Hadik auf Futak, Andreas Reichsgraf

16. Oktober 1710 auf der Insel Schütt - 12. März 1790 Wien, k. k. Feldmarschall, geheimer Rat, Präsident des Hofkriegsrates.
 
 

Geboren auf der Insel Schütt (Slowakei) am 16.10.1710. Seine Vorfahren lassen sich in die Mitte des 16. Jh. zurückführen. Bekannt bereits ist Balthasar H., böhmischer Prediger zu Tothprona in der Thuroczer Gespanschaft. Auch weitere Vorfahren waren evang. Prediger.
Frühzeitig den Wissenschaften huldigend, wollte H. in den Jesuitenorden treten. Er gab jedoch den Bitten seines Vaters Michael H., der Husaren-Rittmeister war und wegen seiner schweren Wunden halber den Dienst aufgeben musste nach und trat 1732 als Kornet in das Husarenregiment Stephan Dessewffy (später Nr.3) ein.
Unter Prinz Eugen focht H. am Rhein und bewies 1734 viel Geschicklichkeit bei Streifzügen und Rekognoszierung.
Auch vor der Schlacht bei Grocka führte er eine Rekognoszierung durch und tat sich in der Schlacht besonders hervor. In den folgenden Kriegen gegen Frankreich am Rhein stieg er schnell auf. 1742 bereits al Oberstlieutenant stand H. längere Zeit zu Odrau in Schlesien, wo er im Schloss des Fürsten Lichnowski wohnte. Vor des Fürsten Augen führte H. ein glückliches Gefecht, welches Schloss und Güter des Fürsten vor den Feinden rettete. H. erwarb sich die Achtung des Fürsten, so dass dieser dem zwar adeligen, aber armen Husarenoffizier seine einzige Tochter zur Ehe gab.
Im Jahre 1744 zum Oberst bei Beleznay-Husaren befördert (später HR Nr.10), zeichnete sich H. bei Worms aus, erneut dann am 19.7.1745 bei Erbstadt aus.
1747 zum Generalmajor ernannt, hob er am 15.3.bei Bergen op Zoom einen großen feindlichen Konvoi auf.
1753 wurde H. Inhaber eine 1767 aufgelösten Husarenregiments. 1756 zum FML befördert, führte H. im zweiten Feldzug des 7jährigen Krieges den berühmten Zug nach Berlin aus. Für diese Tat und in Anerkennung der dabei bewiesenen Uneigennützigkeit beschenkte ihn Maria Theresia mit 3.000 Golddukaten und verlieh ihm in der 1. Promotion des am 27.6.1757 gestifteten Maria Theresien-Ordens, welche am 7.3.1758 das Grosskreuz desselben.
Am 5.3.1758 zum General der Cavallerie (G.d.C.) ernannt führte er im Ferldzug 1759 dem Reichsheer Verstärkungen zu. Nach der Niederlage bei Guben und Abberufung Serbellonis übernahm H. das Kommando der Reichsarmee und schluch am 15.10 bei Freiberg die Armee des Prinzen Heinrich v. Preussen.
Nach dem Frieden 1763 wurde H. zum Gouverneur der Festung Ofen ernannt. 1764 zum geheimen Rat ernannt, ging er als königlicher Kommissär nach Siebenbürgen.
Im Jahre 1769 zum Präsidenten des Karlowitzer Kongresses ernannt, beendete er dieses Geschäft ganz nach Wunsch und erhielt zur Belohnung seiner Verdienste die Herrschaft Futak und Czernowitz in Ungarn.
Nach der Teilung Polens 1772 erhielt H. den Auftrag die neu erworbenen Länder in Besitz zu nehmen und als Militär-und Zivil Gouverneur zu verwalten. H. löste die ihm gestellten Aufgaben zu vollen Zufriedenheit des Kaisers und wurde 1774 zum Feldmarschall (FM) ernannt, zugleich wurde er an Lacy`s Stelle Präsident des Hofkriegsrates. 1776 Obergespann des Bacser Komitates und im Jahre 1777 samt seiner Erben in den Reichsgrafenstand mit Sitz und Stimme in der schwäbischen Ritterbank erhoben.
Bei Ausbruch des Krieges mit Preussen 1778 wurde er als ad latus dem FM Prinz Albrecht v. Sachsen-Teschen beigegeben, erhielt aber, als der Kaiser die Armee verließ, das Kommando der Hauptarmee. Nach dem Friedensschluss trat er in seine frühere Stellung als Hofkriegsrat-Präsident zurück.
Im letzten Feldzug gegen die Türken 1789 erhielt H. das Kommando über die Hauptarmee, welche die Belagerung von Belgrad auszuführen hatte. Während der Vorbereitungen des Feldzuges erkrankte H. jedoch schwer, so dass ihn Joseph II. von der Armee abrief. Als nach dem Fall Belgrads FM Loudon die Nachricht durch FML Klebek nach Wien schickte, trat dieser im versammelten Hofkriegsrat vor H. und stattete ihm im Namen Loudons Dank für den mit aller Umsicht entworfenen Plan, der zum schnellen Fall der Festung geführt hatte.



Auch Kaiser Joseph II. erkrankte schwer. Er rief H. zu sich, trug ihm das Lebewohl an die Armee auf und nahm von ihm rührend Abschied. Am 20.2. verschied der Kaiser, A. Hadik überlebte seinen Monarchen nur um wenige Tage. Er starb am 12.3.1790 in Wien. Seine Leiche wurde in Futak beigesetzt.
H. war nicht nur ein tapferer Soldat - treffend wird er der österreichische Zieten genannt - sondern auch ein ausgezeichneter Mensch, dessen sittliches Verhalten und hervorragende geistigen Eigenschaften ihm Achtung und Liebe von Hoch und Nieder erworben hatten.
Einer seine drei Söhne, FML Karl Joseph H. geboren 1756 zu Leutschau, Slowakei diente im Husarenregiment seines Vaters und setzte so die militärische Tradition fort
Auch er war Träger des Kommando-Kreuzes des Maria Theresien-Orden. Er starb am 24.7.1800.

Harald Skala
Quellen:
  • Allgemeine Deutsche Biographie, Band 10, Leipzig 1879.
  • Hirtenfeld, Joseph: Der Militär-Maria-Theresien-Orden und seine Mitglieder, Wien 1857  
  • C.v.Wurzbach, Biographisches Lexikon des Kaiserthums Österreich, Teil V., Wien 1859

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