Franz Wilhelm Rudolf Graf von Hohenems
k. k. Feldmarschall, kath. General der Kavallerie im Reich,
kommandierender General in Mähren


Familiengeschichte

WappenAls ersten der Familie finden wir "Ulrich von Emptz", der am 24.1.1333 die gleichnamige Burg in Vorarlberg von Ludwig d. Bayern für geleistete Kriegsdienste als Lehen bekam.
Die Familiengeschichte im 13. 14 Jahrhundert ist ziemlich verworren und nicht immer belegt. Sicher ist, dass die Ritter von Ems (manchmal auch "Embs" geschrieben) von Kaiser Ferdinand I. am 27.4.1560 in den Erbländischen Grafenstand erhoben wurden. Kaspar v. Ems erwarb später die Reichsgrafschaft Vaduz mit Schellenberg.
Im 16. Jahrhundert kämpften die Grafen v. Hohenems oft in Italien, sie waren durch Heirat mit den Medici und Boromäern verbunden, einige besaßen hohe kirchliche Ämter. Graf Hannibal (I.) stand in Diensten des spanischen Königs Philipp II. und wurde spanischer Grand. Er verteidigte später die Insel Malta und nahm an der Seeschlacht bei Lepanto 1572 teil.
In diesen Jahren erlangte die Familie großes Ansehen und Reichtum. Der Niedergang begann Ende des 17. Jh. Graf Ferdinand Karl wurde 1684 vom Kaiser der Regierung enthoben, Graf Franz Karl Anton flüchtete 1687 nach dem Schloss Heerbrugg und stellte sich unter den Schutz der Schweizer Eidgenossenschaft. Im Jahre 1688 wurde die verwaiste Grafschaft Hohenems unter kaiserliche Administration gestellt. Die Grafen verkauften anschließend Vaduz und Schellenberg an die Liechtensteiner, erwarben dafür Güter in Mähren.
Es blieben Schulden, an denen noch Graf Franz Rudolf schwer zu tragen hatte. Diese Last erschwerte ihm das Leben in den ersten Jahren seiner militärischen Laufbahn. Die Situation verbesserte sich erst nach einer Audienz bei Maria Theresia, zu der ihn Prinz Eugen v. Savoyen begleitet hatte.
Im Mannesstamm starb die Familie mit Franz Wilhelm v. H. im Jahre 1759 aus. Die Lehensgüter der Familie fielen an das Haus Österreich, den Privatbesitz erbte Franz Xaver, Graf Harrach, der Maria Rebecca, Gräfin v. Hohenems geehelicht hatte.

Persönliche Schicksale des Grafen Rudolf
Franz Wilhelm Rudolf Graf von Hohenems
Franz Rudolf, Graf v. Hohenems wurde am 10.12.1686 in Vaduz geboren. Seine Eltern waren Graf Jakob Hannibal (III.) v. H. und Anna Amalia, Freiin v. Schauenstein. Von seinen 5 Geschwistern überlebte nur Emilia Antonia Carolina, die einen schlesischen Adeligen ehelichte, nach seinem Tode dann Christoph Adam, Frhr. v. Illertissen u. Frickenhausen.

Über die Jugend des Grafen Rudolf ist wenig bekannt. Er lebte wohl überwiegend auf den Gütern seiner Eltern in Vaduz und Hohenems. Mit 21 Jahren trat er in die k. k. Armee ein
1710 heiratete er die damals siebzehnjährige Lydia, Gräfin d´Hautefort, Marquise de Surville, Tochter des Verteidigers von Tournai, Marschall Louis Charles d´Hautefort, die er wahrscheinlich während der Belagerung von Douai 1710 kennen lernte. Lydia genoss im dortigen Kloster, in dem ihre Tante Äbtissin war, ihre Erziehung. Die Ehefrau lebte später in Abwesenheit des Gatten auf den Gütern seiner Eltern in Hohenems. Im Dezember 1713, kurz vor der Geburt ihres 1. Kindes verstarb Lydia. Ihre Schwiegermutter, Gräfin Anna Amalia, erlaubte den Ärzten nicht das noch im Mutterleib lebende Kind zu retten. Gräfin Lydia ist in Hohenems bestattet.
Am 9.6.1718 heiratete Graf Rudolf im Münster des Benediktinerklosters Mehrerau seine 2. Gattin, Anna Margaretha, Freiin Thurn-Valssasina (*22.10.1694), die ihm eine
beträchtliche Mitgift von 20.000 Talern mitbrachte. In Abwesenheit ihres Gatten sollte sie die ziemlich heruntergekommenen Güter verwalten, was jedoch überwiegend ihr Bruder Josef Leodegar, Obervogt auf Rosenberg bei Berneck, übernahm und in die eigene Tasche wirtschaftete.

Graf Rudolf übernahm im Jahre seiner 2. Heirat von seinem betagten Vater die Regierung der Grafschaft Hohenems und wurde Anfang 1720 auch Herr auf Bistrau (heute Bystré/CZ an der tschechisch-mährischen Grenze), das Graf Hannibal von den Liechtenstein 1708 erworben hatte. Zur gleichen Zeit erwarben die Liechtenstein die Hohenems´schen Besitzungen Vaduz und Schellenberg.

Auch seine 2 Gattin erfreute sich keines langen Lebens und starb am 2.5.1730 in Hohenems. Bestattet wurde sie jedoch in der gräflichen Gruft zu Bistrau. Auch aus dieser Ehe waren keine Kinder geboren.
Nach drei Jahren heiratete Graf Rudolf 1733 ein drittes mal, seine Ehefrau wurde Francisca Romana de la Roche. Auch sie starb vor ihrem Gatten am 20.8.1752 und wurde in der gräflichen Gruft zu Bistrau begraben.
Aus dieser Ehe stammten zwei Töchter:
Karoline, Gräfin v. Hohenems, heiratete nach 1762 FML Johann Baptist de Vos,
die zweite - Franziska Gräfin v. Hohenems, heiratete 1761 Johann Franz, Frhr. v. Kulhanek v. Claudenstein und Potpusch.
Da beide Töchter noch sehr jung waren als ihr Vater Graf Rudolf starb, wurde zu ihrem Vormund Franz Rodeni, Frhr. v. Hirzenau, k.k. Rat und Landrechtsbeisitzer in Mähren bestimmt.
Ab der zwanziger Jahre des 18. Jh. lebte die Familie des Grafen Rudolf abwechselnd in Hohenems und Bistrau, wobei die Ortschroniken von Bistrau über den Aufenthalt der dritten Ehefrau und der Kinder keinerlei Aufschluss geben.

Graf Rudolf ließ während seines Leben hauptsächlich in Bistrau eine Reihe von Bauten errichten. So ließ er dort 1722 - 1726 die monumentale Kirche des Hl. Johannes d. Täufers bauen und die Patronatskirche des Hl. Georg in Pomezí anschließend erweitern und verschönern.
Auch das alte Schloss der Kolowrat in Bistrau, das den Ansprüchen des Reichsgrafen nicht mehr entsprach, ließ er in den dreißiger Jahren umbauen und erweitern.
Das dritte größere Bauvorhaben waren die Gebäude des Kurbades "Goldbrünnel" (genannt Balda, in der Nähe von Bistrau), das von Mineralquellen gespeist wurde.
Als passionierter Reiter besaß Graf Rudolf auch eine Reihe hervorragender Pferde, angeblich die besten in Mähren!
Graf Rudolf starb am 21.4.1756 in Brünn. Seine sterblichen Überreste wurden mit militärischen Ehren nach Bistrau überführt wo sie in der gräflichen Gruft der Kirche des Hl. Johannes d. Täufers beigesetzt wurden.
Mit Graf Rudolf starb diese Linie der Reichsgrafen v. Hohenems im Mannesstamm aus.


Kürassier des Regiments "Falkenstein"

Militärische Karriere des Grafen Rudolf

1707, im Alter von 21 Jahren, trat Graf Rudolf in das kaiserliche Heer ein. Auf Ansuchen seines Vater, der auch in der Armee gedient hatte und Hofmeister der Kaiserin-Witwe Eleonore war, bekam er mittels kaiserlichen Rescriptes (gegen den Willen Prinz Eugens, der prinzipiell gegen derlei Begünstigungen war) den Rang eines Rittmeisters im Kürassierregiment "Franz, Frhr. v. Falkenstein". Vorerst aggregiert und ohne Gage, erlangte er später auch die Funktion als "wirklicher" Rittmeister.
Im gleichen Jahr noch nahm er mit seinem Regiment an dem Feldzuge in die Provence und der Operation gegen Toulon teil.
Im nächsten Jahr rückte sein Regiment zur Armee Prinz Eugen v. Savoyen an den Rhein und kam 1708 bei der Belagerung von Lille zum Einsatz.
Die Konzentration der verbündeten Armeen in den Niederlanden zwischen Lys und Schelde unter Prinz Eugen und dem Herzog v. Marlborough konnte erst Ende Juni 1709 stattfinden, als die Franzosen bereits im Anmarsch waren. Das Heer der Verbündeten bestand aus 170 Bataillonen und 263 Eskadronen. Neben dem - relativ
kleinem k. k. Kontingent - Engländer, Holländer, Preussenund Reichstruppen. Die Armee begann ihren Vormarsch am 26./27.6. Da beide Feldherren der Meinung waren, dass das Feldlager der Franzosen unangreifbar ist, entschlossen sie sich die Festung Tournai zu belagern. Obwohl die Franzosen eigentlich bei den anstehenden Friedensverhandlungen vorhatten, Tournai den Kaiserlichen zu überlassen, wurde die Festung mit allen Mitteln verteidigt.
Festungskommandant war GL Louis-Charles de Hautefort, Marquis de Surville, die Besatzung bestand aus 7.000 Mann. Die Belagerung leiteten die Generäle Lottum (Preussen) und Schulenburg (Sachsen). Prinz Eugen mit der Kavallerie (bei der auch die Falkenstein´schen Kürassiere waren) sicherte das Belagerungskorps gegen einen Entsatz durch das Feldheer Marschall Villars.
Am 28.7. kapitulierte die Stadt, Marquis de Surville zog sich mit ca. 4.000 Mann in die Zitadelle.
Villars machte wenig Anstrengungen um den Belagerten zu helfen, zwischen seinen und Prinz Eugens Truppen wurde nur geplänckelt.
Die Zitadelle von Tournai kapitulierte gegen freien Abzug am 31.8. Marquis Surville mit noch 2.400 kampffähigen Soldaten marschierte nach Douai ab.


Grundriss der Festung Tournai

Das Heer der Verbündeten zog nun gegen Mons. Zwischen dem 9. und 11.9. kam es bei Malplaquet zur Schlacht, die am 11.9. gipfelte.
Nach dem Marschall Villars gegen 14 Uhr verwundet vom Schlachtfeld getragen wurde (Knieschuss), übernahm Marschall Boufflers das Kommando.
Marlborough warf 15 Bataillone seiner englischen Reserven in das Zentrum gegen die schon angeschlagenen Franzosen. Ihnen folgte die kaiserliche Reiterei (auch "Falkenstein" war dabei) mit holländischer, brandenburger und hannoverschen Kavallerie. Diese Attacke brachte den Sieg. Noch einmal warf zwar Boufflers seine Kavallerie in den Kampf, die holländische Reiterei konnte nicht widerstehen, Marlborough mit englischen Truppen und der Prinz von Oranien  retteten die Situation.
Gegen 15 Uhr gab Boufflers den Befehl zum geordneten Rückzug, der von den Verbündeten nicht behelligt wurde.
Die Verbündeten verloren 22.939 Mann an Toten und Verwundeten, am meisten hatte die holländische Infanterie gelitten. Die Franzosen büßten (nach eigenen Angaben) ca. 11.000. Mann ein.
Danach zogen die Verbündeten gegen Mons, das sie vom 27. 9 bis 21.10 belagerten. An dem Tag kapitulierte die Besatzung unter GL Grimaldi gegen freien Abzug.
Nach dieser Aktion zogen die Verbündeten in die Winterquartiere, die kaiserliche Kavallerie war in der Umgebung von Nivelles untergebracht.

Im Januar 1710 wurde Graf Rudolf - ebenfalls auf Ansuchen seines Vaters - zum Generaladjutanten im Stabe Prinz Eugen v. Savoyen berufen.

In den folgenden Jahren geschah auf dem niederländischen Kriegsschauplatz nicht mehr viel, die Engländer und auch die Generalstaaten verhandelten mit Frankreich über einen Frieden. Am 8.10.1711 wurde in London ein Vorfriedensvertrag unterzeichnet, im Juli 1713 aber erst der endgültige Friede zwischen diesen Mächten. Der Kaiser akzeptierte die Bedingungen vorerst nicht, die Monarchie unterzeichnete erst am 6.3.1714 in Rastatt.

Im Jahre 1715 wurde Graf Rudolf zum Obristlieutenant im Kürassierregiment Falkenstein befördert, Falkenstein selbst Anfang 1716 zum General der Kavallerie.

Als es 1716 zum Ausbruch eines weiteren Krieges gegen die Türken kam, konzentrierte Prinz Eugen seine Armee in Ungarn.
Zu seinem Generalstab gehörte als Generaladjutant auch Graf Rudolf (neben ihm noch Graf Wurmbrand, Frhr. v. Miglio, Chevalier de Figny,  Graf Styrum, Graf Truchsess-Waldburg-Zeil, v. Wittorf, Graf Lamberg und Graf Johann Baptist Pálffy).
Neben der Infanterie standen in Ungarn 19 Kürassier - 10 Dragoner und 3 Husarenregimenter. Unter den Kürassieren befanden sich auch die "Falkensteiner".

Vor dem Eintreffen des Prinzen befehligte das Lager bei Futak FM Johann Graf Pálffy, der am 1.6.1716 Ofen verlassen hatte und Ende Juni eintraf. Prinz Eugen verließ Wien am 2.7. mit 16 Schiffen und langte am 9.7. in Futak an.
Nach einigen Verzögerungen zog die Armee den Türken in Richtung Peterwardein entgegen.
Das Heer Prinz Eugens hatte ca. 72.000 Mann, das türkische Entsatzheer unter Damad Ali Pascha ca. 150.000 Mann.
Am 5.8. kam es bei Peterwardein zur Schlacht. Prinz Eugen griff mehrmals persönlich in das Geschehen ein, wobei er sich und seine Begleitung, in der sich auch Graf Rudolf befand äußerster Gefahr aussetzte. Zwei seiner Begleiter, nämlich Generalquartiermeister Chréstien de Pouchon und Generaladjutant Johann Baptist, Graf Pálffy wurden getötet, Graf Trautmannsdorf verwundet.
Die Schlacht endete mit einem grandiosen Sieg der Kaiserlichen. Als die Türken bereits in voller Flucht waren, stellte sich ihr Befehlshaber, Damad Ali Pascha mit seinen letzten Getreuen vor seinem Zelt zum Kampf. Schwer verwundet, versuchten ihn seine Begleiter nach Belgrad zu bringen. Ali Pascha verstarb jedoch unterwegs in Karlowitz.

Die Trophäen der Sieger brachte Graf Waldburg-Zeil nach Wien, wo er am 15.8. ankam. Die Feierlichkeiten, bei denen Prinz Eugen Geschenke des Papstes übergeben wurden, fanden am 7.11. in Raab statt. Sicher war auch Graf Rudolf als Adjutant des Prinzen zugegen.
Nach diesem großen Sieg entschloss sich Prinz Eugen noch in diesem Jahr die von den Türken besetzte Festung Temesvár zu erobern.
Der größte Teil der Armee setzte sich am 14.8.in der Augusthitze nach Siebenbürgen in Marsch. Die Husaren des Vortrabs kamen vor Temesvar am 19.8. an, der Rest der Armee am 26.8.
Temesvár wurde von ca. 15.000 Türken mit 150 Kanonen unter Mustapha Pascha verteidigt.
Im September d. j. wurde Graf Rudolf zum Dragonerregiment "Heinrich v. Battée" transferiert, blieb aber weiterhin in seiner Funktion als Generaladjutant Prinz Eugens.
(das DR "Battée" wurde 1682 gegründet, jedoch bereits Ende 1721 aufgelöst)

Die eigentliche Belagerung von Temesvár begann am 1.9. mit der Eröffnung der Approchen; die Beschießung durch schwere Geschütze am 17.9. Der 1. Sturm auf die große Palanka fand am 1.10. statt. Prinz Eugen mit seinen Begleitern war am linken Flügel der stürmenden Truppen. Gegen 11 Uhr waren die Kaiserlichen im Besitz der Palanka, die Türken waren in die innere Stadt gewichen.
Nach heftiger Beschießung in den nächsten Tagen, durch welche die meisten türkischen Geschütze zerstört wurden, in der Stadt selbst Brände ausbrachen und die Bastionen in Schutthaufen verwandelt wurden, zogen die Türken am 12.10 um 11.30 die weiße Fahne auf. Die Bedingungen der Kapitulation wurden vereinbart, der Besatzung wurde freier Abzug mit allen Ehren zugestanden. Am 17.10 zogen ca. 12.000 Türken aus der Festung.
Mit der Siegesbotschaft wurde am 12.10. Generaladjutant Graf Wurmbrand nach Wien geschickt. Ihm folgte am 21.10 Graf Lamberg mit den Kapitulationsbedingungen.

Nach diesen zwei großen Erfolgen bezog die Armee die Winterquartiere, die sich in Siebenbürgen und dem Königreich Ungarn befanden. Die Falkenstein- Kürassiere lagen in Raab und Komorn. Am 31.10 rückte auch der Generalstab über Ofen in sein Quartier, Prinz Eugen mit seiner Begleitung nach Wien wo er am 9.11 ankam.

An den weiteren - allerdings kleineren - Unternehmungen in Siebenbürgen, dem Banat und an der Save-Grenze nahm Graf Rudolf nicht teil. Er befand sich wahrscheinlich in der Begleitung Prinz Eugens überwiegend in Wien.

Im Jahre 1717 wurde der Feldzuge gegen die Türken fortgesetzt. Das Hauptziel war die Eroberung von Belgrad.
Prinz Eugen brach am 15.5. zum Hauptlager, das wieder in Futak lag, auf. Graf Rudolf gehörte wieder zum Stabe des Prinzen. Zwischen dem 13. und 14.6. erreichte die Armee, die ca. 80.000 Mann streitbare hatte, das Lager bei Pancsova und schloss am 19.6 Belgrad ein.
Belgrad wurde von ca. 32.000 Türken verteidigt, ein Entsatzheer von ca. 200.00 Mann geführt von Großvezir Halil Pascha war im Anrücken. Eugen musste also auf 2 Fronten kämpfen. Das Entsatzheer legte sich im großen Bogen um die Truppen Prinz Eugens.
Nachts, am 16.8. führte Eugen - von den Türken unbemerkt - den größten Teil seiner Armee aus den Verschanzungen und überfiel die türkischen Truppen im Morgengrauen.
Auch in diesem Kampf focht der Prinz mit seinen Begleitern mehrmals in vorderster Linie und wurde am Arm verwundet. Das Entsatzheer wurde geschlagen und musste sich zurückziehen, die Festung kapitulierte am 18.8. gegen freien Abzug der Besatzung.

Danach waren die Türken an einer Beendigung der Feindseligkeiten bemüht. Die Verhandlungen zogen sich, der Friede wurde am 21.7.1718 in Passarowitz unterzeichnet. Mehrere Jahre wurde kein Krieg geführt. Prinz Eugen weilte die meiste Zeit in Wien und war in diplomatischen Missionen unterwegs.
Wo sich in diesen Jahren Graf Rudolf aufhielt, konnte nicht festgestellt werden. Sehr wahrscheinlich begleitete er aber Prinz Eugen auf seinen Missionen nicht. Auch an den Kämpfen auf Sizilien und Neapel war er nicht beteiligt. Wahrscheinlich hielt er sich die meiste Zeit auf seinen Gütern in Vorarlberg und in Mähren auf.

Nach der Auflösung des DR "Battée" kam Graf Rudolf 1722 in seinem Rang als Obristlieutenant zum Dragonerregiment "Johann Peter v. Saint-Amour" Dieses Regiment wurde 1682 durch Carl, Graf Saurau gegründet, 1725 erhielt es Joseph Wenzel, Fürst Liechtenstein zum Inhaber (er blieb es bis 1772, als "Rothschütz" wurde das Reg. im Jahre 1775 aufgelöst).
Anlässlich der Krönung Karl VI. zum böhmischen König im September 1723 in Prag, an der Graf Rudolf teilgenommen hatte, wurde er am 1.10.1723 zum Obristen befördert und zum k. k. Kämmerer ernannt.

Sein Regiment kam in den nächsten Jahren nicht zum Kriegseinsatz, es lag bis 1733  in Serbien in Garnison.
1733 rückten die "Liechtenstein-Dragoner" mit ihrem Obristen in das Observationslager in Schlesien, von wo sie 1734 auf den italienischen Kriegsschauplatz verlegt wurden.

Nach den Aufzeichnungen von A. v. Wrede wurde aber bereits 1730 Obrist Salzer von Rosenstein Kommandant des Regiments.
Da Graf Rudolf erst am 27.10.1733 (nach anderen Quellen am 12.12.1733) zum General-Feldwachtmeister befördert wurde, fehlen Angaben, wo er zwischen 1730 - 1733 diente bzw. welche Funktion er hatte. Mit größter Wahrscheinlichkeit befand er sich in diesen Jahren überwiegend auf seinen mährischen Gütern in Bistrau, was seine rege Bautätigkeit dort in den Jahren 1725 - 1732 und die dortige Ortschronik belegen (siehe oben).
In der "Hohenems-Geschichte", herausgegeben von der Marktgemeinde Hohenems ist ein Hinweis, dass Graf Rudolf in den Jahren 1727 - 1737 in Pavia in Garnison gelegen haben soll. Zumindest ab 1733 kann dies nicht stimmen, da im Generalstabswerk des k. k. Heeres andere Angaben über seinen Einsatz erwähnt sind (siehe folgende Absätze)

1733 wurde GFWM Graf Rudolf v. H. der Armee in Oberitalien als Brigadier zugeteilt Zu seiner Brigade gehörte das Kürassierregiment "Hohenzollern" und das Dragonerregiment "J.W. v. Liechtenstein". Laut Ordre de Bataille stand seine Brigade am linken Flügel des 2. Treffen.
Beide Regimenter standen jedoch Anfang des Jahres noch in ihren Garnisonen in Ungarn.
Durch Umstände, auf die hier nicht näher eingegangen werden kann, trat 1733 die Feldarmee in Oberitalien überhaupt nicht in Erscheinung, wodurch eine Reihe von Festungen die gegenüber den verbündeten Franzosen, Piemontesen und Spaniern  kaum Widerstand leisten konnten, kapitulieren musste.
Im Januar 1734 erhielt FM Claudius Florimund, Graf Mercy den Oberbefehl über die Truppen in Oberitalien. Der - inzwischen 68-jährige - Held der vergangenen Türkenkriege war nicht mehr der Alte. Er wurde vonGicht geplagt und hatte bereites mehrere Schlaganfälle erlitten. Ihm war auch Graf Rudolf unterstellt.
Mercy kam am 5.2. in Roveredo an und übernahm den Oberbefehl von G.d.C Prinz Friedrich v. Württemberg.
Von der Brigade Hohenems war inzwischen das Dragonerregiment "Liechtenstein" auch im Lager angekommen. Am 11.2. brach Mercy nach Mantua auf. Bei den Truppen war auch Graf Rudolf mit dem Reg. "Liechtenstein".
In Mantua traf auch Prinz Ludwig v. Württemberg mit weitern Regimentern aus Schlesien ein, Prinz Friedrich v. Württemberg ging zurück nach Deutschland.
Graf Rudolf mit den Liechtenstein-Dragonern und den Czungenberg-Huisaren wurde  in der Nähe von Goito postiert.
Im März war die Gesamtstärke der Kaiserlichen, die am Mincio standen, knapp 50.000 Mann, davon 11.750 Kavallerie.
Ende April entschied FM Mercy über den Po zu gehen. Graf Rudolf bildete die Spitze mit den Kürassierregimentern "J. Pálffy", "Hohenzollern" und dem Dragonerregiment "Liechtenstein".
Die Armee bewegte sich nun eine Zeitlang am rechten Ufer des Po. Am 25.5. bekam Graf Rudolf mit 800 Kürassieren und 200 Husaren den Befehl den Bau einer Brücke über den Enza, die von 15 Grenadierkompanien durchgeführt wurde, zu decken. Am 26.5. passierte die ganze Armee den Fluss und lagerte bei Sorbolo.
Zwischenzeitlich erkrankte FM Mercy mehrmals schwer (zeitweise hatte er Sprache und Gehör verloren und war beinahe blind!) und musste den Befehl an Prinz Ludwig v. Württemberg übergeben, wobei er aber auch von seinem Krankenlager weiterhin die Armee führen wollte (!)
Am 1.6. kam es zu einem ersten Gefecht mit den Verbündeten bei Colorno. Graf Rudolf befehligte die Reserve von 4 Kavallerie-Regimentern, die jedoch nicht in den Kampf eingesetzt wurde.
In den Relationen über die Aktionen der letzten Wochen wurde Graf Rudolf mehrmals lobend erwähnt.
Inzwischen hatte die gesamte französisch-sardinische Armee unter dem König Karl Emanuel und Marschall Coigny den Po überquert. Am 4.6. kam es zu einem weiteren Gefecht, dass Württemberg in Ansicht einer zahlenmäßig dreifachen Überlegenheit des Feindes abbrach und sich in das alte Lager bei Sorbolo zurückzog, da er auch um die Magazine in Reggio besorgt war.
Am 7.6. kehrte der kaum genesene FM Mercy (er konnte nicht mal die ihm vorgelegten Schriftstücke selbst unterzeichnen) zur Armee zurück. Mit den Vorkehrrungen Württembergs war er überhaupt nicht einverstanden. Beide Armeen warteten auf Verstärkungen und fouragierten, wobei die Kaiserlichen bis Parma vorstießen.

Am 10.6. wurde Graf Rudolf v. Hohenems mit einigen weiteren Generälen zum Feldmarschall-Lieutenant befördert.

 Am 11.6. erlitt FM Mercy erneut eine Schlaganfall, das Kommando musste wieder Prinz Württemberg übernehmen. Der führte die Armee am 13.6. nach S. Prospero.
Beide Seiten wollten eine große Schlacht vermeiden. Die kaiserliche Armee hatte kaum 28.000 Mann dienstbar. Die große Trockenheit verursachte enorme Schwierigkeiten bei der Versorgung der Armeen, vor Allem der Pferde.
Deshalb entschied sich Prinz v. Württemberg doch offensiv vorzugehen. Am 25.6. traf auch FM Mercy bei der Armee ein und verlangte noch die gleiche Nacht gegen den Feind zu marschieren, was Württemberg aufgrund völliger Unkenntnis über die Bewegungen des Feindes ablehnte. Erst nach durchgeführter Rekognoszierung setzte sich die Armee in Bewegung und wollte die Festung Parma südlich passieren. Mercy persönlich führte die Vorhut, Württemberg - der einen Ausfall der Besatzung von Parma befürchtete - die Nachhut. Die Franzosen hatten zu dieser Zeit auch keine genauen Kenntnisse über die Bewegungen und Stärke der Kaiserlichen, trafen aber Vorkehrungen, dem Feind vor Parma eine Schlacht zu liefern.
Am 29.6., kurz vor Tagesanbruch, meldete der Obristwachtmeister des Dragonerregiments "Althann", dass die gesamte Armee der Verbündeten vor den kaiserlichen Truppen in Schlachtaufstellung steht. Mercy schenkte dem keinen Glauben. Ohne sich mit seinen Generälen abzusprechen, stellte er sich an die Spitze des Kürassierregiments Mercy und mehrerer Grenadierkompanien um den Feind zu attackieren. Württemberg befahl er nur, den Angriff mit den nachfolgenden Regimentern zu unterstützen. Kurz darauf trafen FM Mercy zwei Kugeln und er fiel tot vom Pferd.
Die Kürassiere und Grenadiere konnten zwar anfangs Erfolge erringen, gegen die Übermacht der gut verschanzten Franzosen auf die Dauer aber nicht bestehen.
Württemberg warf in 4 Angriffen weitere Regimenter, so wie sie am Platz ankamen in den Kampf der auch dem Feind große Verluste einbrachte, konnte aber keinen Sieg erringen. Viele Generäle waren gefallen, es gab kaum einen höheren Offizier, der nicht verwundet wäre.
Gegen 19 Uhr ließ Württemberg seine Kanonen zurückziehen und begann den geordneten Rückzug.
Es kam zu der kuriosen Situation, dass beide Feldherrn der Meinung waren, dass sie die Schlacht verloren hätten. Coigny hatte schon einen Kurier nach Paris mit der Meldung seiner Niederlage geschickt. Um so überraschter war er, als er am Morgen des nächsten Tages feststellte, dass die Kaiserlichen das Feld geräumt hatten.
Die Brigade von Graf Rudolf kam erst beim 3. und 4. Angriff zum Einsatz, der ganze linke Flügel stand über 3 Stunden untätig auf der Strasse nach Cremona. Seine Verluste waren deshalb verhältnismäßig gering. Graf Rudolf war unter den wenigen Generalen, die diese so verlustreiche Schlacht unverwundet überlebte.
Württemberg brachte die schwer angeschlagene Armee am 30.6.in das 14 Km entfernte Monte Chiarugolo.


Wilhelm Hardt, persönl. Kürassier des Grafen

Am 5.7. musste die kleine Besatzung von Guastalla kapitulieren und wurde kriegsgefangen. Prinz Württemberg konnte keine Hilfe leisten.
Der Oberbefehl über die Italienarmee wurde FM Lothar, Graf Königsegg übertragen, der am 11.7. das Hauptquartier in Rovere erreichte. Die Armee litt wie so oft an Geldmangel, die Soldaten bekamen keinen Sold und hatten Hunger, es häuften sich Desertionen. Da in der Umgebung keinerlei Proviant für Mann und Pferd mehr aufzutreiben war, entschloss sich Königsegg, das Lager zu verlassen. Bei einer Rekognoszierung wurde eine Lücke in dem feindlichen Kordon entdeckt, die Königsegg nutzen wollte.
In der Nacht vom 15.9. verließ die Armee in aller Stille Gabbiano und marschierte in drei Infanterie - und drei Kavalleriekolonnen Richtung Quistello. Graf Rudolf mit Graf Balayra kommandierte die 5. Kolonne mit 2 Kavallerieregimentern. Unbemerkt überschritten die Kaiserlichen den Fluss Secchia und überfielen die überraschten Franzosen. Graf Rudolf und Baron v. Czungenberg mit ihren Regimentern überschritten den Fluss über eine Brücke bei Bondanello und fielen in die Flanke des Feindes ein, den sie vor sich hertrieben.
Königsegg formierte seine Armee nun in 2 Treffen, wodurch allerdings der Feind Zeit gewann und seine flüchtenden Truppen wieder ordnete. Bei dem folgenden Vorrücken der kaiserlichen Infanterie deckten die 3 Kavalleriekolonnen, die auf der - allerdings durch viele Gräben durchschnittenen - Ebene gegen den rechten Flügel der Franzosen vorgingen. Der Feind zog sich nun in breiter Front zurück, verfolgt von der Kavallerie und Grenadieren der Vorhut, die viele Franzosen niedermachten und 700 Gefangene einbrachten.
Da die Kaiserlichen schon 14 - 15 Stunden in Bewegung, somit die Truppen sehr strapaziert waren, verzichtete Königsegg auf weitere Verfolgung. Fast das ganze Lager der Franzosen und Piemontesen fiel in die Hände der Sieger.

In der gut befestigten Stellung, die König K. Emanuel und FM Coigny nun bezog, war der Feind unangreifbar. Die Kaiserlichen zogen an den Stellungen des Feindes vorbei und maskierten diese Bewegung durch einen Scheinangriff auf seine Stellungen. Erst gegen Mittag des 16.9 setzten sich auch die Verbündeten in Bewegung.
Die kaiserliche Armee bezog bei S. Benedetto ein neues Lager, um den erschöpften Soldaten etwas Erholung zu gewähren. Erst am 17.9 wurde weiter marschiert, am nächsten Tag Luzzara erreicht.
In der Nähe von Guastalla beabsichtigten die Verbündeten FM Königsegg eine Schlacht zu liefern. Ihre Stellungen waren dem Gelände gut angepasst, mit etlichen Schanzen und Redouten versehen. Über die gegenseitigen Absichten waren sich beide Feldherrn nicht im Klaren. Kundschafter informierten Königsegg, dass sich die feindliche Armee im vollen Rückzug über den Po befindet (was nicht stimmte). Er befahl deshalb den Angriff auf die - wie er glaubte - feindliche Nachhut.
Carabinier- und Grenadierkompanien der Kavallerieregimenter Pálffy, Veterani und Württemberg führten den 1. Stoß, dem jedoch die Franzosen widerstanden. Gegen 11 Uhr griff die gesamte Kavallerie rechts der Straße über eine recht schmale Wiese in mehreren Treffen an. Die ersten Regimenter wurde aber zurückgeworfen und brachten die hinter ihnen stehenden in Unordnung. Auch die Grenadiere mussten weichen und waren zu einem neuerlichen Vorrücken nicht mehr zu bewegen. Königsegg warf immer neue Regimenter in den Kampf, aber auch die konnten die Stellungen der Verbündeten nicht durchbrechen. Die gesamte kaiserliche Reiterei ritt nochmals zu Attacke - jedoch ohne Terrain zu gewinnen.
Inzwischen waren viele kaiserliche Generäle getötet oder verwundet, es gab kaum noch einen Offizier, der den Angriff hätte zweckmäßig leiten können. Gegen 13 Uhr stürzte auch Prinz Ludwig v. Württemberg, von einer Kugel tödlich getroffen, von seinem Pferd.
Noch einmal ließ Königsegg seine letzten Reserven unter FML Graf Neipperg vorgehen, aber auch dies ohne Erfolg. Als es langsam dunkel wurde, entschied Königsegg, den Kampf abzubrechen und in das alte Lager bei Luzzara zu ziehen.
Die Schlacht kostete die Kaiserlichen 52 Offiziere und 1.531 Mann tot, 260 Offiziere und 3.892 Mann verwundet. Neben Prinz v. Württemberg fiel noch GFWM Colmenero, später starb noch FML Valparaiso. Unter den Verwundeten waren FML Lanthieri, und Czungenberg, GFWM Baron Wachtendonk, Graf Karl Paul Pálffy. und Graf Hennin.

Am 25.9. zog die kaiserliche Armee in das Lager bei Borgoforte, das die Kavallerie  erst am Morgen des 27.9. erreichte. Auch diese Lager wurde am 7.10 verlassen und nach Castellucchio marschiert. Die Kavallerie wurde gegen den Oglio verlegt.

Die Franzosen belagerten danach die Festung Mirandola, zogen sich aber am 10.10. zurück, als sie von einem Entsatzversuche FM Königseggs erfuhren.

Beide Armeen bezogen nun die Winterquartiere. Die Brigade Hohenems wurde aufgeteilt, die Hohenzoller-Kürassiere lagen in der Nähe von Castelgoffredo, die Liechtenstein- Dragoner hinter dem Oglio.

Im Jahre 1735 erhielt Graf Rudolf das nach dem am 24.11.1734 verstorbenen Prinzen Johann Franz v Savoyen vakante Kürassierregiment als Inhaber. Er blieb es bis zu seinem Tode. Während dieser Jahre hatte das Regiment folgende Kommandanten:

    1731 - 1735 Joachim, Baron v. Römer (1735 GM, gefallen bei Mollwitz 1741)
    1735 - 1740 Franz Alex. Landgraf Hessen-Rheinfels (gefallen 1739 bei Grocka)
    1740 - 1747 Christian, Baron Kölbel (1746 zum GM befördert)
    1747 - 1757 Franz, Graf Thurn-Valsassina (1759 zum GM befördert)

Es ist bemerkenswert, das Die "Hohenems-Kürassiere" in all den Jahren, in denen Graf Rudolf Inhaber des Regiments war, ganz selten zu einem der Korps, die er befehligte, zugeteilt wurden!

Im Feldzug des Jahres 1735 wurde Graf Rudolf zur Armee des FM Königsegg nach Oberitalien beordert, wo er eine Kavalleriebrigade, bestehend aus dem Kürassierregiment "Karl Paul Pálffy" und dem Dragonerregiment "Sachsen-Gotha" befehligte.
Königsegg kam am 14.3. in Oberitalien an und nahm sein Hauptquartier in S. Benedetto. Die ihm zur Verfügung stehenden Truppen waren zahlenmäßig den verbündeten Franzosen und Piemontesen (zu denen später noch ein spanisches Expeditionskorps kam)  weit unterlegen, waren außerdem in einem erbärmlichen Zustand (was allerdings bei dem Feind nicht viel besser war).
Graf Hohenems stand mit seinen 2 Regimentern Anfang April bei Reggiolo und Gonzaga, Insgesamt hatte Königsegg´s Kavallerie 14 Regimenter, allerdings mit sehr geringen Ständen, insgesamt 6.101 dienstbare Reiter.
Mit seinen schwachen Kräften konnte Königsegg dem Feind keine Schlacht liefern und  konnte nu einzelne feindliche Korps beunruhigen.
Am 23.5. rückte ein Teil seines Korps aus dem Lager, Graf v. Hohenems, der noch ein Husarenregiment erhielt, blieb in Gonzaga. Gegen ihn richtete sich der 1. Vorstoß der Franzosen.
Die Marschälle Noailles und Maillebois marschierten mit überlegenen Kräften von Luzzara gegen Gonzaga und Reggiolo. Am 30.3. bei Tagesanbruch stießen die Franzosen auf die kaiserlichen Wachposten, die sofort zu feuern begannen. Graf Rudolf setzte darauf seine Kavallerie in Alarmbereitschaft und trat - da er gegen die Übermacht nichts ausrichten konnte - den Rückzug gegen S. Benedetto an. Während des Rückzuges, am folgenden Tage, fiel eine größere piemontesische Kavallerieeinheit Graf Hohenems Reiter an, wurde aber mit Verlust zurückgewiesen.
Nach mehreren kleineren Gefecht bei Quingentole und Revere, an denen Graf Rudolf nicht beteiligt war, entschied Königsegg, sich mit seinen Truppen nach Tirol zurückzuziehen. Die Armee brach in der Nach 10./11.6 auf. Graf Hohenems bekam den Befehl, mit seinen  Kavallerieregimentern zuerst in die Festung Mantua zu ziehen, von dort später auch nach Tirol.
Die Kaiserlichen mussten die Festung Mirandola am 2.9. an die Franzosen übergeben (die Besatzung von 1.000 Mann wurde gefangen).
Graf Hohenems marschierte mit seiner Kavallerie bis in die Gegend von Innsbruck. Dort erhielt er Anfang September den Befehl, mit 4 Kavallerieregimentern sofort nach Roveredo aufzubrechen um die linke Flanke der Armee - die gestärkt durch neue Regimenter-  wieder vorrückte zu decken
Graf Rudolf mit den Kürassierregimentern "Veterani" und "Diemar", dem Dragonerregiment "Sachsen-Gotha" und einigen Husareneskadronen lagerte Mitte September bei Schio, am Fusse des Gebirges.
Königsegg beabsichtigte die Flanke des Feindes unbemerkt zu umgehen und marschierte Anfangs Oktober nach Bassano. Am 19.10 langte auch Graf Rudolf mit seiner Kavallerie dort an. Aber auch nun reichten Königsegg´s Kräfte zu keiner größeren Aktion. Einzelne Vorstöße bis Padua beunruhigten den Feind - bedrohen konnten sie ihn nicht.
Am 15.11. erfuhr Marschall Noailles vom Waffenstillstand, der bereits am 3.10. in Wien unterzeichnet wurde (der endgültige Friedensvertrag allerdings erst am 18.11.1738!). Der Feldzug in Oberitalien war zu Ende, der größte Teil der kaiserlichen Truppen wurde in die Winterquartiere verlegt. Die unter Graf Rudolf gestandenen Regimenter blieben in Oberitalien in der Umgebung von Melara, Ficcarolo (DR Sachsen Gotha), südlich davon KR Veterani. DR Diemar kam nach Pontelagoscuro.


Kürassiere des Regiments "Hohenems"

Das Kürassierregiment "Hohenems", dessen Inhaber Graf Rudolf war, stand das ganze Jahr im Hauptlager Prinz Eugens v. Savoyen in Bruchsal, machte einige Bewegungen der Armee mit, ohne jedoch in einen Kampf zu kommen. Als auch die dortigen Regimenter in die Winterquartiere geschickt wurden, kam das Regiment zuerst in das Herzogtum Jülich, kurz darauf wurde es in die  Nähe von Lüttich verlegt. Aber auch hier verblieb es nicht den ganzen Winter. Mit den meisten anderen Kavallerieregimentern trat es den Marsch nach Ungarn an.

Ein weiteres wichtiges Datum im Leben des Grafen war der 17.4.1736. An dem Tage wurde er zum "wirklichen" Hofkriegsrat, dessen Präsident nach dem Tode Prinz Eugens Graf Lothar v. Königsegg geworden war, ernannt.

Die Waffen ruhten nur kurz. Schon 1737 beteiligte sich ein k. k. Heer im Krieg gegen die Türken an der Seite der Russen.
Auch das Kürassierregiment "Hohenems" beteiligte sich an diesem Feldzug, zu dem es Anfang des Jahres aus seiner Friedensgarnison im Banat anrückte.
Ob allerdings Graf Rudolf an dem Feldzug teilgenommen hat, konnte nicht festgestellt werden. C. v. Wurzbach sowie J. Bergmann erwähnen in ihren Biographien eine Teilnahme des Grafen nicht, auch in den Beschreibungen der einzelnen Schlachten und Gefechten taucht sein Name nicht auf. Wahrscheinlich war er in den Jahren 1737 - 1740 in seiner Funktion als Hofkriegsrat tätig und bekam kein eigenständiges Kommando bei der Armee im Feld.
Mit dem Befehl über die Armee in Ungarn wurde Stephan, Großherzog v. Toscana betraut, zugegeben wurde ihm FM Graf Königsegg, die Infanterie befehligte FZM Georg Olivier, Graf Wallis.
Das Regiment "Hohenems" bestand ein Gefecht am Fluss Timok, und bei Radujevac, war bei der Besetzung von Nissa und Widim und in dem Gefecht bei Banja Luka, das unentschieden endete.
Im folgendem Jahr focht das Regiment bei Kornia, wo die Kaiserlichen einen Sieg errangen. Danach zog sich die Armee Ende Juli nach Temesvár zurück. Im Oktober stand sie bei Pancsova.
Im Januar 1739 übertrug der Kaiser den Oberbefehl in Ungarn an FM Olivier, Graf Wallis. Dieser - inzwischen 66 Jahre alt - war bei den anderen Generälen und der Armee nicht besonders beliebt. Am 17.6. brach Wallis mit seiner Armee, bei der auch das KR "Hohenems" war von Peterwardein nach Belgrad auf wo er bis 17.7. blieb. Danach rückte er dem türkischen Heer entgegen.
Bei Grocka, nördlich von Belgrad, kam es am 22.7. zur Schlacht mit dem zahlenmäßig weit überlegenen Feind. Wallis nahm den Kampf auf, ohne auf das nachrückende Korps des Grafen Neipperg zu warten. Die kaiserliche Kavallerie war genötigt, in einem für den Reiterkampf völlig ungeeigneten Gelände zu kämpfen und erlitt fürchterliche Verluste. Die Kaiserlichen erlitten eine Niederlage und mussten sich nach Belgrad zurückziehen.
Vom Regiment "Hohenems" fiel sein Kommandant, Landgraf Franz Alexander  von Hessen-Rheinfels, die Rittmeister Rosetti, v. Carbillon, v. Lebrun, v. Muttmann und
v. Gran nebst weiteren 4 Offizieren, 92 Mann und 173 Pferden. Verwundet wurden 5 Offiziere, 76 Mann und 66 Pferde.
Als die Belagerung von Belgrad durch ein türkisches Heer zu befürchten war, zog sich Wallis nach Pancsova zurück. Den Rest des Jahres bewegte sich die kaiserliche Armee ohne Sinn hin- und her.
Am 18.9. wurde in Belgrad Frieden geschlossen. Die Verhandlungen führte Graf Neipperg. Belgrad ging verloren, ganz Serbien und die Wallachei wurde den Türken überlassen. Kaiser Karl VI. war mit den Ergebnissen der 2 Feldzüge sehr unzufrieden und ließ die Grafen Wallis und Neipperg vor ein Kriegsgericht stellen, das beide zur Festungshaft auf dem Spielberg in Brünn verurteilte. (sie wurden erst nach dem Tode Karl VI. von Maria Theresia begnadigt).
Nach dem Friedensschluss zog das Regiment "Hohenems" in Friedenquartiere nach Kaschau (heute Kosice/SK) von wo es 1740 nach Mähren verlegt wurde. Dort blieb es  es bis zum Ausbruch des 1. Schlesischen Krieges.

Ende des Jahres 1740 marschierte König Friedrich II. - für die Wiener Behörden völlig überraschend - in Schlesien ein. Erst im Frühjahr des nächsten Jahres konnte FM Graf Neipperg ihm mit einer - allerdings relativ kleinen - Armee von kaum 16.000 Mann, (die bei der Infanterie vorwiegend aus nicht ausgebildeten Rekruten bestand) und nur 19 Kanonen entgegentreten.
Auch Graf Rudolf, der im März zum General der Kavallerie avanciert war, wurde zu den Waffen gerufen. Unter den in der Ordre de Bataille aufgeführten Brigadiers finden wir ihn nicht.
Manche Quellen geben an, dass er an der Schlacht bei Mollwitz (heute Malowice/PL, ca. 12 Km westlich Nowogród Bobrzanski/Naumburg) am 10.4.1741 teilgenommen hat. Demnach stand er entweder mit seinem Kürassierregiment am linken Flügel mit 5 weiteren Kavallerieregimentern unter FML Frhr. v. Römer und GM Baron Lentulus (was unwahrscheinlich ist, da Graf Rudolf bereits einen höheren Rang hatte als Römer), oder er war im Stab von FM Graf Neipperg.
Allerdings finden wir seinen Namen in einem Brief Franz Stephan (Gemahl Maria Theresias) an FM Neipperg, datiert am 25.4. (also erst nach Mollwitz), in dem Franz Stephan mitteilt, dass einige Generäle auf Wunsch Neippergs zu ihm auf dem Weg sind. Das wiederum würde darauf hindeuten, das Graf Rudolf an der Schlacht nicht teilgenommen hat.

Über die Stärke und Bewegungen der Preussen war FM Neipperg nur ungenügend informiert. Als die aufmarschierenden Preussen auftauchten begann auch Neipperg seine Truppen zu formieren. Die Kavallerie Römers sollte den Aufmarsch decken und danach gleichzeitig mit der Infanterie vorrücken.
Die 6 Kavallerieregimenter Römers kamen aber bald unter starken Beschuss der preussischen Artillerie, die aus 43 - meist schweren - Kanonen bestand. Als Römer sah, dass die preussischen Kugeln immer größere Lücken unter seinen Reitern rissen, war seine Geduld zu Ende! Ohne den Aufmarsch der Infanterie abzuwarten, gab er Befehl zur Attacke. 4.000 Reiter brausten los, überrannten die 6 preuss. Eskadronen unter GM Schulenburg die sich ihnen gestellt hatten und drangen in die Infanterie ein. Die preuss. Linie fingen an zu wanken, einige Regimenter jedoch hielten ihre Positionen.
Obwohl der Aufmarsch der kaiserlichen Infanterie noch nicht beendet war, befahl FML Baron Göldy seinen 4 Bataillonen die neben Römers Kavallerie gestanden hatten, der Kavallerie im Laufschritt nachzueilen. Damit entstand in den kaiserlichen Linien eine große Lücke, welche die Preussen sofort nutzten. FML Römer versuchte seine Reiter nochmals zu sammeln und eine 2. Attacke zu reiten, wurde aber von der Pistolenkugel eines flüchtenden preussischen Dragoners tödlich getroffen. Beinahe gleichzeitig fiel GM Baron Lentulus. Ihrer Anführer beraubt, verlor die Attacke der Kavallerie an Schwung. Die Preussen hatten sich vom ersten Schreck erholt und ihre Infanterie rückte unbeirrt ständig vor.
Friedrich II. war mehrmals in Gefahr, von den kaiserlichen Reitern gefangen zu werden.
Die kaiserliche Infanterie hielt dem Sturm der Preussen nicht stand, die Reihen zerfielen, es begann die allgemeine Flucht. Unter dem Schutz der Grenadiereinheiten und dem Rest der Kavallerie trat FM Neipperg gegen 17.15 Uhr den Rückzug in nördlicher Richtung nach Grottkau an. Seine Truppen hatten 223 Offiziere und 4.328 Mann verloren, darunter mehrere hohe Offiziere. Vom Regiment Hohenems fielen die Rittmeister Przichowsky und Muttmann sowie 25 Mann und 91 Pferde. Verwundet wurden 3 Offiziere, 40 Mann und 40 Pferde. Vermisst wurde Rittmeister Kölbel
An größeren Gefechten war Graf Rudolf dieses Jahr nicht mehr beteiliget. Er bekam den Befehl mit 5 Kavallerieregimentern unweit Iglau, wo das Hauptquartier FM L. Daun lag, die Grenze zu Mähren zu sichern.

Anfang des Feldzuges 1742 wurde Graf Rudolf zur Hauptarmee des Prinzen Karl v. Lothringen in Böhmen beordert, wo er das Kommando über die Kavallerie des linken Flügels erhielt (KR Podstatzky sowie DR Württemberg und Liechtenstein).
Die Armee sammelte sich bei Olmütz (Olomouc/CZ) und marschierte Anfang Mai Richtung Prag.
Bei Czaslau (Mittelböhmen, ca 25 Km südöstlich Kolin) trafen die 2 Armeen am 17.5.1742 zusammen.
Lothringen wollte nachts unbemerkt die preussischen Positionen umgehen, wegen des schwierigen Terrains kamen die Truppen allerdings erst gegen 7.30 in ihren Ausgangspositionen an als die Preussen schon gefechtsbereit waren.
Die erste Attacke von 20 preuss. Kürassier- und 10 Dragonerschwadronen traf die drei Regimenter unter Graf Rudolf, die sich jedoch mehrere Stunden erfolgreich wehren konnten. Weitere Kavallerie beider Seiten griff in den Kampf ein. Um das Dorf Chotusitz entspann sich ein blutiges Infanteriegefecht. Gegen 9 Uhr gelang es den Kaiserlichen den Feind an die West- und Nordseite des Ortes zu drängen. Nun setzte Friedrich II. seine Reserven ein. Um eine Umgehung zu vermeiden, gab Lothringen gegen 9.30 den Befehl zum Rückzug. Die Preussen besetzten Chotusic, am Nachmittag auch die Stadt Czaslau.
Die drei Regimenter des Grafen Rudolf waren über 18 Stunden unter dem Sattel, davon 5 Stunden im direkten Kampf. Auch hier gelang es dem Graf, unverletzt davon zu kommen.
In der 2. Jahreshälfte beteiligte sich Graf Rudolf mit seinem Regiment an der Belagerung von Prag, das von französischen Truppen unter Marschall Belle-Isle besetzt war. Die Franzosen zogen am 16.12. aus Prag Richtung Eger (heute Cheb/CZ) ab, verfolgt von FML Lobkowitz mit seinem Korps und Husaren, die den Franzosen - die schon durch den strengen Winter geschwächt waren - schwere Verluste zufügten.
Das Kürassierregiment "Hohenems" kam bereits im September in ein Lager bei Ober-Kodrisch

Der Friede von Breslau am 11.6.1742 beendete den 1. Schlesischen Krieg mit Preussen. Maria Theresia wurde am 12.5.1743 in Prag zur Königin von Böhmen gekrönt.

Im Feldzug 1743 stand der Graf im Korps des FML Karl, Graf Batthyányi gegen die Truppen des Kurfürsten Max Emanuel, der mit Preussen verbündet war. Graf Rudolf befehligte das Observations-Korps von 10.000 Mann bei Altheim östlich Braunau. Am 10.5. vertrieb Graf Rudolf die Bayern aus dem Kloster Ranshofen und blockierte eine Zeitlang die befestigte Stadt Braunau. Anschließend zog er mit 5 Regimentern zur Hauptarmee nach Niederbayern wobei er unterwegs Burghausen besetzten ließ.
Ende Mai bei der Armee angekommen, bekam er den Befehl, die Brücke bei Nieder-Altaich zu schützen.
Am 27.6. unterzeichneten die Bayern im Kloster Nieder-Schönfeld einen Vertrag, in dem Max Emanuel auf den Kaisertitel und die böhmische Krone verzichtete. Somit war der Feldzug in Bayern beendet und Graf Rudolf mit seinen Einheiten an den Rhein beordert.
Am 11.8. kam er im Breisgau an von wo er Ende des Monats nach Burkheim berufen wurde um an dem geplanten Rheinübergang teilzunehmen. Vorerst sollte er mit seinen 5 Kavallerie- und 6 Infanterieregimentern die Bewegungen der Franzosen auf der anderen Rheinseite beobachten. Der Rheinübergang fand nicht statt, Ende Oktober gingen die Regimenter in die Winterquartiere in der Oberpfalz, den Waldstätten und um Bregenz.

1744 befehligte Graf Rudolf ein Korps von 6 Regimenter. Im März war er in Ried. Am 3.5.1744 marschierte sein Korps von Rain a. Lech Richtung Neckarsulm und Ladenburg zur Armee Karl v. Lothringen, wo die Truppen am 29.6. ankamen.
Graf Rudolf bekam mit Graf Grünne den Auftrag den rechten Flügel der Armee entlang des Rheins zu sichern. Er nahm noch an der Belagerung von Lauterburg teil.
Im September d. J belagerte Friedrich II Prag das nach 14 Tagen kapitulierte. Karl v. Lothringen zog mit seiner Armee in Gewaltmärschen nach Südböhmen. Nach mehreren kleinen Gefechten zog die preussische Armee über Prag entlang der Elbe zurück nach Schlesien. Prag selbst blieb von den Preussen besetzt.
Die Regimenter wurden in Winterquartiere in Böhmen und Mähren verlegt.

In der Ordre de Bataille für den Feldzug 1745 wurde Graf Rudolf v. Hohenems der rechte Flügel des 1. Treffen der Armee Karl v. Lothringen anvertraut. Zu ihm gehörten die Kürassierregimenter "J. Pálffy" und "Bernes" sowie die Dragonerregimenter "Althann" und "Diemar". Seine eigenen Kürassiere standen im 2. Treffen unter G.d.C. Berlichingen.
Die Armee sammelte sich bei Königgrätz (heute Hradec Králové/CZ). Auch dieses Jahr gelang es den Kaiserlichen nicht rechtzeitig loszumarschieren, auch die Vereinigung mit dem sächsischen Heer verspätete sich. Nur die Vortruppen unter Nádasdy hatten Erfolge zu verzeichnen. Sie eroberten Kosel, Neustadt, Oppeln und Frankenstein, ungarische Husaren tauchten bis vor Glaz und Strehlen auf.
Ende Mai vereinigte sich Lothringen mit dem sächsischen Befehlshaber Herzog v. Weißenfels. Schon meldeten die Kundschafter Nádasdys, dass die Preussen im Anmarsch sind! In der Nähe von Hohenfriedeberg (heute Dobromierz/PL) trafen die feindlichen Armeen am 4.6. zusammen. Beide waren ungefähr gleich stark (je ca. 58.000 Mann), Friedrich II. hatte jedoch mehr Artillerie.
Die Verbündeten kamen erst spät nachts am Ort des Geschehen an und bezogen ihr Lager. Friedrich II. sah ihre Lagerfeuer im weiten Bogen zwischen Hohenfriedeberg und Günthersdorf. Über die Position der Sachsen (die nördlich der Kaiserlichen lagen und keine Lagerfeuer anmachten) war er im Unklaren. In aller Stille rückten die Preussen nachts vor. Lothringen glaubte nicht, dass die Preussen angreifen werden. Alle Generäle und höheren Offiziere verbrachten die Nacht in weiter entfernten bequemen Unterkünften, Friedrich II. und seine Offiziere bei ihren Truppen (!)
Noch in der Dunkelheit trafen die Truppen Gen. du Moulin auf die Sachsen. Ohne Unterstützung der Kaiserlichen, die ihren Aufmarsch erst begannen, konnten sie der Übermacht nicht standhalten. Auch die von Hrzg. v. Weißenfels geführte Attacke seiner Reiterei stoppte die Preussen nur kurz. Nach 6.30 war das sächsische Kontingent im vollen Rückzug!
Gleichzeitig marschierte die preuss. Infanterie gegen die kaiserlich auf. Dort war Karl v. Lothringen erst gegen 7 Uhr (!) aufgetaucht. Anstatt mit Kavallerie den Aufmarsch der Preussen zu stören, begnügte sich Lothringen mit einer Kanonade. Erst gegen 7.30 griff die Kavallerie in das Geschehen ein, als sie von preussischen Eskadronen unter GM v. Kyau attackiert wurde. GM v. Zieten kam zur Hilfe, es kam zu einem erbitterten Reiterkampf in den auch die Reservekavallerie unter FML St. Ignon eingriff. Alle Generäle ritten mit ihren Regimentern, Karl v. Lothringen geriet beinahe in Gefangenschaft.
Die kaiserlichen Reiter wurden geschlagen, alles drängte nach Hohenfriedeberg hinein.
G.d.C. v. Berlichingen geriet in Gefangenschaft, FML St. Ignon wurde schwer verwundet.
Langsam ermattete die kaiserlichen Infanterie im Zentrum. Das Regiment Thüngen wandte sich zur Flucht. Als noch die preussische Kavallerie eingriff, zerfiel die kaiserliche Verteidigung vollkommen. Alles floh Richtung Hohenfriedeberg, wo Nadasdys Truppen die Geschlagenen aufnahmen. Gemeinsam mit der inzwischen auf den Höhenrücken aufgestellten Artillerie stoppte er die verfolgenden Preussen. Es war 9 Uhr, die Schlacht zu Ende.
Die Verluste der Verbündeten betrugen ca. 13.800 Mann wovon ca. 9.000 in Gefangenschaft gerieten.
Die geschlagene Armee marschierte in den nächsten Tagen nach Schömberg, Mitte Juni zurück bis Königgrätz.

Aber bereits im September standen sich Preussen und Kaiserliche - diesmal ohne die Sachsen - wieder gegenüber. Friedrich II. war im Anmarsch nach Böhmen, wo sich ihm Karl v. Lothringen mit ca. 40.000 Mann bei Soor (heute Zdar bei Trutnov, Nordböhmen)
entgegenstellte. Die Kaiserlichen waren doppelt so stark wie der König. Lothringen meinte leichtes Spiel zu haben.
Graf Rudolf befehligte wieder die Kavallerie des rechten Flügel (KR "J. Pálffy" mit DR "Althann" und "Diemar"). Sein eigenes Regiment war wieder unter FML St. Ignon im 2. Treffen.
Die Kaiserlichen standen in guten Positionen auf den Höhen um Soor, die schwere Artillerie auf der Graner Koppe. Karl v. Lothringen wollte nicht angreifen und erwartete den Angriff des Feindes. Dies erwies sich als großer Fehler. Des Königs Armee marschierte Richtung Trautenau, als am 30.9. gegen 5 Uhr die kaiserlichen Kanonen auf sie zu feuern begannen. Friedrich handelte sofort. Er ließ seine  Truppen in Reichweite der kaiserlichen Kanonen an der ganzen Front vorbeimarschieren. Die Graner Koppe wurde von einigen Kürassier- und Dragonerregimentern gestürmt. Die Kaiserlichen, die eine Kavallerieattacke den steilen Hang hoch nicht erwarteten, wurden geworfen und verschwanden Richtung Nieder-Soor. Die Hauptstellung der Kaiserlichen war in preussischen Händen! In üblicher Manier rückte nun die Infanterie vor. Die kaiserliche Kavallerie am rechten Flügel unter Graf v. Hohenems und St. Ignon blieb die ganze Zeit ohne Einsatzbefehl untätig stehen!
Das Korps Nádasdy, dass den Preussen hätte in den Rücken fallen sollen kam zu spät, die Husaren überfielen das preussische Lager und plünderten es, ohne in den Kampf einzugreifen.
Gegen 13 Uhr war das Schlachtfeld von den Kaiserlichen gänzlich geräumt. Lothringen hatte ca. 6.700 Mann verloren, die Verluste der Kavallerie (die ja größtenteils nicht zum Einsatz kam)waren gering.

Kurz nach dieser Schlacht, mit Datum 9.10.1745 wurde Rudolf, Graf Hohenems zum Feldmarschall (FM) befördert.
Er befehligte danach ein Armeekorps bestehend aus 10 regulären Bataillons, 4 Bataillonen Landmiliz, 4 Kavallerieregimentern und 500 Husaren, das die Nordgrenze von Böhmen bewachte. Sein Hauptquartier lag in Jaromirz (heute Jaromer bei Hradec Kralove/CZ). Nach der Niederlage der Kaiserlichen bei Katholisch-Hennersdorf (23.11.) ließ Graf Rudolfs Königgätz, Pardubic und Hohenmaut (heute Vysoké Mýto/CZ) besetzten, mit dem Rest seiner Truppen vereinigte er sich mit der Armee  in der Nähe von Liebau (heute Libawa/PL).Karl v. Lothringen.
Am 25.12.1745 beendete der Frieden von Dresden die Kampfhandlungen.

Auch für Graf Rudolf war der Krieg nun zu Ende. Sein Regiment wurde 1746 in das Neutraer Komitat (heute Nitra/SK) verlegt wo es 2 Jahre verblieb, 1748 kam es dann in das nahe Sered, 1752 - 1756 nach Chrudim in Böhmen
Am 7.8 1751 wurde Graf v. Hohenems im Reich zum katholischen General der Kavallerie ernannt, anschließend zum kommandierenden General in Mähren mit Amtssitz in Brünn. In dieser Funktion verblieb er bis zu seinem Tode.

Graf Rudolf v. Hohenems war seit früher Jugend Soldat. Er kämpfte für seinen Kaiser 38 Jahre auf verschiedenen Schlachtfeldern Europas. Graf Rudolf war sicher ein guter Soldat - pflichtbewusst, umsichtig, treu und tapfer. Er war kein Hasardeur vom Schlag eines Franz v. d Trenck, auch nicht so unternehmungslustig wie Graf Andreas Hadik, Franz Nádasdy oder Gideon Laudon. Risikoreiche Unternehmungen scheute er. Solide, abgesicherte Aktionen zeichneten ihn aus.
Diese Charakterzüge bewahrten ihn vor schweren Verwundungen und Tod.

Wichtige Daten der militärischen Kariere des Grafen Rudolf v. Hohenems:

1707
Eintritt in die Armee als Rittmeister im KR "Falkenstein"
1710
zum Generaladjutant des Prinzen Eugen v. Savoyen ernannt
1715
zum Obristlieutenant befördert
September 1716
zum Dragonerregiment "Battée" übersetzt
1722
zum Dragonerreg. "Saint-Amour" (später Liechtenstein") übersetzt
1.10.1723
zum General-Feldwachtmeister (GM) befördert

zum Obrist befördert und zum Hofkämmerer ernannt
10.6.1734
zum Feldmarschall-Lieutenant befördert
1735
Inhaber des vakanten Kürassierreg. "Jung-Savoyen"
17.4.1736
zum Hofkriegsrat ernannt
März 1740
zum General der Kavallerie befördert (G.d.C.)
9.10.1745
zum Feldmarschall befördert (FM)
7.8.1751
zum katholischen General der Kavallerie im Reich ernannt, anschließend wurde er kommandierender General in Mähren


Harald Skala
 
Quellen:

  • J. Bergmann, "Die Reichsgrafen von und zu Hohenems in Vorarlberg",
  • J. Glaser, "Hohenemsové v Bysrém", 2000
  • Marktgemeinde Hohenems, "Hohenems-Geschichte",1975
  • "Gedenkschrift Stadterhebung 1333 - 1983", Hohenems, 1983
  • C. v. Wurzbach, "Biographisches Lexikon des Kaiserthums Österreich", Wien 1856-1891
  • "Feldzüge des Prinzen Eugen v. Savoyen", K. u. K Generalstabswerk, Wien 1879 - 1891
  • A. Frhr. v. Wrede, "Geschichte der K. u. K. Wehrmacht", Bd. III, Wien 1898-1905
  • A. Graf Thürheim, "Die Reiterregimenter der  k. k. österreichischen Armee", Wien, 1862
  • F. v. d. Wengen, "Geschichte des k. k. 13. Dragonerregiments Prinz Eugen", Brandeis, 1879
  • C. Pizzighelli, "Geschichte des Ulanenregiments Nr. 6" Wien, 1908
  • G. Schreiber, "Des Kaisers Reiterei", Wien, 1967
  • F. Herre, "Prinz Eugen", Stuttgart, 1997
  • B. M. Buchmann, "Österreich und das Osmanische Reich", Wien, 1999
  • W. Rohdich, "Hohenfriedeberg 4. Juni 1745", Wölfersheim-Berstadt, 1997
  • Kolektiv, "Vojenské dejiny Slovenska", Bratislava, 1995
  • Kolektiv, "Pod cisarskými prapory", Praha, 2003
  • G. Dorn/j. Engelmann, "Die Schlachten Friedrich des Grossen", Augsburg, 1997
  • Portraits, Karte von Tournai, Bild von Bistrau : Sammlungen Schloss Kunin/ CZ
  • Bild von Hohenems: Archiv der Stadt Hohenems/ AT

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