Franz Maximilian Frhr. Jahnus v. Eberstädt
k. k. Feldmarschall-Lieutenant.


Er stammte aus einem alten thüringischen Adelsgeschlecht aus dem bereits früher mehrere Mitglieder im k. k. Heer gedient hatten.
Sein Vater Adolph Wilhelm war k. k. FML und starb 1731 als Gouverneur von Tortona.

Franz Maximilian wurde am 16.8.1711 geboren. Nach Studien in Jena in den Jahren 1729 - 1732 trat er als einundzwanzigjähriger in die k. k. Infanterie als Fähnrich ein. Er stieg relativ schnell auf der Karriereleiter und war bereits 1742 Oberstlieutenant im IR "L. Daun" Nr. 45.
Nach der "Ordre de Bataille" befand er sich mit seinem Regiment im Feldzug 1744 unter FM Graf Traun am Rhein und zog mit ihm - nach dem die Preussen in Böhmen eingefallen waren - auf diesen Kriegsschauplatz. Sein Regiment nahm 1745 an den Schlachten von Hohenfriedeberg und Soor teil.
1746 wurde sein Regiment der Armee unter FM M. U. Browne in Oberitalien zugeteilt.
Hier nahm er am 15.6.1746 an der Schlacht bei Piacenza teil, in der er verwundet wurde.
Anschließend wurde ihm ein Streifkorps anvertraut, mit dem er am Po zwischen dem Tidone und der Trebbia den Feind erfolgreich bekämpfte.
Ende des Jahres nahm Jahnus v. Eberstädt an dem von FM Browne geführten Feldzug in die Provence teil. Hier befehligt er zuerst ein Korps Freiwilliger und 10 Grenadierkompanien. Gemeinsam mit Karlstädter Grenzern eroberte er nach dem Übergang des Var den französischen Posten St. Laurence.

Nach Rückkehr der k. k. Truppen nach Italien und Unterzeichnung des Frieden in Aachen wurde Franz Maximilian an die Militärgrenze versetzt und nahm an der Neuorganisation der Grenztruppen teil. Er hatte bereits in der Provence gute Erfahrungen mit diesen tapferen Soldaten gemacht und so wurde er am 5.2.1750 zum Oberst des Broder Grenzregimentes (Nr.7) ernannt. 1754 übernahm er die gleiche Funktion im Peterwardeiner Grenzregiment
(Nr. 9).
Mit seinem Regiment und einigen Kompanien Warasdiner Grenzer deckte er im August 1757 die böhmische Grenze bei Landeshut (Kamenia Góra/PL), Schmiedeberg (Kovary/PL) und Hirschberg (Jelenia Góra/PL).
Bei Landeshut wurden seine Grenzer von 8.000 Preussen mit 16 Geschützen unter General v. Kreutz überfallen. Jahnus v. E. hatte seine 2 Geschütze auf einer Anhöhe in der Flanke der Preussen postiert, die mit ihrem wirkungsvollen Feuer dem Feind große Verluste verursachten. Gleichzeitig gingen die Grenzer mit dem Säbel in der Faust vor. Die Preussen mussten weichen. Jahnus v. Eberstädt wurde während es Kampfes das Pferd unter dem Leib erschossen.
Für seine hervorragenden Leistungen wurde er am 21.8.1757 zum GFWM ernannt und erhielt in der 1. Promotion am 7.3.1758 den MTO.

In den folgenden Jahren des Siebenjährigen Krieges war Jahnus v. E. dem Korps von G. Laudon zugeteilt und bewährte sich mit seinen Grenzern im "Kleinen Krieg". Beim Überfall des großen preussischen Konvois bei Domstädtel (Domasov/CZ) am 28./29.6.1758 führte er mit großem Erfolg einige Bataillonen Likaner und Peterwardeiner Grenzer.
Im Mai 1760 im Korps des FML Wolfersdorf befehligte er im Gefecht bei Trautenau (Trutnov/CZ) 3 Batailone Gradiskaner und Broder Grenzer, besetzte dann Mitte Juni vorübergehend Landeshut wo er mit seinen 3 Grenzbataillonen und dem HR "R. Pálffy" Nr. 6
stehen blieb.
Bereits am 23.6 kam es zu einem Gefecht zwischen den Kaiserlichen und Preussen unter Befehl des GM Joachim v. Zieten bei Freiburg (Swiebodzice/PL). Mit den IR "Batthyányi", IR "Andlau" und 3 Bataillonen Grenzer gelang es Jahnus v. E. sich gegen die Preussen zu behaupten. Nach dem Zieten von der Niederlage GM Fouqés bei Landeshut erfahren hatte, zogen sich die Preussen bis Schweidnitz zurück.
Jahnus v. E. wurde anschließend mit den o. erw. Einheiten (ohne IR "Andlau") dem Korps Draskowitch bei Neisse /Nysa/PL) zugeteilt, ohne in weitere Kämpfe einzugreifen.

Am 9.3.1760 erhielt Jahnus v. E. seine Ernennung zum FML. Gelegenheit, sich erneut auszuzeichnen, erhielt er erst im Herbst 1761 als er mit Laudons Truppen an der Erstürmung
der Festung Schweidnitz (Swidnica/PL) teilnahm.
Während des Hauptsturmes auf die Festungsanlagen am 1.10. sollte er mit seinen Grenzern einen Scheinangriff auf das sogen. Wasserfort durchführen. Die Truppe wurde von Hauptmann Scezujaz geführt. Im Wasserfort waren ca. 400 Kaiserliche Gefangene, überwiegend Grenzer. Es gelang ihnen die Tür ihres Gefängnisses aufzubrechen und die Hängebrücke des Forts herabzulassen. Den günstigen Augenblick nutzend, ließ Jahnus v. E. das Fort sofort stürmen. Gegen 7 Uhr war das Fort in den Händen der Kaiserlichen.

Im letzten Kriegsjahr nahm Jahnus v. E. an keinen größeren Kampfhandlungen mehr teil.
Bereits längere Zeit fühlte er sich vom Oberbefehlshaber  FM L. Daun ungerecht behandelt
und reichte deshalb nach Abschluss des Friedens in Hubertusburg seinen Abschied ein. Dies wurde ihm auch gewährt, mit Beibehalt des Feldmarschall-Lieutenant Charakters und seiner Ordenspension.

Er nahm dann 1763 die ihm von der Stadt Hamburg angebotenen Stelle eines Stadtkommandanten an. 1770 bot ihm die Republik Venedig eine Feldmarschallstelle an. Da er jedoch in Hamburg zufrieden war, lehnte er ab.
Er starb im Hamburg am 26.1.1772 im Alter von 61 Jahren.

Jahnus v. E. war mit einer Hofdame der Kaiserin, Christine Dorothea Gräfin v. Auersperg verheiratet. Aus der Ehe wurde 1757 ein einziger Sohn, Franz Karl v. Eberstädt geboren. Auch er diente im kaiserlichen Heer. Mit ihm erlosch das Geschlecht Ende des 18. Jh.

Harald Skala


Quellen:
  • C. v. Wurzbach, "Biographisches Lexikon des Kaiserthums Österreich", Bd. X., Wien 1863
  • Ch. Duffy, "Feldmarschall Browne", Wien 1966
  • W. Edler v. Janko, "Laudons Leben", Wien, 1869
  • A. v. Thürheim, "FM Otto Ferdinand Graf v. Auersperg-Traun", Wien, 1877
  • A. v. Wrede, "Geschichte der K. u. K. Wehrmacht", Wien 1898 - 1905
  • ALBERTINA - Faksinile, Wien, 1973
  • M. Bertling, "Die Kroaten u. Panduren in der Mitte des XVIII. Jh." Dissertation, Berlin 1912
  • Portrait: Sammlungen auf Schloss Bojnice/Slowakei

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