Ferdinand Karl Graf v. Aspremont-Lynden, Frhr. von Froidecour, G.d.C.

Geboren 1690 auf Schloss Froidecour nahe Lüttich. Seine Eltern waren Graf Franz Karl, Gouverneur und Erb-Haut-Forestier des Marquisat Franchimont und Gräfin Franziska, Tochter des Grafen Ferdinand Aspremont - Lynden und Elizabeth, geb. Gräfin von Fürstenberg - Heiligenberg.
F. begann seine militärische Laufbahn in der niederländischen Armee, wurde am 3.1.1708 Lieutenant im Dragonerregiment des Grafen van der Duyn, 1712 Adjutant des Generals Grafen Tilly und stieg 1714 zum Hauptmann im Dragonerregiment Herzog Ernst Friedrich v. Sachsen auf.
Er verließ dann die niederländische Armee und wurde gemäß Bestallung vom 31.10. 1722 Generaladjutant ad honores, in der kaiserlichen Armee, vorläufig ohne Anstellung. Am 4.1.1724 erhielt er den Oberstlieutenants - Charakter und wurde Ende 1727 beim Dragonerregiment Savoyen in die Wirklichkeit gebracht. Im Mai 1733 wurde F. zum Oberst und Kommandant des Regiments ernannt. Er führte das Reg. in den Feldzügen 1734/35 und auf dem Zug an die Mosel. Nachdem F bereits im März 1735 den Charakter als Generalmajor erhalten hatte, weiterhin aber Regimentskommandant geblieben war, wurde er gem. kaiserlichem Patent vom
12.1.1737 Inhaber des Regiments (Reg. Inhaber Prinz Eugen v. Savoyen am 21.4.1736 verstorben).
In den Türkenkriegen 1737-38 bei der Hauptarmee führte F. eine Kavalleriebrigade
(sie bestand im 1. Jahr aus den Reg. Pálffy, Wurmbrandt und Cordova Kürassieren sowie Althann-Dragonern, im zweiten aus den Dragonerreg. Khevenhüller und Batthyanyi).
Am 19. 3. 1741 zum Feldmarschall-Lieutenant befördert, nahm er am österr. Erbfolgekrieg unter dem Großherzog von Toskana teil. Im November 1741 wurde F. mit der Führung der Kavalleriebrigaden Kalkreuter (St. Ignon und Hohen-Ems Kürassiere) und Prinz v. Zweibrücken - Birkenfeld (Cordova-Kürassiere und Philibert-Dragoner) beauftragt. Auch 1742 in Böhmen, wo seine Division aus den Brigaden Przichovsky (Hohenzollern-Kürassiere und Kohary-Dragoner) und Gelhay (St. Ignon und Hohen-Ems Kürassiere) bestand. Im Herbst bei der  Armee in Bayern überwinterte F. mit seiner Division (zu der nun auch die Savoyen-Dragoner gehörten) im Innviertel.
1744 bei der kaiserlichen Armee im Kirchenstaate kämpfte er gegen die Spanier und Neapolitaner. In diesem Jahr erhielt er in seiner Heimat die Würde eines Gouverneurs und Haut-Forestiers des Marquisat Franchimont, welche er bis 15. 2. 1763 inne hatte.
Auch 1745 - 46 in Italien, erwarb er sich in der Schlacht von Piacenza hohe Verdienste. Bald danach erfolgte seine Ernennung zum General der Cavallerie (14.6.1745). In dieser Eigenschaft befehligte F. die bei Buffalora verbliebenen 9 Kavallerieregimenter.
Während der folgenden Friedenszeit wurde F. im September 1753 zum Kommandierenden in Italien ernannt. Mit Patent vom 12. 7. 1754 wurde ihm die Würde eines Feldmarschalls verliehen. 1763 erhielt er den Orden des Goldenen Vließ und wurde mit 1.1.1764 zum Hauptmann der adeligen Arcièren - Leibgarde ernannt. In dieser Stellung verblieb er bis zu seinem Tode am 14. 8. 1772 in Wien.
Graf Aspremont-Lynden war dreimal verheiratet: in 1. Ehe mit Maria Theresia Gräfin Esterházy-Gálántha, in 2. mit Anna Gräfin Nostitz und zuletzt mit Gräfin Batthyányi (Schwester des Kardninals und Erzbischofs von Wien).

Harald Skala

Quelle:
Friedrich v. d. Wengen, Geschichte des K. k. Dragonerregiments Prinz Eugen v. Savoyen, Brandeis, 1879
 

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