Otto Ferdinand Graf Abensperg-Traun, FM
Ritter des Goldenen Vließ


Die Grafen von Abensperg-Traun stammen von den Grafen Scheyern-Wittelsbach ab und zwar von Babo II. von Scheyern in Abensperg (1029 - 1040) der sich nach der Stadt Abensberg in Oberbayern den Namen gab. Wolfram baute in Österreich ob der Enns das Schloss Traun und nannte sich nach demselben "von Traun".
Die Eltern von Otto Ferdinand waren Reichsgraf Otto Lorenz v. Traun und Eleonora Susanna, Freifrau Rueber v. Pixendorf (sie war die 2. Ehefrau Graf Otto Lorenz, die er am 6.7.1673 geheiratet hatte).
Bei einer Reise aus der Zips nach Wien gebar Eleonora Susanna v. Traun am 27.8.1677 in Oedenburg (Sopron/HU) den Sohn Otto Ferdinand.
Aus beiden Ehen des Grafen Otto Lorenz stammten insgesamt 13 Kinder, von denen nur Otto Ferdinand und seine Halbschwester Eva Maria das Erwachsenenalter erreichten.

Als einziger Sohn und Erbe genoss Otto Ferdinand besondere Aufmerksamkeit seiner Eltern und eine sorgfältige Erziehung, vorerst wie üblich im Elternhaus.
Danach wurde er in die neuerrichtete hohe Schule in Halle geschickt, um später in staatlichen Diensten zu wirken.
Als Otto Lorenz am 2.4.1695 in Regensburg starb, verließ sein Sohn die hohe Schule in Halle, um sich seiner innigsten Neigung - dem Kriegshandwerk - zu widmen.
Er trat als Freiwilliger in die brandenburgischen Hilfstruppen des Kaisers, die damals in den Niederlanden kämpften.
Traun nahm bereits an der Belagerung von Namur 1695 teil. Kurz nach der Kapitulation der Festung nahm er Dienst in der kaiserlichen Armee.
Da die Familienarchive der Traun bei verschiedenen Bränden weitgehend verloren gingen, sind über seine ersten Jahre in kaiserlichen Diensten keine genauen Angaben verfügbar. Erschwerend kommt hinzu, dass zur gleichen Zeit drei weitere Mitglieder der Familie im kaiserlichen Heer dienten und eine genaue Identifizierung in den Dokumenten des Kriegsarchivs nicht möglich ist.
Wahrscheinlich wechselte er 1696 oder 1697 in das kaiserliche Heer und machte die ersten Feldzüge des Spanischen Erbfolgekrieges unter Ludwig v. Baden mit.
Genauere Angaben stammen erst aus dem Jahre 1704, in dem er im Range eines Obristwachtmeisters zum Generaladjutanten ernannt wurde.
Am 18.2.1708 ging er in dieser Funktion mit FM Guido v. Starhemberg mit der Armee nach Spanien. An der Seite Starhembergs kämpfte er dort bis 1713.

Seine Wahl zum Generaladjutanten bestätigt die unter Ludwig v. Baden gezeigten Fähigkeiten. Der kühle, wortkarge G. Starhemberg schätzte seinen Adjutanten sehr, was er mehrmals auch gegenüber den englischen Verbündeten zum Ausdruck brachte.
Es verwundert deshalb nicht, daß Traun bereits am 10.3.1709 zum Oberstlieutenant und am 16.9. des folgendes Jahres zum Obristen ernannt wurde. Die Funktion des Generaladjutanten behielt er weiterhin.
Im November 1711 konnte Traun wiederum seine Fähigkeiten unter Beweis stellen.
Die spanische Festung Cardona wurde von einem französischen Heer unter GL Muret belagert. Die dortigen Vorräte an Lebensmittel und Wasser gingen zur Neige und der kaiserliche Kommandant  GM Christian Friedrich Graf Eck bat FM Starhemberg dringend um Hilfe. FML Frhr. Battée wurde beauftragt, Proviant und Verstärkung in die Festung zu bringen. Der am 11.12. unternommenen Versuch scheiterte. Das Battée´sche Korps wurde auf 4.000 Mann verstärkt und Oberst Traun mit neuen Befehlen zu Battée geschickt. Dieser forderte Traun auf, bei seinem Koprs zu bleiben und seine Bemühungen zu unterstützen. Am 22.12. gegen Mittag griff Battée die Franzosen von zwei Seiten gleichzeitig an, 400 Mann mit Proviant und Wasser beladen setzten sich gegen die Festung in Bewegung. Die Franzosen wichen an allen Punkten zurück, GL Muret  brach die Belagerung ab und zog gegen Mitternacht nach Colsona. Die Belagerung hatte 42 Tage gedauert, die Franzosen büßten an die 4.200 Mann ein.

Am Tage des Entsatzes Cardonas wurde in Frankfurt Karl zum deutschen Kaiser (als Karl VI:) gekrönt. Oberst Traun wurde die Ehre zuteil, die Siegesbotschaft nach Barcelona, wo die Gemahlin Kaiser Karl VI. als Regentin von Spanien Hof hielt, zu bringen. Der Kaiser versicherte Traun in einem Handschreiben seiner besonderen Gnade und Zufriedenheit.
Graf Eck starb zwei Tage nach der Befreiung Cardonas. Das Infanterieregiment, dessen Inhaber er war, erhielt Graf Traun im Januar 1712 (das Regiment war von GM Graf Eck 1710 errichtet worden und kurz nach dem Tode FM Trauns aufgelöst).

Die kaiserlichen Truppen räumten später Spanien und Traun kam 1714 für kurze Zeit in die Lombardie. Die Spanier unter Marquis de Lede besetzten im Sommer 1717 Sardinien und Sizilien. Traun erhielt im Sommer 1718 den Befehl, mit seinem Regiment zur Verstärkung der kaiserlichen Truppen nach Neapel zu ziehen. Ende September hatten die Spanier ganz Sizilien, mit Ausnahme von 3 Festungen, besetzt.
FM Graf C. F. Mercy hatte das Kommando der kaiserlichen Truppen übernommen, die mit englischen Schiffen nach Sizilien gebracht wurden und bei Patti an Land gingen. Zu diesen Truppen stieß nun auch Graf Traun mit seinem Regiment.

Zum ersten Kräftemessen zwischen den beiden Heeren kam es Ende Juni 1719 bei Francavilla, wo die Spanier ein gut besfestigtes Lager bezogen hatten. FM Mercy griff die Spanier an. Nach einem Kampf unter der sengenden Sonne Siziliens, der den ganzen Tag über dauerte, musste Mercy am späten Abend seine völlig ermüdeten Truppen zurückziehen. Graf Traun erlitt während der Kämpfe eine Verwundung.
Mercy zog darauf nach Taormina, das er besetzte. Anfang August wurde Messina, in dem 5.000 Spanier standen, belagert. Die Armee Mercys konnte nur ungenügend versorgt werden, es fehlte an allem. Erst nach dem einige führende Personen in Neapel auf direkten Befehl des Kaisers ausgewechselt wurden, erhielt Mercy die nötige Unterstützung. Ende September kamen per Schiff von Genua Verstärkungen und Messina wurde gestürmt. Auch die Besatzung der Zitadelle ergab sich am 20.10 gegen freien Abzug. Sie wurden auf englischen Schiffen nach Spanien transportiert.
Am 6.5. wurde zwischen dem Kaiser, England und Spanien ein Vertrag unterzeichnet, nach dem die spanischen Truppen die Insel räumten.
Das IR Traun wurde nach Neapel verlegt, Traun selbst in Anbetracht seiner Verdienste zum Kommandanten von Syracus ernannt und am 14.10.1723 zum General-Feldwachtmeister befördert.
FML Graf Wallis wurde zum kommandierenden General der Insel berufen und Traun übernahm 1727 dessen Stellen als Gouverneur von Messina.

Er verblieb in Sizilien bis 1734. In diesen Jahren unterhielt er einen regen Schriftverkehr mit Prinz Eugen v. Savoyen, in dem die beiden Fragen der Verwaltung und des Militärwesen auf der Insel erörterten. 1728 wurde Traun der Posten eines Leiters der montanistischen Angelegenheiten Siziliens angetragen, den er aber mit Hinweis auf seine diesbezüglich geringen Kenntnisse ablehnte. Auch eine gut dotierte Stelle im russichen Heer, die ihm 1730 angeboten wurde, schlug er aus.
Am 8.11.1733 wurde Traun zum Feldmarschall-Lieutenant befördert und im Januar des nächsten Jahres nach Neapel abberufen, wo er unter FM Johann Carl Graf Caraffa das Kommando eines Teiles der zur Verteidigung bestimmten Truppen übernahm. Caraffa sollte das Land und seine Festungen in einen guten Verteidigungszustand bringen. Leider hatte Traun und Caraffa völlig unterschiedliche Ansichten, wie dies am besten zu berwerkstelligen wäre.

Der Feldzug 1734 in Neapel verlief für die kaiserlichen Truppen sehr ungünstig. Schlecht versorgt standen sie einer Übermacht der Spanier gegenüber, die auch noch von der einheimischen Bevölkerung unterstützt wurden.
Traun wurde der Oberbefehl in der Festung Capua anvertraut, deren Besatzung Anfang Februar aus 9 Bataillonen, 6 Grenadierkompanien und einigen wenigen Kürassieren (die allerdings unbertitten waren) bestand. An Geschützen und Munition mangelte es nicht.
Capua war eine wichtige Festung auf dem Weg von Rom nach Neapel, auf dem sich eine zweite spanische Armee unter Infant Don Carlos näherte.
Traun bekam den Befehl, eine Stellung bei Mignano zu errichten. Bei einer Besichtigung mit seinen Offizieren stellte er fest, dass für eine erfolgreiche Verteidigung dort mindesten 5.000 - 6.000 Mann notwendig wären. FM Caraffa, dem er seine Erkenntnisse meldete, meinte jedoch dass 600 Grenadiere mit 400 Kürassieren und den Freischaren Carbonettos ausreichen würden. Nach langen Diskussionen durfte Traun auch einen Teil der Truppen aus Capua nach Mignano ziehen. Ende März erhielt er noch 700 Rekruten, die per Schiff bei Manfredonia angekommen waren. FM Caraffa versprach, hinter den Stellungen von Mignano ein zweites Treffen aus den Kürassierregimentern Kokorzowa und Pignatelli aufzustellen.
FML Traun setzte nun alle Kräfte zur Ertüchtigung der Verschanzungen bei Mignano und der Festung Capua ein.
Als am 24.3. die ersten spanischen Einheiten bei Mignano erschienen, marschierte Traun mit ca. 3.000 Mann dort hin, um die in den Verschanzungen stehenden 600 Grenadiere zu unterstützen. Am 29.3. erfuhr Traun, dass die vor ihm stehenden Spanier bedeutende Verstärkung erhalten hatten. In der Nacht führten ortskundige Einheimische ca. 4.000 Spanier des Herzog v. Eboli in den Rücken der Kaiserlichen, um ihnen den Rückzug nach Capua abzuschneiden. Da FM Caraffa die versprochenen Kürassiere nicht geschickt hatte, blieb FML Traun nichts anderes übrig, als sich mit seinen Truppen gegen Mittag des 30.3. nach Capua zurückzuziehen.
Don Carlos zog mit dem Gros seines Heeres an Capua vorbei und ließ dort ca. 6.000 Mann zurück, welche die Stadt einschlossen.
Am 11.4. begab sich Don Carlos nach Neapel, das von den Kaiserlichen geräumt war und ließ sich als König Karl III. von Neapel huldigen.



Die Reste der Kaiserlichen Armee zogen sieben Wochen in Kalabrien und Apulien umher, ohne dass es zu einem größeren Treffen mit den Spaniern gekommen wäre.
Endlich wurde FM Caraffa seines Posten enthoben und nach Wien zurückberufen. Den Oberbefehl übernahm G.d.C. Fürst Pignatelli Belmonte. Unter ihm stellte sich die kaiserliche Armee bei Bitonto am 25.5. zur Schlacht. Pignatellis kleine Armee bestand aus kaum 6.300 Mann, ohne ein einziges Geschütz. Ihm gegenüber standen 11.000 Mann Infanterie und 5.600 Reiter!
Die folgende Schlacht, an der auch ein Bataillon des IR Traun teilnahm, war eine der verlustreichsten der ganzen Italienfeldzüge. Genaue Zahlen sind nicht erhalten, die Kaiserlichen meldeten aber schon am 25.5. abends über 1.000 Tote! Die beiden Kürassierregimenter Pignatelli und Kokorzowa wurden beinahe gänzlich zugrunde gerichtet, die wenigen Überlebenden wurden später an andere Regimenter verteilt.
Pignatelli gelang es sich mit ca. 3.500 Mann nach Bari zu retten, einige Abteilungen Husaren und Kürassiere schlugen sich in weiter entfernte Festungen mit kaiserlicher Besatzung durch. Kaiser Karl VI. hatte in Neapel keine Feldarmee mehr!
In den folgenden Wochen ergab sich eine Festung nach der anderen den Spaniern, einzig allein Capua unter FML Traun blieb noch in den Händen der Kaiserlichen.

Die frei gewordenen spanischen Truppen verstärkten das Belagerungsheer vor Capua, das nun über 16.000 Mann betrug. Es war nicht gelungen vor der Einschließung der Festung am 9.4. genügend Lebensmittel in die Stadt zu bringen und so musste FML Traun bald das fehlende durch Ausfälle der Besatzung heranschaffen. Die gut vorbereiteten Aktionen hatten meist Erfolg. Am 10.8. führte Traun persönlich einen größeren Ausfall, bei dem auch die von den Spaniern errichteten Brücken zerstört werden sollten. Es wurden über 150 Kühe, Kälber und über 1.000 Schafe erbeutet, was die Versorgung der Belagerten für einige Zeit sicher stellte. Die Zerstörung der Brücken gelang allerdings nicht.
Sieben Monate währte nun die Belagerung schon, die Spanier beschossen die Stadt zwar heftig, zu einem Generalsturm konnten sie sich jedoch nicht entscheiden. Traun sandte Mitte November zwei Offiziere nach Rom zu Kardinal Alvaro Cienfuegos, der die Interessen des Kaisers in Rom vertrat, um zu erfahren, ob ein Entsatzversuch von Capua geplant ist. Leider musste er erfahren, dass keinerlei Hilfe von Auswärts zu erwarten war.
Traun begann deshalb mit den Spaniern bezüglich der Übergabe der Stadt und Festung zu verhandeln. Es gelang ihm nicht nur freien Abzug der Besatzung mit allen militärischen Ehren zu erreichen, auf Verpflegung und rückständige Gebühren erhielt er noch einen Vorschuss von 58.333 Gulden.
Besonders gelegen war Traun an dem Behalt von Waffen, denn diese - so erklärte er - "...würde man nur den Toten aus den Händen winden müssen..." Diese Worte gingen in die Geschichte ein!
Am 30.11.1734 marschierte die Besatzung mit klingendem Spiel aus der Festung, durch ein Spalier der Spanier. Herzog von Berwick sprach Traun seine Anerkennung für die tapfere Verteidigung aus.
Trauns Truppen gingen nach Manfredonia, von wo sie auf spanischen Schiffen nach Triest und Fiume gebracht wurden. Es waren die letzten kaiserlichen Einheiten, die im Königreich Neapel die Interessen Kaiser Karl VI. verteidigt hatten.

FML Traun begab sich nach Wien, wo ihm die Anerkennung seiner Monarchen zu teil wurde. Im April 1735 wurde er zum Feldzeugmeister befördert und nach Ungarn geschickt um die in Siebenbürgen ausgebrochenen Unruhen zu unterdrücken. Es gelang ihm die Rädelsführer bei Arad zu überfallen und ihrer Strafe zuzuführen.
Anschließend bekam Traun den Auftrag, den Zustand der ungarischen Festungen zu inspizieren. Nach Ausführung dieser Mission kehrte er nach Wien zurück, wo er in Anerkennung seiner Leistungen zum geheimen Rat und General-Kommandant der in der Lombardie stehenden Truppen ernannt wurde. 1736 erhielt er ausserdem den Posten eines Interimsstatthalters im Herzogtum Mailand.

In Mailand widmete sich Traun in den nächsten Jahren der Verwaltung des Landes, das nach den vielen Kriegen unter einer schweren Schuldenlast litt. Traun verzichtete auf die Hälfte der ihm zustehenden jährlichen Einkünfte, um den Staatshaushalt zu schonen. Er versuchte die Armut der Bevölkerung zu lindern, was ihm von einigen Stellen in Wien als Verschwendung vorgeworfen wurde.
Kaiser Karl VI. ließ sich nicht von den Stimmen der Neider beeinflussen und ernannte Traun im Jahre 1737 zum Gouverneur der Herzogtümer Parma, Piacenza und Mantua.
Am 19.3.1740 erhielt Traun seine Ernennung zum Feldmarschall. Nach dem Ableben Kaiser Karl VI. wurde FM Traun von seiner Nachfolgerin Maria Theresia in allen seinen Funktionen bestätigt.

Bei Ausbruch der Kriege um die Erbfolge Kaiser Karl VI. wurde FM Traun mit der Verteidigung Norditaliens betraut. Die Truppen in der Lombardei standen unter seinem direkten Befehl, in der Toskana unter FZM v. Wachtendonk. Die Verfassung der Truppen und ihre Stärke ließen zu wünschen übrig. FM Traun bat dringend um weitere Truppen und Geld, um die norditalienischen Festungen in einen Verteidigungsgerechten Zustand bringen zu können, jedoch weitgehend ohne Erfolg. Außer einigen Tausend Grenzern erhielt er nur zwei der neu aufgestellten ungarischen Infanterieregimenter. FM Traun versuchte mehrmals Maria Theresia seine verzweifelte Lage darzustellen. In Wien hatte er jedoch einige Feinde, die keine Gelegenheit versäumten, um gegen ihn zu intrigieren. Vor allem v. Bartenstein, einer der engsten Berater Maria Theresias und Corfiz v. Uhlefeld, der greise Staatsminister, drangen auf die Abberufung Trauns von seinen Funktionen in Italien.
Obwohl Maria Theresia die Verdienste FM Trauns anerkannte, überlegte sie doch FM Traun durch einen jüngeren General zu ersetzen (FM Traun war damals bereits 64 Jahre alt). Die Wahl fiel auf den - in der Vergangenheit nicht gerade glücklichen - Prinzen v. Sachsen-Hildburghausen, der sich jedoch vehement gegen seine Versetzung nach Italien wehrte.
Traun behielt die Statthalterschaft der Lombardie und das Oberkommando, als Berater wurde ihm allerdings FML Ludwig Ferdinand, Graf Schulenburg beigegeben.
Ende Dezember schloß Maria Theresia ein Bündnis mit dem König von Sardinien, Karl Emanuel. Seine Truppen, die ca. 20.000 Mann stark waren, sollten die Kaiserlichen in Italien unterstützen. In der Zwischenzeit waren die ersten spanischen Einheiten in Norditalien gelandet und rückten in den Kirchenstaat, wo sie sich mit ca. 6.000 Neapolitanern vereinten. Ende Februar marschierten ca. 26.000 Mann in die Toskana.
FM Traun hatte kaum 10.000 Infanteristen und 2.500 Reiter, von denen noch ein Teil als Besatzung der Festungen diente.
Wegen der unterschiedlichen Interessenlage gestaltete sich die Zusammenarbeit zwischen FM Traun und König Karl Emanuel von Anfang an sehr schwierig. Der König hatte vor allem die Verteidigung seiner Länder im Sinn, FM Traun wieder den Erhalt der österreichischen Besitztümer in Norditalien.
Mitte des Jahres war es gelungen die Armeen zu verstärken, die Kaiserlichen hatten nun ca. 14.000 Mann Infanterie und 3.300 Reiter, die Truppen Karl Emanuels insgesamt ca. 20.400 Mann.
Da sich der Herzog von Modena nicht entscheiden konnte, welche der verfeindeten Seiten er unterstützen soll, marschierten die Verbündeten in das Herzogtum ein und eroberten am 22.7. die Festung Mirandola. Die spanische Armee unter Herzog v. Montemar - obwohl nur 8 Stunden entfernt - blieb in ihrem Lager untätig stehen. Nach dem Fall von Mirandola zogen sich die Spanier sogar bis Rimini zurück. Mitte August zogen die Neapolitaner ihre Truppen zurück, da Neapel von der englischen Flotte bedroht wurde.
FM Traun konnte die günstige Situation nicht nutzen, da sein Verbündeter, König Karl Emanuel, jedes weitere Vorrücken gegen die Spanier ablehnte und im Gegenteil am 19.8. sein Heer nach Bologna zurückmarschieren ließ. Traun allein war zu schwach, um sich den Spaniern entgegezustellen und musste sich dem Rückzug anschließen. Seine Truppen lagerten nun hinter dem Panaro, er selbst nahm sein Hauptquartier in Buonoporto.
Der Hof in Madrid war mit der Kriegsführung des Herzogs Montemar unzufrieden, er wurde Mitte September durch GL Jean Bonaventura Dumont, Graf von Gages ersetzt.
Dieser rückte mit 15.000 Mann Mitte Oktober in die Nähe von Bologna.
Maria Theresia befahl darauf hin FM Traun dem Feinde entgegen zu gehen, wenn nötig, auch ohne Hilfe der sardinischen Vebündeten. In Anbetracht seiner ungenügenden Truppenstärke lehnte Traun dieses Ansinnen ab. Maria Theresia bestand jedoch auf der Durchführung ihres Befehls.
FM Traun sammelte also alle verfügbaren Truppen. Wie erwartet, lehnten König Karl Emanuel eine Teilnahme seiner Truppen an einem Feldzug gegen die Spanier ab.
Am 23.10. rief FM seine Generäle zu einem Kriegsrat. Die Generäle sprachen sich für ein Vorgehen gegen die Spanier aus, da sie bei Nichtbeachtung des kaiserlichen Befehls um ihr weitere Karriere besorgt waren. FM Traun entschied sich in Anbetracht der Gesamtsituation gegen ein Vorrücken aus und verstärkte im Gegenteil die Truppen in der Toskana, da der dortige Befehlshaber einen Einfall der Spanier - der allerdings nicht stattfand - befürchtete.
Am 9.11. erörterte FM Traun Maria Theresia die Gründe, die ihn zu seiner Entscheidung geführt hatten. Unter anderem erwähnte er die Desertion von ca. 700 Grenzern, die in ihre Heimat zurückgekehrt waren. Da die Grenzer beinahe die Hälfte seiner Infanterie ausmachten, war dieser Vorfall sehr bedenklich.
Kurz danach verlegten beide Feldherrn ihre Truppen in vorläufige Kantonierung. Die Untätigkeit GL  Gages und FM Trauns führte zu großer Unzufriedenheit bei ihren Monarchen.
In Wien wurde wieder über eine Abberufung FM Trauns beraten und sein Ersatz durch Prinz Sachsen-Hildburghausen abermals erwogen. Traun wurde vorgeworfen, völlig unter dem Einfluß von König Karl Emanuel zu stehen. Die grössten Gegener Trauns waren - wie bereits früher - Corfiz v. Uhlefeld und v. Bartenstein. Nur Gundacker, Graf Starhemberg verteidigte das Vorgehen Trauns.
Maria Theresia entschied letztendlich FM Traun in seinen Funktionen zu belassen, äußerte jedoch ihr Befremden, dass FM Traun dem Befehl zum Vorücken über den Panaro - entgegen der Meinung seiner Generäle - nicht Folge geleistet hatte.
Der Befehl zum Vorrücken über den Panaro wurde erneuert, was FM Traun in große Verlegenheit brachte. Er war immer noch der Überzeugung, dass bei der Befolgung des Befehls seine Armee unwiderruflich dem Untergang entgegen gehen würde.
Anfang Dezember schrieb FM Traun nach Wien und legte die Gründe für sein Verhalten dar. Sein Schreiben endete mit dem Satz:
"...Ich konnte nach Pflicht und Gewissen den zum Teil sehr verwirrten Abstimmungen mehrerer Generale nicht folgen..."

FM Traun erwartete nun seine Abberufung, zu der es aber nicht kam. In Wien hatte man inzwischen die bestehenden Gefahren eingesehen und bestand nicht weiter auf der Durchführung des Befehls.
FM Traun verlegte Anfang Januar 1743 seine Truppen in Winterquartiere hinter dem Panaro und ließ die dazu bestimmten Orte stark befestigen, um gegen einen etwaigen Überfall gerüstet zu sein.
Aber auch sein Gegenspieler, GL Gages geriet in eine ähnliche Situation. Der Hof in Madrid drängte ihn, die Kaiserlichen in ihren Winterquartieren zu überfallen. Gages hielt dies nicht für zweckmäßig, aber zeigte nicht den persönlichen Mut Trauns,.um sich zu widersetzen. Im Kriegsrat erklärte er seinen Generälen, dass die Befehle aus Madrid unumstößlich seien und befahl seinem Heer am 1.2.1743 den Vormarsch nach Campo Santo. Dort ließ er sofort zwei Schiffsbrücken bauen, über die am 4.2. das gesamte Heer den Panaro überquerte.
Der Plan sollte geheim bleiben, trotzdem erfuhr FM Traun von den Absichten der Spanier und konzentrierte sofort seine Truppen zwischen Madonna de la Bastia und Buonoporto, wohin auch Verstärkungen durch sardinische Truppen kamen.
Als Gages feststellte, dass eine Überraschung der Kaiserlichen nicht gelungen war, entschied er das Unternehmen abzubrechen und sich gegen Campo Santo zurückzuziehen.
FM Traun beschloss nun die Spanier während ihres Überganges über den Panaro anzugreifen.
Als die ersten Geschütze der Spanier über die Brücken gebracht werden sollten, erschienen die slavonischen Grenzer des Vortrupps. GL Gages ließ nun sein Heer, das aus 10.000 Mann Infanterie und 2.400 Reitern bestand, in Schlachtformation aufmarschieren.
Die kaiserlich - sardinische Armee hatte ca. 8.000 Mann Infanterie und 2.600 Reiter, FM Traun und der sardinische Befehlshaber Graf Aspremont waren trotz ihrer zahlemäßigen Unterlegenheit bereit die Schlacht anzunehmen.
Gegen Mittag hatte FM Traun den Aufmarsch seiner Truppen beendet. Er erkannte die Mängel der feindlichen Aufstellung und richtete danach seinen Schlachtplan aus.
Im spanischen Heer entstanden Rangstreitigkeiten bezüglich der Aufstellung einiger Regimenter, was zu Unordnung und Lücken in der Linie führte. Die anfänglichen Erfolge der spanischen Kavallerie wurden nicht genutzt, der Kampf der Infanterie wurde gegen 16 Uhr am heftigsten. FM Traun gelang es seine Kräfte an den Stellen zu konzentrieren, an denen die Spanier am schwächsten waren. Nach Einbruch der Dunkelheit beschossen sich einige spanische Regimenter gegenseitig.
FM Traun brach das Gefecht in völliger Dunkelheit ab und zog sich zurück, die Spanier überquerten eiligst den Panaro. Ihre Verfolgung war nicht möglich, da sich die sardinischen Generäle strikt weigerten, den Panaro zu überschreiten.
So endete die Schlacht unentschieden, beide Seiten waren der Meinung gesiegt zu haben.
Die Verluste der Verbündeten betrugen ca. 1.700 Mann, die spanischen lagen beträchtlich höher bei ca. 4.000.
FM Traun, der während des Kampfes zwei Pferde verloren hatte, sandte seinen Generaladjutanten Michael Anton Ignaz, Graf Althann mit der freudigen Botschaft nach Wien. Ihm folgte am nächsten Tag GM Graf Anton Colloredo-Walsee mit einem ausführlichen Bericht.
GL Gages wurde zum General-Kapitän befördert, Maria Theresia drückte FM Traun ihre volle Zufriedenheit aus.

Im März 1743 wurden Trauns Bitten um Verstärkung zumindest teilweise in Wien erfüllt und die Dragonerregimenter Prinz v. Savoyen und A. Kohary sowie zwei Bataillone Infanterie nach Italien in Marsch gesetzt. Die Truppenstärke betrug danach ca. 14.370 Mann, wovon 4.322 Reiter waren. Es fehlte jedoch immer noch an Geld. In dieser Hinsicht wurde FM Traun auf die eigenen Resourcen in der Lombardei verwiesen (die jedoch völlig unzureichend waren).
Gages wurde durch den schlechten Zustand seines Heeres in Untätigkeit gehalten.
Wien drängte FM Traun nun wieder zu einem offensiven Vorgehen, zu dem jener jedoch nicht bereit war. Bartenstein und Uhlefeld bezichtigten FM Traun der Fahrlässigkeit in der Administration und schlechten Umgang mit den zur Verfügung stehenden Finanzen und drangen darauf, ihm die ökonomischen Zuständigkeiten zu entziehen. Maria Theresia entschloss sich - obwohl ungern - FML Graf Pallavicini mit dem Ökonomiewesen der Lombardei zu betrauen.
FM Traun protestierte heftig und verlangte eine strenge Untersuchung. Er meinte, unter diesen Umständen den Oberbefehl niederlegen zu müssen und bat um seine Abberufung. Dem wurde nicht stattgegeben, Traun erhielt den erneuten Befehl, sich für einen Vormarsch in das Königreich Neapel bereit zu machen.
Darauf hin erklärte Traun, das Heer wäre zur Durchführung solch einer Aktion zu schwach, es fehle an Geschützen, Munition und Vorräten. Er würde durch diese Unternehmung die Truppen und seine Ehre aufopfern. Anschließend erneuerte er seine Bitte um Ablösung im Oberkommando.
Diese erfolgte dann tatsächlich im Juli 1743, seinen Posten übernahm FM Georg Christian, Fürst Lobkowitz. Traun erhielt mit Datum 14.7. das Generalkommando in Mähren. Am 10.9. erfolgte in Mailand die Übergabe des Kommandos an Lobkowitz.
Vor seiner Abreise aus Mailand erhielt FM Traun von König Karl Emanuel in Würdigung seiner Verdienste ein mit Diamanten besetztes Portrait des Königs im Wert von 18.000 Scudi.
Nach dem FM Traun in Wien angekommen war, bat er Maria Theresia um strengste Untersuchung seiner Verwaltung. Die Monarchin versicherte ihn ihrer Wertschätzung und als Bestätigung erhielt FM Traun am 5.1.1744 aus den Händen des Grossherzogs von Toskana, Franz Stephan, den Orden des Goldenen Vließ.
Als weiteren Beweis ihrer Gunst ernannte Maria Theresia im Februar FM Traun zum Nachfolger des kurz zuvor verstorbenen FM Khevenhüller und stellte ihn dem Prinzen Karl v. Lothringen, der die Armee am Rhein führen sollte, zur Seite.
Für diese Stelle wurde von einigen Hofräten FM O. Wallis oder Fürst Lobkowitz vorgeschlagen, Maria Theresia gab jedoch FM Traun den Vorrang.

Am 10.4.1744 kam FM Traun in München an, wo er in Abwesenheit von Prinz Karl den Oberbefehl über 46.380 Mann Infanterie und 21.978 Reiter übernahm.
Mit diesen Trupen sollte er gegen die bayrische Armee vorgehen, die sich inzwischen bei Heidelberg konzentriert hatten. Seine vorsichtigen Bewegungen (Traun befürchtete, zwischen die Bayern und die von Norden anrückenden Preussen zu geraten) brachte ihm wiederum Tadel seiner Königin ein.
Am 17.5. stand das kaiserliche Heer unter FM Traun bei Neckarsulm und am 19.5. erschien endlich auch Prinz Karl, um den Oberbefehl zu übernehmen. Das Heer marschierte nun gegen Philippsburg. Nach einem hauptsächlich von FM Traun ausgearbeiteten, geheimgehaltenen Plan überschritt die Armee am 30.6. den Rhein bei Schreck (Näheres siehe Biographie FM F. Nádasdy) und drang auf französisches Gebiet. FM Traun war an allen Gefechten beteiligt, die Zusammenarbeit zwischen ihm und Prinz Karl scheint sehr gut gewesen zu sein.
Nach dem sich die Nachrichten über den bevorstehenden Einfall der Preussen in Böhmen verdichteten, rief Prinz Karl am 20.8. seine Generäle zum Kriegsrat. FM Traun vertrat die Meinung, dass von dem Erhalt einer starken Armee das weitere Schicksal der Monarchie abhänge und riet deshalb von einer weiteren Schlacht mit den Franzosen ab. Der Kriegsrat entschied, die Armee unverzüglich nach Böhmen zu führen.
Der umsichtigen Planung Trauns war es zu verdanken, dass die Armee, von den Franzosen fast völlig unbehelligt, zwischen dem 23. und 24.8. den Rhein überqueren konnten. Über Pforzheim marschierte Prinz Karl nach Donauwörth, wo er am 10.9. den Oberbefehl an FM Traun übergab und nach Wien abreiste.
FM Traun traf nun alle notwendigen Vorkehrungen zur Verteidigung Bayerns, die FML Bärenkleu anvertraut wurde.
Mit dem Rest des Heeres marschierte FM Traun über Waldmünchen, Taus (Domazlice/CZ) nach Stankau, wo am 27.9. Prinz Karl wieder das Kommando übernahm. Das nun in Böhmen stehende Heer bestand aus 32.218 Mann Infanterie, 15.118 "deutschen" Reitern und 3.157 Husaren.
Die Preussen hatten inzwischen Budweis (Ceske Budejovice/CZ) und Frauenberg (Hluboka/CZ) besetzt, Friedrich II. zog mit seinen Hauptkräften dem kaiserlichen Heer entgegen.
In den folgenden Wochen wich FM Traun einer großen Schlacht geschickt aus, seine leichten Truppen fügten im "Kleinen Krieg" den Preussen jedoch beträchtliche Verluste zu, unterbrachen jegliche Verbindung zwischen den preussischen Korps und überfielen ihre Versorgungskonvois.
Ende September standen beide Armeen in der Nähe von Konopischt (Konopiste/CZ). Friedrich II. wollte die Kaiserlichen zu einer Schlacht zwingen. FM Traun hatte jedoch sein Lager so gut gewählt, dass Friedrich nach einer Rekognoszierung feststellen musste, dass es unagreifbar ist. Die Preussen zogen deshalb über Beneschau ab und setzten ihren Rückzug nach Königgrätz fort, in gebührender Entfernung von FM Traun verfolgt. Die häufigen Überfälle seiner leichten Truppen bereiteten Friedrich II. große Schwierigkeiten.
Am 19.11. gelang es FM Traun den von ihm bis ins Detail geplanten Übergang über die Elbe bei Elbteinitz (Týn nad Vltavou/CZ) zu verwirklichen. Die völlig überraschten Preussen mussten weiter zurückgehen. Der König, der sich noch bei Pardubitz befand, sammelte nun sein noch zerstreutes Heer und entschied sich Böhmen ganz zu räumen. Auch während des Rückzuges über das Gebirge wurden seine Kolonnen von den Husaren und Grenzern verfolgt, einige Kolonnen mussten ihre Marschrouten ändern und sich durch schwieriges Gelände durchschlagen.
Mitte Dezember erreichten die stark dezimierten preussischen Truppen schlesisches Gebiet.
FM Traun war es gelungen, während eines Feldzuges den berühmten Fedlherrn Friedrich II. ohne eine Schlacht geschlagen zu haben durch geschicktes Manövrieren aus Böhmen zu vertreiben. Dies war eine Leistung, die auch Friedrich neidlos anerkannte.
Später nannte der König FM Traun seinen Lehrer in der Kriegskunst, den Feldzug 1744 aber seine Schule.
Viele Jahre später, 1770, als Friedrich II. auf Einladung Kaiser Joseph II bei den Manövern in Mähren weilte, sagte er in einem Gespräch mit FM Karl, Fürst de Ligne:
"..Wissen Sie, wer mir das Wenige gelehrt hat, was ich weiß? Ihr alter Marschall Traun !
Ja, dies war ein Mann!..."
In diesem Zusammenhang sprach der König immer von FM Traun als dem eigentlichen Befehlshaber der Armee, nie erwähnte er Prinz Karl v. Lothringen, der ja offiziell das Oberkommando inne hatte.

Die Kampfhandlungen waren jedoch noch nicht beendet. Friedrich II. übergab den Befehl über die in Schlesien stehenden Truppen an Fürst Leopold v. Dessau ("der alte Dessauer"). Dieser ging am 5.1.1745 mit seine Truppen über die Neisse.
FM Traun sammelte seine Truppen bei Kunzendorf (Malowice Wolowskie/PL), denen am 12.1. ca. 25.000 Preussen entgegenrückten. Vor dieser Übermacht wich FM Traun nach Jägernforf (Krnov/CZ) zurück. Die Preussen setzten nach, auch Jägerndorf musste am 16.1. nachts geräumt werden.Traun zog sich nun bis Troppau (Opava/CZ) zurück. Fürst v. Dessau kehrte darauf mit seinen Truppen nach Schlesien zurück und nahm sein Hauptquartier in Neisse (Nysa/PL).
FM Traun beauftragte nun GL v. Lewald die Grafschaft Glatz zu besetzen. Seine Truppen bestanden überwiegend aus der ungarischen Insurrektion, FM Traun verstärkte sie noch durch die Festetics Husaren und das IR Esterházy. Diese Einheiten hielten den ganzen Winter das rechte Oderufer bis Oppeln besetzt. Husaren streiften bis Breslau.
Die restlichen Truppen FM Trauns bezogen Winterquartiere in Mähren, er selbst begab sich nach Hof um Anfang März nach Wien zu gehen.

1745 sollte in Frankfurt die Krönung Franz Stephans zum deutschen Kaiser stattfinden.
Im Lande standen jedoch noch französische Truppen. FM Traun erhielt den Befehl, die Franzosen zu vertreiben und somit eine gefahrlose Krönung sicher zu stellen.
Er übernahm am 8.5.1745 in Neuburg den Befehl über die in Bayern konzentrierten Truppen. Nach einer Vereinigung mit dem unter FM Karl Graf Batthyány stehenden Korps sollte FM Traun an den Rhein ziehen. Der französische Feldherr, Prinz Conti, wollte die Vereinigung der kaserlichen Feldherrn verhindern und sie getrennt schlagen.
FM Traun zog zuerst nach Mergentheim, wo er am 4.6. eintraf. Die Franzosen führten einige Bewegungen durch, da sie nicht wussten, ob Traun an den Main oder Neckar ziehen wird und standen Ende Mai bei Heidelberg. Erst als Traun die sichere Nachricht erhalten hatte, dass Batthyányi bereits bei Gießen angelangt ist, wendete sich FM Traun am 9.6. von Boxberg Richtung Main. Batthyányi war inzwischen bei Gelnhausen angelangt, die Franzosen nach Dieburg.
Als Prinz Conti von der Vereinigung des kaiserlichen Heeres am 27.6. bei Orb erfuhr, stand das Gros seiner Truppen in Steinheim bei Hanau, Offenbach war von den Franzosen besetzt. Das vereinigte kaiserliche Heer rückte nun über Gelnhausen, Langenselbold in  Richtung Frankfurt a. M. Die Franzosen verließen darauf hin das linke Mainufer und zogen sich nach Darmstadt zurück. FM Traun überquerte den Main und marschierte nach Trebur, wo ein Lager bezogen wurde. Die Franzosen gingen am 19.7. bei Dürckheim über den Rhein, wobei es noch zu einem Gefecht mit den kaiserlichen Vortruppen unter General v. Trips kam.
Prinz Conti marschierte anschließend über Worms und blieb am 20.7. bei Oppenheim stehen. FM Traun ließ nun das rechte Rheinufer durch seine Truppen besetzen.
Am 14.9.1745 fand in Frankfurt die Kaiserwahl statt. Am 19.9. reiste der Kaiser in Begleitung FM Batthyányis nach Aschaffenburg seiner Gemahlin Maria Theresia entgegen. Von dort begaben sie sich nach Heidelberg. Bei dem dort stattgefundenen Festessen war auch FM Traun mit seinen Generälen zugegen. Anschließend reisten die Majestäten nach Frankfurt zu den Krönungsfeierlichkeiten am 9.10.1745
FM Traun beschäftigte sich in den nächsten Wochen mit der Dislozierung der Armee in die Winterquartiere und mit der Sicherung der Rheingrenze. Erst Ende Januar 1746 reiste er von Heidelberg nach Wien. Es sollte sein letztes Feldkommando gewesen sein.

FM Traun verblieb nun ein volles Jahr in Wien, um sich von den Strapazen der Feldzüge auszuruhen. Anfang 1747 wurde er zum Gouverneur und kommandierenden General in Siebenbürgen ernannt und begab sich nach Hermannstadt (Sibiu/RO). Nur kurze Zeit war es ihm gegönnt, seine Funktion auszuüben. Er starb dort bereits am 10.2.1748.
In der katholischen Kirche in Hermannstadt wurde dem berühmten Feldherrn ein Monument errichtet. Seine Reiterstatue schmückt auch das Maria Theresia Denkmal in Wien.

Privatleben und charakterliche Eigenschaften des FM O. F. Grafen Traun

FM Traun war zweimal verheiratet. Seine erste Ehefrau war Juliana Polapina, Gräfin Faletti aus Piemont (Geburts- und Sterbejahr unbekannt). Aus dieser Ehe entsprang sein einziger Sohn Carl Joseph, geb. im Februar 1718. Er diente wie sein Vater in der kaiserlichen Armee, wurde 1746 Oberst und Kommandant im väterlichen Infanterieregiment und starb am 20.1.1747 in Mantua.
In manchen Quellen erscheint noch ein Ferdinand, Graf Traun, der auch in der Armee in Norditalien gedient haben soll. In den allgemein anerkannten Werken und dem Stammbaum der Familie Traun taucht er jedoch nirgends auf.
Als siebzigjähriger (!) heiratete FM Traun nochmals im September 1747 Sidonia v. Hinderer, Witwe des kaiserlichen Hofkriegsrates Joseph Adam v. Dierling.

FM Traun hatte das besondere Talent, seine Gegner durch unvorsehbare Bewegungen dahin zu locken, wo er sie haben wollte. Er gehörte nicht zu den schlachtgierigen Feldherren und stellte sich zu Schlacht nur dann, wenn das Ziel nicht anders zu erreichen und durch den Sieg mehr als nur das Schlachtfeld zu gewinnen war.
Traun war in seinem Wesen bescheiden und uneigennützig. Als einer der wenigen Feldherren seiner Zeit hatte er den Mut, sich nicht sinnvollen Befehlen aus Wien entgegen zu stellen, wohl wissend, dass ihm diese Haltung bei den Wiener Ministerialen viele Feinde macht und seiner Karriere abträglich ist. Sein Glück war, das Maria Theresia seine militärischen Kenntnisse schätzte und sich wiederholt für ihn persönlich einsetzte.
Interessant war das Verhältnis zwischen ihm und Prinz Karl v. Lothingen, dem Traun völlig uneigennützig zur Seite stand und der den schlachtendurstigen Prinzen vor vielen Fehlern bewahrte. Die Tatsache, dass FM Traun von den Soldaten und auch dem Gegner als der eigentliche Feldherr betrachtet wurde, musste in dem Prinzen ein peinliches Gefühl hervorrufen. Seine Äußerungen über Traun waren durch diese Tatsache bedingt öfters ungerecht. So bemerkte er einmal, dass sich Traun nicht mit Details des Heerwesen beschäftige und "..ein Neuling in der Kriegsführung..." wäre (dabei wurde Prinz Karl gerade erst geboren, als Traun als Obrist sich beim Entsatz von Cardona in Spanien bereits bewährt hatte!!).
Das FM Traun im Feldzug 1745 gegen die Preussen kein Kommando mehr erhielt, war wohl auch auf das Einwirken des Prinzen zurück zu führen. Das Ergebnis ist bekannt; Karl verlor kurz darauf die Schlachten bei Hohenfriedeberg und Soor.

Harald Skala

Quellen:
  • A. Graf Thürheim, "FM O. F. Graf von Abensperg-Traun", Wien, 1877
  • A. Graf Thürheim, "FM Carl Joseph, Fürst de Ligne", Wien, 1877
  • C. v. Wurzbach, "Biographisches Lexikon des Kaiserthum Österreich", Wien 1856 - 1891
  • Hormayer, "Österreichischer Plutarch", Bd. 17
  • M. B. Schels, Artikel in der ÖMZ Jhg. 1826 Bd. I.

Inhalt
Übersicht Biographien
Zu den Zeitgenossen