Emanuel Graf Mensdorff-Pouilly
k. k. General der Cavallerie

Die Familie der Barone Pouilly-Chaufour stammt ursprünglich aus Pouilly-sur-Meuse, einem kleinen Ort nord-westlich von Stenay in Frankreich. Sie trennte sich in mehrere Linien. Die Linie, aus der Graf Emanuel stammt und die in Lothringischen Diensten stand besaß die Grafschaft Roussy nördlich von Thionville und trug somit auch den Titel der Grafen von Roussy.
Graf Emanuel wurde am 24.1.1777 in Nancy (1) geboren. Seine Eltern waren Albert-Louis Baron de Pouilly et de Chaufour comte de Roussy und Antoinette-Philippine de Custine (sie war die 2. Ehefrau von Baron Albert-Louis).
Graf Emanuel wuchs in den unruhigen Jahren der französischen Revolution auf. Sein Vater diente in der königlichen Armee im Rang eines Maréchals de camp. 1789 wählte ihn der Adel von Verdun als Deputierten bei den Generalstaaten. Nach den Ereignissen in Paris verließ Albert-Louis mit seiner Familie im Juli 1790 als einer der Ersten Frankreich und begleitete die königlichen Prinzen in die Emigration. Im Rang eines General-Lieutenants vertrat er die Prinzen dann am Hofe des preussischen Königs Friedrich Wilhelm II. Mit seinen beiden Söhnen Albert-Louis und Emanuel nahm er 1792 am Feldzug der preussischen Truppen nach Frankreich teil. Hier erhielt Graf Emanuel am 20.9.1792 bei Valmy seine Feuertaufe.



Emanuel Graf Mensdorff-Pouilly (links) und Sophie Friederike Gräfin Mensdorff-Pouilly, geb. Prinzessin Sachsen-Coburg-Gotha
Öl, F.G. Waldmüller, Museum Krásny Dvur/CZ

Am 1.7.1793 trat er dann in kaiserliche Dienste und zwar als Kadett in das  Chevauxlegers Regiment „Joseph Graf Kinsky“ (das spätere DR Nr. 10). Sein älterer Bruder Albert-Louis-Joseph diente im DR  „Fürst Joseph v. Lobkowitz“ (das spätere UR Nr. 8) und fiel im Rang eines Oberlieutenants  in der Schlacht an der Trebbia 17-19 Juni 1799.
Um bei einer eventuellen Gefangennahme durch Republikanische Truppen nicht erkannt zu werden, nahmen beide Söhne den Namen „Mensdorff“ an, nach einem kleinem Ort in der Grafschaft Roussy. (heute Mensdorf im Grhzm. Luxemburg, Gemeinde. Betzdorf)
Graf Emanuel beteiligte sich nun mit seinem Regiment an den Kämpfen im Niederländisch-Französischen Grenzgebiet. Im September 1793 zeichnete sich sein Regiment besonders bei den Kämpfen um Avesne-le-Sec aus, bei denen es zwei feindliche Karrees beinahe gänzlich aufrieb. Er selbst soll (nach C. v. Wurzbach) gemeinsam mit einem Korporal des Regiments den Obersten des französischen Freikorps „Hussards de la mort“ vom Pferd gehauen haben.
Sein Regiment war später bei Maubeuge und in der Schlacht bei Wattignies. Den Winter verbrachte Graf Emanuel mit seinem Regiment in Bavay.
1794 kämpfte er bei Landrecies, Charleroi und Fleurus, im folgendem Jahr zeichnete er sich bei der Eroberung von Mannheim aus. Nach dem Fall von Mannheim nahm Graf Emanuel an einem Streifzug, der von seinem Rittmeister Graf Bubna geführt wurde teil. Bei Landau gelang es ihnen den französischen General Meyer gefangen zu nehmen.
1796 kämpften Eskadronen seines Regiment an verschiedenen Orten. Graf Emanuel zeichnete sich persönlich bei den Kämpfen um Cannstatt aus wo er eine Schusswunde in das rechte Bein erhielt. In der Schlacht bei Würzburg führte er ad interim eine Eskadron der Avantgarde. 1797 wurde das Regiment an den Rhein verlegt, wo es allerdings nicht in Kämpfe involviert war. Anschließend erhielt es Garnison in Aurolzmünster.
Im Jahre 1799 wurde das Regiment in ein Dragonerregiment (mit der Nr. 12) umgewandelt und blieb vorerst in Deutschland wo es sich im September bei der Erstürmung von Mannheim besonders bewährte. In den schweren Kämpfen bei Frauenfeld wurde Graf Emanuel an der rechten Hand so schwer verwundet, dass er bis zu seinem Lebensende genötigt war Degen und Feder mit der linken Hand zu führen.
Anfang Oktober wurde sein Regiment nach Weil die Stadt und Eglisau verlegt, wo es bis zu Beginn des Feldzuges 1800 verblieb.
Der Vater von Graf Emanuel starb am 29.6.1795 (Wurzbach gibt fälschlicher Weise 14.11.1800 an), seine Mutter Marie-Antoinette am 29.3.1800 in Bayreuth so dass Graf Emanuel Vollwaise war.

Anfang des Jahres operierte sein Regiment im deutsch-schweizerischen Grenzgebiet und nahm an den Kämpfen bei Engen und Möskirch teil. Mitte Juni stand es dann in der Nähe von Ulm um später den Rückzug entlang der Donau mitzumachen. Ende Juli kam es dann wieder in Kantonierung nach Aurolzmünster.
Im Dezember war das Regiment in der Schlacht bei Hohenlinden, kam hier aber kaum zum Einsatz. Es machte den anschließenden Rückzug nach Österreich mit und erreichte am 27.12. Perchtoldsdorf bei Wien, wo es kurze Zeit verblieb um dann Kasernen in Mödling und Penzing zu beziehen.
Nach Beendigung der Kampfhandlungen wurde das Regiment im Mai 1801 nach Westböhmen verlegt (Brüx, Saaz).
Im Jahre 1802 wurde ein Teil des Regimentes wieder in Chevauxlegers umgewandelt (CHR Nr. 5) und auf den Stand von 8 Eskadronen gebracht.
Die Friedensjahre nutzte Graf Emanuel, um am 23.2.1804 in Coburg Prinzessin Sophie v. Sachsen-Coburg-Saalfeld zu heiraten. Die Gattin lebte die folgenden Jahre in Coburg, auch alle Kinder des Ehepaares wurden in Coburg geboren. Erst im Jahre 1838 kaufte Graf Emanuel in der Nähe von Pilsen/CZ die Herrschaft Nečtiny (auf Deutsch Preitenstein) die er großzügig ausbaute. Ein Jahr später, 1839 erhielt er auch das Inkolat im Königreich Böhmen.
Im Jahr seiner Heirat wurde der Graf auch zum K. k. Kämmerer ernannt.
Zu Beginn des Feldzuges 1805 marschierte das Regiment – nun Graf Klenau Chevauxlegers -  von Saaz über Wels nach Bayern und stand danach auf Vorposten auf der Linie zwischen Donau und Bodensee. Als Anfang Oktober eine Umgehung durch die Franzosen drohte und eine Kapitulation der in Ulm eingeschlossenen Truppen bevorstand, entschlossen sich die Obristen Graf Kinsky und Wartensleben mit ihren Einheiten nach Böhmen zu marschieren.
Vier Eskadronen Klenau Chevauxlegers, sechs Eskadronen Blankenstein Husaren und einiger Infanterie gelang es durch das ganze, von Franzosen bereits besetzte Gebiet sich durchzuschlagen und am 20.11. Eger zu erreichen.
Dieser Marsch erregte in der ganzen Monarchie großes Aufsehen, Oberst Kinsky wurde zum Generalmajor befördert, Offiziere und Mannschaften bekamen finanzielle Zuwendungen. Graf Emanuel befehligte während dieses beschwerlichen Marsches als Eskadronskommandant die Avantgarde und nahm an dem guten Gelingen der ganzen Aktion rühmlichen Anteil.
Sein Regiment verblieb danach in Böhmen, bewachte im Sommer 1806 vorübergehend die Grenze zwischen Böhmen und Sachsen und kam dann in Garnison nach Pardubitz (Pardubice/CZ) wo es bis 1809 blieb.
1806 während eines Urlaubs am Hofe seines Schwiegervaters Herzog Franz v. Sachsen-Coburg in Saalfeld  gelang es Graf Emanuel die Leiche des Prinzen Louis Ferdinand v. Preussen, der in einem unglücklichen Gefecht gefallen war zu bergen
Im Jahre 1807 wurde Graf Emanuel zum Major befördert und in diesem Rang zu dem Ulanenregiment „Graf Merveldt“ (das spätere UR Nr. 1) transferiert.
Mitte März 1809 erhielt sein neues Regiment den Marschbefehl und rückte aus seiner Stabsstation zum Sammelpunkt bei Pilsen. Dem II. Armeekorps zugeteilt ging es dann Richtung Amberg. Graf Emanuel stand mit einer Eskadron und einer Kompanie vom 8. Jägerbataillon auf Vorposten, als seine Truppe am 12.4. von überlegenen französischen Kräften angegriffen wurde. Die Kaiserlichen mussten weichen, die Franzosen besetzten Amberg. Nach dem Oberst Stefanini mit Verstärkung angekommen war, räumten die Franzosen Amberg. Während dieser Kämpfe wurde Graf Emanuel durch einen Schuss in die linke Schulter verwundet, blieb aber bei seiner Einheit und kämpfte weiter.
Für sein hervorragendes Verhalten bei Amberg erhielt er bei der Promotion 1810 das Ritterkreuz des Maria-Theresien-Orden.
Die Merveldt Ulanen wurden dann zur Arriergarde unter FML Graf Klenau v. Janowitz bei Regensburg eingeteilt und deckten den Rückzug der Armee. Das Regiment hatte die Aufgabe, die Brücke bei Regensburg gegen französische Angriffe zu verteidigen. In den Kämpfen bei Regensburg verlor das Regiment 200 Mann, Graf Mensdorff wurde durch 4 Säbelhiebe, von denen einer die rechte Wange spaltete verwundet. Von Regensburg zog das Regiment nach Cham und kam dann auf Vorposten nach Südböhmen in die Nähe von Kaplitz (Kaplice/CZ) Graf Mensdorff wurde zum Obristlieutenant befördert. Das Regiment kam am 14.10. in Garnison zu Pardubitz (Pardubice/CZ).
Der Graf beteiligte sich 1809 auch an der Organisation der sogenannten „Fränkischen Legion“ um deren Aufstellung sich Graf Johann v. Nostitz bemühte. Nach anfänglichen Erfolgen wurde die Legion mit allen anderen ähnlichen Truppenteilen am 8.11.1809 aufgelöst.
Graf Mensdorff wurde im August 1810 zum Obristen und Kommandanten des Ulanenregiment „Erzherzog Karl“ (das spätere UR Nr. 3) ernannt.
Sein neues Regiment lag nach Friedensschluss in Gaja in Mähren, wurde 1812 nach Ungarn (Pecsvar, Güns) verlegt, wo es bis 1813 verblieb.
Infolge der 1812 aufgezwungenen Allianz Österreichs mit Napoleon wurde für Graf Mensdorff - der ja lothringischer Emigrant war - ein weiteres Verweilen in der Armee unmöglich so dass er um Entlassung aus dem aktiven Dienst bat. Dies wurde ihm mit Vorbehalt seines Ranges gewährt.
Erst 1813 kehrte er zu seinem Regiment zurück, das jedoch vorerst nicht zum Einsatz kam.
Im August 1813 erhielt Graf Mensdorff von FM Fürst Schwarzenberg den Befehl über ein selbständiges Streifkorps.
Das Korps wurde in Eger (Cheb/CZ) aus folgenden Einheiten zusammengestellt:
  • 2 Eskadronen (ca. 250 Mann) vom Husarenreg. Erzhrzg. Ferdinand Nr. 3 geführt von Oberstlieutenant Leonhard v. Röhrig
  • 1 Kompanie des Donkosakenregiments Ilowaisky X. (ca. 300 - 500 Mann) geführt von Oberstlieutenant Karpow
  • 1 Kompanie des Donkosakenregiments Gorin I. (ca. 300 - 500 Mann) geführt von Major Gorin
Am 29.8. stieß zu diesen Einheiten noch eine Eskadron des Husarenregiments Nr. 4 „Hessen-Homburg“ mit ca. 140 Mann, geführt von Rittmeister Baron Schell.
Die Gesamtstärke des Korps variierte, überstieg aber nie 1.000 Mann.

Das Korps hatte die Aufgabe den Feind in Sachsen und den böhmischen Randgebieten zu beunruhigen, Transporte aufzuheben und die Bewegungen des Feindes zu beobachten.
Die folgenden Monate waren wohl die erfolgreichsten in der militärischen Kariere von Emanuel Graf Mensdorff.
Er verließ Eger und erreichte am 22.8. Plauen von wo er Verbindung mit der leichten Division FML Mesko aufnahm. Der Auftrag lautete die Verbindungen der Franzosen zwischen Zwickau und Chemnitz zu stören.
Schon am 25.8 gelang es Graf Mensdorff einen Lebensmitteltarnsport nahe Altenburg aufzuheben. Er schickte kleine Detachements in die ganze Gegend und kontrollierte so das Gebiet zwischen Leipzig und der böhmischen Grenze.
In der Nacht vom 27./28.8 schickte er 100 Kosaken gegen Leipzig, die das Grimmaer Tor alarmierten und den Franzosen einigen Schaden verursachten.
Als sich die Armee Vandamme nach Nordböhmen wendete, wurde Mensdorffs Korps nach Schlackenwerth und Postelberg (Ostrov und Postoloprty/CZ) beordert. Nach der gewonnenen Schlacht bei Kulm kehrte es nach Sachsen zurück.
Anfang September erfuhr Graf Mensdorff, dass die Franzosen einen großen Gefangenentransport von Leipzig nach Frankreich abgehend planen. In Abstimmung mit dem Befehlshaber eines zweiten – russischen - Streifkorps, General Thielmann, sollten die Gefangenen befreit werden.
Mensdorff schickte eine Abteilung Kosaken unter Obristlieutenant Karpow nach Weisenfels voraus. Karpow verirrte sich jedoch nachts und kam nach Gera. Die Franzosen erfuhren von den Absichten der Kaiserlichen und änderten die Marschrichtung. Graf Mensdroff musste deshalb die ganze Aktion abbrechen.
Am 12.9. vertrieb Graf Mensdorff die Franzosen aus Colditz und nahm Kontakt mit General Thielmann auf. In der Nähe von Weißenfels stieße er auf eine Kolonne Franzosen. Es stellte sich heraus, das es ein Gefangenentransport war. Ungefähr 500 Gefangene liefen zu den Kaiserlichen über, ihrer Eskorte gelang es nach Lützen zu entweichen.
Am 21.9. vereinten sich beide Korps in Zeitz und operierten in den nächsten Tagen gemeinsam. Am 23.9. stießen sie bei Altenburg auf das Korps Lefébvre, dass ihnen jedoch zahlenmäßig weit überlegen war. Graf Mensdorff und Thielmann wichen also einem Treffen aus und versuchten den Franzosen so weit wie möglich Schaden zuzufügen. Erst als die beiden Streifkorpsführer erfuhren, dass Ataman Platow mit ca. 3.000 Reitern und einiger Grenzinfanterie in der Nähe ist, wurde es möglich, die Franzosen ernsthaft anzugreifen.
Nach Absprache mit Platow griffen die drei Korps die Franzosen am 28.9. an. Der Feind wurde vertrieben und bis Weisenfels bzw. Nauendorf verfolgt. Ein kleiner Teil erreichte das von Franzosen besetzte Leipzig.
Nach diesem Sieg kehrten die Streifkorps nach Zeitz zurück, um der Mannschaft einige Erholung zu ermöglichen.
Es war geplant, weiterhin gemeinsam vorzugehen. Durch ein Missverständnis zog jedoch Ataman Platow mit seinem Korps nach Waldenburg, Graf Mensdorff blieb gegenüber der französischen Übermacht allein und musste ausweichen. Am 1.10. besetzte er Penig, wo sein Korps einige Tage blieb. Hier überbrachte ihm k. k. Flügeladjutant Major Rosty den russischen Wladimir-Orden III. Klasse.
Das Korps Mensdorff marschierte anschließend nach Gera. Bei Chemnitz kam es zu einem Gefecht mit den Franzosen, an dem auch Einheiten des GM Kudaschoff vom Korps Platow teilnahmen. Die Aufgabe des Mensdorff´schen Korps war es nun die französischen Truppen unter Marschall Augerau auf ihrem Marsch nach Leipzig zu beunruhigen.
In den Tagen der Völkerschlacht bei Leipzig war Mensdorffs Korps zwischen dem 14. und 22.10. im Verband des FZM Gyulai und nahm an den Rückzugsgefechten mit den französischen Truppen nach ihrer Niederlage teil.
Ab dem 22.10. operierte Graf Mensdorff wieder selbständig und begleitete die Richtung Rhein abziehenden feindlichen Truppen.
Das Korps Thielmann bewegte sich entlang der Straße Weimar – Erfurt, das Korps Mensdorff südlich davon. Am 24.10. überschritt letzterer in einem beschwerlichen 70 km Marsch den Thüringer Wald und kam nach Schmalkalden. Hier traf er auf das Korps Thielmann, dessen Befehlshaber von GM Graf Orlow-Denissow abgelöst wurde. Beim Weitermarsch gelang es bei Greisa eine französische Kolonne zu überfallen. 17 Offiziere, 170 Mann wurden gefangen, einige Geschütze und vieles Kriegsmaterial erbeutet. Mensdorffs Korps zog durch Fulda und traf bei Neuhof auf das Korps des russischen Generals Tschernyschew. Man beschloss angesichts der waldigen Gegend gemeinsam weiter zu marschieren. Unterwegs trafen sie noch auf das Korps Kaisaroff. Man beabsichtigte den Ort Schlüchtern zu überfallen, in dem eine größere französische Einheit stehen sollte. Da die Franzosen jedoch inzwischen weitergezogen waren, verfolgten sie alle drei Korps seitlich bis Gelnhausen.
Inzwischen hatten die Franzosen Langenselbold erreicht und wollten sich dort festsetzen. Auch Napoleon persönlich stieß zu diesen Einheiten. Da die Streifkorps nur aus Kavallerie bestanden und keine Geschütze mitführten, mussten sie den Ort umgehen um nach Hanau zu kommen. Dort war inzwischen FM Wrede mit seinem bayrisch-österreichischem Heer angekommen. Graf Mensdorff passierte die Stadt, überschritt die Brücke über die Kinzig und beabsichtigte den Franzosen nach Langenselbold entgegen zu ziehen. Die stark zerstörte Brücke verzögerte jedoch den Marsch. Inzwischen waren starke französische Einheiten in Richtung Hanau im Anmarsch, so dass sich Graf Mensdorff nach Hanau in das Lager von Wredes Truppen zurückziehen musste.
Am 29.10. informierte Graf Mensdorff den FM Wrede darüber, dass die ganze französische Armee und Napoleon selbst im Anmarsch sind, was Wrede damals noch bezweifelte.
Während der Schlacht bei Hanau am 30.10. deckte das Streifkorps die linke Flanke des bayrisch-österreichischen Heeres und litt ziemlich unter dem Geschützfeuer des Feindes. Graf Mensdorff wurde während der Kampfhandlungen von seiner Einheit getrennt, stieß auf einige Kompanien des IR Erhrzg. Rudolf die sich verirrt hatten und führte sie – da eine Überquerung der Kinzig nicht möglich war -  nach Frankfurt. Dort informierte er den bayrischen General Rechberg über den Ausgang der Schlacht bei Hanau. Die Infanteriekompanien blieben dann ich Sachsenhausen und Graf Mensdorff kehrte nach Hanau zurück, wo er sein Korps im Lager bei Grossauheim fand.
Er zog dann mit seinem Korps über Darmstadt an den Rhein. In der Nacht 2./3.12. überschritten seine Einheiten bei Gernsheim den Rhein auf requirierten Schiffen und streiften einige Tage auf dem linken Rheinufer um anschließend wieder nach Gernsheim zurückzukehren.
Gemäß Befehl des FM Schwarzenberg blieb das Korps dann auf dem rechten Rheinufer um die Bewegungen der Franzosen zu verfolgen. Am 11.11. kam dann der Befehl an die Schweizer Grenze zu ziehen. Das Korps marschierte über Offenburg nach Freiburg, wo es vorerst blieb.
Dort erreichte Graf Mensdorff am 10.12. die Nachricht dass er zum Chef des Generalstabes von Herzog Sachsen-Coburg, der das 5. Armeekorps organisieren sollte ernannt wurde.
Das Streifkorps wurde aufgelöst, seine Einheiten kehrten zu ihren Regimentern zurück. Graf Mensdorff begab sich am 18.12. von Freiburg nach Frankfurt a. M. zu Herzog Sachsen-Coburg, der ja sein Schwager war, um die neuen Aufgabe zu übernehmen.

Das Streifkorps des Obersten Emanuel Mensdorff-Pouilly operierte währen der Zeit zwischen dem 21.8 und 10.12.1813 sehr erfolgreich. Es gelang ihm 23 Offiziere und 3.610 Mann gefangen zu nehmen, 534 Pferde und 6 Kanonen sowie weiteres Kriegsmaterial wurde erbeutet. Die eigenen (Nachgewiesenen) Verluste waren 2 Offiziere, 56 Mann und 40 Pferde.
Während dieser Zeit wurde Graf Mensdorff als überzähliger Oberst beim UR Nr. 3 geführt, wurde dann 1814 für kurze Zeit als überzähliger Oberst zum UR Nr. 1 transferiert (siehe Thürheim, „Die Reiterregimenter der k. k. Österreichischen Armee“
Bd. III, Wien 1863).

Graf Mensdorff leitete nun die Blockade der Festung Mainz, führte die Verhandlungen bezüglich ihrer Übergabe und nahm die Kapitulation der Besatzung entgegen. Von Mainz begab er sich nach Paris, wo er am 15.5.1815 aussertourlich zum Generalmajor ernannt wurde. Er blieb weiterhin Chef des Generalstabes des 5. Armeekorps, das nun in den Elsass verlegt wurde, ohne an weiteren Kämpfen teilzunehmen.
Nach endgültigem Friedensschluss erhielt GM Graf Mensdorff eine Kavalleriebrigade, die in Böhmen stationiert war und verblieb in dieser Funktion bis 1824. In diesem Jahr wurde er zum Festungskommandanten in Mainz ernannt.
Auf Grund seine Verdienste ernannte ihn der Kaiser 1825 zum zweiten Inhaber des Husarenregiments „Kaiser Franz“ Nr. 1.
Bereits 1818 wurde Graf Emanuel von Kaiser Franz I. in Anerkennung seiner hervorragenden Dienste in den erbländischen Grafenstand erhoben und zugleich die Erlaubnis erteilt, den Namen Mensdorff den er angenommen hatte weiterhin beizubehalten und auf seine Nachkommen übertragen zu dürfen.
Am 20.8.1829 zum Feldmarschall-Lieutenant ernannt. Im gleichen Jahr wurde er Vizegouverneur der Festung Mainz. Durch sein energisches aber auch humanes Verhalten gewann er die Zuneigung der dortigen Besatzung und auch der Bevölkerung.
Am 23.3.1833 wurde er zum Militärkommandanten in Siebenbürgen ernannt. In dieser Funktion blieb er ein Jahr, worauf er am 8.5.1834 in gleicher Funktion nach Böhmen ging. In diesem Jahr erhielt er auch den Titel eines Geheimen Rates.
Im Jahre 1840 wurde er zum 2. Hofkriegsrat ernannt und übersiedelte in dieser Funktion nach Wien.
Zum 50.- jährigen Dienstjubiläum erhielt er im Jahre 1843 von Kaiser Ferdinand eigenhändig das Grosskreuz des Leopold-Ordens.
Am 23.12.1845 erfolgte seine Ernennung zum General der Kavallerie (GdC).Kurz darauf wurde Graf Mensdorff-Pouilly nach Schlesien in der Funktion eines deutschen Bundeskommissär beordert. In Schlesien blieb er nur einige Monate. Er legte seine Stelle nieder und trat am 16.5.1848 in den Ruhestand.
Nach dem in Prag Unruhen ausgebrochen waren reiste der greise General dorthin und stellte sich FM Fürst Windischgraetz zur Verfügung. Ein hartnäckiges Gichtleiden das ihn mehrere Monate an das Bett fesselte hinderte ihn jedoch aktiv am Dienst teilzunehmen. Nach Unterdrückung der Unruhen 1848/1849 war er wieder ohne Anstellung und starb in Wien am 28.6.1852.

Der Graf war Träger mehrerer hoher Orden. Neben dem bereits erwähnten MTO, Grosskreuz des Leopold-Orden und dem russischen St. Wladimir-Orden III. Klasse war er noch Träger der russischen St. Georg – und St. Anna Orden, Ritter des St. Alexander-Newski Orden, des Weissen Adler Orden, des preussichen „Pour le Mérite, Ritter des  Schwarzen-Adler-und roten Adler 1. Klasse (in Brillanten), königl. sächsischer St. Heinrich-Ordens-Kommandeur, Träger des königl. belgischen Leopold-Ordens, des grossherzog. hessischen Ludwig-Grosskreuzes, des herzoglich-sächsisch-ernestinischen Ordens-Grosskreuzes, des königl. grossbritanischen Bath-Ordens und Ritter des Johanniter-Ordens.

Aus seiner Ehe mit Sophie v. Sachsen-Coburg-Saalfeld entsprangen zwischen 1806 und 1817 sechs Söhne. Der erstgeborene Hugo wurde Oberst beim KR „Mengen“ Nr.4 und starb bereits 1847 (nicht wie Wurzbach schreibt 1845!) 
Der zweitgeborene, Graf Alphons Friedrich, lebte auf dem Schloss in Nečtiny/CZ dass er in den Jahren 1855 – 1858 mit viel Aufwand im neugotischen Stil umbauen ließ. Durch seine Heirat mit Theresia Gräfin Dietrichstein-Proskau-Leslie im Jahre 1843 erbte er die Herrschaft Boskovice in Mähren. Dort gründete er 1857 das Kloster der Barmherzigen Schwestern. Im folgendem Jahr ließ er in Nečtiny eine Familiengruft im neoromanischen Stil errichten, in der er nach seinem Tode 1894 begraben wurde. Graf Alphons war sogar eine gewisse Zeit Bürgermeister  von Boskovice. Seine Ehefrau Theresia starb bereits 1856. Der Graf heiratete dann im Alter von 52 Jahren am 31.5.1862 Maria Theresia Gräfin Lamberg. Die zweite Ehe blieb kinderlos.
Der jüngste Sohn, Arthur August (1817 – 1904) wählte auch die militärische Laufbahn und erreichte den Rang eines Generalmajors.
Nach 1945 wurden die Güter der Familie vom tschechischen Staat konfisziert. Schloss Nečtiny brannte 1964 nieder, wurde wieder aufgebaut und 1970 darin eine Landwirtschaftliche Schule errichtet.
Schloss Boskovice erhielt die Familie in der Folge von Restitutionen nach 1990 zurück.

Der Wahlspruch der Familie ist: „Fortitudine et caritate“
Der Wappenspruch lautet: „Sans varier“

Harald Skala


Bemerkung:

(1) in der Literatur und auch in mehreren Stammbäumen der Familie wird als Geburtsort Pouilly angegeben. Bei Nachforschungen in den dortigen Matriken wurden zwar die Eintragungen über die Geburten seiner Geschwister gefunden, aber nicht diejenige von Graf Emanuel. Im Jahre 2010 wurde ein entsprechender Eintrag in der Matrik der Pfarrkirche St. Peter in Nancy (Archives départementales de Meurthe-et-Moselle) entdeckt. Es ist also zweifelsohne sicher, das Graf Emanuel am 24. Januar 1777 in Nancy geboren wurde.

Quellen:
  • C. v. Wurzbach, „Biographisches Lexikon des Kaisertuhms Österreich“, Bd. XVII, Wien 1867
  • Tagebuch des Grafen, in „Mitteilungen des k.k. Kriegsarchiv“ 1904, S. 249 – 310
  • Siebmacher Wappenbuch, Böhmischer Adel, S. 147
  • A. Petiot, „Les Lorrains et L´Empire , Versailles, 2005 [S. 370-374]
  • A. Gf. Thürheim, Reiter-Regimenter der k. k. österr. Armee“, Wien 1862
  • Wiener Zeitung, 4.7.1852 S. 1849
  • Stammbaum Mensdorff-Pouilly, Internet

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