Hadik von Futak, Karl Joseph, Graf, FML


Geboren 1756 in Leutschau (Levoca, Ostslowakei) als zweiter Sohn des FM Andreas Hadik. Mit 17 Jahren trat K. in die kaiserliche Armee ein. Am 1.3.1776 zum Hauptmann befördert, focht er im österr.-bayrischen Erbfolgekrieg.
Am 29.5.1779 wurde er zum Major im Husarenregiment seines Vaters (das spätere HR Nr.6), am 1.5.1784 zum Oberstlieutenant und im Juli 1789 zum überzähligen Oberst befördert.
Bereits am 7.1.1781 hatte K. die Gräfin Maria Theresia Kolowrat-Krakowsky geheiratet.
Den Türkenkrieg machte er als Volontär mit und zeichnete sich vor Belgrad aus.
1790 war er wieder bei seinem Regiment in den Niederlanden. Am 29.9.1792, als Maubeuge eingeschlossen werden sollte, erhielt K. das Kommando der Avatngarde, welche den Übergang über die Sambre erzwingen sollte. Diese Aufgabe bewältigte er mit solcher Übersicht und Mut, dass der Feind mit starken Verlusten geworfen wurde. Bei Wattignies (15.10,1792) befehligte K. den äußersten Flügel der Observationsarmee (3 Eskadronen seines Reg. und 4 Eskadr. Coburg-Dragoner).
Der Feind rückte gegen ihn mit 8.000 Mann an. Obwohl schwächer, griff K. ohne zögern an, schlug den Feind und erbeutete noch 3 Kanonen. Am folgendem Tag hielt K. mit seiner Einheit bei Beaumont von 9 Uhr Morgens bis 2 Uhr Nachmittags der Übermacht stand. Dann rückte er vor, zwang den Feind zum Rückzug und erbeutete 5 Kanonen, dazu die ganze Bagage.
Daraufhin wurde K. am 16.1.1794 zum General-Major befördert und erhielt am 7.7. d.J. das Ritterkreuz des MTO.
1796 wurde er Feldmarschall-Lieutenant, zeichnete sich am 23.8.in der Schlacht bei Amberg, Kornbach (3.9.) und Aschaffenburg (6.9.)aus. Für sein vorzügliches Verhalten in diesen Kämpfen erhielt er das Kommando-Kreuz des MTO.
Auch in dem Feldzug 1799 tat sich K. hervor, so bei Novi am 6.11., wo er die rechte Kolonne anführte, dann, am 26.5.1800 bei Romano.
Als die Armee am 14.6. über die Bormida vordrang, befehligte er das 1. Treffen und griff mit Entschlossenheit bei Marengo an. Als er gegen 10 Uhr Vormittag seine Infanterie in den trichterförmigen Fontanone-Bruch führte, kamen die kaiserlichen in ein vernichtendes Kreuzfeuer der franz. 43.Linieninfanteri, die sich in Marengo verschanzt hatte und der Division unter Gardanne. K. wurde bei dieser Gelegenheit schwer verwundet und erlag seinen Wunden einige Tage später in Alessandria.
Er hinterließ zwei Söhne (Andreas Friedrich und Wilhelm), die jedoch keine männlichen Nachkommen hatten. So starb diese Linie im Mannesstamm aus.
Harald Skala

Quellen:
-    C. v. Wurzbach, Biographisches Lexikon des Kaiserthums Österreich, /.Teil, Wien, 1861
-    Digby Smith, CHARGE, Great Cavalry Charges of Napoleonic Wars, London, 2003

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