O`Donnell, Karl, Graf, G.d.C., Grosskreuz des MTO

Geboren 1715, Mitglied einer der ältesten Familien Irlands, von den Fürsten von Tyrconnell abstammend. Die Familie musste nach der Schlacht bei Blockwater das Land verlassen, ein Zweig siedelte sich in Spanien an, wo die Mitglieder bei den dortigen Habsburgern ehrenvolle Aufnahme fanden. Die Brüder Karl, Johann und Heinrich traten in den Dienst der österreichischen Habsburger.
Karl, als Cornet im Kürassierreg. Bernes (späteres DR Nr.7), rückte schon während der Türkenkriege,wo er bei Grocka am 22.7.1739 verwundet wurde, zum Rittmeister vor. Nach der Schlacht zum Major befördert, kurze Zeit darauf zum Oberstlieutenant bei D`Ollone Dragonern (späteres DR Nr.4).
Am 8.12.1742 wurde K. zum Oberst im Dragonerreg. Balloyra Nr. 2 ernannt. Er zeichnete sich mehrmals durch besondere Tapferkeit aus, insbesondere bei Piacenza am 16.6.1746, wo ihm die Ehre gegeben wurde, die eroberten Standarten im Auftrag des Fürsten Joseph Liechtenstein nach Wien zu bringen.
Beim Einfall in die Provence befehligte K. ein besonderes Korps und nahm  bis zum Friedensschluss 1748 an allen Kämpfen teil.
Bei Lobositz 1756 erkämpfte er sich den Feldmarschall-Lieutenantsrang und wurde Inhaber des Kürassierreg. Cordova (das spätere DR Nr. 5). Bei Kolin hatte K. einen nicht unwesentlichen Anteil am Sieg Dauns über die Preussen.
In der Schlacht bei Leuthen 5.12.1757 verwundet, geriet K. in Gefangenschaft. Nach seiner Entlassung kehrte er sofort zur Armee zurück, kämpfte bereits bei Hochkirch, wo er die ganze Reiterei des linken Flügels kommandierte.
Im Feldzug 1759 bewährte sich K. erneut bei Düben, wo er durch geschicktes manövrieren der Nachhut unter seinem Kommando einer drohenden Gefangennahme durch die Preussen entging.
Seine wohl größte Leistung erbrachte K. in der verlorenen Schlacht bei Torgau (3.11.1760). Mit 5 Regimentern des linken Flügels sollte K. zur Unterstützung Lacy`s zwischen Zinna und Torgau Stellung beziehen, musste aber 2 Regimenter an General Buccow abgeben. Die preussische Reiterei rückte gegen Zinna vor und bedrohte den rechten Flügel der Österreicher. O`Donnell griff mit den ihm verbliebenen Regimentern den doppelt so starken Feind an, schlug ihn in die Flucht, wobei der preus. General Finkenstein gefangen wurde. Die österreichische Infanterie fand so Zeit zum Sammeln. Die Verwundung Daun`s und Miserfolge an anderen Punkten führten letztlich zum Sieg der Preussen. O`Donnell übernahm das Kommando über die Armee für den verwundeten Daun, und führte sie ohne weitere Verluste  bis Dresden. Für Torgau wurde K. mit dem Grosskreuz des MTO ausgezeichnet. Er behielt auch weiterhin bis Herbst 1762 den Oberbefehl, wurde aber am 16.8. vom Herzog Braunschweig-Bevern geschlagen.

Am 8.12.1762 wurde K. zum kommandierenden General in den Niederlanden ernannt, im April 1764 zum geheimen Rat, im November 1765 zum Generalinspektor der Kavallerie und letztlich im März 1768 zum Gouverneur von Siebenbürgen.
Diese Funktion legte K. Ende 1770 nieder und kam im Februar 1771 nach Wien, um sich auf eine Reise nach Ungarn, bei der er Kaiser Joseph begleiten sollte, vorzubereiten. Während der Vorbereitungen erkrankte K. schwer und starb am 26.3.1771 in Wien.

Sein Bruder Johann trat gleichzeitig mit K. in die kaiserliche Armee ein, erreichte den Rang eines Feldmarschall-lieutenants, zeichnete sich als Reitergeneral vor Allem im Siebenjährigen Krieg aus, nach dessen Ende er mit dem Ritterkreuz des MTO ausgezeichnet wurde.
Er starb 1784 in Wien.
Harald Skala

Quelle:
- C. v. Wurzbach, Biographisches Lexikon des Kaiserthums Österreich, Wien, 1861

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