ersetzte.
1785 hatte Ott die Gelegenheit, sein Regiment Kaiser Leopold II. im Lager Hermannstadt (Sibiu/RO) zu präsentieren. Danach kehrte das Regiment in seine Garnison zurück, wo es bis Juli 1787 verblieb und dann zur Bewachung der Grenzpässe abkommandiert wurde.
1788 bis 1791 nahm Ott mit seinem Regiment an dem Türkenkrieg teil. Im ersten Jahr hielt er den Rotenturm-Pass besetzt und patroullierte den Winter über mit dem Regiment an der Grenze
Anfang 1789 wurde Ott zum Obristen und Kommandanten seines Regiments befördert. Während des Jahres nahm er an kleineren Gefechten an der Grenze teil.
Am 26.6.1790 bewährte sich sein Regiment in der Schlacht bei Kalafat, wo es unter seiner Führung die türkischen Schanzen angriff.
Für diese Leistung erhielt Ott in der 23. Promotion am 19.12.1790 das Ritterkreuz des MTO.
Das Regiment verblieb danach in Garnison bei Kalafat und Craiova und wurde nach Friedensschluss Ende August nach Schäßburg (Sigisoara/RO) verlegt.
Zu Beginn des Krieges mit Frankreich 1792 blieb v. Ott bis Oktober in Siebenbürgen, um danach mit dem Regiment an den Rhein zu marschieren. Er erreichte Heilbronn Ende Januar 1793 und nahm noch im Mai an Gefechten an der Queich teil.
Am 17.5. attackierte sein Regiment französische Stellungen bei Bellheim und erbeutete 4 verlorene eigene Geschütze. Bei dieser Aktion wäre Ott beinahe in französische Gefangenschaft geraten. Die Husaren Lukatsy und Barothi mit einigen anderen hieben ihn aus dieser misslichen Situation heraus. Die Szene wurde 1806 von einem unbekannten Maler festgehalten (im Besitz des Regiments).
Mit seinem Regiment kämpfte Ott dann im Korps Wurmser am Bienwald und bei Germersheim.
Im November d. J. erhielt Ott für seine Leistungen im vergangenen Feldzug eine kaiserliche Belobigung. Über den Winter wurde der Stab nach Höchst verlegt, Ott am 20.12.1793 zum Generalmajor befördert
(Bemerkung: das Jahr 1791 in der Namensliste muss ein Tippfehler sein, da Wrede, Thürheim und auch andere Autoren übereinstimmende 1793 angeben)


Ott entgeht bei Bellheim knapp der Gefangenschaft

Noch im gleichen Jahr befehligte er eine Brigade in den Niederlanden. Der Plan für den Angriff auf das befestigte französische Lager bei Famars wurde von ihm ausgearbeitet und durchgeführt.
Die Jahre 1794 - 1795 verbrachte er wieder am Rhein, um im folgendem Jahr FM Wurmser nach Italien zu begleiten. Hier wurde ihm die Avantgarde anvertraut.
Am 29.7.1796 stürmte er die Stadt Salo und am 14.9. wehrte er mit Obristlieutenant v. Klenau einen Angriff Massénas auf das kaiserliche Lager bei Mantua ab.

Für seine Leistungen in den vergangenen Feldzügen wurde v. Ott am 4.2.1797 zum Feldmarschall-Lieutenant befördert.

Hervorragende Taten gelangen ihm auch 1799. Bereits am 20.4. besetzte er mit seiner Division Brescia, in der Schlacht bei Cassano am 26./27.4 bewies er besondere persönliche Tapferkeit.
Während der späteren Belagerung Mantuas durch Napoleon verteidigte v. Ott die Herzogtümer Parma und Piacenza.
In der dreitägigen Schlacht an der Trebbia 17. - 19.6. leitete er wiederum seine Division mit besonderer Klugheit und Ausdauer.
In der Schlacht bei Novi am 15.8.kommandierte er den linken Flügel der Kaiserlichen und trug am meisten zum Sieg bei. Anschließend belagerte er Ancona, besetzte einen Teil des Kirchenstaates, um sich dann mit der Armee des FM Melas zu vereinigen.
Obwohl krank, bewährte sich v. Ott in den Kämpfen zwischen Savigliano und Marenne gegen Truppen des Generals Grenièr. Er schlug den Gegner und verfolgte ihn durch das Val di Grana bis zum Fort Domont.

Für seine Leistungen in diesem Feldzug erhielt v. Ott am 13.10.1799 aussertourlich das Kommandeurskreuz des MTO.

Im Feldzug 1800 konnte sich v. Ott erneut bewähren. Er erhielt den Befehl durch das Trebbia Tal gegen die Franzosen vorzurücken. Beim Berg Cornua kam es zu heftigen Kämpfen mit Truppen des Gen. Masséna, der sich gegen Genua zurückziehen musste. Auch an den späteren Kämpfen bei Montecreto und Montebello nahm v. Ott rühmlich teil.
In der Schlacht bei Marengo am 14.6.1800 befehligte FML v. Ott die linke Kolonne, welche die Avantgarde und die Divisionen FML Schellenberg und FML Vogelsang bildeten. Während der Schlacht gelang es ihm bei Castel Ceriolo den Truppen Gen. Lannes in die Flanke zu fallen. Trotz des Erfolges auf seinem Flügel konnte v. Ott die Niederlage der Kaiserlichen nicht verhindern, nach dem Napoleon in höchster Not noch Verstärkung durch Truppen des GL Desaix erhalten hatte.

1801 wurde FML v. Ott zum Inhaber des Husarenregiments Nr. 5 ernannt, kam im gleichen Jahr als Divisionär nach Ofen, um dort 1805 die Aufstellung der ungarischen adeligen Insurrection zu organisieren.
Dort starb er am 10.5.1809 im Alter von 71 Jahren.

FML v. Ott war sehr wahrscheinlich nicht verheiratet, auch von ev. Kindern konnte ich nichts in Erfahrung bringen.

Zwei Tatsachen weisen darauf hin, dass Ott aus einer nichtadeligen Familie stammte.
1. - Er kam zum Heer über das Studium auf der Militärakademie
2. - Die Inschrift auf seinem Portrait auf der Bibersburg, das ihn ca. 1768 im Rang eines Oberlieutenants zeigt, beinhaltet keinen Adelstitel.

Nobilitiert wurde er wahrscheinlich erst nach dem er Ritter des MTO geworden war.

Harald Skala
Quellen:
  • C. v. Wurzbach, "Biographisches Lexikon des Kaiserthums Österreich", Bd. XXI. Wien 1870
  • A. v. Wrede, "Geschichte der K. u. K. Wehrmacht", Wien, 1898 - 1905
  • A. Graf Thürheim, "Die Reiterregimenter der k. k. österr. Armee", Wien 1862
  • G. Nagyrévy/v.Neppel, "Husaren in der Weltgeschichte", Wiesbaden, 1975
  • C. Pizzighelli "Geschichte des Husarenregiments Nr. 2", Kronstadt, 1905
  • C. Pizzighelli, "Geschichte des k. u. k. Husarenregiments. Wilhelm II. v. Württemberg Nr. 6", Rzeszów, 1897
  • Portrait. Sammlungen des Museum auf der Bibersburg (Cervený Kamen/Slowakei)

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