Johann (I.) Fürst v. Liechtenstein, k.k Feldmarschall


Geboren am 27.6.1760 in Wien. Vater Fürst Franz Josef I., Mutter Maria Antonia Gräfin Dietrichstein.
J. begann seine militärische Laufbahn als Lieutenant  und war in verschiedenen Regimentern tätig. 1783 zum Rittmeister, 1787 zum Major befördert. Anschließend kämpfte er gegen die Türken. 1788 Oberst-lieutenant bei Kinsky-Chevauxlegers
(späteres Dragoner-Reg. Nr. 10 das seit 1888 seinen Namen trug). 1790 Oberst und Kommandant dieses Regiments.
In den Napoleonischen Kriegen bewährte sich J. 1792-94 in den Niederlanden, in den Jahren 1796-97 im Rang eines Generalmajors an den Kampfhandlungen in Deutschland beteiligt. 1799 zum Feldmarschall-lieutenant befördert nahm er am Feldzug in Italien teil  1801 wurde J. mit dem Grosskreuz des Maria-Theresien-Orden ausgezeichnet.
Diplomatisches Geschick erwies er nach der Schlacht bei Austerlitz bei den Verhandlungen zum Frieden von Pressburg (1805), bei denen er als Abgesandter Österreichs verantwortlich zeichnete. 1806 erhielt J. den Orden des Goldenen Vlies.
In den folgenden Friedensjahren war er Kommandant der Stadt und Festung Wien sowie kommandierender General in Niederösterreich. 1808 wurde J. zum General der Kavallerie (G.d.C.) befördert, kämpfte 1809 bei Aspern, Wagram und Znaim, erhielt den Oberbefehl über die österreichische Armee und den Rang eines Feldmarschalls (FM). Er übernahm die Verhandlungen zum Frieden von Schönbrunn (1809), deren ungünstiger Verlauf ihm die Ungnade des Kaisers eintrug.
Darauf quittierte J. 1810 den aktiven Dienst.
Bereits 1805 hatte J. die Leitung des Hauses Liechtenstein. Der Wertschätzung Napoleons für seine Person war es zuzuschreiben, dass das Fürstentum Liechtenstein ohne seine offizielle Zustimmung 1806 in den Rheinbund aufgenommen wurde und damit die volle Souveränität erlangt hatte. Gemäß Vertrag, gab J. die Regierung des Landes bis 1813 formell an seinen noch unmündigen Sohn ab. J. gab 1818 dem Fürstentum eine landständische Verfassung und nahm durchgreifende Änderungen in der Verwaltung und Wirtschaft vor. J. war ein großer Freund der Gartenkunst nach englischem Vorbild, wovon der Park am Rossauer Palais in Wien, die auf den Liechtenstein`schen Herrschaften Eisengrub und Feldsberg (heute Lednice und Valtice in Süd-Mähren) und in der Umgebung der Veste Liechtenstein zeugen.
Fürst J. v. Liechtenstein heiratete am 12.4.1792 in Wien Josepha Sophie, Tochter des Landgrafen Joachim Egon zu Fürstenberg-Weitra. Er starb am 20.4.1836 in Wien.

Quelle:
- Neue Deutsche Biographie, Bayer. Akademie d. Wissenschaften, Berlin, 1982

Harald Skala

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